Monthly Archives: Mai 2022

Verständnis – Sinn – Machbarkeit!

Manche Wochenenden haben es in sich. Hinter den Kulissen waren die letzten Wochen  der schrittweisen Umgestaltung der Homepage gewidmet. Wie viel Aufwand dahintersteckt, merkt man erst, wenn man erkennt, dass Programmierkunst nötig ist, wenns anders aussehen soll als vorgegeben. Noch ist es nicht rund, das machen wir die nächsten Wochen. Wichtig war uns, dass nun unser großes Nautilusprojekt draufsteht und ihr alle Infos habt!

https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Die Empowermentdays am Sonntag waren dem Thema Salutogenese gewidmet. Iich bin immer und immer überrascht, wie wenig Menschen dieses Konzept, das einen aus meiner Sicht absolut wichtigen Schlüssel für die Bewältigung unserer Zukunftsherausforderungen enthält, nicht kennen. Es liegt mir so sehr am Herzen, dass es auch grundlegender Bestandteil der Ausbildungen bei uns ist in Verbindung mit den Themen Resilienz, Stärkung von Eigenverantwortung durch Wissen und vielen mehr.

Die nächsten Wochen heißt es weiter fleißig an den Skripten arbeiten, damit die nächsten Ausbildungseinheiten gefilmt werden können. Es wächst. Freut euch vor und meldet euch an, diese Reise wird ein krasses Abenteuer!

Diese Woche ist gut gefüllt mit Kliententerminen und Coachings, das freut mich sehr. Der Newsletter will geschrieben sein, die Rechnungen und der neue HerzWEGweiser, der Anfang Juli erscheint. All das hat Vorlaufzeiten und ist im Hintergrund neben dem normalen Praxisbetrieb und den Kursen Bestandteil unserer Arbeit.

Nebenbei befasse ich mich intensiv mit Schule der Zukunft – wie können wir dafür sorgen, dass junge Menschen auf neue Weise aufs Leben vorbereitet werden? Statt Wissensvermittlung, Abfrage und Aussieben geht es um das Entdecken des jeweiligen Potentials, das Entfalten und im eigenen Tempo wachsen und reifen lassen. Lehrende werden zu Lernbegleitungen. Wissen, welches man sich selbst erarbeiten muss, im Austausch erklärt, sitzt besser, vertieft und vernetzt sich im Gehirn anders. All das wissen wir und doch erscheint der Sprung ins neue Lehren schwer. Das Schulrecht ermöglicht viele Freiheiten der Gestaltung. Finnland zeigt, wie man das umsetzen kann. Es braucht für alles Neue Mut. Respekt vor der Größe der Aufgabe und dann den Entschluss zu sagen: Jetzt gehen wir es an. Wir werden nie mehr perfekte Lösungen in die Welt setzen, dazu sind wir viel zu schnelllebig unterwegs. Agiles Arbeiten ist der Schlüssel: Starten wir und entwickeln unterwegs anhand der Themen, die aufploppen, sukzessive Neues. Und dann verstehen wir auch: Neues darf immer entstehen, denn wir sind eben wachsend und werdend, nie fertig.

Höchstens mal mit den Nerven :-))), was uns dazu einlädt, die Batterien wieder Richtung grün zu verschieben und Pause zu machen. Kreativität ist kein Fließbandjob, sondern entsteht zwischen den großen Bewegungen des Lebens: Ein- und Ausatmen. Dazwischen ist eine Tür. Durch die gehst du durch und betrittst den Garten, den Rumi so beschreibt: Jenseits von Gut und Böse liegt ein Garten. Dort treffen wir uns. Wir sehen uns!

Hab einen freundlichen Marstag.

 

Sigrid hat im Feld gut hingeschaut und schenkt uns dieses bezaubernde Farbspiel. Danke!

