Bewegung, aber fix!

Der Mittwoch ist dem Merkur gewidmet. Der Götterbote könnte unserer Zeit entstammen. Er hetzt zwischen Göttern hin und her, überbringt Nachrichten aller Art und ist gut gebucht. Heute würde er das Internet benutzen und Homeoffice betreibe. Die Zeiten ändern sich.

Wir empfinden unsere Zeit oft als hektisch, vor allem in diesen Tagen, in denen der Wahnsinn um sich greift. Kaum sind die Lockerungen, muss das Leben innerhalb kürzester Zeit nachgeholt werden. Alle ausgefallenen Veranstaltungen sollen gleichzeitig sein. Wir merken – das ist zu viel und zu anstrengend, wir sind das nicht mehr gewohnt. Die Menschen haben sich schnell eingefunden in die Unbeweglichkeit des Couchpotatoes. Alles griffbereit, das Leben spielte sich entlang der Fernbedienung ab. Den ganzen Tag PC für die Arbeit, abends PC für die Freizeit, ein Loblied auf Blaulicht und Schlafmangel, der dadurch feinst getriggert wird.

Stressig ist die Zeit auch, weil wir in allem unglaubliche Entwicklungen haben und kaum mehr mitkommen. Sie verlaufen eben nicht mehr linear vom Ochsenpflug über den Traktor, sondern exponentiell. Wir stehen in vielen Bereichen vor Quantensprüngen und das mit unserer Steinzeitausstattung im Gehirn. „Quietscht ein bisschen, geht aber“, pflegte mein Lehrer Hermann Seiberth in solchen Fällen frohgemut zu sagen.

Was braucht es? Mut. Mut, vollkommen neu zu denken, neue Wege zu gehen und sich nicht in diesen Stressstrudel hineinziehen zu lassen. Vertrauen, dass wir unfassbar anpassungsfähig sind und auch mit exponentiellen Dingen klarkommen können. Reduktion auf Wesentliches. Fokussierung und endlich wieder ein Training darin, mal eine, zwei Stunden hochkonzentriert an einer Sache dranzubleiben, anstatt dauernd zerfleddert zu werden durch Medien, unsere Dopaminsucht nach Klicks und Ablenkung. Man könnte schlicht sagen: Mehr Ruhe. Ab in die Natur und sich irgendwo hinbegeben, wo man durchatmen kann. Nervensägen eliminieren. Das Handy wegsperren, während man arbeitet. Der Freude folgen, falls man sie überhaupt noch wahrnimmt, falls nein – sofort auf die Suche gehen!

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wenn wir uns so weiterverhalten und aufhören, uns konzentriert mit etwas zu befassen, werden wir steuerbar und kippen aus den Latschen. Dann regredieren wir zu Konsumenten und verfehlen die Entwicklung zum Gestalter.

Wie können wir uns gut in die Welt stellen und beweglich bleiben in Körper, Seele und Geist? Heute, am 22., um 19.30 Uhr werden wir genau darüber in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag „I like to move it“ sprechen (einfach kommen, es gibt genug Platz) und am Donnerstag um 19.30 Uhr beim Praxisvortrag „Einen Stern gebären“ der Frage nachgehen, wie unser Gehirn mit Chaos umgehen kann (für den Praxisvortrag bitte anmelden unter https://www.seelengarten-krokauer.de/aktuelles/#vortraege-im-lebensraum).

Einen beweglichen und bewegenden Merkurtag!

 

Danke an Annemarie für das tolle Bergseefoto vom Königssee.

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