Monthly Archives: Oktober 2022

All Hallows Eve

Halloween – all Hallows Eve, der Abend aller Heiligen. Die Rübenlaternen der alten Zeit dienten dem Abschrecken böser Geister, die Rübenlichter symbolisierten: Hier gibt es schon genug böse Wesen! Eine magische Zeit nimmt ihren Anfang, die ins Dunkle führt. Der Dreiklang Michaeli, Martin und Nikolaus, der diese Zeit auch begleitet, ist spannend: Michaeli ist die Abwehr des Bösen generell, Martin teilt seinen Mantel mit dem Armen und Nikolaus wendet sich dem Einzelnen zu. Es wird also immer „persönlicher“, bis am 24. 12. das Kind geboren wird. Mabon in den alten Zeiten, in der Mittwinternacht.

Viele Rituale ranken sich um diese Tage, in denen die Menschen einst näher zusammenrückten, ihre Sachen flickten, schnitzten, die Geräte instand setzten und sich am Feuer, der einzig beheizten Stelle im Haus, Geschichten bei ihrer Hände Arbeit erzählten. Amulette sollten vor dem Bösen schützen, wenn man im Dunkeln unterwegs war. Straßenlaternen gab es nicht, die Nacht war noch richtig finster.

Zeit des Räuchers, der Innerung – der Wendung ins eigene Innere. Begegnung mit dem Schatten in sich und im Außen, insofern auch eine heilende Zeit. Ab Martini traditionell das zweite große Fasten des Jahres: Die fette Gans war die letzte große Mahlzeit vor dem Weihnachtsfest. Die alten Markttraditionen zeugen davon, dass der Lohn bezahlt und ausgegeben wurde für alles, was man das Jahr über brauchte, denn dann hieß es wieder ein Jahr warten auf den nächsten Lohn.

Für mich ist Halloween ein Fest, an dem still geräuchert wird als Auftakt in die dunkle Hälfte des Jahres. Eines, in dem das Bewusstsein klar werden darf, nicht im Zuckerrausch verflachen muss.

Allen ein – wie auch immer geartetes – Halloween.

 

Augenferien – Stephanie war im Wald unterwegs und hat dieses Bächlein entdeckt. Was für ein herrliches klares Wasser. Danke für das Bild!

Ins Land der Pyramiden

Herbst

Schon ins Land der Pyramiden

Flohn die Störche übers Meer;

Schwalbenflug ist längst geschieden,

Und die Sonne scheint nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage

Streift der Wind das letzte Grün;

Und die süßen Sommertage,

Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,

Der dein stilles Glück gesehn;

Ganz in Duft und Dämmerungen

Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne

Unaufhaltsam durch den Duft,

Und ein Strahl der alten Wonne

Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,

Dass man sicher glauben mag:

Hinter allem Winterleide

Liegt ein ferner Frühlingstag.

Die Sense rauscht, die Ähre fällt,

Die Tiere räumen scheu das Feld,

Der Mensch begehrt die ganze Welt.

Und sind die Blumen abgeblüht,

So brecht der Äpfel goldne Bälle;

Hin ist die Zeit der Schwärmerei,

So schätzt nun endlich das Reelle!

Theodor Storm, Gedicht von 1847/48

Stephanie war unterwegs und hat diese erstaunliche „Allee“ entdeckt, schon blattlos. Danke für dein Foto!

Wochenend-Planung

Hurra! Ein neuer Ausbildungsbereich in der Cardea-Ausbildung startet heute – Körper. Wir schauen uns anhand einer mittelalterlichen Darstellung des Tierkreises unseren Körper an, erinnern uns an die Power der Temperamente und wenden uns dann der modernen Embodimentforschung zu. Ihr Thema ist es,  die Zusammenhänge von Körper, Seele und Geist intensiver zu erforschen. Mit dem kleinen himmlischen Kreislauf aus dem Qi Gong werden wir dann auch still und fein Körperwahrnehmung üben. Ich freue mich auf diesen Kurstag.

Im Hintergrund trocknen Apfelwürfel, die im Dörrautomaten langsam  haltbar gemacht werden bei 40 Grad, damit sie nicht ganz tot, sondern nur trocken sind. Quitten möchten versaftet werden und die Sonderausgabe „Frauenkraft“ der Holunderelfe liegt zum Korrekturlesen auf meinem Schreibtisch. Auch das sind spannende Sachen. Das Verarbeiten des Obstes ist Wintervorrat für den Körper, die Holunderelfe ist Freude für die Seele.