Balsam verschwendend

Rosen, ihr blendenden,

Balsam verschwendenden,

Flatternde, schwebende,

Heimlich belebende

Zweiglein, beflügelnde

Knospen, entsiegelte

eilet zu blühen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Hinter Sigrids Rosenbogen spitzen rote Rosen hervor. Danke für dein Bild!

Wandle die Form!

Wir staunen über die Schönheit aller Schmetterlinge. Filigran, zart, bunt, in wunderschönen Farben und Formen flattern sie über die Wiesen. Was wir bei ihrem Anblick, der uns Freude ins Herz zaubert, gern vergessen ist, dass sie vorher Raupen waren. Vielleicht Raupen, die uns gar nicht freuen, weil sie hungrig sind. Sie futtern sich so durch und nicht umsonst gibt es die Geschichte der Raupe Nimmersatt.

Vom Schmetterling können wir lernen, dass es im Leben immer wieder darauf ankommt, die Form zu wechseln. Damit ist gemeint: Wenn du mit einer Taktik nicht weiterkommst, hilft es nichts, tausend Versuche mit einer nicht funktionierenden Vorgehensweise zu machen, sondern zu überlegen: Was wäre jetzt angesagt? Wasser, das von der Quelle zum Meer strömt, stellt sich auch nicht jammernd vor den Berg und fleht ihn an, aus dem Weg zu gehen, sondern es entscheidet sich: Entweder unterm Berg durch, was spannend und arbeitsreich sein kann, über den Berg hinweg, was nur in Form von Regen geht (große Gestaltwandlung für Wasser) oder außenrum. Be water, my friend, hat es Bruce Lee genannt. Quengel nicht, jammer nicht rum, sei klug und wandle die Form.

Für die Raupe bedeutet es ein krasses Vertrauen, sich vollständig aufzugeben, um ein Schmetterling zu werden. Aber es lohnt sich, oder?

Wo kommst du nicht mehr weiter und möchtest dich ganz vertrauensvoll der Verwandlung deiner Form hingeben, um vielleicht ein wunderschöner Schmetterling zu sein?

Allen einen Start in eine wandlungsfreudige wunderschöne Woche.

 

Solche Alleen aus Bäumen sind reine Medizin. Vor allem Nadelwald, der sehr viele Terpene absondert, ist heilsam. Ein Tag im Wald stärkt das Immunsystem und boostert die Killerzellen, die Viren und andere negative Dinge im Körper erkennen, für ein paar Tage. Steffi hat das Foto gemacht, ich danke dir dafür!

Was es braucht

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.

Hans Christian Andersen, 1805 – 1875

Stephanie hat dieses Paar fotografiert. Vielen lieben Dank für dein Foto!

Gestört – entstört

Bald ist der Mai schon vorüber, zack, die Zeit eilt. Es gibt Tage, da ziehen sich die Stunden zäh und an anderen fliegen sie davon. Der Wind trocknet hier oben gerade alles aus, was die Hitze der letzten Woche übrig gelassen hat.

Vorgestern sagte mir ein Klient, er sei verstört von allem, was in der Welt geschieht. Ich fand das Wort sehr interessant. Vor allem, weil ich weiß, dass er mir gesagt hat, er habe als Kind immer „gestört“, nun ist er verstört. Er lachte dann, als ich das rückmeldete und meinte, er habe erst gestört, dann wäre er als gestört bezeichnet worden, nun sei er verstört über das Außen und im Inneren im Grunde ganz gut eingemittet und er frage sich, was als Nächstes kommen könnte. Wir fanden dann ein gutes Wort: entstört.

Manchmal muss man Narben entstören, damit sie nicht mehr schmerzen. Immer wieder hört man, dass Gebäude entstört werden müssen, weil Wasseradern ungünstig laufen oder andere Dinge nicht in Ordnung sind. Vielleicht müssen wir uns insgesamt nach den Erlebnissen der letzten gut zwei Jahre wieder entstören, auf ein neues Level eingestimmt werden. Wobei der Begriff „stören“ ja mehr über die Person aussagt, die ihn verwendet, als die Person, auf die der Begriff angewandt wird, finde ich.

