Türchen 20: Mahl-Zeit!

„Das größte Unglück ist, dass man bei den Kindern nicht anfängt, sie an die einfache Kost zu gewöhnen. Durch die Modekost, die heutzutage [Kneipp lebte 1821-1897] gang und gäbe ist, werden die Kinder verdorben und verweichlicht, so dass sie eine gesunde und kräftige Kost gar nicht mehr ertragen können.“

Kneipp regte sich sehr auf über die Ernährung der Menschen seiner Zeit. Damals war Kaffee für Kinder zum Frühstück angesagt, was dazu führte, dass die Kinder weder satt noch nervlich gut aufgestellt waren. Kneipp beobachtete sehr genau, dass für jeden Menschen etwas anderes in der Ernährung wichtig ist und legte größten Wert auf regionale Kost, die man gründlich kauen sollte. Unser heutiges Nahrungsangebot würde er kritisch sehen und uns die Frage stellen, ob wir glauben, dass das wahrhaftig sinnvoll ist.

Da wir uns ja in den letzten Tagen des Jahres gern irgendwelche Dinge vornehmen, die wir im neuen Jahr verändern möchten, wäre der Themenkreis Ernährung durchaus eine Beachtung wert. Regional, saisonal, so frisch gekocht wie möglich und so typgerecht wie es geht. Manche Menschen vertragen Rohkost, andere brauchen warme Süppchen, um sich geborgen und eingemittet zu fühlen. Jeder weiß im Grunde selbst, was ihm gut tut. Wir machen es nur nicht oder denken, das wäre zu viel Arbeit.

Frage: Du bist, was du isst. Wie kommen wir also drauf, dass das Essen nicht wichtig wäre? Davon abgesehen geben die Mahl-Zeiten unserem Tag Struktur und Rhythmus, gemeinsame Mahlzeiten in der Familie sind lebenswichtige Kontaktflächen. Essen ist mehr als essen, ist bedeutet auch, das „Brot miteinander zu teilen“, also am Leben mit allen Herausforderungen des anderen teilzunehmen und sich durch das gemeinsame Mahl zu stärken.

Nehmen wir uns stets ausreichend Zeit zum Essen. Überlegen wir, was wir uns an den Feiertagen auf den Teller häufen. Die beste Gelegenheit übrigens, um Brain fog wahrzunehmen, die „Fressnarkose“, wenn wir Dinge gegessen haben, die uns nicht wirklich gut tun. Beobachtet mal, wie die Mahlzeiten auf euch wirken, ob ihr danach fit und leistungsfähig seid oder der tiefe Wunsch entsteht, entweder drei Stunden zu schlafen oder einen Schnaps zur Verdauung zu trinken (kleiner Tipp: Artischocke, Mariendistel, Chicoreesaft als Aperitif oder Degistif können hilfreich sein).

Allen eine gute letzte Arbeitswoche vor den Feiertagen und den Kindern schöne letzte Schultage vor den Ferien!

 

Theresa hat dieses Foto auf dem Jakobsweg gemacht für alle, die ein wenig Sonne und Wärme brauchen können.

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