A bis H

Mark Aurels These, dass man die Dinge selbst ergründen soll in Stoff, Ursache und Zweck ist in mancherlei Hinsicht genial. Selbst ergründen ist schon der erste Stolperstein. Was ergründen wir denn heute selbst? Wir können nach-denken, was andere vor-gedacht haben, aber ergründen wir Dinge? Wer fragt sich schon, wie etwas funktioniert, solange es funktioniert? Und was sollen Stoff, Ursache und Zweck sein?

Im Grunde ist Aurels Satz ein Leitfaden für unsere Zeit. Heute nennen wir es First principle-Denken und das ist es, was Menschen erfolgreich macht wie z.B. Steve Jobs oder Elon Musk. Sie brechen die Dinge auf ihre Grundbausteine herunter und ringen sich konkrete Definitionen ab. Aus was ist etwas gemacht (= Stoff)? Was ist die Ursache für Dinge? (könnte in unserer Zeit die Frage danach sein, weshalb und wozu wir etwas erfinden, also welcher Notstand behoben werden soll und vor allem, aus was etwas besteht) und Zweck (der Nutzen, wie wir etwas verwenden können). Diese Denkweise hat mir als Kind mal massiv Ärger eingebracht. Ich zerlegte ein Radio, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es innen drin aussieht. Ich dachte, im Radio sitzen winzig kleine Männchen in einem Orchester und ich wollte sie so gern sehen und vor allem die Miniinstrumente. Gefunden habe ich sie nicht. Das Radio war unrettbar verloren. Ich bekam ein Verbot für die Dauerfragerei: wie geht das? Wie macht man das? Was ist innen drin? Ich begann notgedrungen, das Familienlexikon zur Lieblingslektüre zu erwählen (es endete bei H. So viel zum Thema Allgemeinbildung. Alles jenseits von H bleibt eventuell nebulös).

Wir produzieren so viele Dinge, deren einziger Zweck darin besteht, dem zu Reichtum zu verhelfen, der sie verkauft. Gehen wir bewusst durch unser Haus. Was steht darin? Gibt es einen guten Grund, weshalb wir Dinge haben? Oder stellt sich heraus, dass wir uns darunter etwas anderes vorgestellt haben und können es weitergeben? Sind die Dinge, die wir besitzen, nützlich und sind sie auch so hergestellt, dass sie nachhaltig sind, also repariert werden können, vielleicht händisch betrieben werden oder nicht aus Materialien hergestellt, die auf Jahrhunderte die Umwelt schädigen? In jedem Haushalt stehen Tausende von Dingen, die diesen Kriterien nicht entsprechen.

Was brauchen wir wirklich? Etwas zu essen, vor allem sauberes Wasser zu trinken, ein Dach über dem Kopf. Bildung, Freiheit. Ein Training zur Wiedergewinnung von Lebensfreude. Schlichtheit. Schönheit und Ästhetik von Formen, die uns umgeben und uns somit prägen. Menschen, mit denen wir in einem wachsenden Austausch stehen – du wirst wie die Menschen deiner direkten Umgebung, wähle sorgsam. Sie sind dein Spiegel.

Nutze die Tage und sortiere durch: Was belastet dich, weil du es nicht mehr brauchst, es nicht mehr trägst, du darüber hinausgewachsen bist? Wem kannst du es weitergeben oder wie kannst du es sinnvoll entsorgen? Tu das. Es verschafft dir Luft. Less is more.

Für die Kneippianer unter euch heute der nächste Guss, den man jetzt anfangen kann, wenn man sein Immunsystem für den Herbst pimpen will und der nichts ist für Menschen mit akuten Infekten oder schweren Augenerkrankungen wie Glaukom. Es ist der Gesichtsguss. Wichtig hier ist ein weicher kalter Wasserstrahl. Führt den Strahl von der rechten Schläfe zur linken und wieder zurück. Beschreibt mit dem Strahl ein W von der rechten Schläfe Richtung Kinn und endet über der Nasenwurzel. Dann ein zweites W von der Nasenwurzel Richtung linke Schläfe. Zum Abschluss dreimal gegen den Uhrzeigersinn das Gesicht umkreisen. Genießt das wache Gefühl! Ich mache das jeden Morgen zu jeder Jahreszeit, das ist mein absoluter Lieblingsguss.

Grundregel: Anwendungen nur, wenn man selbst warm ist. Vorsichtig ausprobieren, wie es einem damit geht. Der Gesichtsguss ist vor allem dann auch grundgenial, wenn man zu Heuschnupfen und Allergien neigt oder gern den Winter über herumschnieft und Nasennebenhöhlensorgen hat.

Viel trinken nicht vergessen. Jetzt ist Kräuterzeit, überall sprießt es – packt euch Minze oder Zitronenmelisse in euren Wasserkrug, werft ein paar feine Früchtchen hinein und genießt.

Allen einen liebevollen Freitag. Vielleicht der Tag, an dem ihr feststellt, dass wir das Gehirn deshalb haben, um selbst damit zu denken. Es könnte sein, dass es relativ ungeübt ist. Sprich: Aller Anfang ist schwer.

 

Licht am Ende des Weges hat Steffi entdeckt! Dankeschön!

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