Autor: Christine Krokauer

  • Schöne Abende

    Schöne Abende

    Lebensfreude und Krebserkrankung – wie geht das zusammen? Am Dienstag war ich zu Gast in einer Selbsthilfegruppe mit diesem Thema. Mit sachten Schritten haben wir geschaut, was Lebensfreude bedeuten kann und dass dazu gehört, die kleinen Momente des Alltags zu genießen. Die Tasse Tee, die unserem Nervensystem Ruhe signalisiert ebenso wie das summende Ausatmen. Wir haben über Menschen, die uns stärken gesprochen, über die Kraft der Natur, die Musik, die Schönheit, die sich überall zeigen kann, denn gerade das Schöne, Wahre und Gute ist so wichtig für uns Menschen. Das Wort Spielraum hat uns auf besondere Weise durch den Abend begleitet – wie groß ist dieser Spielraum an jedem Tag? Was geschieht, wenn ich über die Grenzen gehe und wie kann ich mich innerhalb der Möglichkeiten froh bewegen? Mitgefühl und Dankbarkeit tragen viel zur Lebensfreude bei, auch uns selbst und dem Leben an sich gegenüber. Mit einer Reise durch den Körper hin zu unserem Herzenshaus klangen wir aus.

    Wie kann ich selbst immer wieder Lebensfreude ins Leben einladen? Worauf richtet sich dein Fokus – auf das, was funktioniert oder darauf, was nicht klappt? Auf das Schöne oder das, was verbessert werden muss? Auf die Momente der Zufriedenheit, weil sie dich innerlich befrieden?

    Heute einen lebensfreudigen, kraftvollen Jupitertag für dich.

     

    Danke an Ursula für das Foto – so werden jetzt manche Morgenmomente werden. Alles hat seine Zeit.

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  • Glück

    Glück

    Es gibt nur einen Weg zum Glück, und das ist, aufzuhören, sich über Dinge zu sorgen, die jenseits unserer Macht liegen.

    Epiktet

    Glück ist- Hagebutten und Blüte zugleich zu entdecken. Danke, liebe Ursula, für dein Foto!

    1 gefällt mir Es gibt nur einen Weg zum Glück, und das ist, aufzuhören, sich über Dinge zu sorgen, die jenseits unserer Macht liegen. Epiktet Glück ist- Hagebutten und Blüte zugleich zu entdecken. Danke, liebe Ursula, für dein Foto!

  • Licht und Schatten

    Licht und Schatten

    Das Fallen der Äpfel ist beendet. Die, die noch hängen, reifen noch. Alles hat seine Zeit. Die kleinen Apfelbäume sind schon leer. Der Quittenbaum steckt alle Kraft gerade ins Wachsen der Früchte. Im Garten lernt man, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht.

    Wir können das Leben nicht kontrollieren oder in vorauseilendem Gehorsam jedes Unbill abwenden. Was wir jedoch tun können: Altlasten aus dem System schaffen. Uns innerlich gut einmitten. Immer wieder die Frage klären: Wer und was stärkt mich? Welche Menschen in meiner Umgebung geben mir Kraft, welche nehmen sie mir? Was in meinem Alltag ist absolut nervig und darf verändert werden? Was hält mich davon ab? Alte Glaubenssätze stecken hinter manchem Verhalten. Schlimme Sätze, dass wir nicht gut genug sind, sowieso zwei linke Hände haben, dumm und vieles anderes mehr. So erkennen wir nicht, wer wir wirklich sind, was wahrhaftig in uns steckt.

    Wo viel Schatten ist, muss auch viel Licht sein. Wer nur auf die negativen Seiten schaut, sieht nur einen Teil, nicht das Gesamte. Was wäre ein Rembrandtgemälde ohne Schatten, ohne Dunkelheit? All das bringt auch Tiefe, lässt das Helle leuchten. Du bist ein Gesamtkunstwerk, kein überlebendes Urteil deiner Vergangenheit. Entdecke dich.

     

    Apfelbaum am Goetheanum.

    1 gefällt mir Das Fallen der Äpfel ist beendet. Die, die noch hängen, reifen noch. Alles hat seine Zeit. Die kleinen Apfelbäume sind schon leer. Der Quittenbaum steckt alle Kraft gerade ins Wachsen der Früchte. Im Garten lernt man, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. Wir können das Leben nicht kontrollieren oder…

  • Septembermorgen

    Septembermorgen

    Septembermorgen

    Im Nebel ruhet noch die Welt,

    Noch träumen Wald und Wiesen:

    Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,

    Den blauen Himmel unverstellt,

    Herbstkräftig die gedämpfte Welt

    In warmem Golde fließen.

    Eduard Mörike, 1804-1875

    Stephanie hat das Himmelsblau fotografiert. Danke dir!

    1 gefällt mir Septembermorgen Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. Eduard Mörike, 1804-1875 Stephanie hat das Himmelsblau fotografiert. Danke dir!