Allen ein feines Wochenende mit schönen Erlebnissen!

 

Danke an Katja für das tolle Seefoto!

Geduld führt ans Ziel

Nun dürfen Sie auch nicht glauben, dass die Sache gleich auf den ersten Anhub gelingt. Das erfährt man ja immer: Wenn so etwas geschildert wird, da gefällt es den Leuten. Das ist ja ganz begreiflich – es ist ja schön! Was kann man da alles erfahren! Und mit einem riesigen Fleiße machen sich die Leute darüber her. Sie fangen an: es geht nicht. Nun werden Sie schon ganz kleinmütig. Dann probieren sie es vielleicht noch ein paarmal – es geht wieder nicht. Aber tatsächlich, wenn man es neunundvierzigmal ungefähr, oder ein anderer neunundsechzigmal probiert hat, das fünfzigste oder siebzigste Mal geht es dann. Denn worum es sich bei all diesen Dingen handelt, das ist ja, dass man sich zuerst eine Art Seelengewohnheit aneignet. Zunächst muss man sich hineinleben in diese Dinge. Seelengewohnheiten sich aneignen.

Rudolf Steiner, in: Gesamtausgabe 236, S. 126 f.

Stephanie macht diese Erfahrung beim Bergwandern auch – vieles ist Training. Danke für dieses tolle Foto!

Symmetrie

Symmetria im Griechischen bedeutet Ebenmaß. Wir erleben symmetische Dinge oft als ausgeglichen, beruhigend und schön. Mit „Das Schöne, das Wahre und das Gute“ wurden einst die Bereiche Kunst, Wissenschaft und Moral bezeichnet. Ein Ideal der Erziehung war, diese drei Bereiche in Einklang zu bringen, wobei alle gleichberechtigt waren.

Heute dominiert die Wissenschaft. Wir haben vergessen, dass es einer Ethik mit Werten, Idealen und Grundsätzen bedarf, genauso ist Leben wahrhaft Kuns. Wie die Welt ohne das Schöne und das Gute ausschaut, sehen wir jeden Tag.

Ein Grundsatz bei uns lautete: Jedes Kind lernt ein Instrument und eine Sportart seiner Wahl. Ich weiß, dass sie am Üben ihrer Instrumente Qualitäten erarbeitet haben, die ihnen von Nutzen sind: Ausdauer, Glaube an sich selbst, Fingerfertigkeit, aufeinander lauschen, sich durchbeißen, proben, Aufregung vor Auftritten und üben, üben, üben. Der Mensch ist musikalisch durch und durch, ein Rhythmusphänomen. Wo hast du Kunst in jeder Form in deinem Leben, wo erfreust du dich an Schönheit und Ästhetik in deinem Leben? Gelingt dir ein „Ebenmaß“ in all deinem Tun und Streben?

 

Einen wunderschönen Freitag.

 

Stephanie hat diesen wunderschönen Farn im Wald entdeckt. Dankeschön für dein Bild!

Do no disturb

Störe meine Kreise nicht.

Archimedes

Sandras Katze ist selbstverständlich im Ginkgo gänzlich unsichtbar und möchte nicht gestört werden. Danke für dein Foto!

Treffen wir uns?

Am Dienstagabend gab es in der Alten Synagoge in Kitzingen ein Wiedersehen mit vielen Menschen zu einem spannenden Thema: „Nutze jede Krise“. Das bezieht sich auf einen Ausspruch von Churchill, der dazu eingeladen hatte, keine Krise zu vergeuden. Was könnte der Vorteil einer Krise sein, das Geschenk, das unter einem anderen Blickwinkel erst sichtbar wird? Wie lernen wir, agil zu denken und zu handeln, die Richtung zu bestimmen und flexibel in Bezug auf die nächsten Trittsteine zu sein? Wie gelingt Resilienz, was sind die Faktoren?

Schön, sich zu solchen Themen zu begegnen. Die nächsten Termine in Kitzingen sind am 8. und 11. 11. in der Alten Synagoge „Säulen der Gesundheit – in Lebensbalance mit Sebastian Kneipp“ und am 22. 11. der Vortrag (immer 19.30 Uhr) „Werte machen Leben kostbar – Motivation und Lebenssinn“.

