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Vielleicht bist du ein Radieschen

Mit des Tages Stimmen meinte Körner vermutlich das, was im Alltag von Außen auf einen zukommt. In der Praxis habe ich es mit dem Wunsch der Klienten zu tun, dass die Stimmen von Innen schweigen, die antreiben, kritisieren, bewerten und dauermaulen. Bei 60.000 Gedanken am Tag muss uns einfach klar sein, dass unser denkendes Gehirn seinen Job weitgehend perfektioniert hat (wäre neidlos anzuerkennen).

Wir haben auch ein beobachtendes Gehirn, das frei von Wertung schaut, was ist und das kommt zu kurz. Wir meinen, den Gedanken lauschen zu müssen, die im frohen Chor den lieben langen Tag wie die beiden Opis in der Muppets-Loge alles beurteilen und ablästern. Müssen wir das?

Angenommen, ich sage dir: Du bist ein Radieschen. Dann denkst du: Hä? Was? Oder du musst lachen, weil es doof ist. Auf jeden Fall sagst du dir nicht die nächsten 20 Jahre vor, dass du ein Radieschen seist. Sage ich aber: Du bist nicht liebenswert, bist dumm – dann nehmen wir das ernst und beziehen es auf uns selbst? Daraus kann ich eine Waffe schmieden, die wirkt wie bei Prometheus der Adler auf die Leber: Dauerangriff. Ich kann zur Erkenntnis gelangen: Ein Gedanke ist ein Wortspiel. Bilder. Sie sind nicht die Realität. Was ich draus mache, ist meine Entscheidung. Ich bin nicht mein Gedanke, ich bin nicht mein Gefühl, ich habe Gedanken und Gefühle und entscheide, wie ich damit umgehe. Krasser Übungsweg: Akzeptieren, dass es gerade ist, wie es ist. Dann überprüfen meiner Werte und die ersten machbaren Schritte wagen. Schwer, aber machbar. Test the best.

 

Am Samstag haben wir uns mit intensiver Schattenarbeit in der Therapie befasst und eine Technik kennen gelernt, die 10 Jahrhunderte alt ist. Am Sonntag ging es beim Abschluss der Empowermenttage um die Kraft der Stille. Wir haben uns damit beschäftigt, wie man sich innerlich in die Stille bringen kann und was das mit dem Quantenfeld zu tun hat. Sooo spannend, diese vielfältigen Aspekte meiner Arbeit.

Sehr berührend.

 

Abend wird’s, des Tages Stimmen schweigen. Ich gieße den Garten, werde von Kriebelfliegen gebissen und kratze die halbe Nacht beim verzweifelten Versuch zu schlafen, was bei Wärme wenig Erfolg bringt :-))) Mein (nicht immer hilfreiches Mantram): Es sind nur Gedanken … sind wir nicht alle übend?

 

Stephanie verschönt uns den Dienstag mit diesem tollen Seefoto. Für alle, die runterfahren, durchatmen und ein bisschen am See verweilen mögen. Danke dir!

Schlechter Schlaf und Stress

Schlafen war auch für Thomas von Aquin ein wichtiges Hilfsmittel gegen Schmerz und Traurigkeit. Wir wissen: Wenn ein Mensch wieder gut schläft, ist er besser drauf, kommt er im Alltag leichter klar und wird nicht so schnell aus der Bahn gebracht. Auch alles an körperlichen und seelischen Schmerzen lindert guter Schlaf.

Was machen wir heute? Wir schlafen oft grottenschlecht. Warum? Weil wir keinen natürlichen Rhythmen mehr folgen. Wir stehen zur Unzeit übermüdet auf, da wir abends zu spät ins Bett gehen. Mediennutzung nach 18 Uhr ohne Blaulichtbrille stört massiv jede Melatoninausschüttung und verhindert so effektiv den Schlaf und vor allem stört es unsere ersten Tiefschlafphasen vor Mitternacht erheblich. Die Lebensführung tut ihr Übriges – zu wenig körperliche Aktivität, zu viel Sitzen und zu viel Grübeln. Was nervt uns am Tag nicht alles, dauernd ist irgendwas, worüber wir uns aufregen. Wir sind auf Angst gepolt, was in der Geschichte der Menschheit ja hilfreich zum Überleben war, nun aber durchaus kontraproduktiv sein kann.

