
Mächtig zürnt der Himmel im Gewitter.
Nikolaus Lenau, 1802–1850
Steffi hat diesen erstaunlichen Himmel fotografiert. Vielen lieben Dank!

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten – da steckt viel Wahrheit drin. Wir nennen das heute „Flow“, wenn wir ganz in dem aufgehen, was wir tun. Kinder sind natürliche Flowspezialisten, sie sind ins Spiel vertieft (was ihre Arbeit ist!) und haben so herrlich Freude. Um in einen Flowzustand zu geraten, müssen wir eine gute Weile am Stück an einem Thema dranbleiben und genau das fehlt uns heute total. Wir können uns kaum mehr länger als wenige Minuten konzentrieren, dann lenken wir uns ab und checken die Mails, gucken bei WhatsApp etwas nach oder schauen drei Katzenvideos. Damit schneiden wir uns von einer wahrhaft großartigen Erfahrung ab, der nämlich, in eine Begeisterung hineinzugleiten und es zu genießen, mal am Stück einen großen Berg abzuarbeiten.
Gestern Abend im Vortrag über Herzkohärenz haben wir uns intensiv angeschaut, was wir gerade in unserer Zeit mit uns selbst tun, wenn wir dauernd unser Tun unterbrechen – wir zerfleddern geistig förmlich. So kommt kein Flow zustande, so schaffen wir nicht intensiv am Stück mal etwas weg.
Da sich die Regel „die dicke Kröte zuerst“ schon immer bewährt hat, sprich: das, was am meisten Schwierigkeiten bereitet, sollte man gleich wegschaffen am frühen Morgen, könnte man sich eine wunderbare Routine angewöhnen, wenn das machbar ist: Bald nach dem Aufstehen eine erste Arbeitsphase einläuten, während der man 90 bis 120 Minuten am Stück die größten Brocken konzentriert erledigt und sich das dann natürlich auch noch gut anfühlt.
Wichtig ist, dass man in dieser Arbeitsphase nicht gestört wird. Das kann man auch im Büro einrichten – „nicht stören“-Schild macht Sinn. Wer das nicht glaubt, darf es gern ausprobieren und ich vermute, wenn Chefs und Kollegen bemerken, wie gut man in so einer ungestörten Phase arbeiten und kreativ sein kann, gibt es mit der Umsetzung auch weniger Probleme. Klar muss man das an sein eigenes Leben anpassen, als Mama von kleinen Kindern wird man kaum morgens am Stück eine Arbeitsphase einlegen können, aber wann immer es dann möglich ist – ausprobieren.
Wir arbeiten sehr oft in diesen 120 Minuten mehr weg als zerteilt über den ganzen Tag. Und mal ehrlich: wer fühlt sich nicht gut, wenn ein Brocken schon abgearbeitet ist und vor allem das Unangenehmste schon erledigt wurde? Großartiges Gefühl!
Vielleicht fällt euch übers Wochenende ein, wie ihr das nächste Woche mal testen könntet.
Der Wasser-Tipp fürs Wochenende: Ein ausgezeichnetes Wasser trinken ist die schnellste Methode, um sich gut zu fühlen, sein Gehirn frisch zu halten und bei Schwüle besser aufgestellt zu sein. Wer Schwierigkeiten mit dem Trinken hat: schöne Gläser, Karaffen, Obst, Kräuter sorgen für ein wenig Geschmack und machen Freude. Oder ihr nehmt warmen Pfefferminztee, der kühlt von innen, aber nur, wenn er nicht kalt ist. Denn kalte Getränke muss der Körper aufheizen – wäre reichlich kontraproduktiv, oder?
Habt ein wunderschönes Wochenende!

Mark Aurels These, dass man die Dinge selbst ergründen soll in Stoff, Ursache und Zweck ist in mancherlei Hinsicht genial. Selbst ergründen ist schon der erste Stolperstein. Was ergründen wir denn heute selbst? Wir können nach-denken, was andere vor-gedacht haben, aber ergründen wir Dinge? Wer fragt sich schon, wie etwas funktioniert, solange es funktioniert? Und was sollen Stoff, Ursache und Zweck sein?
