Monthly Archives: Mai 2021

Heute mal nix für Weicheier!

Kafka wird der Satz „Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze“ zugeschrieben. Da steckt was drin. Die meisten Menschen leben mit hohen Ansprüchen ans Außen und wollen das Überschaubare getreu dem Motto „wasch mich, aber mach mich nicht nass“. Betrachtet man die Biografien erfolgreicher Menschen, die es geschafft haben, sich aus vielleicht bescheidenen Verhältnissen herauszuarbeiten und ihr Ding zu machen, dann fallen sie nicht dadurch auf, dass sie sich geschont und ausgeruht haben. Sie haben nicht nach 100 Metern Gehen schon gequengelt, dass sie müde sind. Sie haben selten den halben Tag verschlafen, um die zweite Hälfte mit Müdigkeit zu verbringen. Während andere noch redeten, handelten sie Tag für Tag im Sinne ihrer Vision. Sie tüftelten mit ihrem Team wie Edison mit der Glühbirne. Sie werkelten und schraubten wie die Brüder Wright oder die Benz-Jungs, um ihre Erfindungen umzusetzen. Sie übten Tausende von Stunden im stillen Kämmerlein, während der Rest der coolen Gang im Freibad, im Kino, in der Eisdiele oder sonstwo waren und standen dann auf der Bühne und begeisterten Millionen mit ihrem virtuosen Geigen- oder Klavierspiel.

Erfolg ist immer die Geschichte von richtig viel Arbeit, nicht von „über Nacht“. Erfolg, der über Nacht kommt, ist in Tausenden von Nächten harter Arbeit vorangetrieben worden, es hat nur keiner mitbekommen. Angela Lee Duckworth hat in ihrem Buch „Grit. The Power of Passion und Perseverance“ erforscht, was Grit ist: Etwas, das besonders erfolgreiche Menschen aufweisen. Es ist diese Mischung aus Mut, Durchhaltevermögen, nicht aufgeben, dranbleiben, Extrameilen gehen, weitere Fragen stellen, bis Antworten befriedigen, Marathon statt Sprint, Ausdauer und vor allem Leidenschaft, Liebe und das tiefe Wissen, genau an dem Thema dranzubleiben, die Menschen pusht. Und etwas, was vom Wort her bei den meisten Menschen schon Ächzen auslöst – Disziplin (eines meiner absoluten Lieblingsworte und übrigens auch Taten).

Wo sind die Einserabiturienten meiner Schulzeit geblieben? Wo die Überflieger, die oft Klassen übersprungen haben? Manche sind weiter Überflieger geblieben. Die meisten jedoch hatten bereits zu Schulzeiten ihr Pulver verschossen. Ein gutes Wegkommen aus den Startlöchern ist nicht übel, aber bei langen Strecken entscheiden der Kopf und das tägliche Training (oder wie Thomas Lurz, der Olympiasieger im Freiwasserschwimmen, bei einem Vortrag an der Uni Würzburg gesagt hat: jeden Trag trainieren, auch wenn andere Weihnachten oder Geburtstag feiern, die immer gleichen Kacheln anschauen und einfach weiterschwimmen).

Talent ist nett, aber Talent plus faul ergibt keinen Erfolg. Fleiß, Beharrlichkeit, Ausdauer ersetzt jedes Talent und führt zu krassen Erfolgen, wenn sich der Mensch auf die für ihn richtige Lebensspur setzt und seinen Sinn im Leben ergriffen hat. Dann kann ihn nichts aufhalten, dann überwindet er jedes Hindernis.

Bist du bereit für Grit in deinem Leben? Willst du weiter jammern und klagen oder fängst du klein an, startest mit etwas Überschaubarem und legst Tag für Tag zu? Willkommen im Gritclub. Da ist jede Menge Platz für neue Mitglieder, denn die meisten Menschen legen mehr Wert auf Freizeit, Urlaub und Chillen als auf Engagement, Visionen entwickeln, Dranbleiben, sich überwinden und Weltretten. Nur: Wenn es drauf ankommt, will der Rest mitgerettet werden und verlässt sich auf die Gritter. Hm. Findest du den Fehler?

