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Nichtigkeiten

Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen.

War’s wert, dass wir den Bann des Schweigens brachen,

um solche Nichtigkeiten auszutauschen?

So schwätzen wohl zwei Vögel miteinander,

derweil in ablässigem Gewander

des Stromes strenge Wogen meerwärts rauschen.

Erwacht in dir nicht ein Gefühl der Leere,

erwägst du, wie so auftrat Jahre, Jahre

nichts aus Geschwätz aus dir sich und dem andern,

indessen nach der Gottheit  Schoß und Meere

der Geistesweisheit sternenspiegelklare

Gewässer ruhlos und gewaltig wandern?

Christian Morgenstern, 1914

Worum geht es dir wirklich?

Milde vom Herzen lernen, um die Welt nicht zu verdammen mit ihrem Schelten – das ist ein bewegender Gedanke. Den kann ich in diesen Tagen oft brauchen, weil mich menschliches Verhalten manchmal, vorsichtig formuliert, erstaunt. Da denke ich oft, dass der liebe Gott wahrhaft einen großen Tiergarten zum Üben bereitgestellt hat mit täglichem Trainingsmaterial der zu lernenden Milde.

Milde und Güte sind zwei Worte, die wir kaum mehr hören, dabei sind beide Medizin. Wie Seelenbalsam legen sich die Worte ans Herz, hüllen es weich ein und schotten auch ein wenig ab gegen den kalten Wind, der außen pfeift.

Bist du mild und gütig? Dir gegenüber auch? Manchmal können wir im Außen anders agieren als uns selbst gegenüber. Auf der einen Seite gehen wir gern sehr lax mit uns um, auf der anderen Seite sind wir wahre Folterknechte. Da wäre eine gute Mitte brauchbar.

Um Milde und Güte ging es gestern auch in einem Gespräch (Technik sei Dank) mit einem lieben Menschen. Der Arbeitsberg – enorm. Die Fülle an Aufgaben nicht bewältigbar. Die klare Frage: Was ist die eine einzige Sache, die du am liebsten ausschließlich machen willst? Klare Antwort. Jetzt haben 100 Milliarden Nervenzellen den Auftrag, die Frage zu klären, wie es gelingt, mehr Freude und Energie in diesen Bereich zu stecken, damit er ausreicht, um die Not-Wendigkeiten des Lebens zu tragen.

Fokus ist in unserem zerschredderten Lebensalltag ein zentraler Begriff. Nur wer dranbleiben kann an dem, was er wahrhaftig will und was sein Lebensauftrag ist. Der Rest ist Zerstreuungsversuch von außen, mit dem wir uns selbst als Erfolgsmodell abschaffen. Konzentration ist eine echte Herausforderung. Sie basiert auf Klarheit, Konsequenz, Milde und Güte (bei der Masse unserer Fails, die ich gern Wachstumsschritte nenne) sich selbst gegenüber, sonst schaffen wir das nicht mehr. Falls wir glauben, dass da Willenskraft genüge, irrt. Der Wille ist ein Zwerg, der sich bei den meisten bereits nach dem Frühstück aufgebraucht und zur Ruhe gelegt hat. Die Power guter Gewohnheiten hingegen kann ein Riese sein, dessen stabiles Gerüst den Alltag stützt und uns hilft, auf unserer Spur zu bleiben.

Klar wurde Rotkäppchen nur zu Rotkäppchen, weil sie dem Wolf gelauscht hat. Aber das Internet ist nicht der Entwicklungswolf, der uns auf die falsche Fährte zieht, um uns zu der Person zu machen, die wir sind. Der Wolf war kein Dopamindrogenlabor, sondern ein krasses Lernfeld und ein steiniger Weg. Das ist der Unterschied zwischen dem Internet, das fängt und hilflos macht und dem Wolf, der Rotkäppchen herausgefordert hat. Nicht verwechseln. Und fein mild und gütig bleiben, damit wir nicht hart-herzig werden, das braucht gerade niemand.

Allen einen wunderbar milden Tag mit Gütemomenten vom Feinsten.

 

Andrea entführt uns mit diesem Foto in die Wunder der Natur. Danke!

Milde vom Herzen lernen

O wie gerne lern ich Milde,

liebes Herz, von deinem Munde,

folge dir in stillem Bunde

in geläuterte Gefilde!

Und wir schaun zurück zusammen

auf die Welt, samt ihrem Schelten,

und anstatt sie zu verdammen

lassen wir sie gehen und gelten.

Christian Morgenstern, 1914

Am Haus Duldeck in Dornach fanden wir dieses Gedicht auf der Tafel vor dem Haus aufgeschrieben. Ich liebe es – hingehen und gucken, was draufsteht und die Worte mit in den Tag nehmen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich daraus eine fast tägliche Übung für die social media gemacht habe. Vom Regen nicht verwischbar.

Kennen und Können

Die Menge des Nichtwissens in unserer Zeit ist riesig. Die Zeiten der Universalgenies sind seit Goethe vorbei. Das macht die Frage so spannend, ob es überhaupt noch darauf ankommt, irgendwelches Wissen zu vermitteln in der Schule, oder ob es nicht sinnvoller ist zu erlernen, wie man Wissen selbstständig erwerben kann, im Idealfall mit dem Augenmerk darauf, was einen Menschen denn von sich aus wahrhaftig interessiert und das Wissen deshalb auch leicht aufnehmen kann.

Was sind Fertigkeiten, die wir lernen sollten? Ich denke, was Schule vermitteln sollte, ist Neugier auf alles. Ein Kind ist nicht schlecht in Mathe oder unbegabt für Sprachen. Es ist grundsätzlich mal an fast allem interessiert, solange man es das selbst erforschen lässt. Selbst forschen, herausfinden und unterwegs lernen, wie man sich hilft, halte ich für wichtig. Viel mit den Händen machen ist auch kein Schaden – warum nicht nähen, Getreide säen, ein Fahrrad reparieren lernen und dabei etwas über die Herstellung von Stoffen vom Altertum bis heute, die Aussaat und Getreidearten sowie moderne Landwirtschaft und Technik lernen? Am besten von Menschen, die das beruflich tun, weil sie es einfach besser wissen, weil täglich tun?

Musik und Geschichten sind lebenswichtig, was bedeutet – ein Instrument erlernen, vielleicht eines selbst bauen, Geschichten erzählt bekommen, weil wir selbst werden, was uns unsere Kopfgeschichten über uns erzählen. Uns bewegen, weil wir sonst Schreibtischopfer werden, die nicht viel be-griffen haben. Gemeinschaft erfahren, indem Junge Alte besuchen, sich gegenseitig helfen. Warum nicht Senioren für den Schulgemüsegarten fragen, die Küche und wer gerade einen schlechten Tag hat, hilft beim Gemüseschnippeln, