Monthly Archives: Februar 2021

Wer inspiriert dich?

Manche Wochenenden sind klasse. Nachdem sich die angehenden Heilpraktiker am Freitag prima durch Medikamente gekämpft haben, ging es am Samstag um die Themen „Labyrinth als Symbol des Lebenswegs“ und „Temperamente“ bei den angehenden Cardea-Therapeuten und bei den Rogerskursteilnehmern um die Frage: Was inspiriert mich? Wer bin ich? Wie kommuniziere ich mit mir und mit meinem Gesprächspartner auf gute Weise? Inzwischen sind wir fit im Üben im Dreiergruppenraum online. Nach einem Jahr Erfahrung wissen wir, was wo wie funktioniert und was angepasst werden muss an diese Form der Lehrstoffvermittlung. Danke allen, die so super mitgearbeitet haben!

Was inspiriert mich – die Frage finde ich so wesentlich. Die Welt ist voller Inspirationsquellen. Das können Menschen sein, Organisationen, ich erlebe viel Anregung durch Pflanzenbeobachtung und Natur generell. Mich fasziniert das Wissen unserer Altvorderen um die Signaturenlehre – sie konnten an Pflanzen ablesen, wofür sie geeignet waren. Farbe, Form, Wachstum, Blattform – all das wussten die Menschen früherer Zeiten und konnten dieses Wissen bestens verwenden. Menschen, die so sehen gelernt, diese Achtsamkeit kultiviert haben, wären vermutlich entsetzt über unser modernes Nichtwissen.

An Kurswochenenden wie diesem versuche ich, in den Teilnehmern eine Neugierde zu entflammen – auf sich selbst, die Welt, ihren Platz darin, ihre Wünsche, ihr Ikigai, also das, was sie antreibt, morgens aufzustehen. Ich lade ein, sich kennen zu lernen, zu erfahren, zu hinterfragen. Wach zu sein und zu werden. Wahrnehmung zu erleben statt glotzen. Lauschen lernen, anstatt sofort auf etwas zu reagieren. Es sind eher Innerungen als Äußerungen, die wir üben. Es geht mehr um Ent- als Verwicklung.

Der Buddha zugeschriebene Satz „Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust“ könnte eine wunderbare Richtschnur sein für unser Alltagshandeln. Was ist dein Schritt heute, deine „Tat“, deine Handlung, die du für deine Zukunft tun wirst? Welche eine Sache bist du bereit, heute für dich zu tun auf deinem eigenen Entwicklungsweg? Was ist heute dein Geschenk an die Welt?

Ich habe ein wunderbares Geschenk bekommen! Eine Dame schickte mir eine Mail mit einem Foto von einem selbstgemalten Aquarell, einer zauberhaften Tulpe. Mit dem Hinweis, das habe sie zum Trost gemalt für mich, weil meine Vorträge in der Alten Synagoge Kitzingen noch ausfallen. Das sind so Momente, da bin ich echt gerührt. DANKE. Wie schön. Ich vermisse euch alle auch!

Allen einen wunderbaren Wochenstart in die erste Märzwoche. Ist das nicht aufregend? Lebst du deine Zeit oder überlebst du?

 

Danke an Manuela für das wunderbare Foto, das uns die grazile Schönheit der Pflanze wirklich gut vors Auge stellt.

Was tust DU?

Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.

Buddha

Entwicklung der erfreulichen Art – die Geburt von Blättern ist atemberaubend. Ursula hat genau hingesehen. Danke für deinen Blick!

Willst du dich ver- oder entwickeln?