Der Dienstag hat Marsenergie und kann dir helfen, eine kluge Entscheidung zu treffen, welchen Kurs dein Leben nun nehmen mag. Go for it. Get the grit.

Danke an Steffi für das farbenfrohe Blütenfoto! Auch die Blüten entstehen nicht wie durch ein Wunder, sondern weil die Pflanze Tag für Tag daran arbeitet, sie selbst zu sein.

Sinn und Werte

Erstaunlich, wie das Zitat von Thomas von Kempen zu diesem Wochenende passt. Wir erleben derzeit in vielen Bereichen Schwierigkeiten und zahlreiche Herausforderungen. Der Switch, dass all diese Schwierigkeiten dazu dienen, dass der Mensch sich dadurch wieder auf sein Herz besinnt, ist bedenkenswert. Wenn wir in unser Herz zurückkehren, können wir dort Kraft schöpfen, uns erneut fokussieren auf das, worum es uns wirklich und wahrhaftig geht und wieder hinaustreten in die Welt mit neuem Mut, frischer Energie und dem geschärften Fokus darauf, was wahrhaftig wesentlich ist.

Das Wochenende stand für mich im Zeichen meiner eigenen Fortbildung. Das Modul Sinn und Werte stand auf dem Programm und das war ausgesprochen tiefgreifend. Das Modul Flow haben wir ebenfalls abgeschlossen (in der Theorie). Wenn unsere Schüler manchmal ächzen, dass wir von 9 bis 16 Uhr Kurs haben, ist das ein Ferienprogramm im Vergleich zu der Fortbildung, wir starten um 9 Uhr und haben Glück, wenn wir um 21 Uhr fertig sind. Gestern Nacht dachte ich mir: wenn ich jetzt ein Jahr Zeit hätte und nur das lernen würde, hätte ich dennoch für jeden Tag genug Lern- und Lesestoff sowie Übungen. Wait and see, was alles hängenbleiben wird.

Am Sonntag gab es zuerst ein Lerncoaching, das macht richtig Spaß, vor allem, wenn es kurz vor der Prüfung ist und ich sehen dufte, wie gut jemand gelernt hat und berechtigt seine Prüfung erfolgreich absolvieren wird. Weil alles liegengeblieben ist diese Woche findet der Hausputz eben jetzt statt, wobei die „grüne Hölle“ weiterhin danach schreit, erledigt zu werden. Menschen vor Dingen und leider auch vor Garten, auch wenn mir das weniger Freude bereitet. Ich mag es nicht, Dinge die mir wichtig sind, zu vernachlässigen. Es nutzt alles Jammern nichts, wo keine Zeitfenster sind, ist nichts zu holen.

Die neue Woche bringt das erste Mal eine spaßige Konstellation. Christophs Arbeitgeber in Hamburg hat am Donnerstag keinen Feiertag, es ist ein normaler Arbeitstag. Bayern ist mit Feiertagen reichlich gesegnet, stellen wir immer wieder fest.

Allen, die diese Woche Ferien haben, gute Erholung, allen anderen frohes Arbeiten und Genießen von Sonnenschein und dem Wunder, das die Natur uns in diesen Tagen wirklich zu Füßen legt. In diesem Jahr haben wir nicht nur enorm viele Regenbögen, sondern auch absolut zum Niederknien schöne Farben am Himmel, wie Steffis Foto beweist. Ist das nicht jeden Tag ein Geschenk für uns? Danke, Steffi!

Was uns ins Herz treiben kann

Dass uns Dinge begegnen, die uns lästig und durchaus zuwider sind, das ist für uns sehr gut. Denn sie treiben den Menschen, der aus seinem Inneren geflohen ist, wieder in sein Herz zurück.

Thomas von Kempen, um 1380–1471

Steffi hat das Herz auf ihrem Abendessen-Radieschen entdeckt. Herzigst Danke!

Wo stehst du im Leben?

Huch, schon wieder Wochenende, gefühlt fix und eine Woche vor uns, die Lustiges bietet – Christoph arbeitet am Donnerstag ganz normal, denn im Bundesland des Arbeitgebers ist kein Feiertag.