Innere Ruhe? Fehlanzeige. Nervosität und Fahrigkeit, fehlende Konzentration, mangelhafte Fokussierung und dauernde Ablenkbarkeit trifft es doch eher, oder? Und weshalb? Weil wir das so machen. Niemand zwingt uns, permanent auf Handys zu starren, ob uns irgendwer eine Nachricht geschickt, in China ein Sack Reis umgefallen oder irgendeine neue Katastrophe im Anmasch ist. Wir entscheiden, wie viel Input wir uns geben. „Lies lieber mal ein Buch“, hieß es früher lapidar, wenn wir anfragten, ob wir eine Kindersendung im Fernsehen anschauen dürfen. Fernsehen war die absolute Ausnahme und von Beginn der vielen Werbesendungen an auch nicht mehr spannend für uns. Wir lasen. Bis heute tun wir das. Es ist entschieden förderlicher für meine Phantasie, mir das Gelesene als Bilder im Kopf vorzustellen, als alles fertig ausgedacht serviert zu bekommen. Selbst lesen bedeutet, die Welt selbst zu erschaffen, die durch die Worte angeregt wird. Ich schlage auch noch gern in Bücher nach, was vermutlich keiner mehr macht, heute haben wir das größte Wissen im Netz. Das weiß ich durchaus zu schätzen, aber ich möchte manchmal Fakten, keine Meinungen.

Heute Abend und nächsten Montag werden bei unserem Kneippseminar in der Praxis die Themen Schlaf und Stress angeschaut. Wir werden erfahren, was Sebastian Kneipp, der eine profunde Menschenkenntnis besaß und mit einfachsten Mitteln Menschen einlud, sich selbst zu helfen, zu den Themen Stress und Schlaf mitgeteilt hat und wir werden uns kleine Anwendungen erarbeiten, damit man sich daheim selbst helfen kann. Kneipp ist pragmatisch, einfach und mit allem machbar, was man daheim hat. Da braucht es keinen Aufwand und von der Zeit her ist das ein Witz – selbst eine Ganzkörperwaschung darf bei Kneipp nur wenige Minuten in Anspruch nehmen nach dem Motto „Die Waschung ist am besten, die am kürzesten ist“. Gemeint ist damit nicht Flüchtigkeit, sondern Tempo durch Fokussierung und das ist ein gutes Erlebnis in unserer heutigen zerfledderten Welt, wo alles wie Quecksilberkügelchen in jede Richtung springen und sein Glück finden mag.

Das Seminar ist ausgebucht, aber wer sich für Kneippanwendungen interessiert, die bei Hitze gut helfen, kann gern am 12. und 19. Juli mitmachen beim Kneippseminar „Spitze gegen Hitze“ an der VHS Kitzingen. Bitte über die VHS anmelden, es gibt noch Plätze, wir treffen uns jeweils Dienstag 19.30 Uhr im Foyer der Alten Synagoge.

Allen einen guten, hoffentlich ausgeschlafenen Start in die neue Woche!

 

Sigrid hat eine der wunderschönsten Heilpflanzen auch für die Kleinsten fotografiert – die Ringelblume, deren Samen so zauberschön geringelt in der Hand liegen und die in vielen Gelb- und Orangetönen eine Zierde für jedes Gartenbeet ist. Danke für dein Bild!

Zähme mich, sagte der Fuchs

„Der Welten Schönheitsglanz“, schreibt Rudolf Steiner unter der Überschrift „Johannistimmung“ im anthroposophischen Seelenkalender. Seit Jahren begleitet uns der Seelenkalender, für jede Woche gibt es einen Spruch. Die ersten Jahre lasen wir den Spruch und nahmen den Inhalt zur Kenntnis. Irgendwann jedoch erkannten wir die wunderbare Choreographie dieser Sprüche, die sich spiegeln, ihren entsprechenden Seelenbruder haben und wie uns die Sprüche tatsächlich intensiv durch das Jahr begleiten. Es dauerte Jahre, bis uns diese Sprüche wirklich berührten und wir sie uns vertraut gemacht hatten. Ich glaube, da verstand ich auch erst so richtig die Geschichte im Kleinen Prinzen mit dem Fuchs, der sich wünschte, der Kleine Prinz möge ihn zähmen, ihn sich vertraut machen, damit man mit dem Herzen gut sehen kann, weil das Wesentliche für die Augen unsichtbar ist.

Egal, was geschieht – der Welten Schönheitsglanz ist immer wieder spürbar und gerade in diesen Tagen ist Weltenlicht und Weltenwärme mit Händen greifbar. Wir werden gut durchlichtet und gewärmt, können dadurch auch eine Form von Energie tanken und erleben in diesem Licht und dieser Wärme, wie vieles reift in diesen Tagen.