Was für eine letzte Februarwoche! Sehr chaotisch in manchen Dingen. Wer darf jetzt wieder öffnen und wer nicht? Die abgesagte Heilpraktikerprüfung ist rund 20 Tage vor dem Termin wieder angesagt worden und die, die sich jetzt auf Oktober eingestellt haben, müssen entscheiden: mach ich jetzt oder im Herbst? Die Kraft der Portaltage, Vollmond – da gilt: „Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz. Die Freuden, die unendlichen. Die Leiden, die unendlichen. Ganz.“

Manche Klienten haben in dieser Woche so krasse Meilensteine in der Therapie bewältigt, dass ich staunend und voller Dankbarkeit und tiefstem Respekt nach der Stunde nur denke „wow“. Was war das jetzt? Wie war das möglich? Wisst ihr was? Wunder sind absolut real. Jeden Tag geschehen sie.

Solche Zeiten, in denen viel Unruhe und Verwirrung herrschen, wirken auf mich eher wie vermutlich zu viel Kaffee auf andere Menschen – sie sind der Auslöser unzähliger kreativer Ideen und Projekte. Beim Einkaufen am Morgen fluchte ich innerlich über den Mangel an Schreibzeug, weil mir eine vermutlich sehr brauchbare Idee beim Anblick eines Bergs noch nicht einsortierter Grapefruits kam (nein, es wird kein Kurs über Früchte). Dann fiel mir ein, dass ich das ja auch aufs Handy quatschen kann.andy quatschen kann. Blöd, denn bis ich beim Milchregal ankam, waren es schon drei sehr brauchbare Ideen.

Resultat: eine vollgeschwätzte Box, die ich jetzt erstmal durchsortieren muss und nochmal einkaufen fahren, weil Frischkäse ebenso fehlt die die Batterien für meine Zwitscherbox. Das ist ein Bewegungsmelder mit Vogelzwitschern und jedes Jahr im Frühjahr löst dieses Geschenk eine spannende Kettenreaktion aus: Die Box steht im Bad am Fenster. Ich hoppel extra, damit sie angeht, immer wieder im Bewegungsmeldebereich herum, dann zwitschert es zwei Minuten. Ab 5.40 Uhr morgens sitzt jetzt wieder die Amsel auf Nachbars Dachfirst, wenige Meter von der Box entfernt, und antwortet auf die Amsel in der Box. Sie liefern sich seit zwei Jahren regelmäßig krasse Battles, die echte und die aufgenommene Amsel. Auch das kleine Vogelvolk gibt sich redlich Mühe, der vermeintlichen Konkurrenz zu sagen, dass alle Vogelhäuser schon belegt sind (sind sie, so ein Glück!). Da versteht man den Sinn von „Konkurrenz belebt das Geschäft“.

Hier ist jetzt erstmal Hausputz dran, bevor wir in ein hochspannendes Kurswochenende nochmal online (wer weiß, was kommt, wir sind bereit) starten mit den angehenden Heilpraktikern für Psychotherapie, den angehenden Cardeatherapeuten und den Rogers-Kursteilnehmern dann am Sonntag.

Also beste Möglichkeiten, das Gehirn frei galoppieren zu lassen. Beim Schrubben von Klos, Waschbecken, Regalen, Küchenschränken, Treppe und Fußböden kann man das Gehirn perfekt sortieren. Dann gehen die Ideen auf die Ruherampe und erst, wenn sie nach einiger Zeit immer noch so richtig Bock auf Loslegen machen, werden sie umgesetzt. Hach. Ich freu mich schon. Bis dahin hat mein Gehirn nämlich längst die Konzepte abgeschlossen und die Kurstage im Groben vor Augen.

Seid ihr bereit für Neues? Seid ihr bereit, das Leben auf eine wirklich, wirklich gute Basis zu stellen, die Nase in den Wind zu hängen und die Flügel auszubreiten, die vielleicht seit Jahren zusammengeknickt am Rücken runterschleifen? Merkt ihr, wie die Kraft der Natur auch euch versorgt? Die Bäume ziehen gut Wasser im Moment, man kann das hören, wenn man sich an einen Stamm lehnt und lauscht. Welche geistig stärkende Nahrung zieht ihr euch jetzt rein– oder entscheidet ihr euch für allgemeines Chaos, Angst und Apokalypse? Ich bin für ENTwicklung statt VERwicklung.