Im Grunde ist Aurels Satz ein Leitfaden für unsere Zeit. Heute nennen wir es First principle-Denken und das ist es, was Menschen erfolgreich macht wie z.B. Steve Jobs oder Elon Musk. Sie brechen die Dinge auf ihre Grundbausteine herunter und ringen sich konkrete Definitionen ab. Aus was ist etwas gemacht (= Stoff)? Was ist die Ursache für Dinge? (könnte in unserer Zeit die Frage danach sein, weshalb und wozu wir etwas erfinden, also welcher Notstand behoben werden soll und vor allem, aus was etwas besteht) und Zweck (der Nutzen, wie wir etwas verwenden können). Diese Denkweise hat mir als Kind mal massiv Ärger eingebracht. Ich zerlegte ein Radio, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es innen drin aussieht. Ich dachte, im Radio sitzen winzig kleine Männchen in einem Orchester und ich wollte sie so gern sehen und vor allem die Miniinstrumente. Gefunden habe ich sie nicht. Das Radio war unrettbar verloren. Ich bekam ein Verbot für die Dauerfragerei: wie geht das? Wie macht man das? Was ist innen drin? Ich begann notgedrungen, das Familienlexikon zur Lieblingslektüre zu erwählen (es endete bei H. So viel zum Thema Allgemeinbildung. Alles jenseits von H bleibt eventuell nebulös).
Wir produzieren so viele Dinge, deren einziger Zweck darin besteht, dem zu Reichtum zu verhelfen, der sie verkauft. Gehen wir bewusst durch unser Haus. Was steht darin? Gibt es einen guten Grund, weshalb wir Dinge haben? Oder stellt sich heraus, dass wir uns darunter etwas anderes vorgestellt haben und können es weitergeben? Sind die Dinge, die wir besitzen, nützlich und sind sie auch so hergestellt, dass sie nachhaltig sind, also repariert werden können, vielleicht händisch betrieben werden oder nicht aus Materialien hergestellt, die auf Jahrhunderte die Umwelt schädigen? In jedem Haushalt stehen Tausende von Dingen, die diesen Kriterien nicht entsprechen.
Was brauchen wir wirklich? Etwas zu essen, vor allem sauberes Wasser zu trinken, ein Dach über dem Kopf. Bildung, Freiheit. Ein Training zur Wiedergewinnung von Lebensfreude. Schlichtheit. Schönheit und Ästhetik von Formen, die uns umgeben und uns somit prägen. Menschen, mit denen wir in einem wachsenden Austausch stehen – du wirst wie die Menschen deiner direkten Umgebung, wähle sorgsam. Sie sind dein Spiegel.
Nutze die Tage und sortiere durch: Was belastet dich, weil du es nicht mehr brauchst, es nicht mehr trägst, du darüber hinausgewachsen bist? Wem kannst du es weitergeben oder wie kannst du es sinnvoll entsorgen? Tu das. Es verschafft dir Luft. Less is more.
Für die Kneippianer unter euch heute der nächste Guss, den man jetzt anfangen kann, wenn man sein Immunsystem für den Herbst pimpen will und der nichts ist für Menschen mit akuten Infekten oder schweren Augenerkrankungen wie Glaukom. Es ist der Gesichtsguss. Wichtig hier ist ein weicher kalter Wasserstrahl. Führt den Strahl von der rechten Schläfe zur linken und wieder zurück. Beschreibt mit dem Strahl ein W von der rechten Schläfe Richtung Kinn und endet über der Nasenwurzel. Dann ein zweites W von der Nasenwurzel Richtung linke Schläfe. Zum Abschluss dreimal gegen den Uhrzeigersinn das Gesicht umkreisen. Genießt das wache Gefühl! Ich mache das jeden Morgen zu jeder Jahreszeit, das ist mein absoluter Lieblingsguss.
Grundregel: Anwendungen nur, wenn man selbst warm ist. Vorsichtig ausprobieren, wie es einem damit geht. Der Gesichtsguss ist vor allem dann auch grundgenial, wenn man zu Heuschnupfen und Allergien neigt oder gern den Winter über herumschnieft und Nasennebenhöhlensorgen hat.
Viel trinken nicht vergessen. Jetzt ist Kräuterzeit, überall sprießt es – packt euch Minze oder Zitronenmelisse in euren Wasserkrug, werft ein paar feine Früchtchen hinein und genießt.
Allen einen liebevollen Freitag. Vielleicht der Tag, an dem ihr feststellt, dass wir das Gehirn deshalb haben, um selbst damit zu denken. Es könnte sein, dass es relativ ungeübt ist. Sprich: Aller Anfang ist schwer.