Was darf denn nun entstört werden? Ich glaube, unser Umgang miteinander bedarf einer freundlichen Entstörung. Wir dürfen wieder höflich und respektvoll-wertschätzend miteinander umgehen, das ruppig-rustikale Angeknurre muss vielleicht nicht dauerhaft geübt werden. Wir dürfen unsere Herzen wieder öffnen und uns für Wunder weiten, oder? Staunen ist angesagt über die Schönheit der Natur, die dieses Jahr viel an Üppigkeit und Pracht zu bieten hat. Entstören wir uns, indem wir uns auf gute Weise erden. Uns klar machen: Wir sind alle Menschen, mit allem, was dazu gehört. Momente, in denen was super läuft. Momente, in denen alles schiefzugehen scheint. Momente der Liebe, des Schmerzes, der Freude und des Versagens. Wir scheitern und wir kommen weiter, wir leben die gesamte Farbpalette, nie nur hell, nie nur dunkel. Entstören wir unseren Blick und seien wir wieder offen für Neues, fassen uns ein Herz und gehen wieder aufeinander zu, damit wir nicht alle Störenfriede sind im Leben von anderen, sondern Freunde auf Besuch.

Wen von deinen Freunden hast du lange nicht gesehen? Denkst du, er oder sie freut sich auf eine feine Einladung zum Kaffeetrinken? Eine liebe Karte? Einen selbstgepflückten Blumenstrauß vor der Haustür? Ein Stück vorbeigebrachten Kuchen? Und wo kannst du dich selbst „entstören“ und loslassen, was dir nicht gut tut?

Ein störungsfreies und Wunder volles (sic!) Wochenende!

 

Besuch bei Sigrid am Meer. Toll! Hier sind es gerade andere Tiere, die dauernd zu Besuch kommen wollen und morgens im Waschbecken sitzen und nicht mehr rausfinden. Irgendwann werde ich mich an Spinnen gewöhnen. Im nächsten Leben.

Alles neu

Alles neu macht der Mai,
Macht die Seele frisch und frei!
Lasst das Haus, kommt hinaus,
Windet einen Strauß!

Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend pranget Flur und Hain;
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.

Wir durchziehn Saaten grün,
Haine, die ergötzend blühn,
Waldespracht neu gemacht,
Nach des Winters Nacht.

Dort im Schatten an dem Quell
Rieselnd munter, silberhell,
Klein und Groß ruht im Moos,
Wie im weichen Schoß.

Hier und dort, fort und fort,
Wo wir ziehen Ort für Ort
Alles freut sich der Zeit,
Die verjüngt, erneut.

Widerschein der Schöpfung blüht
Uns erneuernd im Gemüt.
Alles neu, frisch und frei
Macht der holde Mai.

Hermann Adam von Kamp, 1796-1867

Rhododendronblüten in herrlichen Farben! Sigrid schickt uns das Foto von der Nordseeküste! Herzlichst Danke!

Hochglanz

Endlich ist mal wieder das Haus auf Hochglanz geputzt, Feiertag sei Dank. Filmen hatte die ganzen Tage Vorrang, aber jetzt musste es sein. Ordnen im Außen ist immer auch Ordnen im Inneren und tut gut. Wenn die Räume wieder aufgeräumt, abgestaubt, gesaugt, gewischt und gut gelüftet sind, ist auch das Innenleben wie beruhigt und sortiert.

Heute steht der Pflegeeinsatz wieder an, mein Bruder freut sich auf Kartoffelsalat und Backfisch, eines seiner Leibgerichte, insofern sorge ich heute dafür, dass er ganz viel Grund zur Freude hat, bevor es in der Praxis am späten Nachmittag weitergeht. Der Samstag ist dem Skriptschreiben gewidmet und am Sonntag freue ich mich riesig auf den vierten Empowermenttag mit dem super Thema „Salutogenese“ Aaron Antonovskys Arbeit kann so eine phantastische Lebensgrundlage sein und wir werden sie gut kennen lernen an diesem Tag.