Zum Herz gewickelte Grüße, euch ein prachtvolles Wochenende der ErMUTigung. Startet mit uns durch – macht mit beim HPP, meldet euch zum Mittekurs an, wer ist bei FreiFrauFreu mit dabei und wer bewegt sich endlich aus dem Winterschlaf, um die inneren eigenen Baustellen aufzuräumen? Willkommen im Leben. Es ist DEIN Geschenk. Mach was draus.

 

Passend zur Zwischerbox hat Sandra dieses Bild gemacht, das so zauberhaft das erste Grün mit einem wunderbaren Sänger einfängt. Danke für die Freude!

Frühlings-Träume

Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.

Khalil Gibran, 1883–1931

Sandra hat diese zauberhaften Krokusse und ihren lebenswichtigen Besuch fotografiert. Dankeschön!

Einfach mal ein bisschen schneller machen

Zeit ist vielen Menschen sehr wichtig. Zeit ist Geld, sagen sie. Man muss Zeit sparen, damit man sie anderweitig nutzen kann. Vor allem muss man sie nutzen, die Zeit.

Mir tut die Zeit manchmal richtig Leid. Sie ist Geld, man muss sie sparen, nutzen oder sie wird (horribile est dictu!) gar vergeudet. Sie hat es nicht gut, die Zeit, bei uns Menschen. Dann gibt es die schönste Zeit, die wichtigste Zeit, die Zeit, in der was gehen muss. Wir messen sie auf Tausendstelsekunden, weil das darüber entscheidet, wer einen krassen Wettlauf gewonnen hat. Zeit ist eng mit Leistung verbunden, denn Leistung ist Arbeit pro Zeit. Das Fließband kann man schneller einstellen, dann wird mehr produziert.

Herrje! Ich habe noch nie gesehen, dass ein Tier auf die Uhr schaut. Es weiß von ganz allein, wann es Schlafenszeit ist, wann Mahlzeiten passen würden und wann man Junge bekommt. Wir müssen immer alles planen, weil Zeit ja so ein kostbares Gut ist. Was wir für Geld vernichtet haben in unserer Jugend, wir Unwissenden! So viel Langeweile, so viel vergeudete Zeit! Wenn wir das damals gewusst hätten, dass die uns hinterher dauernd fehlt, wir hätten sie sofort zur Verfügung gestellt.

Mir ist Zeit relativ wurscht. Ich komme nicht zu spät. In unserem Haus gehen alle Uhren anders und manche, die Batterien gefressen haben, erlaube ich, 5 vor 12 (und eine 5 NACH 12) anzuzeigen. Brauche ich eine Uhr, ist der erste Weg in den Laden, weil ich sie Jahre nicht verwendet habe und die Batterie leer ist. Hell = Tag, Dunkel = Nacht reicht im Grunde vollkommen aus. Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Insofern erlaube ich mir, den Dingen und von mir aus auch dem Rest der Welt, dass alles seine Zeit haben darf. Deshalb bin ich nicht langsam oder unbeschäftigt, gelangweilt oder mit einem dicken Plus auf dem Zeitkonto.

Ich bin skeptisch gegenüber moderner Zeitmessung und –nutzung. Ich glaube, Menschen funktionieren so nicht, ebenso wenig der Rest der Natur. Noch nie kam der Frühling nicht, weil er verschlafen hat.

Entspannt euch also mal und erlaubt euch, euch Zeit zu nehmen für die Dinge, die wichtig sind. Und nehmt euch Zeit! Sie ist in Fülle vorhanden. Denn wir sind nicht nur scharf aufs Zeitsparen, sondern auf anderen Ebenen krasse Zeitvernichter.

Allen einen freundlichen Venustag!

 

Die Bank lädt auch an noch kühlen Tagen zu einer kleinen Pause ein. Rebekka hat sie entdeckt. Danke!