Freitag und Samstag stehen im Zeichen der Fortbildung. Das Modul, auf das ich mich am meisten freue, steht an: Sinn. Ich hoffe, wir werden viel über Viktor Frankl sprechen, dessen Lebensaufgabe der Sinn und seine Findung war. Am Samstag kommt zudem noch die Wochenlektion, es ist also knackvoll gepackt an diesem Tag. Wir werden viele Buddy-Übungen bekommen zwischendurch, auch das ist immer wieder ein Erlebnis.

Am Sonntag steht ein Coaching an, das ist auch toll, wenn man dann mal keine Gruppe vor sich hat, sondern eine Einzelperson, die ganz gezielt an einer größeren Sache arbeiten möchte.  Oder anders formuliert: die grüne Hölle muss weiterwarten. Der Wind war diese Woche so kalt, dass ich in den Zwischenzeiten zwischen Klienten nichts habe machen können, das Risiko, auf unserer Sturmhöhe mit Leichtigkeit einen heftigen Infekt zu bekommen, ist zu groß. Wir werden sehen. Der Juni soll ja Hitze und Kälte bringen. Bisher war es ein feines Frühjahr aus meiner Sicht.

Nach wie vor arbeite ich am Update meines Visionsboards zu den einzelnen Themenbereichen. Vieles will neu angeschaut sein, weil die Pandemie einfach auch für uns sehr viele tiefgreifende Änderungen am Start hat. Quo vadis in allen Bereichen. Wohin steuert die Menschheit, wohin wir, wohin ich selbst? Ich denke in Zusammenhängen und gern relativ global, muss mich aber auch immer wieder selbst im Auge haben, denn alle Planung und Überlegung nutzt nichts, wenn ich nicht weiß, wo ich selbst unterwegs bin.

Wo stehst du im Augenblick in deinem Leben? An einer Weggabelung und du weißt nicht, welcher Weg der passende ist? An einem Bifurkationspunkt und es steht ein Quantensprung an? Oder du gehst gerade frohen Mutes auf deinem derzeit guten Weg?

Allen ein wegereiches schönes Wochenende. Das letzte für den Mai übrigens schon. Bald ist schon Halbjahr. Nutzt du deine Tage?

 

Jedes Jahr eine Freude für mich – die Schwertlilien. Das Foto ist von 2018, aber sie blühen im Moment genauso, nur die Rosen sind aufgrund der Witterung noch nicht ganz so weit.

Weder noch

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.

Vermutlich weder von Goethe noch Erich Kästner.

Eine hervorragende Verwertungsvariante hat Katja mit der Kamera entdeckt. Danke dir!

Gehst du deinen Herzensweg?

Wenn Menschen in meiner Praxis sind, erlauben sie mir einen Blick in ihre Welt. Ein Fenster, eine Tür öffnet sich. Ich bin eingeladen, einzutreten. Diese Welt kennen zu lernen mit ihren Fragen und Antworten, ihren Wundern und ihrem Schrecken. Anhand der Fragen können wir oft Antworten herausarbeiten, die es möglich machen, den eigenen Lebensweg mit frischem Mut und neuem Wind unter den Flügeln zu beschreiten. Das ist gut. Ich bin so dankbar für diese Arbeit!

Für mich ist es wichtig, meinem Herzen gefolgt zu sein und genau das zu tun, was ich liebe. Ich darf mit Menschen in Krisen arbeiten, ich darf Wegbegleiter sein, darf manchmal die eigene Motivation in den Gesprächspartnern wieder anfachen und so die nächsten Schritte wieder für möglich halten. In unserer Schule begleite ich Menschen auf ihrem Weg zum Heilpraktiker für Psychotherapie und angehende Therapeuten sowie Menschen, die verstanden haben, dass Persönlichkeitsentwicklung wesentlich ist. Wenn ich nicht weiß, wer ich bin und wo ich hinwill, überfallen mich Ereignisse von außen so, dass ich von einem Thema zum anderen getrieben werde, ohne das Gefühl von eigener innerer Führung zu haben. Dann fühlt sich alles sehr orientierungslos an.

