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Wallung

Was war gestern los? Nicht nur, dass dauernd Sirenen, Martinshorn plus Rettungshubschrauber unterwegs waren – wir drei waren platt, als hätten wir den Stadtmarathon (viel Glück allen, die dieses Wochenende in Würzburg starten) zweifach gelaufen. Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein Gefühl, als wate man durch heißen Schlick.

Die letzten Wochen waren ein Ritt aus vielerlei Gründen, doch das erklärt nur teilweise unsere Erschöpfung. Wir stellten fest, dass wir damit nicht die Einzigen waren, jeder berichtete gestern von außergewöhnlicher Müdigkeit. Ich vermute, das hat mit dem Wetter zu tun. Seit den Polarlichtern fällt mir bei Klienten eine Zunahme an Gereiztheit und Müdigkeit auf – gestern kam das dann auch bei uns an, wir sind da relativ unempfindlich, was Wetter und Mondphasen betrifft.

Umso schöner, dass wir uns auf heute besonders freuen, den Seminartag-Startschuss im Nautilus-Projekt ins nächste große Thema: Integrale Arbeit nach Ken Wilber. Wir erarbeiten uns das integrale Denken und befassen uns die nächsten Wochen mit der Frage der Quadranten, was Holons sind, wie wir alle Bereiche stärken können und schauen das Modell der Inner Voices an, ehe der Abschnitt „Gelingende Kommunikation“ beginnt. Das sind spannende Aussichten.

 

Allen ein gutes Wochenende, mit vielen Möglichkeiten, Dinge zu tun, die Freude bereiten und viel Austausch mit lieben Menschen!

Lebendiger Wald

DAS ist reine Erholung – das Plätschern des Wassers entspannt die Nerven, die Grüntöne tun den Augen wohl und die Monoterpene in der Luft, die die Nadelbäume als Kommunikationsmittel nutzen, stärken das Immunsystem. Stephanie hat also beim Fotografieren jede Menge Bonuspunkte gesammelt. Dankeschön!

Heute mal persönlich

Was ist wirklich wichtig? In der Arbeit mit Menschen geht es jeden Tag um diese Frage. Wie erkennen wir, was „Unseres“ ist? Oft kommt die Frage: „Wie finde ich den Sinn meines Lebens?“ Sinn ist mit unseren Werten eng verbunden. Manchmal ist die pragmatische Antwort auf die Sinnfrage die: Der Sinn findet dich.

Ich habe nach dem Abitur bei einer Tageszeitung eine Ausbildung zur Redakteurin gemacht. Politik und Feuilleton fand ich großartig, also habe ich Politische Wissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte studiert. Am Ende des Studiums war das zweite Kind unterwegs und wir starteten unsere Selbstständigkeit mit dem Erfassen von Dissertationen und anderen Texten, die meisten hatten damals noch keinen Computer. Dann ging es mit Verlagslektorat weiter und der Betreuung von Autoren, was ich Jahrzehnte gemacht habe, während die Kinder groß wurden.

Durch den Kinderarzt lernte ich die Anthroposophie kennen und machte eine intensive Ausbildung in Waldorfpädagogik. Zwischendurch war ich im Leitungsteam eines Naturkaufhauses, das alles bot von Naturkosmetik über Waschmittel bis Bekleidung und baute eine Filiale in einer anderen Stadt erfolgreich auf. Dann begegnete mir die Biographiearbeit, die Ausbildung zum anthroposophischen Familien- und Sozialberater und ich setzte den Heilpraktiker für Psychotherapie drauf. Ich erkannte – dann muss man auch Therapie gründlich lernen, was ich mit Ideodynamisch-Systemischer Psychotherapie tat, dem folgten zahllose Fort- und Weiterbildungen bis heute.

Seit Jahren arbeite ich nun in der Therapie und im Coaching von Menschen, Teams (vor allem in Kindergärten, an Schulen unf mittelständischen Betrieben). Eine intensive Coachingausbildung schloss sich an. Seit 2009 unterrichte ich leidenschaftlich gern, erst an diversen Instituten, dann in meiner eigenen Schule bis heute. Seit März 2023 lebt nach dem Tod der Eltern mein schwerstbehinderter Bruder als Pflegefall bei uns.