Allen ein wunderschönes lichtvolles und durchwärmendes Wochenende.

 

Sommer am See – Stephanies Foto nimmt euch mit in die Ruhe. Danke!

Der Welten Schönheitsglanz

Der Welten Schönheitsglanz
Er zwinget mich aus Seelentiefen
Des Eigenlebens Götterkräfte
Zum Weltenfluge zu entbinden;
Mich selber zu verlassen
Vertrauend nur mich suchend
In Weltenlicht und Weltenwärme.

Rudolf Steiner, 1861-1925

Stephanie hat den Schönheitsglanz der Welten diese Woche mit der Kamera für uns festgehalten. Herzlichen Dank für dein Bild!

Nix ist die Kehrseite von Alles

Das Nichts – davor haben so viele Menschen Angst. „Vor dem Nichts stehen“ ist der Ausdruck, wenn alles verloren scheint. Wir verstehen oft nicht, dass Nichts die Tür zu Allem ist. Beide sind zwei Seiten einer Medaille und wenn ich vollkommen das Nichts annehme, öffnet sich die Tür und wenn ich in der Fülle nicht mehr weiß, was ich noch wollen will, öffnet sich die Tür zum Nichts. Wir pendeln zwischen den Polen. Das ist unser Lernfeld.

Im Osten ist „Leere“ ein anderer Begriff als bei uns, vergleichbar mit dem Spiegel, der an sich nichts zeigt, nur wenn etwas davor steht, wird das gespiegelt. Das ist mit Leere gemeint. Nichts ist nicht nichts.

Wenn sich Kinder unglaublich langweilen (das gab es in Zeiten vor Handys durchaus), dann gehen sie durch eine Phase des Quengels nach Beschäftigtwerden und wenn das nicht erfolgt, beginnt das Gehirn, sich selbst eine Beschäftigung auszudenken. Nicht selten mit genialen Schöpfungen und Kreationen, die niemals entstanden wären in Hektik, Chaos und Bespaßung. Das Nichts lädt zum Gestalten ein, wenn wir ihm den Aspekt des Absturzes nehmen.

Die Lotusblume wird sehr verehrt ob ihrer Farben, ihrer Reinheit und doch ist sie mit ihren Wurzeln im dicken Schlamm. Sehr oft braucht es Schlamm, Morast, Krise, Langeweile, von uns als negativ Betrachtetes, um etwas Neues, Wunderschönes, Zauberhaftes hervorzubringen.

Frage nicht: Warum geschieht mir das? Frage: Zu welchem Menschen lässt mich das werden?

Dann ist die Krise, die Angst, die Not, die Sorge eine Einladung, über sich selbst hinauszuwachsen. Erst dann haben wir den Sinn solcher Erfahrungen verstanden und hadern nicht, sondern handeln. Akzeptieren, was ist. Sich auf seinen Lebensinn, seine Werte, seinen Daseinszweck fokussieren. Den ersten kleinen Schritt machen und dann den nächsten. Ohne Jammern, Klagen, Bewerten und Opfertum. Just do it.

Allen einen liebevollen Freitag.

 

Dieses Blütenfoto hat Steffen gemacht. Danke! Ist sie nicht ein Wunder? Wenn in jeder Blüte, jedem Baum, jedem Tier so viel Wunderbares steckt – wie kannst du glauben, in dir nicht?

 

Nichts gibt Sinn

Ton knetend formt man Gefäße. Doch erst ihr Hohlraum, das Nichts, ermöglicht die Füllung. […] Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn.

Laotse, vermutlich 6. Jahrhundert v. Chr.

Gebetsfähnchen, die sich im Wind auflösen und damit die aufgedruckten Gebete in den Himmel senden. Steffen hat das Foto gemacht. Danke!

Durchs Chaos steuern

Michelle Obamas Lebensgeschichte „Becoming Michelle Obama“ ist ein beeindruckendes Zeugnis von innerem Wachstum. Bildung ist für Michelle Obama ein ganz wesentlicher Faktor, um sich selbst als Persönlichkeit zu entfalten, zudem auch, um den eigenen Platz in der Welt zu finden. Widerstand von Außen erzeugt im Idealfall innere Stärke, Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit, denn der Widerstand fackelt alles an Unebenheiten ab, heraus kommt der Diamant, der mal Kohle vor dem Druck von Außen war. Der muss noch geschliffen werden, damit er funkelt, keine Frage, aber der wesentliche Prozess ist der von der Kohle zum Diamanten, vom Menschen in einem vielleicht sogar katastrophalen Umfeld zu einer Persönlichkeit.

