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Was willst du in diesem Jahr zu Ende bringen?

Weihnachten ist nicht für alle friedlich. In mancher Familie knallt es mächtig an den Feiertagen. Erwartungen prallen aufeinander, Vorstellungen reiben sich. Zwischen den einzelnen Festorten liegen oft viele Kilometer, die auf der Autobahn, im Zug oder sonstwo zwischen den Welten verbracht werden. Nun, das Fest 2021 ist vorüber. Atmen wir durch und sortieren wir uns neu.

Die Rauhnächte sind am 21. gestartet und enden am 6. 1. Zeit, das Haus zu räuchern. Zeit, Dinge abzuschließen, die noch 2021 zu Ende gebracht werden sollen. Zeit, Geliehenes zurückzugeben. Zeit, sich zu entschuldigen, wenn noch etwas offen ist, damit man nicht mit Negativem ins neue Jahr starten muss.

Was möchtest du 2021 noch abschließen, damit du unbeschwert ins neue Jahr starten willst?

Was wird 2022 dein wichtigster Plan sein für dein Leben?

Stehst du an einer wesentlichen Gabelung in deinem Leben und du sollst dich entscheiden? Was wird dich dabei leiten?

Wer ist die Person, die zu dir Ich sagt und wie nah kommt sie dir 2022? Schaffst du Kongruenz?

Wie gelingt es dir, immer mehr zu dir selbst zu werden, immer freier zu werden von dem, was andere über dich sagen und deinen ureigenen Weg zu erkennen und Schritt für Schritt zu gehen?

Was willst du 2021 noch loslassen, was du schon so lange trägst und was dir vielleicht nicht gut tut?

Wofür möchtest du dich in dieser Woche noch bei wem bedanken und du hast es noch nicht getan?

Startet alle gut in die letzte Woche dieses besonderen, für uns alle schwierigeren 2021 (schwieriger als 2020 dürfte es für so gut wie alle Menschen gewesen sein).

 

Danke an Steffi für das Foto aus dem Winterwald.

Freundlichkeit

Wenn wir irgendetwas unterschätzen in unserem Leben, dann ist es die Wirkung der Freundlichkeit.

Mark Aurel

Die Weihnachtszeit geht immer mehr in die Rauhnachtzeit über. Bis zum 6. Januar sind die Schleier zwischen den Welten weit geöffnet.

Danke an Theresa für das Foto!

Türchen 24: Frohe Festtage!

Wir wünschen allen wunderschöne Weihnachtstage. Hoffentlich könnt ihr sie so verbringen, wie ihr euch das wünscht mit euren Lieben bei guter Gesundheit. Allen, deren Weihnachten nicht so verläuft wie erhofft: Macht das Beste daraus und versuchen wir alle, die Verbindungen untereinander mit Liebe zu stärken anstatt mit Hass, mit Gemeinschaft statt Ausgrenzung und mit Freude.

Ein schönes Weihnachtswochenende allen, egal, an welcher Stelle ihr seid – ob daheim mit der Familie, im Einsatz für Menschen draußen, auf den Straßen gute Fahrt und gute Ankunft, damit das Fest friedlich und stärkend werden kann für alle.

Weihnachten 2021

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!

Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürcht’t euch nicht!“

„Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut.“

Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;

zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.

Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König‘ mit ihrem Stern.

Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: „Gott in der Höh sei Ehr!“

 

Eduard Mörike, 1804-1875

Türchen 23: Her mit dem Phönixmoment!

Sebastian Kneipp vergleicht das helle Tageslicht, das die Natur ins rechte Bild rückt, mit einem Saal voller wunderschöner Kunstwerke und die finstere Nacht mit einem Kerker und macht sich Gedanken, wie es wäre, wenn wir die Sonne nicht mehr erblicken würden. Im Winter ist es lange dunkel, in manchen Ländern wird es sogar nie richtig hell in den Wintermonaten, auch das überstehen Menschen, wenn sie daran gewöhnt sind und damit umgehen können.

Das Bild von Kneipp würde ich gern auf unsere innere Finsternis beziehen, denn an der leiden wir gerade gewaltig. Die erneute Entwicklung im Außen erweckt durch den Eindruck, dass das Murmeltier täglich grüßt, nicht gerade Fortschritte Richtung Licht, Luft und Sonnenschein.