 

Ach, ich bin so froh erwacht!

„Ach, ich bin so froh erwacht!“ Das kann sich von Eichendorff locker leisten, nachdem er heimlich, still und leise alles, was drückt, in der Mondnacht linder Welle loswurde. Allerdings – auch sein Glück. Er hat alles losgelassen und vielleicht ist gerade DAS der Grund, weshalb er so froh erwacht ist.

Wir tun uns seit einem Jahr schwer, froh zu erwachen. Selbstverständlich haben wir guten Grund, uns mit sorgengefurchter Stirn aus dem Bett zu hieven und ins Bad zu schlurfen. Dann ist unser Grund, morgens aufzustehen, kein Ikigai, also etwas, das uns im Leben antreibt als Vision, sondern die Tatsache, dass wir pinkeln müssen.

Mir persönlich ist das viel zu wenig. Ich sehe nicht ein, dem allgemeinen Klagechor des Landes misstrauend, warum ich nicht froh erwachen sollte. Ich habe nicht weniger und nicht mehr Sorgen und Nöte als alle anderen Menschen. Bei uns gehen genauso Dinge schief, sind gleich drei Familienmitglieder zu pflegen, machen wir uns Gedanken über Schule, Praxis und vieles andere mehr. Wir missverstehen uns, wir streiten, sind zickig und doof, checken nix und alles, so, wie bei jedem anderen auch. Wir fallen nicht automatisch auf die Brotunterseite, wenn wir scheitern.

Aber: Wir sind so gar nicht gewillt, uns den Tag versauen zu lassen von Weltuntergangsstimmungen, Endzeitgelaber und der Furchtschürung vor dem apokalptischen Reiter. Lassen wir ihn mal kommen, den Reiter. Vielleicht will er woanders hin und fragt nur nach dem Weg. Dann hätten wir uns umsonst gefürchtet!

Nach wie vor entscheiden wir selbst, ob wir froh erwachen wollen oder uns aus der Kiste quälen und uns wünschen, 18 Stunden älter zu sein, um wieder reinkriechen zu können. Wir wählen unsere Haltung dem Tag gegenüber: Okay! Tag! Du bist dran! Zeig mal, was du alles in deiner Wundertüte hast! Wie bei allen Wundertüten enthält auch unsere oft Krusch, den man nicht braucht. Oft entdecken wir krasse Wunder. Ein Lächeln! Ein großartiger Termin mit Menschen, die uns zutrauen, dass wir ihnen helfen können. Ein Telefonat, dass es einem lieben Menschen bessergeht. Ein Smiley auf dem Handy. Jemand bucht einen Kurs (Hurra! Kommt und macht mit!). Der Tee ist gut, wir haben warmes Wasser. So vieles ist ein unglaublich tolles Geschenk.

Was nutzt das Beklagen vergangener Tage? Sie sind vorbei. Wenn wir Klagen tradieren, tradieren wir Unglück. Das wuchert unsere Seele mit der Zeit so zu, dass kein Lichtstrahl der Hoffnung mehr durchdringt. Wer hat es zugelassen? Genau. Warum tust du dir das an? Nimm die Heckenschere und entferne das Unkraut auf deinem Gemüt! Du kannst dich den ganzen Tag ärgern. Es zwingt dich aber niemand dazu, oder? Du kannst allem misstrauen und als Lohn bestätigt sich deine Prophezeiung. Der Einzige, der das dann als „hab ichs doch gewusst“ zur Kenntnis nimmt, bist du.

Da draußen quetschen sich Krokusse durch das Dunkel, um auch für dich zu blühen. Da zeigen Schneeglöckchen, dass Hoffnung immer keimt! Da kannst du bei diesem Wetter den Frühling riechen!