Die nächste Woche ist restlos vollgepackt in der Praxis. Ich bin so von Herzen dafür dankbar, dass ich so viele Menschen begleiten darf. Am nächsten Samstag werden wir für die angehenden Cardeatherapeuten in ein neues Themengebiet einsteigen, Achtsamkeit. Darauf freue ich mich ganz besonders. Da fühle ich mich dann ein bisschen extra gesegnet, mich mit solchen Themen und den Praxisherausforderungen zu befassen, denn jede Begegnung mit Menschen kann alles verändern. Uns selbst und die ganze Welt. Ist das nicht wahrhaftig ein Wunder?

In diesem Sinne euch einen wunderbaren Venustag heute.

 

Das Foto hat Stephanie am Meer gemacht und ich bin restlos begeistert von der Schönheit dieser Steine, ihrer Farbenvielfalt und den Geschichten, die sie erzählen. Danke für dieses zauberschöne Bild.

All das Zeugs

Auch ich war immer daheim, grub, krautete, stocherte, handhabte die Gießkanne, besah alles, was wuchs, tagtäglich genau und bin daher mit jeder Rose, mit jedem Kohlkopf, mit jeder Gurke intim bekannt geworden. Eine etwas beschränkte Welt, so scheint’s. Und doch, wenn man’s recht erwägt, ist all das Zeugs, von dem jedes einzelne unendlich und unergründlich ist, nicht weniger bemerkenswerth, als Alpen und Meer, als Japan und China.

Wilhelm Busch, 1832-1908

Lupinen – Nahrung und Schönheit zugleich, von Stephanie im Bild festgehalten. Dankeschön!

Nährende Begegnungen

Die Festung schaut auf den Main und das schon lange. Von oben hat man einen tollen Blick über Würzburg, das in manchen Momenten an der alten Mainbrücke vor allem im Herbstnebel an Prag erinnert. Was Festung und Würzburg im Lauf der Jahrhunderte alles miteinander erlebt haben!  Wer alles über die Straßen gelaufen ist – berühmte und weniger berühmte Menschen, ein jeder mit seinem Schicksal. Eine Stadt am Fluss prägt Menschen anders als ohne, Flüsse sind Straßen, Handelswege, schön manchmal und mit verheerenden Folgen bei Hochwasser.

Am Dienstagabend hatten wir es schön in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag über die Wirkung von Dr. Wald und Dr. Garten, der Bogen spannte sich von Waldbaden über die Arbeit mit der Erde im Garten, die Nutzung von selbstangebauten Lebensmitteln, Heilkräuter bis hin zur Aromatherapie. Kurz vor dem Vortrag bin ich einmal durch den Garten gerauscht und habe ein paar Kräuter abgeschnitten und Rosen, nicht nur zu Dekozwecken, sondern weil man schon bei einem Minigang durch den Garten eine ganze brauchbare Hausapotheke zusammentragen kann in diesen Tagen. So gab es auch was zum Anfassen, zum Schnuppern, Riechen und Probieren, das macht einen Vortrag gleich anschaulicher. Vorteil im Sommer.

Der nächste Vortrag in Kitzingen ist dann am 28. Juni über ein sehr spannendes Thema: Welche Fragen stellt uns das Leben in den einzelnen Jahrsiebten? Biographiearbeit befasst sich damit intensiv und was das genau ist und welche Fragen da helfen können, werden wir hören. Ich freue mich auf diesen Vortrag.

 

Allen Vätern einen feinen Vatertag!

 

Die Deko vom Dienstag – schauen, riechen, fühlen.

Burg überm Fluss

Da steht eine Burg überm Thale

Und schaut in den Strom hinein

Das ist die fröhliche Saale

Das ist der Giebichenstein

Joseph von Eichendorff, 1788-1857

Nicht die Saale, sondern der Main und die Festung Marienberg in Würzburg hat Sigrid fotografiert, Dankeschön für dein Bild!