Das ist der Weg, den jeder von uns in der Regel geht: Wir werden optimistisch und wunderbar geboren und dann beginnt das Chaos. Egal, ob das von Außen kommt durch Menschen oder die Lebensereignisse – wir erhalten viele Möglichkeiten zum Wachstum. Manche nutzen das, andere gehen ins Verzagen.

Was unterscheidet Menschen, die verzagen, von Menschen, die sich durchbeißen? Es ist der innere Antrieb, das tiefe Wissen, dass wir aus gutem Grund auf diesem Planeten sind, dass wir ein Recht auf unseren Platz in der Welt haben, dass wir einen Beitrag leisten wollen, damit die Welt ein besserer Ort wird als ohne uns. Dieser Antrieb hilft, jede Welle zu surfen, und wenn das schwierig ist, wird trainiert, geübt, die Muskeln ausgebildet – sprich. Fertigkeiten aller Art erworben und der Abenteuerspielplatz Leben angenommen als Bootcamp. Wer aufgibt, gibt keinen Platz in der Welt auf, der steht ihm von Geburt an zu. Er gibt sich selbst auf. Schade um einen Stern, der sich entschieden hat, die Nacht nicht zu erleuchten.

Ausdauer, Durchhaltevermögen, Dranbleiben, Scheitern, Wunden lecken und mit Mühe wieder hochkommen – das Leben ist Rocky 1 bis 7, individuelle Ausgabe.

All Leben will Widerstand … dass es sich dran übe, heißt es bei Morgenstern, der das wunderbar in Worte gefasst hat. Wir wachsen am Widerstand. Ist das nicht ungeheuer hoffnungsvoll? Nicht dass wir dauernd über Hindernisse stolpern wollen, aber wenn sie da sind – nutzen wir sie. Bilden wir unsere Seelenmuckis aus. Lernen wir uns in die Tiefe unseres Wesens hinein kennen und folgen wir dem Stern unseres Lebens.

Wenn du wissen willst, wie man das macht – www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Wir starten am 25. September und freuen uns, mit dir gemeinsam zu gehen.

 

Allen einen kraftvollen Jupitertag. Ein Tag weiser Entscheidungen. Wozu magst du dich heute entscheiden? Pro Bildung und Persönlichkeitsentfaltung? Pro Widerstand? Oder gar aufgeben? Bist du ein Brief?

 

Nachtkerzen blühen nachts und die Samen schenken kostbarstes Öl für uns. Zauberschön.

Was wärst du …

WAS wärst du, Wind,
wenn du nicht Bäume hättest
zu durchbrausen;
was wärst du, Geist,
wenn du nicht Leiber hättest,
drin zu hausen!
All Leben will Widerstand.
All Licht will Trübe.
All Wehen will Stamm und Wand,
dass es sich dran übe.

Christian Morgenstern

Frauenmantel – ein altbewährtes Frauenheilkraut.

Ein schöner Abend

Gestern Abend war es wieder besonders in der Alten Synagoge in Kitzingen. Ich liebe diesen Ort, für mich ist das mein „großes Wohnzimmer“, denn dort kommen wir immer mit Freude im Herzen zusammen und es bildet sich ein feines Energiefeld, wenn ich im Rahmen der VHS dort Vorträge halten darf.

Das Thema gestern war Biografiearbeit. Viele Menschen schwingen im Rhythmus von sieben Jahren. Solon hat 460 vor Christus geschildert, wie sich das Menschenleben in diesem Rhythmus verwandelt. So hat jedes Jahrsiebt seine Herausforderungen und Aufgaben. Wir haben gestern auch über die Mondknoten gesprochen, Konstellationen am Himmel, die uns ermöglichen, auf unseren „Auftrag“ zugreifen zu können, wenn wir den roten Faden im Leben verloren haben. Ist das nicht großartig?

Im Sommer ist es in der Synagoge immer besonders, weil am Abend die Sonne dann tief von einer Seite hereinscheint. Wir haben auch schon wunderbare Mondmomente dort gehabt und atemberaubende Wolkenformationen vor den Fenstern. All das schafft eine besondere Stimmung.

Spaßig seit Corona – alle sitzen weit voneinander entfernt. Und doch wachsen wir im Lauf des Abends innerlich zusammen und bilden eine Gemeinschaft des Herzens, die aufeinander lauscht und miteinander schwingt.