Ich habe nie aufgehört zu lernen und zu studieren. Ich hoffe sehr, dass diese Begeisterung noch lange anhält. Immer fand sich die nächste Tür von allein. Rückblickend war es ein unglaublich spannender und vielfältiger Weg, weil ich alles bis heute mache: Schreiben, Verbundenheit mit Biowelt, Anthroposophie, Buddhismus, den ich im Studium kennenlernen durfte, Arbeit mit Menschen in vielerlei Lebenslagen und Bereichen.

Alles macht Sinn. Und überall durfte ich Erfahrungen sammeln, die in mein tägliches Tun einfließen. Wenn wir offen sind, wach und bereit, kommen die Aufgaben. Manche waren anfangs viel zu viel und schwer, doch habe ich die Erfahrung gemacht – es braucht den Mut, daran zu wachsen und manchmal auch den Mut zu sagen: Das ist nicht meins. Weg damit.

Das Leben ist eine großartige Sache. Spannend, oft genug meganervig, stressig und weiß der Geier was alles. Egal – es ist jeden Tag total lebendig. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wen ich in Zukunft begleiten darf.

 

Allen einen liebevollen Venustag.

 

Die Zeit ist jetzt

Viele Rhythmen im Jahr wie vor Jahrzehnten schwinden, alles ist Veränderung, Polarlichter in unseren Breiten sind beispielsweise für uns neu.

Sind wir bereit? Sind wir in der Lage, Liebgewonnenes zugunsten von neuen Wegen loszulassen? Erkennen wir, was zu tun ist? Können und wollen wir gemeinsam mit anderen an Lösungen arbeiten, oder geht es um das Zementieren eines Egoismus, der langfristig ruinös ist?

Wir können nicht mehr alles bedenken. Es braucht Teams aus unterschiedlichsten Feldern für die vielfältigen Themen, weil wir nur so auf Gedanken kommen, die wir selbst nicht haben aufgrund unserer normalen Begrenztheit. Mehr Menschen, mehr Ideen. Mehr Lauschen. Mehr Taten. Mehr das Gemeinsame erkennen. Wir sind Bewohner eines Planeten im Sinne von „nur Menschen“. Keiner ist besser oder schlechter, es geht darum, was wir miteinander tun können, um künftigen Generationen eigene Wege zu ermöglichen.

So viele Dinge geschehen derzeit, die großartige Wegweiser in die Zukunft sind, doch der Fokus liegt auf Angst und Negativem. Wollen wir ernstlich als die Generation in die Geschichte eingehen, die vor lauter Angst unkreativ die Augen verschlossen hat? Das war noch nie die beste Idee, egal in welchem Bereich. Face your fear. Gemeinsam schaffen wir so vieles. JETZT ist die Zeit, weil sie uns JETZT auffordert zum Handeln.

 

Gelb leuchten die Felder nun wie auf Sinas Foto. Danke dir!

Ehrfurcht

Bäume sind Kraftquellen. Ein Baum wie dieser, von Tanja auf  Teneriffa entdeckt, hätte eine Menge zu erzählen, wir stehen staunend und ehrfürchtig in Gegenwart eines solchen Wesens. Danke für das Foto!

Aufgeräumt

Wenn ein Mensch gut aufgestellt durchs Leben geht, sagen wir: „Das ist ein aufgeräumter Mensch“. Kein Chaos im Denken, im Sein. Heute sind viele Menschen eher im Messimodus – alles wird gesammelt, unsortiert, wir sind nicht in der Lage, Wichtiges vom Unwichtigen zu scheiden, uns mit Abstand etwas klar zu betrachten oder gar „Nein“ zu sagen zu Ablenkungen aller Art.

Viel Stress ist hausgemacht. Ich erlebe, dass die Menschen das nicht mehr im Elternhaus lernen, wie man sich sortiert, seine Gedanken prüft, sein Wissen erweitert, sich selbst gut aufstellen kann. Deshalb begleite ich inzwischen immer mehr Menschen nicht nur therapeutisch, sondern auch in Lebensführungsfragen. Wann hast du dich selbst das letzte Mal sortiert? Dein Auto ist häufiger beim TÜV als dein Geist? Herzliche Einladung zum Großreinemachen, ehe der Sommer deine Sinne ganz ins Außen zu ziehen vermag.

 

Allen einen freundlichen und friedlichen Wochenteilungstag heute.

 

Frauenmantel – nicht nur eine mächtige Heilpflanze, sondern auch zauberhaft in Sträußen und im Garten über Wochen.

Magische Pflanze

Eine der magischen Heilpflanzen – Holunder. Er öffnet seine sternförmigen Blüten schon, weit vor Johanni. Bei uns bleiben sie am Baum, denn wir warten auf die Beeren im Herbst.