Von vielen Klienten höre ich, dass sie müde sind. Sie wollen gar nicht mehr hören, welche Beschlüsse gefasst werden und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hat. Sie möchten den Zustand vor der Pandemie oder einen vergleichbaren als Zukunftsvision. Das ist eine Illusion, diesen Zustand bekommen wir nicht mehr.

Wir werden lernen, mit dem Virus zu leben wie mit allen anderen Viren auch. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass niemand so recht weiß, wie mit der Lage umgegangen werden soll und wenn man immer mehr vom Gleichen tut und andere Resultate erhofft, darf sich an das Einstein zugeschrieben Zitat erinnern: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Welche politische Färbung eine Regierung hat, ist unwesentlich, die Lösungsversuche sind ähnlich. Vielleicht liegt die Lösung außerhalb der Denkbox, in der wir uns seit zwei Jahren bewegen und es gäbe gute Wege im Umgang mit der Situation, wenn wir einfach mal in die Welt hinein fragen: Hey, wie können wir auf beste Weise die Pandemie bewältigen unter Berücksichtigung aller Fragestellungen? Und im Zuge der Lösung gleich das Gesundheitssystem auf neue Füße stellen, um mit den anderen offenen Baustellen weiterzumachen? Fast 9 Milliarden Schöpfergenies sind da draußen, ich bin überzeugt, wenn wir alle guten Gedanken zusammentragen, ergeben sich sehr gute Wege. Dazu müsste man als Erstes eingestehen, dass man nichts weiß. Das ist nicht schlimm, sondern weise. Niemand weiß was und schon gar nicht alles, aber zusammen wissen wir jede Menge. Es geht nicht ohne das Wissen und die Ideen, die Kreativität aller. Dann können wir auch die Energie in Lösungen buttern, anstatt uns in Grabenkämpfen zu erschöpfen.

Solange Finsternis herrscht, ist es wichtig, sich jeden Tag auf sein eigenes inneres Licht zu besinnen. Wo kannst du in deinem Alltag ein Licht für dich und andere sein, ihre Dunkelheit erhellen, ihre Traurigkeit erleichtern, mit ihnen lachen und weinen, singen und tanzen und sie ermutigen, das auch zu tun, um die Situation bei guter geistiger Gesundheit zu bewältigen? Was stärkt dich in diesen Tagen, was füllt dein Herz mit Freude? Freude vertreibt Angst, Vertrauen und Zuversicht verjagen Zukunftspanik und Vernunft in Verbindung mit kreativem Genie löst auch hochkomplexe Fragestellungen.

Jedes Problem bringt seine Lösung mit – wenn wir sie noch nicht sehen können, bedeutet das nicht, dass sie nicht da ist, nur, dass wir nicht aufhören dürfen, sie einzuladen. Das tun wir nicht, indem wir dichtmachen, sondern indem wir uns weit machen für Ideen, für Vorschläge, für Austausch. Sachlich, fundiert, gewissenhaft, mit Ernst und von tiefer Menschlichkeit und Hoffnung getragen. Wenn das im Außen noch nicht geschieht, sind wir eingeladen, die Stimmung von Zuversicht, Vertrauen ins Genie des Menschen, der immer Lösungen findet, Verbundenheit trotz äußerlicher Trennung und Lebensfreude in uns stets zu bewahren und die Flamme des Lebens zu hüten.

In diesem Sinne allen einen freundlichen Jupitertag, der der Bringer des Frohsinns sein soll – 2022 ist übrigens ein Jupiterjahr. Und jetzt in den Rauhnächten sind die Schleier zwischen den Welten offen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen sich intensiv. Fragen wir unser künftiges Ich, wo es für uns hingehen mag und lauschen wir mit dem Herzen auf die Antwort.

 

Der Phönix steht im Garten von Primavera. Er verbrennt am Ende eines Zyklus, um dann aus der Asche wieder aufzuerstehen. Es ist Zeit für einen Phönixmoment.