Berühmtheiten zu Gast

Harlow Carr, James Galway, Gertrude Jeckyll, Scepter d’Isle, Queen of Sweden (ein TRAUM!), The Albrighton, Constance Spry, Lady of Shalott, Chippendale, Claire Austin – so heißen einige meiner Dreamteamrosen. Hinter jedem Namen steckt eine Geschichte. Jede ist mit einem besonderen Duft, einer besonderen Farbe und Blütenform gekennzeichnet. Eines haben sie gemeinsam – sie sind gefüllt. Ich liebe diese Rosen, die so dicke Blütenköpfe wie Pfingstrosen haben. Deren Blüten aus unzählig vielen Blättern bestehen. Manche blühen nur einmal im Jahr, andere häufiger, das macht sie auch so kostbar. Wenn sie verblüht sind, muss ich wieder ein Jahr auf diesen Traum warten. Im alten Haus hatten wir eine Schneewittchenkletterrose und eine uralte Ramblerrosensorte mit den winzigen Blüten, das fehlt mir hier noch.

Im Garten meiner Eltern gab es nur die Rosen, die man gern auch verschenkt, so die klassischen von Fotokarten. Ich mag Sträuße von Armdicke, die aus vielen Rosen mit Megablüten bestehen, dazwischen jede Menge rosablühender Klee, Wiesensalbei, Natternkopf, Jasmin und die tollen Gräser, die derzeit meterhoch im Garten stehen und gemeinhin als Unkraut gelten, doch ihre Rispen sind zauberschön und harmonieren in ihrer zarten Eleganz mit den Rosenköpfen. Das ist für mich ein Sommerblumenstrauß. Außenrum die Blätter vom Frauenmantel oder Rhabarber, das Purpurglöckchen hat tolle rote Blätter und Blutampfer macht sich ebenfalls super in solchen Sträußen. In kleinen Vasen stehen jetzt überall einzelne Ringelblumen mit einem Grashalm herum, weil ich diese winzigen Vasen mit Freuern mag. Auf Fensterbrettern und Tischen hole ich mir die Gartenfreude ins Haus.

Ich bewundere Menschen, die aus all diesen Schätzen den ganzen Tag jetzt Salben und Cremes herstellen, das mache ich mit dem Johanniskraut in wenigen Wochen auch und setze Rotöl an. Was ich aus dem Garten verarbeite, sind alle Beeren und wir haben ein gutes Sortiment von Stachel- über Johannisbeeren in allen drei Farben, diverse Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeere im Kübel (das wächst hier nicht auf diesem Boden). Ich hoffe, dass die Kiwi es dieses Jahr schaffen, aus dem hohen Grünberg zu ihren Füßen herauszuranken und kleine Kiwis der Lohn wären, wir werden sehen. Die Lichtwurzel hat dieses Jahr ihren Rankstock verfehlt und sich für das Ranken an Gräsern entschieden, es hat ewig gedauert, die Ranken abzuwinden und um den Stock zu pfriemeln, ich hoffe, sie akzeptiert das. Ihre Blätter sehen wir Herzen aus. Die Wurzel wird gern getrocknet und zu Lichtwurzelsalz verarbeitet, aber ich lass meine im Boden. Wer weiß, wann wir sie mal brauchen.

Zwischen den Praxisterminen schreibe ich Skripten. Es ist so ein großartiges Projekt, an dem ich arbeite, es wird wahrhaft das größte, was ich jemals aufgestellt habe und ich freue mich. Am Wochenende wird hoffentlich die Homepage dazu fertig, dann können wir euch viel mehr verraten.

Genießen wir den Wochenteilungstag, für viele schon der letzte Arbeitstag der Woche vor dem verlängerten Wochenende. Habt es fein!