Am Dienstag, 1. 11., dem Feiertag, ist von 9 bis 16 Uhr unser „heimeligster“ Kurs mit den Themen „Aromapflege, Rauhnachtgeheimnisse und Räuchern“ und am Sonntag, 13. 11., 9 bis 16 Uhr werden wir uns in Theorie und Praxis „Wickel und Auflagen“ vornehmen. Es sind uralte Hausmittel, sehr effektiv. Vielleicht werden wir all dieses alte Wissen wieder brauchen, gut, wenn wir es dann auch gut können. Für die Kneipp-Seminare bitte direkt  an der VHS Kitzingen anmelden (https://www.vhs.kitzingen.info), für Aromapflege und Wickelkurs bitte direkt über unsere Homepage (www.seelengarten-krokauer.de). Bei Vorträgen in der Alten Synagoge wird an der Abendkasse ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben.

Schönes Wort für das derzeitige Wetter: „Warmherbst“. Kinder sind echte Meister.

 

Allen einen freudigen Jupitertag!

 

Aurelia hat im Wald genau hingeschaut – daraus kann man gut einen Zwergenbart machen. Danke dir!

Archangelos

Archangelos

Du mit dem starken Schwert

aus Himmelseisen!

Deinen ernsten Blick,

wir suchen ihn,

wir Kinder dieser Erde,

und wollen tragen dein Geschick.

Im stillen Herbst

wenn sonnengolden

die Blätter fallen,

der Nebel steigt,

erscheinst du uns

in seinem Strahlenkleide

und mahnst uns

an der Himmel Herrlichkeit.

Alter Spruch zur Michaelizeit

Stephanie hat mal wieder mit der Kamera mit Morgenlicht gemalt.

Naturwunder

Im Herbst ist die Luft oft klar, frisch, die Sterne funkeln nachts und es macht riesig Freude, durch die Blätterhaufen zu wandern und die zurückgekehrte Ruhe zu empfinden nach all dem Lebendigen im Sommer. Verarbeitung der Ernte nebenher, um für den Winter gerüstet zu sein. Allzu viele Beeren waren es in diesem Jahr nicht, dafür Äpfel und Quitten, die nach und nach in Gläsern landen, als Saft, als Trockenobst und auch Gelee werden können.

Die Gojibeeren sind reif und die Schlehenbeeren brauchen noch eine gute Ladung Frost, bevor sie wirklich gut werden. Da sie in diesem Jahr reichlich hängen, werden wir sie hoffentlich ernten und verarbeiten können. Die Schlehe hat ein langes Jahr – sie blüht ganz zeitig weiß im frühesten Frühjahr und ist bei uns im Garten das Letzte, was geerntet wird, so eine lange Zeit ist keine Frucht den Einflüssen von Himmel und Erde ausgesetzt. Das erklärt auch die Kraft der Schlehe bei der Rekonvaleszenz, das Blütenöl ist als hüllend und schützend, es wärmt und ist in der dunklen Jahreszeit ein wunderbares Mittel gegen Erschöpfungszustände. Das Schlehenelixier, innerlich eingenommen, kräftigt und ist auch herrlich, wenn Menschen nicht mehr gut essen oder sich von Krankheiten erholen.

Einige Oxymele sind in diesem Jahr unser Begleiter – Honig, Obstessig und Kräuterauszüge ergänzen sich hier und sind ein sehr gesundes Getränk. Das alte Wissen um Heilkräuter, die Kraft von Essig und Honig verbindet sich hier wunderbar. Die Natur schenkt uns Großartiges. Was schenkst du der Natur? Schenke ihr heute vielleicht Dankbarkeit und Staunen über die Farbenpracht, Achtsamkeit und einen Spaziergang.

 

Allen einen freundlichen Wochenteilungstag!

 

Ursula ist im Herbst gewandert und schickt uns dieses Foto! Dankeschön!