Es ist vollkommen normal, dass wir derzeit alle oft sehr müde und ausgelaugt sind. Mehr Fragen als Antworten haben. Vieles anzweifeln, den Sinn in so manchen Sachen nicht nachvollziehen können. Manche brauchen Pause, Entlastung. Andere Perspektive, Sinn und Mut, den Sprung in ein neues Denken und Leben zu vollziehen.

Egal, wo du auch immer gerade im Leben stehst, sei dir bewusst: Es ist eine Leihgabe, mit der wir ausgestattet wurden, um das Beste aus unserem Leben zu machen, nutzen wir es. Wenn wir auf dem Sterbebett liegen, wird es nicht darum gehen, wie viele Bratwürste, Netflixserien und Kaffee wir konsumiert haben (das spielt nur für unsere Lebenszeit eine gravierende Rolle). Sondern es wird darum gehen, ob wir dem winzigen Anteil Sternenstaub, dem kosmischen Erbe in uns, gerecht geworden und unserem Herzensweg gefolgt sind, weil alles andere faule Kompromisse wären.

Seinen Herzensweg gehen heißt nicht, fröhlich singend und stets vom Glück überschüttet eine offene Tür nach der anderen anzutreffen. Es ist oft richtig, richtig hart. Voller Zweifel. Sorgen, Ängste, auch Existenzängste nicht zu knapp. Aber wir gehen ihn aus einem Grund: weil wir nicht anders können. Wir hinterlassen eine kleine, zarte Spur aus Begegnungen. Aus Momenten, in denen wir in absoluter Tiefe Wahrheit gespürt haben. Aus Augenblicken, in denen wir aus vollem Herzen lachen konnten. Dankbar, etwas tun zu dürfen, was anderen dient und nutzt. Es gibt keinen Weg, der für uns vorbereitet ist. Es gibt nur den Weg, den wir selbst gehen und er entsteht erst in dem Moment, in dem wir ihn gehen.

Welchen Herzensweg wählst du? Wie geht es dir damit? Womit ermutigst du dich immer wieder?

 

Manuela nimmt uns mit auf eine Frühsommerwiese. Wunder, wo immer man hinsieht. Danke!

Das Universum ist vollkommen

Das Universum ist vollkommen. Es kann nicht verbessert werden.

Wer es verändern will, verdirbt es.

Wer es besitzen will, verliert es.

Lao Tse

Steffis Fotos zeigen uns die Schönheit des Universums. Danke dir dafür!

Womit machst du die Welt besser?

Donnerstag ist mein persönlicher Freutag in der Woche. In letzter Zeit verstärkt, denn da nehme ich mit Gabi Heilmann immer unsere neueste Podcastfolge auf. So haben wir schon ein bisschen im Voraus gearbeitet, damit wir euch nach und nach gut versorgen können. Gabi denkt sich stets eine spannende Frage aus. Ich erfahre sie um 13 Uhr. Aufnahmestart: 13 Uhr. Insofern trainiere ich seit Wochen Geistes-Gegenwart, was uns schon richtige Fails beschert hat, die nicht sendefähig sind. Spaß macht es in jedem Fall und ist ein schöner Austausch. Danke für eure Feedbacks zu den Post. Applaus ist die Nahrung der Künstler.

Steffis Foto mit dem doppelten Regenbogen ist ein Motiv, das für das Frühjahr 2021 insgesamt stehen könnte. Der Frühling war oft mit schwarzen Wolken unterwegs und davor leuchten die Bögen. Sie stehen für uns Menschen als Symbol von Hoffnung. Ich finde die Menge an Regenbögen in diesen Wochen auffallend. Vielleicht ist es Zeit, dass wir bei so viel Himmelshoffnung auch wieder innerlich gestärkt und ermutigt werden. Regenbögen stehen für Veränderung nach Chaos, für Neubeginn.

