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Still geküsst

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis‘ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Kein Nachtfoto von Stephanie, doch auf solchen Wegen kann man gut in die Nacht wandern und Sterne bewundern. Da kann man dann gut nachvollziehen, wie von Eichendorff auf diesen zauberschönen Text kam. Danke für dein Bild!

Hitzetipps

Juninächte – die kommenden sollen warm werden, die Tage heiß. Dürre bedeutet das, Waldbrandgefahr. Die Sonnenfans freut es mit Eis, Freibad oder Schwimmen im See. Die Sportler hier im Ort ficht Hitze wenig an, sie traben auch in der größten Mittagshitze ihre Runde. Erstaunlich.

Bereits als Kind war Hitze nicht meine Welt. Da höre ich auf zu schlafen, werde unleidlich und fühle mich, als würde ich durch sehr warme dicke Masse waten. Wobei sich manches verändert mit den Jahrzehnten – heute ist es etwas einfacher mit der Hitze, das finde ich spannend. Nach wie vor mag ich Hochsommer nicht sehr, doch inzwischen hat das Wetter nicht mehr viel Einfluss auf mich.

Das mag mit Kneippanwendungen zusammenhängen, denn Sebastian Kneipp hat eine Menge Unterstützung für Befindlichkeitsstörungen angegeben, die leicht mit Wasser bewerkstelligt werden können wie Knieguss, Armguss oder Abwaschungen, die durch Essig im Wasser der Haut helfen, sich zu regenerieren.

Viel trinken ist angesagt, das macht viel Spaß mit tiefgekühltem Obst im Krug, mit Zitronenschnitzen, frischen Kräutern aus dem Garten oder vom Fensterbeet wie Pfefferminze und Zitronenmelisse. Ich habe viele Minzsorten im Garten – ein Fest für die Sinne. Minze hat auch einen kühlenden Effekt.

Wer Pfefferminzhydrolat daheim hat, ist fein raus – stell es in den Kühlschrank und sprüh dir nach Bedarf heiße Beine damit ein oder den Nacken. Ich mache mir mit Aloe vera Gel, Weingeist und Pfefferminzhydrolat gern ein Bodysplash und stelle es in den Kühlschrank. Perfekt, wenns wirklich unangenehm heiß wird.

Melonen, Obst wie Erdbeeren, die anderen Beeren reifen auch gerade – feier ein Beerenfest, das ist optimal für deinen Körper bei Hitze. Leichtes Essen wie Salate gartenfrisch, die ersten Gurken reifen, Tomaten dazu oder eine kalte Tomatensuppe sorgen für ausreichend Mineralien und schmecken gut.

Tee geht warm oder kalt. Bei uns gibt es nichts aus dem Kühlschrank, denn der Körper muss heizen, damit das kalte Getränk im Bauch warm wird – das ist kontraproduktiv. Warmer Tee ist mit der beste Durstlöscher.

So kommen wir gut durch warme Tage. Nachts lüften oder feuchte Tücher im Raum aufhängen sind hilfreich, am Abend ein Knieguss hilft für besseren Schlaf und wer nachts nicht schlafen kann – Abwaschung mit zimmerwarmem Wasser hilft.

Tagsüber können Düfte wie Zitrone, Limette oder andere frische Gerüche das Denkvermögen unterstützen, ein bunter Feldblumenstrauß auf dem Tisch macht gute Laune und nachts kannst du lang draußen sitzen und Sterne gucken oder den Vollmond bestaunen. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

 

Allen, die in katholischen Gebieten leben, einen guten Fronleichnamstag mit schönen Prozessionen und allen anderen einen freundlichen Jupitertag!

 

Stephanie war draußen unterwegs und hat diesen Weg entdeckt. Danke für dein Bild!

Leuchtkäfer

Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht

Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
Wie Blicke, die ins Dunkel fliehen,
Ist dort im Abendlaub ein sacht Gefunkel –
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht.