  • Vorfreude

    Vorfreude

    Ein altes Buch, dem man ansieht, dass es jeden Tag benutzt wird. Ein nagelneues Notizbuch (120 gr Papier!!) und ein frisch gefüllter Füller, türkis für den Schreibspaß. Vorfreunde! In sieben Wochen bin ich ein paar Tage weg. Ich brauche diese Freude, denn beim Blick in die Lage im Land empfinde ich das Gegenteil. Also wappne ich mich mental, auch mit dem täglichen Meditationsbuch, in dem die Wochensprüche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner ebenso enthalten sind wie die Gedanken für den jeweiligen Tag, die Monatstugend und vieles mehr. Das ist das Buch, das bei uns seit 22 Jahren jeden Morgen zur Hand genommen und daraus das Tagesentsprechende vorgelesen wird. Das nagelneue Notizbuch mit dem schweren Papier, damit beim Schreiben mit Füller möglichst wenig durch zu dünne Seiten schimmert und weil ich damit mein Notizbuchjahr einläute. Ein Notizbuch pro Jahr für alles, was ich irgendwo an Zitaten oder Bedenkenswertem finde. Alles, was ich seit Jahren an Informationen für mein Buch sammle (jaja, es wächst in den möglichen Mikroschritten). Alles, was ich auf keinen Fall vergessen will. Füller muss sein. Was ich mit meiner eigenen Hand aufgeschrieben habe, ist anders vernetzt im Gehirn. Ich weiß, wo ich welches Zitat in welchem Notizbuch finde, denn es hat immer eine andere Farbe und Form. Und ich habe genug Tinte, dass es für ein türkisfarbenes Jahr reicht. Klingt vielleicht seltsam, doch ich freue mich jetzt schon jeden Tag darauf, welchen ersten Gedanken ich auf die Seite schreiben werde. Um jede Schreibblockade abzuschmettern, fange ich immer mit einem meiner Lieblingstexte an. Vielleicht in diesem Jahr Rilkes Gedanken zu Fragen und Antworten aus einem der Briefe an Kappus. Oder Mascha Kaléko, Rose Ausländer, mal sehen. Ich habe sieben Wochen Zeit, um mir diesen Text vor die Füße flattern zu lassen. Ich bin vorbereitet.

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  • Der kulturbefördernde Füll

    Der kulturbefördernde Füll

    Der kulturbefördernde Füll

     

    Ein wünschbar bürgerlich Idyll

    erschafft, wenn du ihn trägst, der Füll.

    Er kehrt, nach Vorschrift aufgehoben,

    die goldne Spitze stets nach oben.

    Wärst du ein Tier und sprängst auf vieren,

    er würde seinen Saft verlieren.

    Trag einen Füll drum! (Du verstehst:

    Damit du immer aufrecht gehst.)

                Christian Morgenstern

    An diesem Ort werde ich meinen Füller aufschrauben und wissen: das ist einfach nur großartig. Caféteria am Goetheanum. Der Morgenstern-Füllertext ist einer von zwei Texten, die ich für eine Eurythmieausbildung aus Abschlusstext gewählt hatte und ein all time-Lieblingstext

    1 gefällt mir Der kulturbefördernde Füll   Ein wünschbar bürgerlich Idyll erschafft, wenn du ihn trägst, der Füll. Er kehrt, nach Vorschrift aufgehoben, die goldne Spitze stets nach oben. Wärst du ein Tier und sprängst auf vieren, er würde seinen Saft verlieren. Trag einen Füll drum! (Du verstehst: Damit du immer aufrecht gehst.)             Christian…

  • Freuvorschau

    Freuvorschau

    Diese Woche beginnt mit einem meiner Favoriten aus dem anthroposophischen Seelenkalender. „Ich selber schau in Raumesweiten des Herbstes Winterschlaf“ – noch sind die Temperaturen oben, doch spürt man mit jedem Blick in den Garten den Herbst. Jedes Jahr, wenn dieser Text aufscheint, staune ich, wie passend er ist.

    Morgen darf ich in einer Selbsthilfegruppe zu Gast sein mit dem Thema „Lebensfreude“, das ist wirklich schön. Am Wochenende endet bei den angehenden Coaches der systemische Ausbildungsblock, noch insgesamt drei Wochenenden und diese Gruppe hat ihren Kreis beendet. Schön, dass nun die  Anmeldungen für den „Jahreskurs innere Kraft und äußere Klarheit“ eingehen, wir starten unser gemeinsames Jahr am 26. September. Magst du mitgehen? Dann schau gern hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus

    Allen einen freundlichen Start in die neue Woche, in Bayern ist es die letzte Woche der Sommerferien, alle trudeln nach und nach wieder zuhause ein.

     

    So oft gehen meine Gedanken in diesen Tagen froh an diesen Ort – das Goetheanum in Dornach, Blick ins Treppenhaus und zum Roten Fenster.

     

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  • Lieblinge

    Lieblinge

    Es dämpfet herbstlich sich

    Der Sinne Reizesstreben

    In Lichtesoffenbarung mischen

    Der Nebel dumpfe Schleier sich

    Ich selber schau in Raumesweiten

    Des Herbstes Winterschlaf

    Der Sommer hat an mich

    Sich selber hingegeben.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner

    Quittenvorfreude am Goetheanum.