Viele Menschen werkeln derzeit an ihrer Vision von einer besseren Welt. Sie arbeiten Konzepte aus, wie man z.B. Schule in Zukunft denken kann. Dass die beste Vorsorge zur Vermeidung langwieriger Therapien als Erwachsener ein neues Denken in der Erziehung ist. Wie kann man Eltern stärken, damit sie trotz Homeschooling und Homeoffice in ihrer Kraft bleiben und ihre Kinder gut erziehen können? Wie gestalten wir Einrichtungen, die auf neue Weise mit dem wertvollsten, was eine Gesellschaft hat, die Kinder, umgehen?

Wenn in unserer Cardea-Therapie®-Ausbildung Menschen sind, die später gern mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchten, rede ich mir den Mund fransig, dass nur Menschen mit einer enorm hohen Ethik, mit tiefster Menschlichkeit, mit innerer Ruhe und starker Reflektionsfähigkeit mit den Jüngsten arbeiten sollen, denn Kinder brauchen in allem Menschen, die bestens aufgestellt sind. Es bringt wenig, sie permanent zu loben, sondern es gilt, sie zu ermutigen, immer wieder ein Thema aufzugreifen, dranzubleiben, aus Talent gesicherte Fähigkeiten zu machen, Ausdauer, Mut, Gelassenheit und Lernfreude lebenslang anzulegen. Wer als Kind lernt, dass herausfordernde Aufgaben dazu dienen, zu wachsen und sich selbst immer wieder zu zeigen, dass man es schaffen kann, wenn man nicht gleich nach zwei Versuchen aufgibt, wird später im gesamten Leben anders dastehen. Wer viel draußen in der Natur ist, sich bewegen darf, die Welt mit allen Sinnen entdeckt, wird ein anderer Mensch als ein Käfighuhnkind, das ganztags auf Bildschirme starrt. Vorlesende Eltern, singende Eltern, selbst kochende Eltern – das braucht es. Eltern, die offen sind für Kinder und ihre Wunder, die sie auf die Welt mitbringen. Wird es ein hervorragender Zimmermann werden? Ein Bauer? Ein Arzt? Ein Erfinder? Ein Musiker, der die Menschen berührt? Jeder, der auf seinem Gebiet ein Meister ist, ist ein wunderbares Vorbild. Wie beeindruckend, wenn Menschen Tonschalen für Tee formen und im Lauf der Jahre immer besser werden. Wer tut, was er liebt, und es darin zur Meisterschaft bringt, leuchtet und ermutigt andere, ebenfalls so zu leben.

Tust du, was du am meisten liebst? Bist du im Leben an der Stelle, an der du sein willst? Hast du Kinder und wie möchtest du sie in die Welt schicken? Hast du Ideen, wo und wie du Welt besser machen kannst?

Der Schwarm ist wesentlich begabter als wir meinen. Da draußen kursieren für alle nur denkbaren Gebiete wunderbare Ideen. Lasst uns zusammentragen, was es an zukunftsträchtigen Planungen gibt. Was ist deine absolut beste Idee, um diesen großartigen Planeten zu einem liebens- und lebenswerten Ort zu machen? Was stellst du, du persönlich, in die Welt? Danke dafür. Zeige es uns.

Allen einen freudevollen, stärkenden Jupitertag.

Bist du ein guter Buddy?

Die Woche ist um einen Arbeitstag gefühlt kürzer, was bedeutet, dass sich alles auf den verbleibenden Tagen aufstapelt. Viele sind weggefahren, Ferien sind, es ist ruhig auf der Straße und im Supermarkt war ich mit den Angestellten vorhin alleine.

Nach wie vor bin ich in den freien Momenten damit befasst, meine Visionen und Zukunftsvorstellungen neu zu formulieren, denn ohne Klarheit, wo es hingehen soll, ist kein Wind der richtige, um den Zielhafen anzusegeln. Vieles bleibt über Jahre oder gar Jahrzehnte ähnlich/gleich, weil sich entsprechende Werte nicht ändern. Manches erfährt Veränderung, muss angepasst werden. Was für 20-Jährige gilt, sieht bei fast 60-Jährigen anders aus und das ist gut so.