Ich möchte mich ins Gras hinknien
Still wie ein Schäfer, der die Welt vergisst
Und nur ein Traum bei hellen Blicken ist,
Von denen keiner Dir am Tage lacht;
Die nur in vager Heimlichkeit entstehen
Und über schwüle Abendwiesen gehen,
Von einer heißen Nacht zur Welt gebracht.

Ich hab‘ zu jenen Blicken ein Gesicht erdacht
Von zager Schönheit, dass der Tag nicht wagt
Mehr aufzusehen, und allein die Nacht
Tastend mit sachten Lichtern sucht und fragt.

Max Dauthendey, 1867-1918

Ein paar Stunden vor der Flugzeit der Glühwürmchen hat Stephanie dieses schöne Foto gemacht. Dankeschön!

Das goldene Himmelstor

„Blick zum Goldenen Himmelstor“ – sensationell. Es gibt Orte auf der Welt, da sieht man das Himmelstor. Ich glaube, das finden wir an vielen Orten. In Augen von Kindern, vor allem von Neugeborenen, in Augen von Liebenden, in einem atemberaubenden Sonnenuntergang, an wunderschönen Plätzen in der Natur.

Himmlisch ist eine Schüssel frischer Erdbeeren, sind die blühenden Rosen (die meisten sind jetzt verblüht, manche werden ein zweites Mal später im Jahr blühen, andere haben ihre Gaben verteilt bis nächstes Jahr), ist die Option auf herrliche Äpfel und Quitten, der frische Salat aus dem Garten mit den Gurken dazu.

Dem Himmel nah ist man bei der Arbeit, wenn Menschen bei sich ankommen können, in ihrem Inneren erneut einheimaten, Wertschätzung erfahren und Hoffnung erwachsen kann. Nah dran bin ich, wenn ich die Skripten für das Nautilusprojekt schreibe und mich mit Themen wie Meisterschaft, Seele, Geist, Vision, Ego und Selbst, Ziele formulieren und erreichen, Sinne, Achtsamkeit und Tausenderlei mehr befassen darf – Geschenke, die ich gerade jeden Tag auf dem Schreibtisch habe und eins zu eins weitergeben darf ab 25. September (www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/).

Begegnungen können den Himmel öffnen, weil gegenseitige Achtsamkeit, Verständnis, Wohlwollen Wachstumsbooster der besten Art sind. Wo begegnest du Menschen, die dich stärken, dein Selbstvertrauen wachsen lassen, die dir etwas zuMUTen, damit du dich ent-wickeln kannst, die deinen Weg begleiten wie Leuchttürme? DAS sind die Momente, die wichtig sind. Di Momente, in denen du erkennst: Ich bin ein absolutes Wunder. Ein schöpferisches Wesen, das gestalten kann, das selbstwirksam ist und wertvoll, kostbar, weil einzigartig.

 

Hab einen zauberschönen Wochenteilungstag. Vielleicht nutzt du den Feiertag für ein verlängertes Wochenende? In der Natur findest du viele Himmelstore. Wer weiß, welches du entdeckst in den nächsten Tagen.

 

Danke an Sigrid auch für dieses wunderbare Bild!

Zu nah?

Manchmal müssen wir einander näher kommen als gedacht, denn Platz ist in der kleinsten Hütte.

Sigrid hat diesen erstaunlichen Parkmoment in Frankreich fotografiert. Herzlichst Danke für dein Foto!

Ziel -> Ziel -> Vision

Manche Orte sind von Geschichten umrankt wie die Loreley, der Blautopf oder der Mummelsee im Schwarzwald. Schon als Kind liebte ich solche Geschichten. Ich stellte mir vor, wie die schöne Lau so unglücklich war mit ihrem Wasserehemann, welche Tragik, wenn Schiffe zerschellten im Rhein. Ich lauschte gebannt den Erzählungen über die Abenteuer von Odysseus, wanderte mit Stifter durch die Weihnacht im „Bergkristall“ und fand die Märchen von Astrid Lindgren wahrhaftig bewegender als Pippi Langstrumpf.

