Montags-Nachdenk-Input

Heute ist der neue Rogerskurs gestartet. Wie schön, wenn sich Menschen zusammenfinden, um Authentizität, Empathie und Wertschätzung zu erfahren, zu erleben und zu erarbeiten, wie dies in unsere tägliche Arbeit einfließen kann. Der Kurs wird von Therapeuten aller Arten belegt, denn sprechen müssen alle Therapeuten mit ihren Klienten/Patienten, aber auch von Chefs, die ihre Mitarbeiter auf gute Weise führen möchten und er wird auch gern zur Selbsterfahrung genutzt. Wer noch mit einsteigen will, hat am 16. Dezember Gelegenheit dazu. Wir haben dann noch fünf Kurstage vor uns.

Die Woche wird spannend. Am Dienstag geht es um 19.30 Uhr in der Alten Synagoge in Kitzingen im Rahmen der VHS-Vorträge um das Thema „Einsamkeit“. Einsam fühlen wir uns alle hin und wieder, aber Einsamkeit ist heute ein ganz anderes Phänomen von der Menge der Betroffenen und der Schwere der Wahrnehmung her. Wir haben Kontakte, aber keine Freundschaften, pflegen unsere „Connections“, aber nicht die Begegnung von Herz zu Herz. Soziale Isolation ist ein großes Thema. Wer sich dafür interessiert – einfach vorbeikommen.

Am Mittwoch ist hier im Haus bei uns wieder GlücksWERKstatt und ihr habt euch das Thema Gedichte gewünscht. Ich werde ein paar Sätze zu Gedichten sagen, aber der Schwerpunkt liegt auf dem Austausch – was ist DEIN persönliches Lieblingsgedicht oder was sind deine Favoriten? Wer Lust hat, kann gern mit dazu kommen, bitte Bescheid geben wegen der Plätze. Mitzubringen ist gute Laune, Neugier auf „noch’n Gedicht“ und das eigene Lieblingsgedicht oder die meist geliebten, wenn es mehrere sind (was bei den meisten Menschen der Fall sein dürfte). Erlaubt ist, was gefällt. Vielfalt erwünscht.

Ansonsten hoffe ich darauf, diese Woche innerlich mit dem Thema ein bisschen weiterzugehen, das im Kloster Schöntal angeregt wurde und wo ich dann passend wenigstens wieder mal die erste Hälfte des Films „Die stille Revolution“ dazu angeschaut habe, um das Thema auch von der Businessseite aus anzugehen. Ich werde drei Tage in Vaihingen an der Akademie für Kurse sein und gedenke, die Abende/Nächte gut zum Nachdenken zu nutzen. „Wo und wie finde ich den Geist?“ – das ist die Frage. Gemeint ist damit, sich bewusst zu werden, was wir heute in unserer Welt unter Geist verstehen. Dazu passt unsere derzeit intensivere Beschäftigung wegen der Kursvorbereitung zu der im Januar startenden Reihe „LebensKUNSTseminar“ mit einem der Unterthemen Tugenden und Werte. Geistes-Gegenwart, geist-reich, geistige Klarheit, Erkenntnis und ihre Wirkung auf den Alltag – all das sind Schlagworte, die mich derzeit innerlich stark bewegen und viele Fragen hochwirbeln. Wäre ich Hilde Domin, würde ich sagen: Wer es könnte, die Welt hochwerfen, damit der Wind hindurchfährt. So ist das Nach-Denken, das Bewegen in Herz und Sinn, etwas, das schwer fällt neben dem normalen Alltag her. Da braucht es sehr bewusst die Entscheidung, sich ab und an innerliche Auszeiten zu nehmen, damit Gedanken bis zum Ende durchdacht werden können, ohne Ablenkung, ohne Flucht vor Erkenntnisschwere in Arbeit oder irgendwelchen Alltagskrempel. Ich glaube, dass das ein wichtiges Thema unserer Zeit ist: Geistes-Gegenwart zu erfahren, denn das ist es, was ich dauernd bei den Menschen, mit denen ich arbeite, erleben darf – die Sehnsucht nach der Wiederanbindung an etwas, das größer ist als wir selbst. Wir nennen das „religio“, wieder anbinden. Wo können wir unsere Sehnsucht anbinden, unter welchen Schutz und Schirm unser Menschsein stellen? Spannend. Mal sehen, wie wir das dann letztlich in den LebensKUNSTseminaren umsetzen werden.

Allen einen gelungenen Start in diese neue Woche. Mögen wir gut behütet durch die Tage kommen.

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