Wochenend-Nachdenk-Input

 

Ken Mogi ist Neurowissenschaftler und er ist in Japan gern gesehener Gast der Bestsellerlisten und im Radio. Er hat sich ein Thema vorgenommen, das eine tiefe japanische Lebenshaltung umschreibt: Ikigai. Ikigai ist „das, wofür es sich zu leben lohnt“, wie die Übersetzung lautet. In seinem Ikigaibuch beschreibt Mogi Menschen, die ihr Ikigai gefunden haben und er benennt die fünf Säulen, die uns helfen, unser eigenes Ikigai zu finden: 1. Klein anfangen, 2. Loslassen lernen, 3. Harmonie und Nachhaltigkeit leben, 4. Die Freude an den kleinen Dingen entdecken und 5. Im Hier und Jetzt sein. Viktor Frankl hat vor Jahrzehnten beschrieben, dass das Problem unserer Zeit der Mangel an Lebenssinn sei und wir Menschen genau an diesem Mangel am tiefsten erkranken können. Ikigai steht diesem Mangel exakt gegenüber. Mogis Buch ist eine liebevolle Darstellung des Ikigai aus Sicht eines Japaners und was er schildert, ist für Westler nicht immer verständlich, denn wir sind schneller darin, über etwas hinwegzugehen und es stehen zu lassen. Die Suche nach dem perfekten Moment, dem perfekten Geschmack, der perfekten Erdbeere ist den meisten zu mühsam. Oder wir glauben, so etwas wie Ikigai sei nur etwas für Menschen, die sich so eine innere Haltung leisten können, die erfolgreich und angekommen sind. Fehlanzeige. Ikikai ist eine innere Haltung, die jeder einnehmen kann, egal, an welchem Punkt im Leben er steht. Wer sein Ikigai, seinen Lebenssinn gefunden hat, wird nie mehr auf der Verliererseite stehen können, denn er weiß, wofür es sich zu leben lohnt, warum er morgens aufsteht und zur Arbeit geht. Diese fünf Säulen des Ikigai sind Schulungswege, die uns zum inneren Frieden leiten können, zur sorgsamen Wahrnehmung dessen, was ist, zur Sorgfalt und Andacht im Kleinen, im Alltag. Und wenn wir die kleinen Dinge wieder wertschätzen, achten, auf ihre Schönheit, Klarheit und Schlichtheit schauen, merken wir, wie Ruhe einkehrt, Demut, Freude und daraus erwächst eine sehr schöne Pflanze – Glück. Das Glück, in sich zu ruhen und zu wissen, warum man morgens aufsteht, sich anzieht und genau die Arbeit macht, die man tun will, denn sie vermehrt Ikigai und damit Sinn und Sinnhaftigkeit unseres Daseins.

Allen einen erfreulichen, sinn-vollen Tag!

1 Kommentar

  • Posted 16. September 2018 10:51 0Likes

    Schön, dass du wieder „da“bist.

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