Viele Menschen haben im Herzen eine tiefe Sehnsucht nach Geschichten und Märchen, sie sind Medizin für unsere Ängste. Allein der Beginn: „In den alten Zeiten, in denen Wünschen noch geholfen hat“ bis „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ – das ist reine Magie! Es ist durchaus möglich, dass auch in unseren Zeiten das Wünschen noch hilft, wenn man erkannt hat, dass Wünschen bedeutet: Ich bin mit dem momentanen Zustand nicht ganz glücklich.

Wie soll das Leben sein, damit ich mich besser fühle? Daraus entwickle ich eine Vision, lasse sie wie einen Stern am Firmament leuchten, der mich begleitet, dessen Licht scheint, wenn ich auf dem Weg verzweifle, die falsche Richtung einschlage und neue Orientierung brauche. Ich breche Ziele herunter, Trittsteine, die mich der Vision näher bringen, ich breche sie in kleinere machbare Herausforderungen herunter und entscheide jeden Tag aufs Neue: Was konkret werde ich heute tun, um meiner Vision einen guten Schritt näher zu kommen? Und so gehe ich los und mache genau diesen Schritt.

Jeden einzelnen Tag. Ich frage nicht, ob ich darauf Lust habe oder  andere Dinge wichtiger sind – ich mache diesen Schritt, den ich mir vorgenommen habe und der Rest des Lebens gruppiert sich darum herum.

Vielleicht erreiche ich meine Vision nie – wer weiß. Dennoch ist sie der zentrale Leitstern, Fixpunkt, Orientierung in meinem Leben. Alles, was ich mache, folgt diesem Weg. Es geht nicht darum, die Vision wirklich zu leben. Es geht darum, Freude auf dem Weg zu haben. Die Abenteuer zu genießen, die dieser Weg an jedem Tag bereithält. Vom Weg abzukommen und sich neu zu orientieren. Seine Meinung auch mal gravierend verändern zu müssen, weil Erkenntnisse klarmachen: das war nicht die richtige Entscheidung. Und ich genieße jeden Tag die Geschichten der Menschen, mit denen ich arbeite. Letztlich ist jede einzelne Lebensgeschichte eine einzige Heldensage, die vom Kampf mit Drachen, vom Scheitern, Aufstehen und am Ende vielleicht Ankommen berichtet.

Welchen Titel mag DEINE Heldensage tragen?

 

Einen schönen Dienstag! Steffen hat dieses wunderschöne Ginkgofoto in China aufgenommen. Dankeschön für dein Bild!

Die schöne Lau

Zuunterst auf dem Grund saß ehmals eine Wasserfrau mit langen fließenden Haaren. Ihr Leib war allenthalben wie eines schönen, natürlichen Weibs, dies eine ausgenommen, dass sie zwischen den Fingern und Zehen eine Schwimmhaut hatte, blühweiß und zärter als ein Blatt vom Mohn. Im Städtlein ist noch heutzutag ein alter Bau, vormals ein Frauenkloster, hernach zu einer großen Wirtschaft eingerichtet. und hieß darum der Nonnenhof. Dort hing vor sechzig Jahren noch ein Bildnis von dem Wasserweib, trotz Rauch und Alter noch wohl kenntlich in den Farben. Da hatte sie die Hände kreuzweis auf die Brust gelegt, ihr Angesicht sah weißlich, das Haupthaar schwarz, die Augen aber, welche sehr groß waren, blau. Beim Volk hieß sie die arge Lau …

Eduard Mörike, Beginn „Die Historie der schönen Lau“, in der die Sage rund um den Blaubeurer Blautopf erzählt wird.

Silke hat das Foto vom Blautopf gemacht. Dankeschön!

