Monat: März 2026

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  • Stille Post

     

    Stille Post – einer sagt dem anderen was, es macht im „Geheimen“ die Runde und am Ende kommt etwas ganz und gar anderes heraus. Jeder von uns hat als Kind vermutlich mal stille Post gespielt und selbst bei wenigen Menschen ist es erstaunlich, wie fix sich Worte verwandeln können. Stille Post ist etwas, das in vielen Unternehmen enormen Schaden anrichten kann. Der Flurfunk wird mit Tratsch gefüttert, der wird weitergetragen und verändert sich von Mal zu Mal, teilweise gravierend und mit erheblichen, meist negativen Folgen.

    Sokrates wird die Siebgeschichte zugeschrieben. Jemand möchte Sokrates etwas erzählen und er fragt, ob das zu Erzählende schon durch die drei Siebe gesiebt wurde. Sie lauten: „Ist es wahr? Ist es nützlich? Ist es gut?“

    Haben wir diese Siebe gut im Bewusstsein, bevor wir etwas weitertragen? Aus kleinen unbedachten Äußerungen entstehen oft Lawinen, die alles zerstören. Erinnern wir uns immer wieder selbst an den Wert des Guten, Wahren und Schönen, auch bei dem, was wir weitergeben. So, wie sich jeder wünscht, dass auch Aussagen über uns selbst durch die drei Siebe gesiebt werden mögen.

    Hab einen kraftvollen Marstag.

     

    Ob diese bunte Gruppe auch stille Post spielt? Ursula hat sie auf einer ihrer Wanderungen entdeckt. Dake für dein Bild!

  • Himmelsgeschichten

     

    Am Himmel erzählen die Wolken unermüdlich Geschichten von Wetter, Licht und Lebendigkeit. Gestern gab es Sonne im Wechsel mit Hagel, Wind und mächtigen Dunkel-Hell-Tänzen. Langweilig wird das Naturschauspiel niemals.

    Sigrid hat diese Wolken fotografiert.

  • Freies Wochenende

     

    Kursfreies Wochenende. Das bedeutet gänzlich unglamourös, Liegengebliebenes im Haushalt aufholen, die Karwoche vorzubereiten, Wäsche flicken, vorkochen. Monatsende signalisiert auch Rechnungen schreiben, Newsletter und Plakate mit der Monatsvorschau gestalten.

    Samstag ist für den Bruder stets aufregend, Nägelschneiden bleibt sein Angstmoment. Nachdem wir über zwei Jahre gebraucht haben, bis das überhaupt wieder machbar war, ist es jedes Mal ein Abenteuer. Dieses Mal haben wir uns auf ein Quatschlied geeinigt „es geht auch ohne Dramadrama“ auf seinen derzeitigen Lieblingssong „Wir haben oben gute Laune …“. Erstaunlicherweise haben wir noch nie so leicht diese Herausforderung gemeistert. Das bedeutet nicht, dass wir jetzt den finalen Song für alle Zeiten gefunden haben. Nächsten Samstag gilt: Lass dir was einfallen oder Drama pur.

    Die Woche ist viel los in der Praxis, darauf freue ich mich sehr. Meine Arbeit erfüllt mich immer mit tiefer Dankbarkeit und dem Staunen über das, was Menschen an Herausforderungen im Leben bewältigen.

    Allen eine Karwoche mit Momenten des Innehaltens.

     

    Eines meiner Lieblingsbilder von Stephanie zum Wochenstart für euch! Danke für das Foto!

  • Des Lebens Kraft

     

    Wenn aus den Seelentiefen

    Der Geist sich wendet zu dem Weltensein

    Und Schönheit quillt aus Raumesweiten

    Dann zieht aus Himmelsfernen

    Des Lebens Kraft in Menschenleiber

    Und einet, machtvoll wirkend

    Des Geistes Wesen mit dem Menschensein.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner

    Stephanie hat dieses Foto gemacht. Lieben Dank dafür!

  • Ohrwunder

     

    Manche Bücher sind wie ein Krimi. Man wird von der ersten Seite in den Bann gezogen und mag es nicht mehr aus der Hand legen. Das erstaunt bei dem Buch, um das es geht: „Der Finger und das Ohr: Vagusnerv-Stimulation ohne Gerät“ von Dr. Fritz #Hemmerich. Das klingt zunächst nach einem Buch aus der Reihe „Vagus der 1000.“, ist es jedoch nicht. Was mich so begeistert, ist die Schilderung der Innervierung des menschlichen Ohrs. Die atemberaubende Geschichte, wie aus Kiemenbögen in der Embryonalzeit der äußere Gehörgang und ein Teil der Ohrmuschel werden. Wie Friedrich Arnold 1831 entdeckte, dass manche Menschen husten müssen, wenn der Ohrenarzt ihr Ohr reinigt und wie das kommt (weil im Ohr ein winziger Vagusast verläuft). Wir reisen durch das Felsenbein und lesen, dass sich durch die Drosselloch-Öffnung drei Hirnnerven quetschen. Ich arbeite mich gerade durch den Nucleus tractus solitarii, der so endlos wichtig ist für uns und den im Grunde keiner kennt (er sortiert quasi den Posteingang dreier Hirnnerven).