Wohin soll es arbeitstechnisch gehen, in der Ehe, spirituell und vieles mehr wird hinterfragt. Spannend, so eine Arbeit. Wenn ich sie wirklich ernsthaft und gründlich mache, komme ich mir auch bei den Alltags- und Faulheitsschummeleien auf die Schliche, wo ich aus Bequemlichkeit luschig bin. Bemerke ich das, kann ich genauer hinschauen, bemerke ich es nicht, schleicht sich schnell eine falsche Richtung ein. Deshalb regelmäßig Visions-TÜV.

Sehr anregend der Austausch mit einer Kollegin in der Coachingausbildung, die mit mir (per „Zufall“) in einer Übgruppe war. Sie plant ein tolles Projekt und wir haben uns gestern zwei Stunden lang darüber unterhalten. Die Gesamtsituation hat ihre Vorteile, ich lerne sehr viele neue Menschen kennen, das erweitert sehr den Horizont. Bedenken wir, dass die Menschen, mit denen wir dauernd zu tun haben, unseren Entwicklungsweg am meisten prägen. Möchte ich mit jemandem zusammen sein, der mich bremst, meckert, kritisiert, unzufrieden und jammernd ist? Sicher nicht. Deshalb muss ich zuerst dafür sorgen, nicht so für andere zu sein. Klar meckere ich. Klar jammere ich auch. Aber das ist zeitlich durchaus überschaubar, weil wenig zielführend. Früher oder später fällt mir dann auf, dass eine klare und bedachte Analyse der Situation und der wahren Auslöser meines Missmuts sinniger sind, denn nach wie vor gilt: wir regen uns niemals über das auf, worüber wir uns gerade aufregen. Stimmt nicht? Stimmt wohl. Meistens sind wir über uns selbst sauer, weil uns jemand in die Lage bringt, dass wir uns hilflos, unfähig oder sonst wie vorkommen und wir ärgern uns, dass wir uns darüber ärgern.

Richten wir unseren Fokus also wie den Taschenlampenstrahl der Sonne auf den Weg, den wir uns ausgesucht haben, den wir immer wieder prüfen und dessen Weggabelungen wir bewusst wählen, anstatt uns mit negativem Denken aufzuhalten. Damit ist nicht gemeint, wirklich schlimme Dinge mit rosa Spray und Glitzer zu übertünchen, sondern hinzuschauen, anzuerkennen, was ist und daraus seine Schlüsse zu ziehen.

Wer geht mit dir deine Wege, sei es von nah oder fern? Hast du gute Buddys, die dich stärken, stützen und denen du Stärke und Stütze bist? Falls nein – sei dir erstmal selbst ein guter Buddy und dann suche dir Menschen, mit denen du wachsen und gedeihen kannst.

 

Allen einen beweglichen Merkurtag! Für alle Müden ein bisschen Koffein zum Durchstarten.

Gottes Taschenlampe

Sieh doch den Wettersturm am Himmel,

Sieh doch die Wolken um die Höhn!

Ich aber sag: das geht vorüber,

Und auf den Abend wird es schön.

Cäsar Otto Hugo Fleischlen, 1864–1920

Steffi hat dieses bewegte Foto gemacht. Danke dir! Als Kind dachte ich bei so einem Anblick sehr beruhigt, dass Gott mit seiner Taschenlampe durch die Wolken schaut, ob alles bei den Menschen in Ordnung ist. Ich fand das sehr tröstlich. Bald kam die Erklärung: „So ein Quatsch! Die Sonne zieht Wasser.“ Na dann. Egal, ob Zahnfee, Osterhase, Christkind oder Gottes Taschenlampe – Erwachsene haben wirklich oft keine Augen für die Wirklichkeit. Siehe „Der kleine Prinz“. Sie sind halt „sonderbar“.