Rose, Sonne, Meer

Rose, Meer und Sonne

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Aller Glanz, ergossen,

Aller Tau der Frühlingsflur

Liegt vereint beschlossen

In dem Kelch der Rose nur.

Alle Farben ringen,

Aller Duft im Lenzgefild’,

Um hervorzubringen

Im Verein der Rose Bild.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Alle Ströme haben

Ihren Lauf auf Erden bloß,

Um sich zu begraben

Sehnend in des Meeres Schoß.

Alle Quellen fließen

In den unerschöpften Grund,

Einen Kreis zu schließen

Um der Erde blü’ndes Rund.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Alle Stern’ und Lüften

Sind ein Liebesblick der Nacht,

In des Morgens Düften

Sterbend, wann der Tag erwacht.

Alle Weltenflammen,

Der zerstreute Himmelsglanz,

Fließen hell zusammen

In der Sonne Strahlenkranz.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Vor dem Haus. Rosen, wohin das Auge schaut.

Rosige Zeiten

Rosen! Eigentlich ist der Juni die Rosenzeit, in diesem Jahr fangen wir früher an. In meinem Vorgarten steht Freude pur. Ich bin Fan gefüllter Rosen aus England und habe eine Rosenhecke, die nur aus Duft besteht, am Rosenbogen rankt James Galway (nach dem Flötisten benannt) und breitet einen überaus üppigen wohlriechenden Blütenteppich von oben aus und im Beet habe ich von Weiß bis Tiefrot alle Rosétöne. Zwischen den Rosen wuchern Katzenminze, Lavendel, Mutterkraut, Schleierkraut und die letzten gerade verblühenden Iris mit ihrem zarten Blau, was wunderbar harmoniert. Alle paar Jahre steht zwischen den Rosen eine Angelikawurzel und beschützt Haus und Garten.

Hinten im Garten variieren die Rosenfarben, da gibt es auch gelb, lachsfarbene und noch mehr Rosatöne zwischen Himbeeren, Johannisbeere, den Heilkräutern, auf der Böschung wuchern die kleinen Fairyrosen, die so schön die Arme zerkratzen beim Jäten. Hinten stehen Ysop, Salbei und herrlicher Dost zwischen den Rosen. Die alten Lavendel- und Salbeibüsche haben den zweiten Schneeberg schlecht verkraftet und sind um vier Fünftel reduziert. In die riesigen Lücken (jeder Lavendel hatte inzwischen gute 1,50 Meter im Durchmesser, ebenso die Salbei) habe ich neue Lavendel und Salbei gesetzt. So, wie ich Duftrosen sammle, sammle ich Salbeisorten, denn ich liebe die Blätter und Blüten von Salbei sehr. Auch die Eberrauten, ebenfalls riesige Büsche, haben unter dem späten Schnee schlecht verdaut und sehen sehr gerupft aus.

Der Säulenapfel hat leider keine einzige Blüte gehabt, der Mönchspfeffer erst am Wochenende beschlossen, zu leben, die ersten Blätter schlüpfen. Erstaunlicher Garten. Im Grunde ist bei uns der Klee ein krasses Unkraut, aber leider liebe ich diesen unglaublichen Honigduft und die Bienen mögen ihn auch, also steht er bei uns fast einen Meter hoch zwischen allem. Unser Schotterweg ist komplett mit Klee zugewuchert.

Ich habe einen vor Jahren gesetzten Sanddorn entdeckt. An einer anderen Stelle. Einen von dreien. Ich frage mich: Wo sind die anderen und vor allem – wer befruchtet mir das jetzt oder ist das die männliche Pflanze? Fragen über Fragen. Mein dunkler Holunder hat die kritische 30 Zentimeter-Höhe erreicht (alles drunter wird hier gern allgemein entsorgt, egal, wie viele Warnungen Marke „das hier stehen lassen“ ich ausgebe) und da der Miniginkgo (auch gerade so 40 cm hoch) erkannt wird, hat er faire Chancen zu überleben. Das erste Mal werden wir Ebereschenbeeren ernten können, hoffe ich, denn der Baum hat wunderschön geblüht.