Ein feines Kneippseminar wartet in Kitzingen noch vor der Sommerpause, am 12. und 17. Juli geht es um einfache Kneippanwendungen, um gut durch den Sommer zu kommen, dafür bitte bei der VHS direkt anmelden. Für den Herbst haben wir wieder superschöne Themen für Vorträge und Seminare überlegt, in den Ferien kommt dann das neue Heft und ihr könnt euch vorfreuen. Ich kann das jetzt schon 🙂

Begegnungen mit Menschen – Schicksalsströme treffen da aufeinander. Jeder Mensch im Raum hat seine Geschichte, seine Aufgabe, seine Sorgen und Nöte. Und jeder schreibt seine Lebensgeschichte, seine Biografie, in den Teppich des Lebens mit seinem eigenen farbigen Faden. Jeder Faden bringt neue Aspekte in diesen Teppich. Gemeinsam gestalten wir die Welt. Wir dürfen von den Lebensgeschichten anderer Menschen lernen, staunen, durch was sie sich durchgebissen haben, wie sie scheiterten und wie ein Phönix aus der Asche wieder aufgestanden sind. Das kann uns doch ermutigen, wenn uns so vieles misslingt – das ist normal. Leben ist einfach Scheitern und Weitermachen, im Idealfall mit Lernen aus den Irrtümern. Nur so wachsen wir. Nur so erreichen wir innere Ruhe, Klarheit und Stärke.

Allen einen wunderbaren Wochenteilungstag heute.

 

Stephanie hat diesen Sonnenaufgang fotografiert. Gestern Abend war der Himmel glutrot, als ich um 22 Uhr heimfuhr – Sonnenuntergang. So viele Stunden am Tag begleitet uns gerade die Sonne mit erstaunlichen Farbspielen morgens und abends. Danke für dein Foto!

Über den Wassern

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser:

Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es,

Und wieder nieder zur Erde muss es,

Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen, steilen Felswand

Der reine Strahl, dann stäubt er lieblich

In Wolkenwellen zum glatten Fels,

Und leicht empfangen wallt er verschleiernd

Leisrauschend zur Tiefe nieder.

 Ragen Klippen dem Sturz entgegen,

Schäumt er unmutig stufenweise

Zum Abgrund.

 Im flachen Bette schleicht er das Wiesental hin,

Und in dem glatten See weiden ihr Antlitz

Alle Gestirne.

 Wind ist der Welle lieblicher Buhler;

Wind mischt vom Grund aus schäumende Wogen.

 Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser!

Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!

Johann Wolfgang von Goethe

Manuela hat dieses Wasserfoto gemacht. Herzensdank!

Mit Bedacht

Andächtig, Andacht – Worte, die früher im Wortschatz präsenter waren. Da gab es noch Maiandachten und andere mehr in der Kirche (gibt es immer noch), das Wort fand sich häufiger in Büchern, wo jemand andächtig lauschte oder etwas anderes andächtig tat. Das moderne Wort Achtsamkeit ist an die Stelle der Andacht getreten. In der Achtsamkeit steckt weniger kirchlicher Beigeschmack, vermute ich.

Jeder Begriff hat seinen Platz und ich mag das Wort andächtig, denn für mich schwingt da auch immer das ebenfalls vergessene bedächtig mit. Bedächtig wurden in meiner Kindheit Menschen genannt, die ihre Sache mit Sorgfalt taten, die Schritt für Schritt wie Beppo Straßenkehrer voranschritten, die erst dachten und dann handelten, deren Tun geprägt war von Aufmerksamkeit und Können. Etwas mit Bedacht tun, bedeutet, wohl zu wissen, was man tut und jede Bewegung so ausführen, dass keine Fragen offen bleiben. Das ist kein Suchen im Handeln, es ist ein Finden.

Um bedächtig und andächtig sein zu können, brauche ich etwas ebenfalls Kostbares und heute hochgradig Seltenes: innere Ruhe. Unsere Ablenkungstaktik, die wir modernes aufgeschlossenes Leben nennen, was nichts anderes ist als eine perfekte Vorgehensweise, um immer mehr zu verdummen, in die Mittelmäßigkeit zu verfallen und in die falsche Richtung zu rennen, verhindert Ruhe, Sorgfalt, Bedächtigkeit und nimmt auch den Boden für Andacht.