Licht am Ende des Weges hat Steffi entdeckt! Dankeschön!

Am Dienstagabend gab es endlich ein Wiedersehen face to face in der Alten Synagoge in Kitzingen, meinem Lieblingsvortragsambiente. Das ist so schön. Ich liebe das Gebäude und wenn die Abendsonne untergeht, ist das immer sehr speziell. Wir hatten das Thema Bewegung unter dem Dreiteilungsaspekt „Körper, Seele und Geist“. Am 15. und 20. Juli bin ich nochmal mit je einem Vortrag in der Alten Synagoge und am Johannitag, 24. 6., 19.30 Uhr geht es im Praxisvortrag um die Verbindung von Herz und Gehirn. Wir haben noch wenige freie Plätze, bitte mit Anmeldung.
Das Leben hat seine eigenen Spielregeln. Im Moment sind viele Energien unterwegs, so kurz vor Johanni. Heute erreichten mich drei Meldungen, dass Menschen schwer erkrankt sind. Christoph sitzt seit einer Stunde im Auto und fährt nach Hause, seine Mutter hat beginnendes Nierenversagen. Mit 96 Jahren ist das nicht so ohne. Dinge geschehen und wir Menschen versuchen, sie gut zu lösen. Wie regelt man es, wenn sie am Telefon sagt – ich will nicht ins Krankenhaus!, und wir genau wissen, dass das wahrhaft nicht ihr Wunsch ist? Wir aber vier Stunden Autofahrt entfernt sind? Also das Versprechen eingeholt, den Notarzt zu rufen, wenn es schlechter wird und ab ins Auto. Vielleicht ist es nur die Hitze, vielleicht auch nicht, wir wissen es noch nicht. Es ist anders, wenn Menschen in der Nähe sind, da kann man schneller etwas entscheiden, weil man vor Ort selbst schauen kann. Aus der Ferne sieht man nicht immer alles gut. Wäre es hochakut gewesen, als der Arzt da war, wäre sie in der Klinik, nur – wer schaut ins Herz des Menschen?
So geht es gerade in vielen Familien, dass schwere Diagnosen mit langfristigen Folgen für das gesamte Familiensystem kommen. Menschen ihr Leben von jetzt auf nachher drehen müssen, ohne zu wissen, wie die Dinge ausgehen. Wir werden sehen. Schwiegermama hat alles gut organisiert und geplant, ist in allem vorbereitet. Vielleicht ist man das mit 96 Lebensjahren. Und vielleicht geht diese Runde nochmal gut.
Von daher: Geben wir allzeit unser Bestes. Leben wir mit Freude jeden Tag, nehmen es, wie es kommt. Dann kann man so aufgestellt sein wie meine Schwiegermutter. Sie ist der zufriedenste Mensch, den ich kenne und bei ihr war beileibe vieles nicht rund in so einem langen Leben. Dankbarkeit, Herzensfreude und Gelassenheit strahlt sie aus, seit ich sie kenne. Und so ist sie ein wunderbares Vorbild.
Allen, die Patienten versorgen, Kraft und Dank für euren Einsatz. Allen, die versorgt werden müssen, wünsche ich gute Begleiter.
Startet gut in den Johannitag! Mein Johanniskraut ist in voller Blüte, rechtzeitig.
Der Bergtee wächst bei mir zwar nicht so schön riesig wie in Griechenland, aber es reicht immer für eine gute Ernte dieses wunderbaren Gewächses!

Der Mittwoch ist dem Merkur gewidmet. Der Götterbote könnte unserer Zeit entstammen. Er hetzt zwischen Göttern hin und her, überbringt Nachrichten aller Art und ist gut gebucht. Heute würde er das Internet benutzen und Homeoffice betreibe. Die Zeiten ändern sich.
Wir empfinden unsere Zeit oft als hektisch, vor allem in diesen Tagen, in denen der Wahnsinn um sich greift. Kaum sind die Lockerungen, muss das Leben innerhalb kürzester Zeit nachgeholt werden. Alle ausgefallenen Veranstaltungen sollen gleichzeitig sein. Wir merken – das ist zu viel und zu anstrengend, wir sind das nicht mehr gewohnt. Die Menschen haben sich schnell eingefunden in die Unbeweglichkeit des Couchpotatoes. Alles griffbereit, das Leben spielte sich entlang der Fernbedienung ab. Den ganzen Tag PC für die Arbeit, abends PC für die Freizeit, ein Loblied auf Blaulicht und Schlafmangel, der dadurch feinst getriggert wird.