Garten ist ein eigenständiges lebendiges Wesen, unser Outdoorfamilienmitglied. Wenn er so ungepflegt ist wie bei uns und so einen schlechten Boden hat, weil wir immer nur kleine Ecken mit Kompost aufwerten, ist es erstaunlich, was alles dennoch wuselt, wächst und fliegt. Wildbienen und Erdhummeln en masse sind am Start. Schmetterlinge und Stechviecher finden alles grandios, weil restlos ungestört bis auf wenige Stunden, in denen sich das Piekszeug dann auf mich stürzt (andere Menschen bleiben verschont).

Wir sehen uns heute Abend an der VHS Kitzingen um 19.30 Uhr mit „Dr. Wald und Dr. Garten“? Einfach kommen, keine Anmeldung nötig.

Einfach blühen

Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius, 1624-1677

Jetzt geht’s los im Garten mit den Rosen. Die beste Zeit.

Dr. Wald und Dr. Garten

Der erste Rosenstrauß aus dem Garten ist in jedem Jahr etwas Besonderes. Nach zwei Tagen im Filmstudio (dem Himmel sei Dank für die kühleren Temperaturen) dachte ich, eine Stunde Gartenarbeit wäre sicher gut. Unglaublich. Ich betrete den Garten und das ist, als wäre Spezialalarm für Klopapier, Rapsöl und Benzin im Angebot gleichzeitig. Alles, was Flügel hat oder kriecht, stürzt sich auf mich. Nach 10 Minuten war ich total zugestochen von Grasmilben und Kriebelfliegen, nach einer Stunde hab ich aufgegeben. Immerhin war da ein großer Sack voll, was bei unserer grünen Hölle keine Schwierigkeit ist. Bei meiner eher Flucht als Rückzug hab ich Rosen mit reingenommen und einen Zweig Zitronenmelisse fürs Trinkwasser.

Wir haben einen neuen kleinen feinen Kurs eingefilmt und mehrere Einheiten von Nautilus. 16 von 52 Filmen sind im Kasten. Ein Viertel von den kleinen Kurseinheiten ist gemacht, die Hälfte der großen Einheiten, das ist gut, wir sind noch im Zeitplan (jaja, ich bin da übermotiviert, aber ich bin absolut kein letzter Drücker-Typ).

Zwei Tage Studio sind wirklich harte Arbeit, Hitze ist nicht meines und die Luft wird supertrocken. Am krassesten finde ich das Licht, weil die Scheinwerfer riesig sind. Die machen zwar nicht warm, aber so hell, dass ich erstmal eine Weile brauche nach dem Filmen, drum dachte ich ja, das Grün im Garten kann nix schaden. Drei Haarwäschen später juckt immer noch alles.

Die Woche wird schön, hoffe ich. Am Dienstag ist der VHS-Vortrag in der Alten Synagoge dran mit Dr. Wald und Dr. Garten – ein richtig tolles Thema. Am Sonntag werden wir bei den Empowermentdays über Salutogenese sprechen,  eines meiner absoluten Lieblingsthemen. Aaron Antonovsky hat mit der Salutogenese einen wunderbaren Schlüssel zur Bewältigung des Alltags an die Hand gegeben. Das ist ein Kursthema, bei dem ich begeistert bin (na gut, das bin ich von allen, aber Salutogenese ist ein besonderes Lieblingskapitel).

Wer im Juni aufstellen mag, hat noch am 26. 6. die Möglichkeit, meldet euch bitte bald, die Termine sind immer sehr schnell weg.

Kommt gut in diese neue Woche und stellt euch genug zu trinken bereit bei der Wärme. Mit Zitronen, Obst aller Art, den ersten Gartenkräutern sieht euer Getränk toll aus und schmeckt.

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