Katharsis

3715 Meter hoch erhebt sich auf Teneriffa der Pico del Teide, Spaniens höchster Berg. Viele Geschichten und Sagen ranken sich um ihn. In jungen Jahren waren meine Eltern dort und schwärmten lebenslang von diesem Berg, sie brachten bestickte Tischdecken von Teneriffas Teide mit.

Berggipfel haben etwas Magisches, wie auch Gipfel im Leben etwas Magisches haben. Manchmal sind es auch Höhepunkte im Negativen. Wir haben in unserem Sprachgebrauch einen Begriff nicht mehr in Gebrauch, der in meiner Kindheit gängig war. Wenn jemand von uns so krank war, dass es auf Messers Schneide stand, sprach der Hausarzt von der „Katharsis“, die es nun zu überstehen galt. Als ich ihn fragte, was das sei, erklärte er es so: „Manchmal muss sich ein Mensch entscheiden, ob er gesund werden mag oder nicht. Das ist die Katharsis, wenn er vom lieben Gott gefragt wird: Willst du nach Hause kommen oder noch ein bisschen hierbleiben? Und weil das so eine schwere Frage ist, muss man da ganz ruhig bleiben im Außen und darf nur vorsichtig die Menschen im Auge haben und die Entscheidung so nehmen, wie sie ausfällt.“

Oft denke ich an dieses Wort Katharsis, wenn Menschen an schweren Entscheidungspunkten im Leben stehen. Werden sie das aushalten, weil sie noch nicht fertig sind mit dem Leben oder gehen sie zurück in die geistige Welt?

 

Allen einen guten Start in die kurze Woche!

 

Tanja hat dieses wunderschöne Teide-Foto von Teneriffa geschickt. Ich danke dir!

Mohn

Papaver – Mohnblüte. Wenn der Wind sanft über die Blüten streicht, sieht das für mich so aus: Papaver-Palaver.

Danke an Manuela für das tolle Bild!

Vorbereitungen treffen

Heute ist Küchentag, weil sich die Familie zu Pfingsten bei uns trifft. Also wird gebacken und gekocht. Klugerweise habe ich für den Sonntag erst zum Kaffee eingeladen, damit nur für den Kinderbesuch und uns selbst gekocht werden muss. Wir werden den ersten Rhabarberkuchen haben, logischerweise gibt es Erdbeerkuchen und Käsekuchen, dann ist für jeden was dabei. Die Tortenfraktion sind wir als ehemalige Caféhausbetreiber-Kinder nicht. Mir ist jeder schiefe handgemachte Kuchen tausendmal lieber als perfekte Torten, die hatten wir bis zum Abwinken.

An solchen Tagen denke ich oft, wie krass Festtage bei uns gelaufen sind. In der Gastronomie waren das die Horrortage des Jahres. Alle Gäste wollten feiern, wir sind gerannt wie gedopt, damit alle zufrieden sind. Feiertage gab es in der Familie nie, da stand man extra früh auf, weil viel vorzubereiten war, die Tage gingen bis Mitternacht, da fiel dann jeder todmüde ins Bett. Als Gastronomenkind wird man entweder selbst Gastronom oder flieht den Bereich weitmöglichst. Bis heute bin ich froh, dass ich den Widerstand gegen die Hotelfachschule, was der Wunsch des Vaters gewesen war, durchgehalten habe. Ich hätte das mit Sicherheit gut gemacht und den Betrieb weiterführen können, doch mein Herzblut hatte es nicht und dann kann eine Arbeit auch nicht gut werden.

Wie froh bin ich über das, was ich machen darf. Wie gut, dass wir heute nicht mehr unbedingt Betriebe weiterführen oder in Berufsfeldern bleiben müssen, die wir nicht wollen. Freiheit, das Leben in manchen Bereichen wählen zu können, ist ein unbezahlbares Gut.

 

Allen frohe Pfingsttage.

 

Die Tischdeko ergibt sich von selbst. Herrlich.

Weltenlicht

Mein Selbst, es drohet zu entfliehen,

Vom Weltenlichte mächtig angezogen.

Nun trete du mein Ahnen

In deine Rechte kräftig ein,

Ersetze mir des Denkens Macht,

Das in der Sinne Schein

Sich selbst verlieren will.