 

Gleichgewicht

Blätter laden zum Rascheln ein. Nicht nur junge Hunde haben ihre Freude daran. Die Farben der letzten Wochen in der Natur sind wie in jedem Jahr ein Feuerwerk. Nun wird die Natur müde, legt sich zum Schlafen hin und atmet ruhig. Die Blätter verwandeln sich und werden irgendwann den Baum wieder nähren, weil alles in der Natur ein Kreislauf ist, den wir Menschen zu oft stören.

Geben und Nehmen braucht Gleichgewicht wie alles – Yin und Yang, Sommer und Winter, Tag und Nacht, Wachen und Schlafen, An- und Entspannung. Zwischen den Polen entsteht die lebendige Balance, die jeden Tag neu erarbeitet werden mag.

Rund 4000 Wochen leben wir. Überleg mal, wie schnell die Wochen fliegen. Bedenke das. Dein Leben beginnt nicht irgendwann, sondern es findet immer jetzt statt. Was ist wirklich wichtig? Was muss und was möchte? Ist das so? Du lebst. Jetzt. Und du hast keine Ahnung, wie lange. Also wann willst du anfangen zu leben, wenn nicht jetzt?

Einen tatkräftigen Dienstag für dich mit genug Muße, um Blätterhaufen zu entdecken und das Rascheln des Laubs unter deinen Füßen zu spüren.

Danke an Stephanie für die tolle Perspektive auf die Raschelwunder.

Wach auf, mein Herz, und singe

Wach auf, mein Herz, und singe

dem Schöpfer aller Dinge,

dem Geber aller Güter,

dem frommen Menschenhüter.

Heut, als die dunklen Schatten

mich ganz umgeben hatten,

hat Satan mein begehret;

Gott aber hat’s gewehret.

Du sprachst: „Mein Kind, nun liege,

trotz dem, der dich betrüge;

schlaf wohl, lass dir nicht grauen,

du sollst die Sonne schauen.“

Dein Wort, das ist geschehen:

Ich kann das Licht noch sehen,

von Not bin ich befreiet,

dein Schutz hat mich erneuet.

Du willst ein Opfer haben,

hier bring ich meine Gaben:

mein Weihrauch und mein Widder

sind mein Gebet und Lieder.

Die wirst du nicht verschmähen;

du kannst ins Herze sehen;

denn du weißt, dass zur Gabe

ich ja nichts Bessers habe.

So wollst du nun vollenden

dein Werk an mir und senden,

der mich an diesem Tage

auf seinen Händen trage.

Sprich Ja zu meinen Taten,

hilf selbst das Beste raten;

den Anfang, Mitt und Ende,

ach Herr, zum Besten wende.

Mich segne, mich behüte,

mein Herz sei deine Hütte,

dein Wort sei meine Speise,

bis ich gen Himmel reise.

Paul Gerhardt, 1647

Sigrid hat die Morgenstimmung im Bild eingefangen. Danke dir!

Planetenkraft

   

Intensive Aufstellungen am Sonntag nach einem Tag über Ken Wilbers „Integrale Philosophie“. Aufstellungen sind so tiefgreifend und bewegend.

Während ich diese Zeilen schreibe, haben wir auf zwei Seiten schweres Gewitter. Ende Oktober. Erstaunlich. Der Sommer und nun die Wärme bereiten Vielen schmerzende Knochen und Gelenken. Hagebuttenpulver ist bewährt bei derartigen Malesten, allerdings muss man es eine lange Zeit einnehmen. Auf dem Markt bekommt man jetzt Hiffenmark. Toll, vor allem, wenn man weiß, wie mühsam es ist, Hagebutten das Fruchtfleisch zu entlocken.

Wir wissen häufig nicht einmal ansatzweise, was alles an Aufwand, Einsatz, Herzblut und harter Arbeit hinter etwas steckt. Wir haben verlernt, mit den Händen zu arbeiten und von Hand Hergestellte zu schätzen. So, wie diese Hölzer – sie sind aus sieben Baumsorten hergestellt, die den Wochentagen zugeordnet sind. In der Arbeit setze ich sie zum Wahrnehmen üben ein, denn ein Kirschholz wirkt anders auf den Menschen als ein Ahorn. Die meisten glauben das nicht und merken nach wenigen Minuten mit dem Holz in der Hand die Wirkung. Planetenhölzer – handwerklich hergestellt und ein feines Übungsset für Wahrnehmung. Gesägt, abgeschmirgelt und angenehm in der Hand. Sonntag Esche. Montag Kirsche. Dienstag Eiche. Mittwoch Ulme. Donnerstag Ahorn. Freitag Birke. Samstag Hainbuche oder Tanne.

