Wochenend-Nachdenk-Input

Der gestrige Abend wird mir lange in Erinnerung bleiben. Das erste Mal, dass wir wirklich full house hatten und unser Seminarraum proppenvoll war. Das Thema „Das gute Leben“ hat offenbar viele angesprochen und wir haben eine wunderbare Zeit miteinander verbracht. Jeder hat etwas anderes mitgenommen, wie die Abschlussrunde gezeigt hat. Allen von Herzen Danke fürs Kommen! Wir sehen uns hoffentlich wieder zum letzten Vortrag des Jahres am 13. 12. mit dem Thema „Temperamente: Warum manchem schnell der Gaul durchgeht und andere permanent Fünfe gerade sein lassen können“, Beginn wie immer 19.30 Uhr oder vorab am 26. November 19.30 Uhr, wenn wir das letzte Mal GlücksWERKstatt 2018 haben, dieses Mal wie immer in der Weihnachtsausgabe mit Apfelcrumble, Kinderpunsch, Plätzchen und vorgelesenen Geschichten. Auch hier bitte anmelden.

Joseph Conrads Aussage „Ich glaubte, es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben“ beschäftigt mich schon eine Weile. Ich finde nicht, dass sich Leben und Abenteuer ausschließen müssen, es entweder ein Abenteuer ist, was ich erlebe, oder das Leben. Ich erlebe beides, Leben und Abenteuer. Vielleicht meint er aber auch eine Erfahrung, die viele Menschen heute machen: dauernd ist irgendwas los. „Ebbes isch emmer“ steht an der Bürotür der Akademie Vaihingen. Stimmt. Kein Moment, an dem „nichts“ ist. Selbst in tiefer Meditation atme ich, klingelt draußen die Straßenbahn, wenn ein Auto auf den Schienen steht, zwitschern Vögel. Es ist einfach immer alles am Leben. Das muss nicht immer ein Abenteuer sein, was wir erleben. Viele Menschen nehmen ihren abenteuerlichen Alltag als eine Kette von Belastungen wahr, von Arbeitsschritten, die, kaum abgehakt, den nächsten schon im Schlepptau tragen. Permanente Hatz ist nicht Abenteuer, sondern Leben, das ich nicht lebe, sondern in dem ich meine Lebenszeit in den Dienst von anderen stelle. Die Frage ist immer: kann ich diesen Traum teilen, liegt mir das, was ich mache, so am Herzen, dass auch viel Arbeit keine negative Belastung ist, oder renne ich im Hamsterrad, weil ich glaube, das müsse so sein? Wer sagt das? Welche Angst habe ich, wenn ich „nein“ sage? Hier hilft es oft, sich dem größten Abenteuer des Lebens auszusetzen: der Einsamkeit, der Stille. Und sich die Fragen vorzulegen: Wer bin ich? und, genauso wichtig: Wer möchte ich sein? Und dann mache ich mich auf den Weg zu mir, lerne, was ich brauche, um ich zu werden und zu sein. Und bin bereit für das größte Abenteuer meines Lebens – meinen eigenen Weg zu gehen.

Allen ein wunderbares Wochenende mit guten Momenten, sich selbst zu erfahren.

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