Geschäft-igkeit

Geschäftigkeit und Egozentrik – zu Kneipps Zeiten begann das Tempo der Welt langsam zuzunehmen, doch kein Vergleich mit 2022! Kneipp stellte oft bei den Menschen, die ihn um Rat ersuchten, nervöse Erschöpfung fest, die damals Neurasthenie genannt wurde und heute wohl Burnout heißen würde. Unzählige Male wies er darauf hin, dass die Menschen ausreichend schlafen, sich gut bewegen und mäßig ernähren sollten, um in einer gesunden Mitte zu sein, dass sie zwischen harter Arbeit und Anspannung und Muße wechseln. Negotium und Otium waren die Begriffe in der Antike dafür. Wir wissen es alle und handeln oft gegen unsere Natur. Das können wir eine gute Weile so treiben, doch irgendwann ist der Bogen überspannt, erholt sich das System nicht mehr.

Überholt ist aus meiner Sicht das Life-Work-Balance-Modell. Viele Menschen setzen ihre Prioritäten klar und Menschen, die so arbeiten wie wir in ihrem Herzensbusiness, machen zwischen Leben und Arbeiten nicht so viel Unterschied. Dennoch achten wir darauf, Auszeiten zu nehmen, denn ohne Auszeiten wäre auch unser Bogen überspannt. Wir holen uns Inspiration durch Begegnungen mit großartigen Menschen, wir lieben Museen, Kunst und Kultur aller Art und Natur. In Büchereien und Buchhandlungen können wir vollkommen die Zeit vergessen, was uns immer wieder passiert. Der Katalog des Kaufhauses, das die guten alten Dinge noch am Start hat (Manufactum) ist ein zerfledderter Lesespaß und Gartenkataloge sehen bei uns ähnlich aus. Das sind meine Pausenmomente. So macht es mir auch Freude, Zitate zu sammeln, Tausende sind es sicherlich. Wenn es uns reicht, sind Filme immer wieder eine Tür zur Entspannung. Hugo Cabret war der letzte Film, der uns berührt und bewegt hat.

In den nächsten Wochen gibt es gleich mehrere Kneipp-Angebote bei uns. Am 4. und 11. Juli ist das Praxisseminar zum Thema „Mit Kneipp gegen Stress und Schlafstörungen“ (der Kurs ist ausgebucht), am 12. und 19. Juli werden wir in der Alten Synagoge in Kitzingen im Rahmen eines VHS-Seminars schauen, wie uns Kneipp bei Sommerhitze gut helfen kann. Für dieses Seminar bitte rasch bei der VHS Kitzingen direkt anmelden. Am 28. Juni werden wir in Kitzingen um 19.30 Uhr in der Alten Synagoge ein tolles Vortragsthema haben: Biografiearbeit. Was die einzelnen Jahrsiebte an Herausforderungen für uns bereithalten. Wenn man das weiß, versteht man manche Krise im Leben leichter. Beim Vortrag einfach gern vorbeikommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben.

 

Allen einen feinen Wochenstart!

Danke an Manuela für das herrliche Sommerfoto!

Geschäft oder Gott?

Wie viele Leute findet man im heutigen Leben, die, solange ihre Kräfte reichten, nur auf ihr Geschäft versessen waren, aber an keinen Gott, an keine Religion dachten. Ihren Frieden, ihr Glück suchten sie nur im Zeitlichen; jetzt sind ihre Kräfte erlahmt, sie verfallen in Trübsinn, arten zu Neurasthenikern aus.

Sebastian Kneipp, 1821 – 1897

Schon ein Jahr vorbei! Im Geburtstagsjahr von Sebastian Kneipp konnten wir unsere Kneipp-Gesundheitstrainer-Ausbildung in Bad Wörishofen absolvieren. Toll war das! Christoph hat Freude im Garten des Kneipp-Museums

Was zu pimpen wäre

Es ist selten, dass wir ein kursfreies Wochenende haben. Wir haben es in der Frühe für den Garten genutzt. Jetzt fehlt nur noch eine einzige Ecke, dann sind wir einmal durch die grüne Hölle durch. Wir sind sehr gewillt, das morgen im Morgengrauen (das Wort bekommt dadurch eine sehr wahre Bedeutung) zu wuppen. Haach, Häkchen dran und alles auf Anfang :-)))) Isso im Garten.

Dann erfreuten wir uns am Hausputz, die Fenster waren fällig, man macht ja sonst nix. Jede Menge Bürokram und Wäsche stand in der Warteschleife, na dann.