 

Allen einen freundlichen Wochenstart.

Über die Seele

Was der Saft im Baum ist, das ist die Seele im Körper, und ihre Kräfte entfalte sie wie der Baum seine Gestalt. Die Erkenntnis gleicht dem Grün der Zweige und Blätter, der Wille den Blüten, das Gemüt ist wie die zuerst hervorbrechende Knospe, die Vernunft wie die voll ausgereifte Frucht. Der Sinn endlich gleicht der Ausdehnung des Baumes in Höhe und Breite. So ist die Seele der innere Halt und die Trägerin des Leibes.

Hildegard von Bingen, 1098-1179

Das Verarbeiten der Quitten steht an.

Damoklesschwert

Puuuh. Zweimal in der Woche wird der Bruder nun mit dem Krankenwagen abgeholt und zum Knie spülen (es heilt seit Jahren nicht) ins Krankenhaus gefahren. Damit fallen alle Zeitplanungen am ohnehin engen und knappen Pflegefreitag in sich zusammen, wenn irgendwas nicht exakt ineinandergreift. Wetterwechsel wie dieser tun ihr Übriges dazu und so war das gestern ein relativ unerfreulicher Vormittag mit Kopfschmerzen und viel zu tun.

Auf der Heimfahrt ein intensiver Austausch (einen Vorteil muss das ja auch haben) über die Frage, was Menschsein ausmacht und wie man mit Pflegebedürftigkeit und zunehmender Hilflosigkeit und Angewiesensein auf andere Menschen umgeht. Wir haben verschiedene Beispiele in der Familie. Schwiegermutter trainiert eisern mit dem Rollator auf dem Flur des Seniorenheims. Nie hätte sie gedacht, dass sie dort hinzieht, doch Schwindel und Herzprobleme am Ende des heißen Sommers haben ihr gezeigt – alleine daheim geht nicht mehr. Also hat sie das entschieden, ist eingezogen und blüht durch Gespräche und gemeinsame Mahlzeiten so auf, dass sie wieder das Laufen übt. Bewundernswert, ihre Fähigkeit, die Dinge stets so zu nehmen, wie sie eben sind.

Daneben der Vater, der ein Jahr nach dem Tod seiner Frau selbst immer schwächer wird, nicht zugeben kann, dass so vieles nicht mehr geht und der seit der Klinikfahrten mit meinem Bruder enorm belastet ist. Das ist ihm jetzt zu viel, verständlich. Doch jede Einsicht fehlt. Hilfe über den Pflegedienst ist fast nicht machbar, weil er jeden, der ins Haus kommt, als potentiellen Feind sieht.

Freiheit und Selbstbestimmung sind für mich ein hohes Gut. Das Damoklesschwert, dass entweder mein Bruder oder mein Vater eines Tages umkippen und wir von einer Sekunde auf die andere für Unterbringung zu sorgen haben, was einfach nicht ad hoc machbar ist, schwebt immer tiefer und es wird eines Tages fallen. Planung – unmöglich. Ein klärendes Gespräch – ausgeschlossen. Betreuung anleiern – schwierig. Er hat seine Erfahrungen mit Heimen bei meinem Bruder gemacht, das sitzt zu tief.

Ab 16 Uhr werden Freitage dann wieder Freutage, denn da startet der Unterricht für die angehenden Heilpraktiker und dieses Wochenende haben die Cardea-Therapeut:innen im zweiten Ausbildungsjahr das letzte Mal Input (stellt euch vor: Ken Wilber!!! Genial!!!) und Aufstellungen. Im November beenden sie ihre Ausbildung und die „Küken“ aus dem ersten Jahr rutschen nach. Das ist Freude!

Wie sagt Schwiegermama so schön: „Der liebe Gott wird schon wissen, was er macht.“ Ich glaub ihr mal, ihr Draht ist gut.

 

Ein freundliches Wochenende allen.

 

Haus Duldeck in Dornach im Herbstmorgenlicht hat was. Da wir dieses Jahr nicht dort waren, merken wir immer gegen Oktoberende, was uns fehlt. Wer weiß, was 2023 am Start hat.

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