    1 gefällt mir Es dämpfet herbstlich sich Der Sinne Reizesstreben In Lichtesoffenbarung mischen Der Nebel dumpfe Schleier sich Ich selber schau in Raumesweiten Des Herbstes Winterschlaf Der Sommer hat an mich Sich selber hingegeben. Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner Quittenvorfreude am Goetheanum.

  • Aus ganzem Herzen DANKESCHÖN

    Aus ganzem Herzen DANKESCHÖN

    Heute ist ein besonderer Tag – eine Gruppe hat heute ihren letzten gemeinsamen Seminartag im Jahreskurs „Innere Kraft und äußere Klarheit“. Ein Teil der Gruppe beendet die Reise, ein anderer geht in die Therapeuten-, der dritte Teil in die Coachingausbildung. 52 Wochen sind wir gemeinsam durch viele Themen gegangen – Körper, Seele und Geist, wie funktioniert das Gehirn, welche Sinne haben wir, wie können wir Wahrnehmungen fördern? Warum ist das Labyrinth wichtig, weshalb Stille? Kommunikation hat uns das gesamte Jahr über begleitet, wir haben die Arbeit von Carl Rogers kennengelernt, uns mit Spiral Dynamics und Ken Wilbers integralem Denken befasst und vielem mehr.

    Am 26. 9. um 9 Uhr startet eine neue Gruppe – du kannst gern mitreisen, wenn du magst. Alle Stationen deiner Reise und die Möglichkeiten nach diesem ersten gemeinsamen Jahr findest du hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus

    Für euch, die ihr dieses Jahr mit uns gereist seid: Es war uns eine große Ehre, mit euch unterwegs zu sein. Danke für euer Vertrauen und euren Mut, so eine Reise zu unternehmen. Wir freuen uns, dass ihr nun auf der Zielgeraden seid und wünschen euch, dass alles, was wir gemeinsam erarbeitet haben, eine großartige Wegzehrung für euer Leben wird. Vergesst nicht, euch zu feiern und stolz auf euch zu sein!

     

    Goldwege des Herzens entstehen, wenn man ein Jahr so intensiv zusammen unterwegs ist wie im Nautilusprojekt. Da kommt es zu zahllosen goldenen Verbindungen der Menschen untereinander. Herrlich.

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  • Schwarzes Moor

    Schwarzes Moor

    O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
    Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
    Sich wie Phantome die Dünste drehn
    Und die Ranke häkelt am Strauche,
    Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
    Wenn aus der Spalte es zischt und singt! –
    O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
    Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

    Fest hält die Fibel das zitternde Kind
    Und rennt, als ob man es jage;
    Hohl über die Fläche sauset der Wind –
    Was raschelt drüben am Hage?
    Das ist der gespenstische Gräberknecht,
    Der dem Meister die besten Torfe verzecht;
    Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!
    Hinducket das Knäblein zage.

    Vom Ufer starret Gestumpf hervor,
    Unheimlich nicket die Föhre,
    Der Knabe rennt, gespannt das Ohr,
    Durch Riesenhalme wie Speere;
    Und wie es rieselt und knittert darin!
    Das ist die unselige Spinnerin,
    Das ist die gebannte Spinnenlenor‘,
    Die den Haspel dreht im Geröhre!

    Voran, voran! Nur immer im Lauf,
    Voran, als woll es ihn holen!
    Vor seinem Fuße brodelt es auf,
    Es pfeift ihm unter den Sohlen,
    Wie eine gespenstige Melodei;
    Das ist der Geigemann ungetreu,
    Das ist der diebische Fiedler Knauf,
    Der den Hochzeitheller gestohlen!

    Da birst das Moor, ein Seufzer geht
    Hervor aus der klaffenden Höhle;
    Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
    „Ho, ho, meine arme Seele!“
    Der Knabe springt wie ein wundes Reh;
    Wär nicht Schutzengel in seiner Näh,
    Seine bleichenden Knöchelchen fände spät
    Ein Gräber im Moorgeschwele.

    Da mählich gründet der Boden sich,
    Und drüben, neben der Weide,
    Die Lampe flimmert so heimatlich,
    Der Knabe steht an der Scheide.
    Tief atmet er auf, zum Moor zurück
    Noch immer wirft er den scheuen Blick:
    Ja, im Geröhre war’s fürchterlich,
    O schaurig war’s in der Heide.

    Annette von Droste-Hülshoff

    Stephanie fand es im Schwarzen Moor bei strahlendem Sonnenschein ganz und gar nicht schaurig und hat das tolle Foto geschickt. Danke!

    1 gefällt mir O schaurig ist’s übers Moor zu gehn, Wenn es wimmelt vom Heiderauche, Sich wie Phantome die Dünste drehn Und die Ranke häkelt am Strauche, Unter jedem Tritte ein Quellchen springt, Wenn aus der Spalte es zischt und singt! – O schaurig ist’s übers Moor zu gehn, Wenn das Röhricht knistert im Hauche!…