Stressig ist die Zeit auch, weil wir in allem unglaubliche Entwicklungen haben und kaum mehr mitkommen. Sie verlaufen eben nicht mehr linear vom Ochsenpflug über den Traktor, sondern exponentiell. Wir stehen in vielen Bereichen vor Quantensprüngen und das mit unserer Steinzeitausstattung im Gehirn. „Quietscht ein bisschen, geht aber“, pflegte mein Lehrer Hermann Seiberth in solchen Fällen frohgemut zu sagen.
Was braucht es? Mut. Mut, vollkommen neu zu denken, neue Wege zu gehen und sich nicht in diesen Stressstrudel hineinziehen zu lassen. Vertrauen, dass wir unfassbar anpassungsfähig sind und auch mit exponentiellen Dingen klarkommen können. Reduktion auf Wesentliches. Fokussierung und endlich wieder ein Training darin, mal eine, zwei Stunden hochkonzentriert an einer Sache dranzubleiben, anstatt dauernd zerfleddert zu werden durch Medien, unsere Dopaminsucht nach Klicks und Ablenkung. Man könnte schlicht sagen: Mehr Ruhe. Ab in die Natur und sich irgendwo hinbegeben, wo man durchatmen kann. Nervensägen eliminieren. Das Handy wegsperren, während man arbeitet. Der Freude folgen, falls man sie überhaupt noch wahrnimmt, falls nein – sofort auf die Suche gehen!
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wenn wir uns so weiterverhalten und aufhören, uns konzentriert mit etwas zu befassen, werden wir steuerbar und kippen aus den Latschen. Dann regredieren wir zu Konsumenten und verfehlen die Entwicklung zum Gestalter.
Wie können wir uns gut in die Welt stellen und beweglich bleiben in Körper, Seele und Geist? Heute, am 22., um 19.30 Uhr werden wir genau darüber in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag „I like to move it“ sprechen (einfach kommen, es gibt genug Platz) und am Donnerstag um 19.30 Uhr beim Praxisvortrag „Einen Stern gebären“ der Frage nachgehen, wie unser Gehirn mit Chaos umgehen kann (für den Praxisvortrag bitte anmelden unter https://www.seelengarten-krokauer.de/aktuelles/#vortraege-im-lebensraum).
Einen beweglichen und bewegenden Merkurtag!
Danke an Annemarie für das tolle Bergseefoto vom Königssee.

Groß und mächtig, schicksalsträchtig …
Neulich tauchten diese Worte in einer Aufstellung auf. Wolfgang Ambros hat sie in seinem Lied über den Watzmann verwendet. Gegenüber der Größe eines Bergs und der Schwierigkeiten, ihn zu erklimmen, kann sich der Mensch durchaus klein fühlen. Manchmal schadet das nicht, um wieder Respekt zu fühlen gegenüber der Natur.
St. Bartholomä fast mit Watzmann. Danke an Anne für das Foto!

Rosen über Rosen – ein Geschenk der Natur. Mir tut es Leid, dass ich dieses Jahr nicht so hinterherkomme mit abschneiden und die grüne Hölle nach wie vor eine ist. Beim Gießen am Wochenende dachte ich mir, dass eine Sense das einzige ist, mit dem man noch durchkäme. Es ist, wie es ist. Menschen gehen vor und der Garten kommt klar, er verwildert einfach, wie es alle Natur tut, wenn man sie nicht belästigt. Erstaunlich, was sich ansiedelt und herrlich die Farbenpracht und die Gräser. Alles ist schön auf seine Weise.
Ich hatte euch ein paar Tipps versprochen gegen Hitzeschaden.
Da wäre als Einfachstes das Barfußgehen. Wer eine Wiese hat, kann morgens direkt nach dem Aufstehen raus zum Tautreten – das ist perfekt. Tautreten macht auf eine liebevolle Weise wach und das feuchte Gras ist toll unter den Füßen. Unsere Füße sind nicht wirklich für Schuhe gemacht, so darf man durchaus auch barfußlaufen. Wir sehen es immer wieder, dass nicht mal mehr die Kinder gern barfuß gehen, weil das piekst und sticht. Wir hatten als Kinder wirklich nur für die Schule Sandalen an, den Rest der Zeit liefen wir barfuß, in kurzen Hosen und luftigen Oberteilen. So konnten wir problemlos in jeden Bach hüpfen und spielen. Der Outdoorwasserspielplatz war noch nicht erfunden. Und ein Sommerspaß war – Füße in den Wassereimer und dann auf der Straße Fußabdrücke machen. Wie viele möglich waren, hing von der Temperatur ab. Das konnten wir stundenlang spielen.