Endlich ist das alles erledigt und zwar fixer als geplant (es hat ja Vorteile, wenn man vor halb fünf draußen ist) und ich bin an einem echt spannenden Punkt im Nautilusprojekt angelangt. 20 von 52 Skripten sind geschafft. Es geht voran, was höchste Eisenbahn war. Noch passt der Zeitplan perfekt, ich kann da auch streng mit mir selbst sein.

Ein cooles kleines (naja, sehr relativ, es ist alles außer klein) Zwischenprojekt ist noch reingekommen, dem ich in den nächsten Tagen hoffentlich ein wenig nachgehen kann, ein Kartenset! Wow, sowas habe ich noch nie gemacht, ich freue mich und bin gespannt. Da die grafische Seite von einer Meisterin ihres Fachs gemacht wird, weiß ich, dass es superschön wird. Ich werde die Texte dazu beitragen. Hach, toll!

In einem sehr spannenden Seminar diese Woche ging es um die Frage: Wie würdest du deine Arbeit auf den Punkt bringen? Zack, hier isses für den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung: Pimp heart & mind/Mind infusion. Hoppla, ist einfach so dagewesen, trifft es aber sehr genau. Exakt das sind die beiden Bereiche, die wir intensiv im Nautilusprojekt anschauen, liebevoll dehnen und erweitern. Um nicht nur unser eigenes Potential zu entfalten, sondern auch, um alle um uns herum positiv zu berühren. Letztlich geht es darum, sich bestens für die Zukunft aufzustellen.

Bist du dabei??? Ich hoffe doch. Schau mal hier, da findest du alle Infos. Wir sehen uns: www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Schönes Wochenende!

Steffi zeigt, wie das geht! Danke für das mega Foto!

Nie alt werden

Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

Franz Kafka, 1883-1924

Feigen frisch am Baum – von Theresa auf dem Jakobsweg entdeckt. Danke für dein Bild! Beste Glückwünsche zum 33. Geburtstag! Wow! 33 Jahre. Ich bin geflasht. Es war damals auch ein sehr, sehr heißer Sommertag, ein Sonntag und just 15.30 Uhr bei deiner Geburt! Sonntagskind! Ich freue mich und bin stolz auf unsere Töchter!! Tolle, tolle Frauen!

Pflege ist Herausforderung

Freitage sind spannend. In welchem Zustand werden wir Vater und Bruder vorfinden? Gut aufgestellt und positiv gelaunt oder das Gegenteil? Wie wird es ausschauen dort? Bereits beim Betreten des Hauses sehe ich, wie die Stimmung die Woche über war, ob gekocht wurde und ob das auch geklappt hat oder nicht. Beim Einkaufen dann der Versuch, das Augenmerk auf Obst, Gemüse und Salat zu legen anstatt auf den Dauerbrenner Matjesheringe. Nichts gegen Fisch, im Gegenteil, aber nicht jede Woche. Wir bringen schon immer für zwei Tage gekochtes Essen mit, damit nur warm gemacht werden muss und es dann wenigstens genug Gemüse gibt. Aber es ist anders gekocht bei uns, es schmeckt nicht wie von der Ehefrau gekocht und das löst Unmut aus. Sortieren im Kühlschrank – wurden die alten Joghurts zuerst gegessen oder die neuen von hinten vorgezogen, weil liebere Sorten? Sind genug Windeln, Katheter und Salben, Medikamente, Desinfektionsmittel und Staubsaugerbeutel da? Tropft ein Wasserhahn?

Beim Putzen sehe ich so manches, was runtergefallen, verschüttet ist. Ich checke Versorgungslisten, Urinmengen, Blutzuckertabellen und prüfe, ob alles noch ausreicht. Terminkalender prüfen – was steht an, ist alles auf dem Schirm?

Betten abziehen, saubermachen, saugen, wischen, die Wäsche der Woche bügeln. Flickwäsche einpacken, Bettwäsche mitnehmen zum Waschen. Einkaufen, alles Verräumen, Mittagessen, katheterisieren und dann ab nach Hause.