Licht, Luft und Sonnenschein

Was ist doch für ein großer Unterschied zwischen Tag und Nacht! Vergleiche man eine schöne Mittagsstunde, wenn die Sonne recht hell scheint und keine Wolken am Firmament sind, mit einer Mitternachtsstunde, wenn es bei der größten Finsternis ganz unheimlich ist und alle Gegenstände entweder gar nicht oder nur unklar geschaut werden können! Es ist, wie wenn man einen recht großen Saal mit schönen Bildern und Kunstgegenständen betrachtet und im Gegensatz hierzu einen recht dunklen, schaurigen Kerker, wo ringsum nur Finsternis und Unheimlichkeit herrschen. Wie der Anblick eines solchen Saales das ganze Gemüt hebt und erfreut, so kann ein derartiger Kerker nur Furcht und Wehmut einflößen. Wer möchte einen solch düsteren Ort sich zu seiner Wohnstätte auswählen? Einem solchen prächtigen Saal gleicht nun die Schöpfung, wenn sie vom Licht der Sonne beleuchtet ist. Würde aber einmal die Sonne einige Wochen gar nicht mehr auf- und niedergehen, welche Folgen müsste dieses für die ganze Schöpfung haben! Wie erst würde es dem vorzüglichsten Geschöpf auf Erden, dem Menschen, ergehen? Wie würde es mit der Gesundheit und selbst mit seinem Leben aussehen?

Sebastian Kneipp, 1821-1897

Einen herrlichen Ausblick in die Berge hat man vom Balkon von Primavera in Oy-Mittelberg aus.

Türchen 22: Holundermagie

„Vor jedem Holunderstrauche möge man den Hut ziehen“, riet Sebastian Kneipp. Wie kaum ein anderes Gewächs in unseren Breiten ist der Holunder mit zahllosen Mythen und uraltem Heilwissen verknüpft. Früher gab es bei jedem Haus einen Holunderbaum, alles an ihm ist heilkräftig. Aus den Blüten wird der Fliederblütentee gemacht, der stark schweißtreibend wirkt und bei Infekten eingesetzt wird, um ins Schwitzen zu kommen. Gleiches gilt für die Beeren, die als heißer Saft auch den Schweiß anregen. Die Rinde ist heilkräftig bei Durchfall und Verstopfung.

Dem Holunder konnte man Krankheiten „anhängen“, er war das magische Tor zur Elfen- und Unterwelt, am 21. 6., dem Johannitag, konnte der, der unter dem Hollerbusch saß um Mitternacht, den Elfenkönig ausreiten sehen.

Aus den Zweigen schnitzten die Kinder Pfeifen. Der Sargtischler nahm einst Maß mit einem Zweig des Holunderstrauchs, die Reitgerte des Kutschers, der das Gespann lenkte, auf dem der Sarg stand, war auch aus Holunder. Niemals durfte man eine Wiege aus Hollerholz machen, sonst würden die Feen das Kind holen und stattdessen ein Feenwechselbalg dort lassen. An den Holunder schüttete man das Badewasser, vergrub die Zähne und band die Krankheiten hinein.

Der Holunder ist mit Sicherheit unsere magischste Pflanze. Er ist Frau Holle zugeordnet, die machtvolle Göttin an der Grenze zwischen Leben und Tod, die jetzt, wenn am 21. 12. die Rauhnächte beginnen – achtet auf eure Träume!! – mit Wotan und allerlei „Gelichter“ mit der Wilden Jagd, den Winterstürmen, über den Himmel zieht und im Alpenraum Perchta genannt wird. Deshalb wird jetzt keine Wäsche mehr draußen aufgehängt, damit sie kein Leichentuch wird. Die ungeborenen Seelen sitzen im Mantelsaum der Holle auf deren Reise um die Welt, um sich ihre Familien zu wählen, in die sie hineingeboren werden möchten.

Wohl dem, der einen Holunder im Garten oder vor dem Haus hat, diesen Schutzbaum der besonderen Art. Wer mag, startet heute mit einer großen Tasse heißen Holundersafts als Kick fürs Immunsystem und um sich gut mit den Kräften, die ab jetzt bis zum 6. Januar auf besondere Weise spürbar werden, zu verbinden.