Der Wochenspruch für die neue Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Ihr seid die Besten

Danke! Es hat mich sehr berührt gestern, eure Rückmeldungen zum Tagespost zu lesen. Bisher schaut es gut aus, die Neuralgie hat sich beruhigt. Ich bin mit Schmerzmitteln üblicher Art (die helfen nichts bei solchen Schmerzen) durchgekommen und froh, den Sprung in die nächste Medikamentenkategorie nicht machen zu müssen. Der Gamechanger war eine Gabe von Chamomilla D 30. Auf der Suche nach Schmerzmitteln fiel mit das Glas in die Hand aus Zahnungszeiten der Kinder. Ich habe einfach ein paar Globuli genommen und mir nichts dabei gedacht. Erst als die schmerzberuhigtere Zeit länger war, begann ich das zu beobachten. Bei der erneuten Wurzelbehandlung diese Woche habe ich das sofort dazu genommen. Das ist deshalb spannend, weil sich genau vor einer Woche der Deutsche Ärztetag (117 zu 97 Stimmen übrigens) letzten Freitag dafür ausgesprochen hat, Homöopathie aus der Gebührenordnung für Ärzte zu streichen und letztlich auch den Verkauf homöopathischer Arzneimittel in Apotheken.

Damit wird ein alter Kampf zementiert – der zwischen Schul- und Alternativmedizin. Es braucht beides für mich. Die Fähigkeit der Schulmedizin in akuten Fällen, im OP-Bereich, in der Forschung und vielem mehr und die Erfahrungsmedizin wie TCM, traditionelle europäische Medizin wie Hildegardmedizin, Homöopathie, anthroposophische Medizin und vieles mehr. Beides ergänzt sich, macht Hand in Hand arbeiten Sinn. Es gibt keine „gute und böse Medizin“, nur Menschen, die verantwortungsbewusst und achtsam in dem einen oder dem anderen Bereich arbeiten. Miteinander, nicht gegeneinander.

 

Immortellen – unscheinbar und höchst effizient bei blauen Flecken als Hydrolat. Man muss nur wissen, was man wie nutzen kann. Machen wir uns einfach alle wieder fit in der Kenntnis unserer Heilpflanzen (die oft auch Nahrungsmittel sind!).

 

Der beste Arzt

Der beste Arzt ist die Natur, denn sie heilt nicht nur viele Leiden, sondern spricht auch nie schlecht von einem Kollegen.

 

Ferdinand Sauerbruch

 

Muskatellersalbei ist ein uraltes mächtiges Heilkraut und eine Lieblingsfutterquelle für die Biene des Jahres 2024, die schwarze Holzbiene.

Neuralgische Punkte

Es gibt Dinge, vor denen habe ich Respekt, um nicht zu sagen die Hosen voll. Vor über 30 Jahren quälte mich über Jahre eine Trigeminusneuralgie, das ist der Nerv im Gesicht, der mit drei Ästen Ober- und Unterkiefer sowie die Augenpartie betrifft. Die Schmerzen sind mit Verlaub beachtlich. Der Auslöser damals war die Behandlung von zu vielen Zähnen auf einmal. Wertschätzung für den damaligen Zahnarzt – seine Kronen halten unfassbar gut. Unter einer war jetzt eine Entzündung, die vor vier Wochen behandelt wurde. Drei Wurzelkanäle wurden versorgt, das Provisorium kam drauf. Nach einer Woche brach es, es wurde neu gemacht und schon auf dem Weg aus der Praxis begannen die Schmerzen. Binnen drei Tagen war das Neuralgiegeschehen voll aktiv, das (mit Mühe gelöschte) Schmerzgedächtnis entrollte sein Wissen von damals. Seit Sonntag lassen die Schmerzen so nach, dass es ohne Schmerzmittel geht. Während ich diese Zeilen schreibe, steigt die Nervosität. Die Wurzeln werden nochmal behandelt, dann wieder vier Wochen Provisorium und ich weiß nicht, wie der Nerv, der sich gerade beruhigt, auf den erneuten langen Mundauf-Auftritt reagiert. On verra, heißt es. Nachtrag: Alles gestern gut gelaufen. Nur das Provisorium muss nochmal runter. Es ist ein bisschen zu hoch. Hoffen wir weiter.

 

In Gedanken sitze ich an diesem von Stephanie fotografierten Ort und übe mich in Entspannung. Danke für das feine Foto! Bei meiner Zahnärztin schaue ich nachher auch auf einen See. Mit Fischen. Ich kenne sie bis zur letzten Schuppe. Schmerz macht durchaus wach.