Leg mal für einen Tag deine Lasten bewusst nieder. Erlaube dir für einen Tag, dich für die Freude zu entscheiden. Sage „Stopp!“, wenn du dich anklagst und niedermachst. Probiere aus, was geschieht, wenn du mit Freude und voller Dank dein Essen genießt, ein Glas Wasser trinken kannst und mal ausprobieren wirst, wie es ist, wenn sich deine Mundwinkel zu den Ohrläppchen hinbewegen. Es kostet gar nichts, freundlich zu dir und anderen zu sein. Singen ist nicht direkt tödlich, summen schon gar nicht (bestes Beruhigungsmittel aller Zeiten). Lachen sprengt wie Liebe Ketten, lest den Eisenheinrich der Gebrüder Grimm als Tagesschluss.

Vertraut endlich mal wieder dem Leben, ihr Lieben. Ein Donnerstag ist dazu perfekt, gilt Jupiter doch als weise und Bringer des Frohsinns. Ein froher Sinn ist eine Entscheidung. In DEINEM Kopf übrigens. Wofür entscheidest du dich heute? Opfer bleiben (die werden geschlachtet übrigens) oder einfach mal die Leichtigkeit, die Freude, die Sinnhaftigkeit und Lebendigkeit wählen? Schau, was passiert.

 

Steffis Foto schenkt dir hoffentlich Freude und die Hoffnung des frisch keimenden Grüns. Danke!

Stimmen gehen durch die Nacht …

Über die beglänzten Gipfel

Fernher kommt es wie ein Grüßen;

Flüsternd neigen sich die Wipfel,

Als ob sie sich wollten küssen.

Ist er doch so schön und milde!

Stimmen gehen durch die Nacht,

Singen heimlich von dem Bilde –

Ach, ich bin so froh erwacht!

Plaudert nicht so laut, ihr Quellen!

Wissen darf es nicht der Morgen!

In der Mondnacht linde Wellen

Senk‘ ich still mein Glück und Sorgen.

Joseph von Eichendorff, 1788 – 1857

Annemarie hat den Weg zum noch nebelverhangenen Gipfel im Bild festgehalten. Liebes Danke zu dir!

Was freut dich heute, was genießt du?

„Wer nicht genießt, wird ungenießbar“, sang Konstantin Wecker vor vielen Jahren. Genuss ist keine Frage von Masse, sondern von Klasse. Genießen kann man so ziemlich alles. Die meisten verbinden es mit Essen und da sind die Geschmäcker grundverschieden. Was für den einen Genuss ist, bedeutet für den anderen das nackte Grauen. Suum cuique, jedem das Seine dürfte das am besten treffen.

Genießen kann man ebenso den Blick in eine Landschaft. Ich wünsche mir jeden Tag, dass die Fotos zu den Beiträgen euch einen Moment des Genusses und der Freude schenken.

Stille gehört für mich ebenso in die Kategorie Genuss wie Musik. Ich freue mich, wenn Gemälde wieder in Museen und Ausstellungen angeschaut werden können, Konzertsäle und Kinos wieder öffnen und unser Kulturgenuss endlich wieder in Schwung kommt.

Viele genießen ein warmes Bad, ihre flauschige Decke und Spaziergänger derzeit den Anblick erster Frühjahrsblüher. Wir Menschen genießen die Gesellschaft anderer sehr, das wird hoffentlich bald wieder möglich sein.

Ich genieße es, zu lesen und zu lernen, ebenso meinen Morgen-, Mittags- und Abendtee. Es gibt einen Straßenabschnitt auf dem Weg zu meiner Herkunftsfamilie, auf den freue ich mich bei jeder Jahreszeit, denn dort hat man einen – je nach Wetterlage – unglaublichen Ausblick in die Weite. Das ist fast wie im Norden, wo das Land flach ist, das gibt es hier ja eher selten. Da ist eine Ebene, da kann man sich alle menschliche Verschandelung drauf wegdenken und sie hat eine zauberhafte Weite, darüber vielleicht den Sonnenuntergang, den Mond, die Sterne, da ist einfach nix außer Landschaft. Zwei kleine Kilometer lang wird man zum Staunenden über diesen wunderbaren Fleck (den alle anderen in der Regel total langweilig finden). Genuss finden wir, wenn wir uns darauf einlassen, in jeder Sekunde.