Noch geht das alles, die Blessuren des Alltags und Erkrankungen sind handhabbar. Jetzt kommen die heißen Tage und ich hoffe, dass sie genug trinken. Dank der Nierenerkrankung meines Bruders sind sie da seit 53 Jahren drauf geeicht, das müsste also gut klappen.

Alter ist echt nix für Feiglinge. Menschen, die Angehörige (vor allem mit Demenz wird es dann rasch sehr haarig) begleiten, sind oft über alle Grenzen erschöpft und müssen irgendwann entscheiden, ihre Lieben ins Heim zu geben, das sind oft unlösbare ethisch-moralische Konflikte, wenn Versprechen im Raum stehen „du musst nie ins Heim, ich versorge dich“. Andererseits haben wir  oft auch sehr heftig formulierte Erwartungshaltungen Marke „Wir haben dir den Hintern geputzt, das bist du uns schuldig“ – emotionale Erpressung vom Feinsten.

Ich erlebe alle Seiten, in der Praxis, im eigenen Leben. Mittelalte Kinder, die sich fragen, ob sie wirklich alles müssen, was Eltern wollen, Schuldgefühle, Anerkennungsfragen, die nie beantwortet wurden. Erwartungshaltungen, oft auch eine totale Verkennung der Realität da draußen, die anders ist als die Welt in der Zeit, in der Frauen genötigt waren, daheim den Haushalt zu organisieren und alles zu pflegen, was krank ist, sei es Mensch oder Tier. Die Zeiten sind anders. Die Konflikte gleich. Es gibt nicht immer gute Lösungen für alle, oft sind es schwer errungene Kompromisse. Manchmal muss man ein sehr klares Wort sprechen, denn Liebe bedeutet nicht, alles zu akzeptieren. Egal, wie alt oder jung jemand ist.

Habt einen feinen Tag!

 

Meine zarte Queen of Sweden.

Licht ins Herz tragen!

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen sich so viel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.

Johann Wolfgang von Goethe

Rosenschönheiten.

Gartenszenen

Stück für Stück fräsen wir uns durch die grüne Hölle. Um fünf Uhr morgens, weils zu anderen Zeiten nicht geht wegen Allergie. Da ist die Welt zwar auch nicht mehr so ganz in Ordnung, weil die Kriebelfliegen alles angreifen, was sich den Garten nähert, aber immerhin schlafen die Grasmilben noch. Neben unserem Garten ist eine Blühwiese, die überwiegend aus Quecken und Klee besteht und das wuchert durch unseren Garten wie eine Angriffswelle.

An der Grundstücksgrenze steht eine Schlehenhecke, ratet, was überall im Garten aufgeht. Ich mag Schlehen, aber gern als Hecke und nicht im Beet, wenn man nichtsahnend Unkraut rausholt und die Hand direkt in einen unsichtbar darin versteckten Schlehdorn sticht. Klee ist Tiefwurzler, das bedeutet, bis zum Erdkern graben zum Entfernen. Quecken bilden ohnehin unterirdisch das beste Internet, das man sich denken kann, Quecken werden nie an Netzwerkstörungen leiden, so vernetzt, wie sie sind. Oberirdisch wimmelt es von Nacktschnecken.

Das sind Momente, da wünsche ich mir Laufenten, aber die fressen irgendwann auch das Nützliche und wir könnten sie hier niemals artgerecht halten. Wir teilen fair, aber dass alle Erdbeeren gemopst werden, ist durchaus ärgerlich. Nun gut, so ist das halt im Gartenleben, denn die meiste Zeit des Tages gehört der Garten den vielen Tieren. Wir haben so viele Wildbienen, Erdhummeln und Holzbienen, das ist schon genial.

Der neue HerzWEGweiser wandert nun in die Druckerei, damit für das neue Quartal die Termine schön präsentiert werden. Ihr könnt euch vorfreuen!

 

Allen einen freundlichen Jupitertag!