„Weil man sich  an die überaus guten Dienste des Holunderbaumes, dieses treuen und früher so geachteten Hausfreundes, nicht mehr erinnerte, deshalb hat man ihn vielfach verworfen. Möchte dieser der alte Freund wieder zu neuem Ansehen kommen!“ Dieser flammende Aufruf Pfarrer Kneipps möge euch daran erinnern, einen Holunderbaum zu pflanzen und so ein Stück wichtige Hausapotheke im eigenen Garten zu haben.

Allen einen freundlichen Jupitertag.

 

Annemarie hat im Theilheimer Steingarten fotografiert. Herzensdank!

Kräuterkenntnisse

Wenn einer ein Dutzend solcher Kräuter kennt und deren Wirkung, so kann er unendlich vielem Unheil vorbeugen, er kann verhüten, dass Krankheiten an ihn herankommen, und wenn sie kommen, so kann er sie in kurzer Zeit entfernen.

Sebastian Kneipp, 1821–1897

Der Holunder durfte auch in Kneipps Hausapotheke keinesfalls fehlen.

Türchen 20: Was für gestresste Nerven

Die Nerven liegen bei manchem blank vor den Feiertagen. Wer darf wen noch besuchen, was wollen wir wie machen, Geschenke, die nicht unter dem Baum liegen, weil die Lieferkette nicht klappt und viele mit Sorgen um die Gesundheit oder ihren Arbeitsplatz. Das bedeutet schlecht zu schlafen, schneller auszurasten und rasch erschöpft zu sein. Das dürfte gerade auf die meisten von uns zutreffen.

Deshalb stelle ich euch heute aus der Kräuterapotheke den Baldrian vor. Valariana officinalis ist eine  Pflanze, die bis zu zwei Metern hoch werden kann. Echter Baldrian gehört zur Familie der Geißblattgewächse und wächst gern da, wo es feucht ist. Er blüht weiß bis rosarot. Baldrian hat einen typischen Geruch (den Katzen lieben), das rührt von den Valetotriaten her, die je nach Art 1 bis 2%ig vorkommen. Ätherische Öle wie Bornylacetat sind ebenfalls vorhanden, auch Beta Caryophyllen und viele andere Stoffe, die vermutlich mit den GABA-Rezeptoren unserer Nervenzellen wechselwirken. Noch ist unklar, wie Baldrian genau wirkt, aus der Erfahrungsheilkunde weiß man jedoch um die krampflösende Wirkung des Baldrians. So wird er traditionell im Bereich Psyche eingesetzt bei Unruhe, Schlafstörungen, Spannungszuständen, schwacher Konzentrationsfähigkeit und Einschlafproblemen. Er wird nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit oder für Kinder unter 12 Jahren empfohlen.

Verwendet wird die Wurzel, in der Regel als Tinktur, doch gibt es auch zahlreiche Teemischungen, oft mit Hopfen, Melisse und Passionsblume gemischt, die als Schlaftees im Handel sind und ebenso gut wirken.

„Baldriantee beeinflusst das Nervensystem und wirkt über das Großhirn besonders auf seelische Erregungszustände beruhigend. Weit geschätzt ist die Verwendung als Schlafmittel, besonders wenn die Schlaflosigkeit eine Folge von Übermüdung und Erschöpfung ist. Ebenso werden Zustände von Herzunruhe mit Herzklopfen, soweit sie den Teil einer allgemeinen Nervosität bilden, beruhigt. Baldrianwurzel lindert Kopfbeschwerden und behebt krampfhafte Zustände (…) Hierbei ist die Mischung mit Fenchel. Anis, Kümmel oder Anserine und Kamille zweckmäßig. Menge: 1 Teelöffel auf 1 Tasse Wasser, kurz aufkochen, 1 Tasse täglich.“ So lesen wir bei Pfarrer Kneipp im Hausbuch.

Wer sehr gestresst und genervt ist, kann auf viele Darreichungsformen der Baldrianwurzel zugreifen und ausprobieren, was ihm gut tut. Unterstützend wirkt ein kleiner Spaziergang vor dem Schlafengehen und das Runterfahren von Input rechtzeitig vor dem ins Bett gehen. Ansonsten gilt – atmen wir alle mal tief aus. Unser aller Nerven brauchen Entspannung. Seien wir nett und freundlich zu uns selbst und anderen. Wir können jede Form von Liebe, Freundlichkeit und Stille brauchen.

