Zündet das Feuer an!

Zündet das Feuer an!

Feuer ist obenan.

Höchstes, er hat’s getan,

Der es geraubt.

Wer es entzündete,

Sich es verbündete,

Schmiedete, ründete

Kronen dem Haupt.

 

Wasser, es fließe nur!

Fließet es von Natur

Felsenab durch die Flur,

Zieht es auf seine Spur

Menschen und Vieh.

Fische, sie wimmeln da,

Vögel, sie himmeln da,

Ihr‘ ist die Flut,

Die unbeständige,

Stürmisch lebendige,

Dass der Verständige

Manchmal sie bändige,

Finden wir gut.

 

Erde, sie steht so fest!

Wie sie sich quälen lässt!

Wie man sie scharrt und plackt!

Wie man sie ritzt und hackt!

Da soll’s heraus.

Furchen und Striemen ziehn

Ihr auf den Rücken hin

Knechte mit Schweißbemühn;

Und wo nicht Blumen blühn,

Schilt man sie aus.

 

Ströme du, Luft und Licht,

Weg mir vom Angesicht!

Schürst du das Feuer nicht,

Bist du nichts wert.

Strömst du zum Herd herein,

Sollst du willkommen sein,

Wie sich’s gehört.

Dring nur herein ins Haus;

Willst du hernach hinaus,

Bist du verzehrt.

 

Rasch nur zum Werk getan!

Feuer, nun flammt’s heran,

Feuer schlägt obenan;

Sieht’s doch der Vater an,

Der es geraubt.

Der es entzündete,

Sich es verbündete,

Schmiedete, ründete

Kronen dem Haupt.

 

 

Johann Wolfgang von Goethe, Schmiede in: Pandora

 

Die himmlische Feuerschmiede hat Steffi mit ihrer Kamera aufgespürt.

Kommentar posten

Wir nutzen auf unserer Webseite personenbezogene Daten, um dein Nutzererlebnis deutlich zu verbessern. Einige sind essenziell, andere helfen uns, die Inhalte unserer Seite zu optimieren.