Wer einen Kaffee braucht, den aber bei Hitze nicht mag – herzlich willkommen zum Kneipp-Espresso. Den macht man am späten Vormittag, am frühen Nachmittag oder bei Hitze bei Bedarf. Er stärkt das Immunsystem und den Herzmuskel, erfrischt, macht wach und lindert nebenher Ellbogenschmerzen. Wie geht es: Hast du ein tiefes Waschbecken oder eine Wanne? Mit kaltem Wasser füllen (12 bis 18 Grad). Dann mit warmen Händen und Armen (NIEMALS kalte Anwendungen bei kalten Körperteilen) bis über den Ellbogen eintauchen. Ein paar Sekunden warten, bis der Kältereiz spürbar wird. Mutige bewegen die Arme im Wasser und alle lächeln dabei, damit die Atmung gut fließt. Wenn der Kältereiz spürbar wird, Arme aus der Wanne nehmen, Wasser abstreifen und durch Bewegung erwärmen. Echte Helden nehmen die klatschnassen Hände und reiben damit den Hals bis in die Haare nach oben, das ist der finale Frischekick. Wenn ich das morgens anwende, gebe ich gern einen Schuss Obstessig mit hinein oder Rosmarinbademilch, das macht extra frisch. Essig ist gut für die Entgiftung.
Allen einen freundlichen Marstag!
Der Kurpark in Bad Wörishofen ist wirklich schön.

Ehre und Vertrauen – die beiden Begriffe im Claudius-Zitat sind Werte. Nie habe ich mehr über Werte nachgedacht als in den letzten 18 Monaten. Ich habe mir eine lange Liste meiner Werte erstellt und überlegt, ob das wahrhaftig meine Werte sind oder Übernahmen der Werte anderer Menschen als fremde Glaubenssätze. Erstaunlich, was ich feststellen musste. Manche Werte, die ich für meine eigenen hielt, vertrete ich im Herzen nicht, sie sind anerzogen, aufoktroyiert und entsprechen nicht dem, wofür ich eintrete. Ich habe aussortiert, priorisiert und von außen prüfen lassen, wo ich diese Werte lebe oder was reines Wunschdenken meinerseits mit Entwicklungsauftrag ist. Sehr, sehr spannend. 95 Prozent der Deutschen befassen sich nicht mit Werten, heißt es. Das kann man oft spüren.
Gern arbeite ich mit Filmen, sprich, Klienten bekommen als Hausaufgabe einen Film zum Anschauen auf. Oder ich bitte die Klienten, mir ihre Lieblingsfilme zu nennen und was sie daran so bewegt. Häufig können wir daran schon sehen, welche Werte jemand hat. Sind es Filme, in denen es um Ehre, um Entwicklung, um Wachstum geht und was wird wie entwickelt? Es ist toll zu sehen, wie Menschen auf Filme reagieren und wie tief ins Herz Filmbilder gehen. Das ist so, als wenn man im Garten einen Samen sät und er keimt und wächst und gedeiht.
Welchem Ehrenkodex folgst du? Was sind deine Top Ten der Werte? Würde dein Umfeld dies bestätigen, dass das deine GELEBTEN Werte sind oder meldet es zurück, dass das deine Wunschwerte sind? Was kannst du tun, um aus Wunschwerten gelebte Werte zu machen, welche kleinen Veränderungen könntest du heute vornehmen, um den ersten Schritt zu gehen?
Allen eine besondere Woche. Ist uns bewusst, was in der Natur gerade geboten ist an Blütenfülle und dass wir gerade im Garten ernten dürfen, was wir vielleicht vor Monaten am Fensterbrett gesät haben? Sigrid hat mit ihrer Kamera ganz genau hingeschaut und schenkt uns ein unglaubliches Blau. Was für eine Künstlerin ist die Natur!

Es gibt so Tage …
Da schläfst du grottenschlecht, weil kein Mensch bei solchen Temperaturen schlafen kann.