 

Eine Baldrianpflanze im Heilkräutergarten.

Türchen 20: Mahl-Zeit!

„Das größte Unglück ist, dass man bei den Kindern nicht anfängt, sie an die einfache Kost zu gewöhnen. Durch die Modekost, die heutzutage [Kneipp lebte 1821-1897] gang und gäbe ist, werden die Kinder verdorben und verweichlicht, so dass sie eine gesunde und kräftige Kost gar nicht mehr ertragen können.“

Kneipp regte sich sehr auf über die Ernährung der Menschen seiner Zeit. Damals war Kaffee für Kinder zum Frühstück angesagt, was dazu führte, dass die Kinder weder satt noch nervlich gut aufgestellt waren. Kneipp beobachtete sehr genau, dass für jeden Menschen etwas anderes in der Ernährung wichtig ist und legte größten Wert auf regionale Kost, die man gründlich kauen sollte. Unser heutiges Nahrungsangebot würde er kritisch sehen und uns die Frage stellen, ob wir glauben, dass das wahrhaftig sinnvoll ist.

Da wir uns ja in den letzten Tagen des Jahres gern irgendwelche Dinge vornehmen, die wir im neuen Jahr verändern möchten, wäre der Themenkreis Ernährung durchaus eine Beachtung wert. Regional, saisonal, so frisch gekocht wie möglich und so typgerecht wie es geht. Manche Menschen vertragen Rohkost, andere brauchen warme Süppchen, um sich geborgen und eingemittet zu fühlen. Jeder weiß im Grunde selbst, was ihm gut tut. Wir machen es nur nicht oder denken, das wäre zu viel Arbeit.

Frage: Du bist, was du isst. Wie kommen wir also drauf, dass das Essen nicht wichtig wäre? Davon abgesehen geben die Mahl-Zeiten unserem Tag Struktur und Rhythmus, gemeinsame Mahlzeiten in der Familie sind lebenswichtige Kontaktflächen. Essen ist mehr als essen, ist bedeutet auch, das „Brot miteinander zu teilen“, also am Leben mit allen Herausforderungen des anderen teilzunehmen und sich durch das gemeinsame Mahl zu stärken.

Nehmen wir uns stets ausreichend Zeit zum Essen. Überlegen wir, was wir uns an den Feiertagen auf den Teller häufen. Die beste Gelegenheit übrigens, um Brain fog wahrzunehmen, die „Fressnarkose“, wenn wir Dinge gegessen haben, die uns nicht wirklich gut tun. Beobachtet mal, wie die Mahlzeiten auf euch wirken, ob ihr danach fit und leistungsfähig seid oder der tiefe Wunsch entsteht, entweder drei Stunden zu schlafen oder einen Schnaps zur Verdauung zu trinken (kleiner Tipp: Artischocke, Mariendistel, Chicoreesaft als Aperitif oder Degistif können hilfreich sein).

Allen eine gute letzte Arbeitswoche vor den Feiertagen und den Kindern schöne letzte Schultage vor den Ferien!

 

Theresa hat dieses Foto auf dem Jakobsweg gemacht für alle, die ein wenig Sonne und Wärme brauchen können.

Winternacht

Winternacht

Wie ist so herrlich die Winternacht,
Es glänzt der Mond in voller Pracht
Mit den silbernen Sternen am Himmelszelt.

Es zieht der Frost durch Wald und Feld
Und überspinnet jedes Reis
Und alle Halme silberweiß

Er hauchet über dem See und im Nu,
Noch eh` wir`s denken, friert er zu.

So hat der Winter auch unser gedacht
Und über Nacht uns Freude gebracht.
Nun wollen wir auch dem Winter nicht grollen
Und ihm auch Lieder des Dankens zollen.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874

Danke an Manuela für das tolle Winterfoto!

Türchen 19: Still, still

Bei unseren Filmaufnahmen an diesem Wochenende geht es unter anderem auch um Stille, um Achtsamkeit. Wichtiges und spannendes Thema. Für heute habe ich genug in grelle Scheinwerfer gestarrt, das Wohnzimmer kommt mir gerade wie eine dunkle gemütliche Höhle vor (erfreulich kalt, weil ich vergessen habe, die Terrassentür zu schließen, das ist so erholsam, denn wo viele Scheinwerfer stehen, wird es in Minuten gefühlt warm, nicht wirklich in echt).