Meisterschaft erlangen

Pfingsten – für viele waren das drei freie Tage zum Abschalten, manch einer hat seinen Koffer gepackt und ist nach Monaten des Wartens in Ferien gefahren. Wir haben uns in ein Abenteuer der speziellen Art begeben. Wir sind in der „grünen Hölle“ gewesen, so nennen wir den Garten seit einigen Jahren. Der Grund ist einfach: durch das ganze Drumherum, was gerade bei uns los ist, kommen wir nicht mehr regelmäßig in den Garten. Da ich mit den Jahren zum Allergiker mutiert bin, geht Garten zu normalen Zeiten gar nicht. Die einzige Möglichkeit ist normalerweise direkt zur Dämmerung, ehe der Tag anbricht, oder aber es ist sehr bewölkt, kalt und regnerisch. Dann beißen weder Grasmilben noch Kriebelfliegen, beides haben wir hier leider.Es war gut am Samstag und am Sonntag, da haben wir jetzt fast Halbzeit, was nix heißt, denn kaum ist man an einer Seite fertig, steht der Weg-damit-Spaß am Anfang wieder so wie zuvor.

Ansonsten gab es Übgruppentreffen, neuer Lerninput und Austausch mit Menschen, die ähnlich unterwegs sind wie ich.

Verlesen habe ich mich zudem. Das passiert, wenn ein Buch wirklich total spannend ist und das war es – Ausdauer zählt wesentlich mehr als Talent ist die Quintessenz gleich zweier Bücher zum Thema mit viel Forschung dazu. Das beobachte ich schon seit meiner Schulzeit. Die Überflieger waren es im Leben nicht immer. Im Gegenteil, sie sind oft übel abgestürzt, wohingegen die Mittelschicht, die unauffällig durch den Schulbetrieb durchgelaufen ist und sich sehr bewusst war, dass sie weder durch exorbiante Ausnahmebegabungen noch superengagierte Familien auffallen, sich mit Fleiß bestens vorangebracht hat.

Ich habe beim Versuch, mit neun Riesengartensäcken auszukommen (ich habe einfach aufgehört, als sie voll waren, wie gesagt, nicht mal richtig Halbzeit), gut nachgedacht über solche Dinge, daraus ergibt sich viel: Wie fördert man Menschen mit einer besonderen Begabung so, dass sie sich nicht auf ihrem Talent ausruhen? Wie ermutigt man Menschen mit „normaler“ Begabung, dass sie dranbleiben und auf ihre Weise zur Meisterschaft kommen?

Letztlich bewundern wir alle Meister, egal, auf welchem Gebiet. Die Frage ist: Wie werde ich Meister? In welchem Bereich? Wie entwickle ich mich, damit das Meistertraining jeden Tag quasi automatisiert läuft, damit ich dranbleibe? Genau das sind die Themen, die derzeit in der Praxis stark auftauchen. Gerade in der Pandemie ist es nämlich superschwer vor allem für Kinder und Jugendliche, dranzubleiben an ihrem Schulpensum, nicht aufzugeben und jeden Tag auf der Übungsmatte aufzuschlagen. Gilt übrigens für uns Erwachsene exakt genauso! Um in irgendetwas Meisterschaft zu erlangen, muss man jeden Tag üben. Ob man Lust hat oder nicht, ist egal, einfach tun.

Was tust du, um in welchem Gebiet Meisterschaft zu erreichen? Was motiviert dich, jeden Tag anzutreten zum Üben? Welchen Tipp hast du für uns?

Allen einen kraftvollen und entscheidungsfreudigen Marstag.

 

Frankfurt, Römer, vor Corona.

Kastanienbaum, Kastanientraum

Der Kastanienbaum

 

Dort unter dem Kastanienbaum

War’s einst so wonnig mir,

Der ersten Liebe schönsten Traum

Verträumt ich dort mit ihr.

 

Dort unter dem Kastanienbaum

Ist’s jetzt so traurig mir.

Dort gab ich meinen Schmerzen Raum,

Seit Vanda schied von hier.

 

Und doch ist’s gar ein lieber Ort,

Erinnrung heiligt ihn.

Es ist kein Zweig, kein Blütchen dort,

Dem sie nicht Reiz verliehn.

 

Das Windesspiel in dunkler Krone,

Ihr melancholisch Rauschen

Gleicht ihrem bangen Abschieds-Tone

Und zwingt mich, ihm zu lauschen.

 

Die weiße Blume? War sie nicht

Selbst eine weiße Blüte?