Da ist das Duschgel so gut wie leer, du aber schon zu nass, um an den Schrank zu latschen.(Wider besseren Wissens hast du am Vortag vergessen, das neue reinzustellen, was dir jetzt echt unangenehm bewusst wird)
Du wirfst die Kaffeemaschine an und fängst an, das Frühstück zuzubereiten. Bis dir auffällt, dass es nicht nach Kaffee riecht, zumindest nicht nach der 2. Tasse. Das Display zeigt an: Entkalken. 45 Minuten später ist das Gerät entkalkt mit der letzten Tablette. Und der frisch gebrühte Kaffee bleibt stehen, weil keine Zeit mehr dafür ist.
Das Auto springt nicht an, erst mit Überbrückungskabel geht noch was. Daher stehst du auch im Stau, weil später dran als sonst.
Die Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt ist erst halb bestückt. Im Kopf schiebst du alles, was du jetzt nicht bekommst, auf die Liste für den Bioladen (was bedeutet, dass du definitiv die Hälfte vergessen wirst).
Die Milch ist sehr zeitnah abgelaufen. Hafermilch ist eh gesünder, aber im Kaffee irgendwie gewöhnungsbedürftig.
Das Regal mit dem destillierten Wasser ist nach wie vor gähnend leer.
Dafür ist die Tiefkühlgarage vom Bioladen muckelig warm.
Nach dem Einkauf verstauen steht Hausputz an.
Kaum fertig, entgleitet einem nicht näher bezeichneten Familienmitglied die Kaffeesatzschale und die frisch geputzte Küche schaut aus wie – ach, ohne Worte.
In diesem Moment klingelt der Postbote und gibt eine große Lieferung ab, die viel Füllmaterial hat. Eine Stunde nach dem Saugen wieder saugen.
Ein kalter Knieguss könnte die Rettung sein. Doch findet sich das Gussrohr nicht, der Ersatz muss gesucht werden, die Terrassensteine glühen massiv, was zu tanzenden Schritten in der Sonne führt und im Schlauch befinden sich 50 Meter kochendheißes Wasser. Bis das rausgelaufen ist, haben die Grasmilben ihr Zerstörungswerk getan und Haarewaschen ist angesagt. Kaum ist man wirklich gut nass, fällt einem auf, dass das Piepsen nicht der Tinnitus ist, sondern die nächste Maschine Wäsche, die versorgt sein will PLUS das Telefon.
Die Wäsche hängt. Statt Kaffee aus der Maschine gibt es einen Tee. Auf dem Kopf ist ein kaltes nasses Handtuch. Die Lieferung ist verstaut. Alles gebügelt und geputzt. Der Gemahl unterwegs, um die Autobatterie prüfen zu lassen und zu versuchen, das total klebrige Auto zu reinigen, weil Lindenblütenbaum beim Parken für fünf Tage übersehen.
Die guten Nachrichten: Gestern haben Gabi Heilmann und ich einen prima Podcast aufgenommen für euch. Ich bin mir sehr sicher, dass ich nächste Woche bei den diversen Vorträgen und Veranstaltungen alles am Start habe. Und dasss morgen die Kaffeemaschine schnurrt wie ein Kätzchen. Ansonsten bleibt es halt bei dem bei uns eher üblichen „Improtheater“. Ich mag nicht mal Kaffee (aber die Maschine macht so grandiosen Milchschaum).
Ich hoffe, bei euch verursachen Temperaturen dieser Art nicht solche Ausfälle. Da hilft mir nicht mal der Versuch, mich mental an den „stillen Bergsee“ mit seinem kristallklaren eisigkalten Wasser zu versetzen.
Deshalb extra Danke an Maike für die Vorstellungshilfe. Allen ein feines Wochenende. Ohne zu viel Wasser an der falschen Stelle, sondern alles genau richtig und moderat.

Der Baum wird nie an gebrochenem Herzen sterben und das Gras nie seinen Verstand verlieren. Von außen droht ihnen jede mögliche Gefahr, von innen her aber sind sie gefeit. Sie fallen sich nicht selbst in den Rücken, wie der Mensch mit seinem Geist und ersparen uns damit das wiederholte Schauspiel unseres eigenen zweideutigen Lebens.
Christian Morgenstern, 1871 – 1914
Ein sehr ungewöhnlicher Baum in unseren Breiten – aus dem Kurpark in Bad Wörishofen