Oscar Wildes Aussage, dass jene gesegnet sind, die die Klappen halten können, wenn sie nichts zu sagen haben, nehme ich heute wörtlich. Ich habe heute so viel gesprochen, dass ich jetzt mit Christoph zusammen den Baum aufstellen und schmücken werde. Selbstverständlich zu Bachs Weihnachtsoratorium, da ist nichts zu sagen, nur mitzusingen. Morgen ist der letzte Filmtag für dieses Jahr, die neuen Filmprojekte sind noch im Schreibstadium und kommen nächstes Jahr. „Jauchzet, frohlocket“!

In diesem Sinne allen einen wunderschönen stillen 19. Tag. Ab und an ist es ja deshalb still, weil jeder einen Keks im Mund hat. Im Advent eine charmante Art zu schweigen.

 

Bäume im Winter: das Faszinierendste, was ich mir vorstellen kann. Jeder Baum erzählt seine Lebensgeschichte im Winter am ehrlichsten. DAS liebe ich. Danke, Ursula, für dein tolles Foto!

Türchen 18: Erste Hilfe in Tassen

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, heißt es im Volksmund und dass die Apotheke die beste ist, die wir vor der Haustür haben. In vielen Gartenjahren durfte ich die Erfahrung machen, dass das, was in meinem Garten am besten wächst – und das ist sehr verschieden von Jahr zu Jahr – das ist, was ich, ob schon gewusst oder noch nicht, am meisten brauchen werde. Ich habe mir angewöhnt, darauf zu achten und gezielt zu trocknen, was mehr als üblich vorhanden ist, weil ich weiß, dass es nötig wird. In diesem Jahr ist das Johanniskraut, ich habe schon viel Rotöl in diesen nasskalten Tagen für schmerzende Gelenke und Muskeln angeraten und so manches Nervenkostüm profitiert von Johanniskrauttee oder Dragees gegen Stimmungstief.

„Das Johanniskraut führte seiner großen Wirkungen wegen früher den Namen Hexenkraut“, schreibt Pfarrer Kneipp, der durchaus erkannte, welche Wirkungen das Kraut entfalten kann und zwar äußerlich wie innerlich. Selbst Nervenschmerzen wie bei einer Trigeminusneuralgie vertragen einen Versuch mit Johanniskraut (oder alternativ Aconit-Schmerzöl), vielleicht angewärmt und sacht aufgelegt. Das Rotöl wird eingerieben an die schmerzenden Stellen. Habt ihr mal eine Blüte des Hartheus genau angeschaut? Die goldenen Strahlen entdeckt, sie sie zu einer kleinen Sonne machen, weshalb sie auch zu Johanni geerntet wird?

Ansonsten freut es mich, dass ich gestern ein Glasschneidebrett geschenkt bekommen habe, auf dem Glasgefäße mit Heilkräutern abgebildet sind, als Tee überbrüht. Ich finde das Foto so schön, so viele Heilkräuter frisch sind etwas Herrliches. Da bekommt man schon Vorfreude aufs Gartenjahr 2022. Und welche Schätze bieten sich da jetzt in diesen nasskalten Tagen an – kocht euch Tees, genießt die Geschenke der Natur, die wir im Sommer in Hülle und Fülle haben. Unsere heimischen Tees haben oft uralte, bewährte Heilwirkungen und zudem schmecken sie. Von Minze über Melisse, Himbeer- und Brombeerblätter, Ringelblumen, Blüten aller Art, Malven und Hibiskusblüten, die so herrliche Farben ergeben, genießt es, euch mit einer Tasse Tee hinzusetzen und zu entspannen.

Und wer keinen Garten hat – keine Sorge. Es gibt herrliche Teemischungen und ein Tässchen Kräutertee genießen geht fix. Achtet nur beim Überbrühen darauf, die Tasse oder Kanne abzudecken, damit die ätherischen Öle nicht flüchten können, sondern im Getränk bleiben. Habt Freude und einen wunderschönen vierten Adventssamstag ohne Stress und Hektik.

 

Gartenschönheit Feuerdorn.