Strahlt Unschuld nicht ihr Angesicht,

Nicht Reinheit, Seelengüte?

 

Mit zartem Purpurnetz durchstickt

Seh ich die Blume prangen

Und denke, wenigstens entzückt.

An ihre Rosenwangen.

 

Bald werd ich eine Frucht erschaun

Und sehe dann fürwahr.

Es war ja auch kastanienbraun,

Ihr schöngelocktes Haar.

 

Nur eines fehlt, des Auges Blau,

Des Liebchens größte Zier,

Das trägt der Baum mir nicht zur Schau,

Das zeigt er niemals mir.

 

Doch wenn der Frühling wiederkehrt.

Belebt die weite Au,

Da, hoff ich, ist der Baum bekehrt

Und blüht halb weiß, halb – blau.

 

Theodor Fontane, 1819–1898

 

 

2017 blühten in Frankfurt die Kastanien schön. Von der Aussichtsplattform eines Sightseeing-Wagens hat man einen guten Blick.

Du erntest, was du säst

Rumi trifft einen guten Punkt auch in unseren Leben – die Konsequenzen unseres Handelns haben wir selbst zu verantworten und man erntet, was man gesät hat. Säen wir Missgunst, Hass, Gier und anderes Negatives, kommt auch das uns als Antwort von außen entgegen. Manchmal säen wir liebevoll und freudig und bekommen dennoch eines auf die Mütze, auch das gibt es.

Kein Grund, garstig zu werden, sondern bei der Linie zu bleiben, die wir uns selbst als Wert und persönliche Ethik angelegt haben. Niemand muss dieser Linie folgen, sie ist unsere und deshalb nur für uns relevant. Oft erleben wir, dass Menschen jedoch erwarten, dass wir ihren Vorstellungen zu entsprechen haben. Gern kommt als Argument dann der Generaltotschläger: Ich habe es doch nur gut gemeint. Da kann man nur antworten: Stets bemüht (damit die Klischeekiste wieder mal leer ist).

Es macht oft Sinn, von der Zukunft oder anders formuliert von den Konsequenzen her zu denken. Das würde so manchen Ärger elegant ersparen, da wir viele Konsequenzen falschen Handelns oft erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten aufs Brot geschmiert bekommen. Und es ist hilfreich, immer wieder auf dem Schirm zu haben, dass unsere Werte, unsere Vorstellungen und Gedanken zu etwas, unserer Privatwirklichkeit entspringen. Dass uns jemand folgt, liegt nicht in unserer Hand und ist ehrlich gesagt nicht notwendig. Natürlich teilen viele Menschen bestimmte Werte, aber dadurch erhalten sie weder Allgemeingültigkeit noch sind sie Pflichtstandard. Ich darf etwas ablehnen, was ein anderer gut findet und umgekehrt.

Neulich sagte jemand zu mir: „Da musst du jetzt durch und dir das anhören.“ Ist das so? Ich denke nicht. Ich bin nicht verpflichtet, mir irgendwas anzuhören. Ich darf „nein“ sagen und meine Zeit anders einsetzen. Ich sage „Ja“, wenn mir der Mensch wichtig ist und ich spüre, dass ihm mein Lauschen am Herzen liegt. Dann höre ich hin. Aber ganz sicher nicht, weil ich irgendwas müsste. Ich muss wenig. Schlafen, Atmen, Wasser trinken, Sterben. That’s it.

Achten wir darauf, was wir säen. Ernten wir bewusst. Und überlegen uns bei jedem „muss“, ob es unseres ist und wir ihm folgen wollen oder ob es ein Versuch ist, im Sinne von jemand anderem etwas zu tun, was wir gar nicht wollen. Das kann Mut erfordern. Super! Aus ZuMUTungen entstehen Demut und Mut. Dann ernten wir auf alle Fälle Abenteuer. Wie willst du leben?

 

Allen freundliche Pfingsttage. Manch einer ist in diesen Tagen im ersten Urlaub seit langem. Für uns, die wir daheim die Stellung halten, heute mehr Meer. Danke an Anne für das Foto!

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