Was bedeutet für dich Genuss? Worauf freust du dich schon lange im Voraus auf etwas, was du dann ganz bewusst genießen kannst? Was hast du für heute als Freuerle für dich eingeplant, also etwas, das dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert und einen Moment der Auszeit aus dem Hamsterrad ist?

Allen einen wunderbar beweglichen Merkurtag!

 

Steffi fotografiert nicht. Sie malt Bilder mit der Kamera. Danke für dieses Werk!

Genieße!

Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.

Samuel Butler, 1835–1902

Genuss verspricht die Nudelauswahl, die Theresa gemacht, fotografiert und aufgegessen hat :-)))

Lernen ist Entwicklung

Was bedeutet Lernen für dich? Lernst du gern Neues oder ergänzt, was du schon weißt, kannst du dich in deinem Beruf ausreichend fortbilden oder gilt „einmal gelernt, passt immer, weil: das haben wir immer schon so gemacht?“ Wie hältst du es mit deiner Persönlichkeitsentwicklung? Motto: „Passt schon, wem ich nicht passe, der hat halt ein Problem“ oder bist du neugierig darauf, was in deinem Überraschungspaket noch alles enthalten ist?

Das Leben zwingt uns immer wieder in oft schmerzhafte Lernprozesse durch Beziehungskrisen, Krankheiten, berufliche Katastrophen und vieles mehr, da müssen wir notgedrungen die Komfortzone verlassen und bereit „zum Abschied sein und Neubeginne“, wie es Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ schön beschreibt.

Wenn wir im Altvertrauten bleiben, werden wir oft stur, bequem und wenig flexibel. Seit einem Jahr werden wir gesamtgesellschaftlich zu Veränderungen gezwungen. Neue Kreativität entsteht, Altes wird versucht durchzutragen. Manches wird auf der Strecke bleiben, weil die Kräfte nicht ausreichen, lange Zeiten des Stillstands auszuhalten. Wenn der Lockdown aufgehoben wird, ist die Welt nicht mehr die von Anfang Dezember.

Jugendliche schwimmen ohne Ende in diesen Wochen. Ihr soziales Umfeld, in dieser Phase des Lebens das Wichtigste, ist begrenzt. Ihr Blick auf die Zukunft in Bezug auf Lehrstelle finden, ein Onlinestudium beginnen ist trübe, denn was ist das Unileben ohne Studentenfreude? Was soll ich bei einer Lehre, wenn der Arbeitgeber Kurzarbeit hat und der Azubi nicht sicher ist, ob eine Firma weitere Lockdowns überstehen wird und der Ausbildungsplatz ebenfalls obsolet wird? Erstklässler haben ihre Klassenkameraden bislang kaum in echt gesehen und Freunde finden können. Eingliederung im Kindergarten ist schwierig, wenn ein weinendes Einjähriges nicht auf dem Arm gehalten und liebevoll getröstet werden kann. Angestellte beklagen, dass der Plausch an der Kaffeemaschine entfällt und sich alle zwar per Mail austauschen, es jedoch anders ist als sonst.

Lernen ist in dieser Zeit vor allem Persönlichkeitsentwicklung. Wir dürfen lernen, Mut und Ausdauer zu entwickeln. Optimismus und Hoffnung kann man trainieren. Kreativität ist Überlebensnotwendigkeit. Erfahren wir die Technik als Krücke, die jetzt hilfreich sein kann und die nicht seelenlos bleiben muss, wenn wir zur Onlinevariante das Herztelefon von Mensch zu Mensch mit dazu schalten.