Da geht es nicht um die Frage einer bestimmten Religion, sondern einer inneren Haltung, die uns nähren kann. Gläubige Menschen – und es ist nicht wesentlich für mich, welchem Glauben ein Mensch folgt, das hängt vor allem davon ab, in welchem Umfeld er aufgewachsen ist – sind mehr in sich ruhend. Sie sind nicht so flattrig unterwegs, weil sie sich in einem Boden eingewurzelt fühlen, der von einer großen Kraft getragen wird und weil sie wissen, dass der Himmel, der sich über ihnen wölbt, Schutz bietet auf eine Weise, die mit den äußeren Gegebenheiten wenig zu tun hat.

 

Herzliche Einladung vor allem am tatkräftigen Marstag der Woche: Wie wäre es heute mit ein wenig Andacht und Bedächtigkeit? Tue, was du tust. Bewusst, in Ruhe, mit Handgriffen, die sitzen. Das gibt Sicherheit auf allen Ebenen, wo sonst wenig sicher ist.

 

Dieser herrliche griechische Bergtee wächst leider so nicht in meinem Garten (auch wenn ich einige Pflanzen habe), sondern den habe ich in Oy Mittelberg bei Primavera entdeckt. Ein hoffentlich nicht mehr lange geheimer Geheimtipp zur Stärkung des Immunsystems und zur Pflege der Nerven, hochfein auch an heißen Tagen.

Andacht

Mit Andacht lies, und dich wird jedes Buch erbauen;

Mit Andacht schau, und du wirst lauter Wunder schauen;

Mit Andacht sprich nur, und man hört dir zu andächtig;

Mit Andacht bist du stark, und ohn‘ Andacht ohnmächtig.

Friedrich Rückert, 1788–1866

Wenn man durch so eine Waldkathedrale läuft, kann das durchaus ein Gefühl von Andacht auslösen. Danke an Stephanie für dieses wunderbare Sommerwaldfoto!

Aufstellungsarbeit ist Friedensarbeit

Was für ein Wochenende. Wir hatten Aufstellungen zu sehr krassen Themen, bei denen ganze Familien im Chaos sind. Das Team hat echte Meisterleistungen vollbracht und wir können nur hoffen, dass das, was erarbeitet worden ist, gut wirkt und die Menschen sehr unterstützen kann. Aufstellungen sind Erkenntnis- und Friedensarbeit, sie zeigen die diversen Blickwinkel auf und ermöglichen so ein sehr tiefes Verständnis der Dinge und ihrer Geschichte. Hinter jedem Leben steckt ein wahres Panorama an Geschichten, Verflechtungen und Geheimnissen, manche davon sind wunderbar und gut, andere nicht. Es ist, wie es ist und unsere Arbeit besteht darin, Menschen zu helfen, Erkenntnisse zu erlangen, doch den Fokus dann auf die nächsten machbaren Schritte zu legen. Die nächsten Aufstellungsmöglichkeiten dieses Jahr sind: 18. September, 23. Oktober und 11. Dezember, wir nehmen schon Anmeldungen entgegen, gern melden.

Die Woche wird spannend, es werden wunderbare Menschen meinen Weg kreuzen, worauf ich mich sehr freue.

Am Dienstag um 19.30 Uhr werde ich in der Alten Synagoge in Kitzingen im Rahmen der VHS den Vortrag zur Biografiearbeit halten. Was sind die Themen in den einzelnen Jahrsiebten? Mit welchen Herausforderungen werden wir im Lauf unseres Lebens alle konfrontiert und wie können wir sie gut bewältigen? Wenn wir wissen, welche Themen wann bedeutsam sind, verstehen wir leichter, „warum“ jetzt gerade dieses Thema kommt.

Nächstes Wochenende sind zwei spannende Kurstage, am Samstag werden die angehenden Cardea-Therapeuten das gewaltige Thema Schattenarbeit angehen und am Sonntag freue ich mich bereits jetzt schon unglaublich auf den letzten Kurstag der Empowermentdays mit dem Thema „Stille“. Wir haben die Empowermentdays für euch inzwischen ebenfalls eingefilmt und vermutlich Ende Juli steht euch dieser feine exklusive Kurs mit fünf Einheiten dann zur Verfügung, wir geben dann Bescheid.

Wer erkannt hat, wie wesentlich es für die seelische Stabilität ist, sich gut ins Leben zu stellen, mag vielleicht mal schauen, was das Nautilusprojekt bietet – DER Kurs für allen ab 25. September, für den wir seit Jahren arbeiten und forschen: www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Allen eine tolle Woche. Wir starten in die Woche mit einem wunderschönen kleinen Naturbild von Andrea. Danke dir dafür!

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