    Warum finde ich das so spannend? Ganz einfach. Es gibt einen Punkt am Ohr, Cymba conchae, exklusiv vom Arnold-Nerv versorgt. Um diesen Punkt dreht sich das Buch, denn die Berührung des Punktes macht wach und beruhigt den Körper gleichzeitig. Ich möchte nicht nur wissen, dass Dinge wirken, sondern weshalb sie das tun. Fundiert und klar. Deshalb gehört das Lesen von Fachliteratur zu meinem Berufsalltag. Es wird vergnüglich, wenn es ein Werk von Fritz Hemmerich ist, denn bei aller wissenschaftlichen Klarheit verliert er nie den Bezug zum Praxisalltag und hat seit 2001 das Thema Salutogenese als Schwerpunkt seiner ärztlichen und therapeutischen Arbeit. Ein kleines und feines Werk. Allen ein entspanntes Wochenende mit großartiger Lektüre.

     

    Weiße Blütenteppiche des Buschwindröschens – an manchen Stellen wurden sie schon gesichtet in diesem Jahr. Ich freue mich auf diesen Anblick, den Silke fotografiert hat. Danke dir!

  • Staunt, Menschen, staunt!

     

    Geburt eines Blattes. Im Moment sind wir jeden Tag Zeugen von unfassbar schönen Wundern, wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, sie zu bemerken. Geschenke, die der Frühling macht.

    Ursula hat das Foto gemacht. Danke!

  • Hektik oder mit Bedacht?

     

    Die Welt ist schnell. Das verleitet uns dazu, in vielem auch sehr schnell zu sein. Schnell klicken, schnell etwas haben wollen, schnell hier, schnell da. Wenn wir ehrlich sind und in die Natur schauen, ist schnell da eher relativ. Über den Winter wird geschlafen und Kraft getankt und dann geht manches durchaus fix, doch in Wahrheit langsam. Es entfaltet sich. Alles findet seine Orientierung zum Licht hin. Blütenköpfe öffnen sich sacht. Es dauert, bis aus einer Blüte eine Frucht, ein Samenkorn wird. Alles zu seiner Zeit.

    Langsames Denken erfordert Anstrengung und doch ist die Slow lane in vielem der langfristig intelligentere Weg. Erst einmal genau hinschauen, Fragen stellen, sich Erkenntnisse verschaffen, dann handeln. Das ist nicht in allen Fällen der beste Weg, keine Frage. Aber wo es sich nicht um Erste Hilfe handelt, wäre es oft sinnig, sich in Ruhe von verschiedenen Seiten her einer Sache zu nähern. Etwas auch mal liegen lassen, um nachzusinnen, nachzuspüren. Braucht es jetzt eine Aktion? Braucht etwas Zeit und Abstand? Was, wenn wir nicht in blindem Aktionismus schnell ein Pflaster auf etwas kleben, sondern erstmal nachschauen, was wirklich vorliegt und dann in Ruhe überlegen, was das Beste sein könnte?

    Vielleicht ist heute der richtige Tag, um der Hektik der Welt Bedacht, Überlegtheit und Ruhe als Antwort zu geben?

    Das Foto hat Ursula gemacht. Wunderschön! Danke!

  • Wo soll ich anfangen?

     

    Wo soll ich anfangen? Am besten bei Deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir. Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz anfängt, hart zu werden.

    Bernhard von Clairvaux, um 1090 – 1153

    Dankeschön an Ursula für das herrliche Foto.

  • Das Leben in die Hände nehmen

     

    Veränderungen nimmt man oft nicht sofort wahr. Gerade wenn Menschen beginnen, über Themen anders zu denken, dann anders darüber zu sprechen merken wir – es kommen neue Bewegungen und Gesten dazu, richtet sich jemand vielleicht ein wenig mehr auf, kann der Brustkorb sich besser weiten und das sorgt dafür, dass auch die Stimme voller und klarer werden kann, der Blick wacher. Es sind mikrofeine Veränderungen, die sich nach und nach etablieren. Veränderte Bewegungs-, Denk- und Handlungsmuster entstehen. Es geht oft nicht um Hauruck-Aktionen Marke „Mein Leben ist nicht gut, ich nehme mir jetzt ein neues.“ Manchmal sage ich einen Satz, der krass wirken kann: „Wann nimmst du dir das Leben?“ Meist erstaunter Blick. „Das, welches du geschenkt bekommen hast, meine ich. Dein Leben. Nimm es dir und mach erstmal das, was dir jetzt möglich ist und schau, was geschieht. Du darfst dein Leben in die Hände nehmen und es gestalten.“

    Herzliche Einladung – ein kleiner, ungewohnter Schritt heute. Ein tiefer Atemzug, ein Glas Wasser in Ruhe, ein Moment des Lächelns, ein gesummtes Lied. Am Ende des Tages zahlst du all das auf dein Habenkonto bei der Lebensfreudebank ein. Es summiert sich. Einen freudvollen Jupitertag heute für dich.

    Das Fundstück im Wald hat Rebekka fotografiert. Dankeschön! Ein rollender Stein setzt kein Moos an. Heißt es.

  • Es für möglich halten

     

    Veränderung beginnt damit, dass wir sie für möglich halten.

    Manuela hat das Foto gemacht. Lieben Dank!