Wenn wir im Außen wenig Bewegung haben, dürfen wir lernen, mehr innere Beweglichkeit zu entwickeln und die fehlenden Umarmungen durch unser Mitgefühl, Anteilnahme und Freundlichkeit versuchen auszugleichen.

Was lernst du gerade neu oder greifst Entwicklungspfade wieder auf, die lange verschüttet waren?

Allen einen tatkräftigen Marstag!

Fleißig fortgebildet hat sich Steffi, die ihren Spitzer unter die Lupe genommen hat. Danke für dein Foto!

Knospen keimen

Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch Früchte reifen und neue Knospen keimen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749–183

Ursula hat genau hingeschaut. Vielen Dank für dein Foto!

Wohlan denn Herz, nimm Abschied …

Was für ein Wochenende. Mein letztes als Dozentin an der Akademie Vaihingen, wo ich von 2009 an mit Unterbrechung die angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie in ihren Ausbildungen begleiten durfte. Ein guter Schluss ziert alles. Es war eine wunderbare Gruppe von Menschen, die diesen Kurs mit mir durchgegangen sind und ihn jetzt erstmal kurstechnisch abgeschlossen haben. Bald werden sie ihre Prüfungen an den Gesundheitsämtern ablegen und alles, was sie gelernt haben, in ihrem (neuen) beruflichen Alltag umsetzen. Großartig.

Wenn ein Weg zu Ende geht, ist es eine Mischung aus Dankbarkeit, Wehmut und Freude, denn der Raum, den das Alte eingenommen hat, wird für Neues frei. Hier an unserer Schule im SeelengArten & LebensRaum warten viele Projekte auf mich, wunderbar. Seit einer Woche ist unser Ausbildungsgang als Video-Kurs online erhältlich (https://elopage.com/s/SeelenGarten-Krokauer) und es freut uns sehr, dass der Kurs angenommen wird! Danke! Wir begleiten euch sorgsam und umfassend auf dem Weg durch diese Ausbildung, Erfahrung darin haben wir genug. Und Begeisterung für diese Ausbildung erst recht-

Da man nicht auf zwei Hochzeiten zugleich tanzen kann, habe ich den Start in die Coachingausbildung mit dem ersten großen Kurswochenende verpasst. Spannend, heute Nacht die Reaktionen meiner Lerngruppe zu erleben und mitzubekommen, welche Welle die Kurseinheiten ausgelöst haben. Da kann ich mich jetzt erst richtig vorfreuen, wenn ich mir die Sachen entspannt anschaue.

Vieles beginnt in diesen Zeiten – nutzt die Möglichkeiten, die sich durch diese Konstellation, die wir seit einem Jahr haben, ergeben. Bildet euch fort, räumt eure Baustellen auf, klärt eure psychischen Probleme, damit alle gut aufgestellt die Zukunft in die Hand nehmen können. Wir schaffen gerade die Grundlagen dafür, dass unsere Welt wieder auf gute Wege kommt in allen Belangen: Wirtschaft, Soziales, Miteinander, einfach alles. Alles braucht einen Relaunch. Alle brauchen in diesen Tagen Ermutigung, Stärkung und Freude. Die Natur zeigt uns mit Sonne und den ersten Frühjahrsblühern nach dem Schnee, was sie kann – was magst du uns zeigen, was du kannst oder jetzt gerade neu erlernst, um bald ein Meister darin zu sein?

Ich bin dankbar für das Wochenende. Dankbar für alle Erfahrungen, die ich in den Jahren an der Akademie Vaihingen (alles Gute der Akademie!!) gemacht habe und dankbar für die Entwicklung, die ich seit 2009 erlebt habe und die mich heute begeistert und engagiert in neue Projekte, neue Ideen und Kurse führt. DAS ist Leben und für mich ein Wunder.

Starten wir alle gut miteinander in eine neue Woche. Lass es den Beginn einer großen Veränderung in deinem Leben werden. Wann, wenn nicht genau und gerade jetzt und hier?

 

Auf Wiedersehen, lieber Kursraum an der Akademie Vaihingen. Mögen viele Menschen dort viele wunderbare Kurse erleben!

Umkehr-Wunder

In jedem Moment ist die Ewigkeit enthalten. Das ist eines der Geheimnisse, die Hermes Trismegistos auf Smaragdtafeln geschrieben haben soll. Wie oben, so unten. Wie außen, so innen – das gehört zu den Gesetzen des Universums. Einer meiner Ausbilder hat einmal einen Satz gesagt, den ich erstaunlich fand und erst im Laufe der Jahre verstand: „An der Art, wie ein Mensch seine Schuhe bindet, kann man seine Art erkennen, wie er das Leben insgesamt angeht.“ Insofern ist das im Goetheschen Sinne – der Augenblick repräsentiert die Ewigkeit.

Das sollte schon Grund genug sein, den Dingen eine gewisse Achtsamkeit zukommen zu lassen unter dem Aspekt – was kann ich daran insgesamt erkennen? Wir würden vielleicht ein wenig anders leben, wenn uns bewusst wäre, dass wir unser Schicksal, unsere Art zu leben, zu denken, zu handeln, in jeder einzelnen Geste, jedem Gedanken, allem ausdrücken, nicht nur in der Gesamtschau über ein Menschenleben hinweg betrachtet. Wir würden den Momenten des Lebens viel mehr Beachtung schenken und sie sehr bewusst leben – was könnte dadurch verändert werden!

Aufgefallen ist mir das beim Lesen eines Fragebogens. Man kann daran vieles erkennen – hat jemand sorgsam die Fragen angeschaut und beantwortet? Sich Mühe gegeben mit schöner Schrift? Alles am Rechner ausgefüllt? Wie schreibt ein Mensch? So, dass ich es gut lesen kann oder sehr individuell? Dieser Fragebogen war besonders. Von links oben nach rechts unten drängten sich winzig kleine Buchstaben. Sie hatten große Mühe, nicht aus dem Blatt zu purzeln, so ein Gedränge war das. Sie waren sorgsam gemalt. Jeder Buchstabe ein kleines Kunstwerk, aber so viele Kunstwerke! Ein wahres Wimmelbild.

Ich hielt das Blatt in leichter Überforderung für einen Moment der Ruhe verkehrt herum. Das war großartig. Nun sahen all diese kleinen winzigen Buchstaben nicht wie nur mit der Lupe lesbar aus. Es trat ein zauberhaftes Muster aus kleinen Vogelfüßchen im Schnee hervor. Auf dem weißen Blatt lauter Vogelspuren, getanzt, mit einer ganz eigenen Choreographie versehen. Wie eine Blume entfaltete sich der Tanz auf dem Blatt. Als wäre in der Mitte ein geheimer unbekannter Ausgangs- und Quellpunkt, von dem aus alles, wie mit einer Zentrifugalkraft beschleunigt, an den Rand fliegt.

Wenn ich den Menschen treffen werde, der mir diesen Fragebogen ausgefüllt hat, wird an seinem Platz ein Origamikranich stehen, den ich vor fast 15 Jahren geschenkt bekam. Er hat hier geduldig gewartet, bis ein Mensch kommt, der auf ihn aufpassen wird. Ich bin sehr gespannt, was geschieht.

Ist es nicht erstaunlich, dass sich selbst in einem einzigen geschriebenen Buchstaben so vieles zeigt? Darum, so schreibt Rumi, achte gut auf diesen Tag.

 

Allen ein wunderbares Wochenende, das vorletzte für den Februar in diesem Jahr. Welche Wunder möchtest du heute entdecken? Was hat dich berührt, wundersam, unerwartet, still und mächtig, kraftvoll und in einem winzigen Augenblick gewahr werdend?

 

Danke an Theresa für das Foto. Der Baum hat sich noch ein wenig warme Socken angezogen.

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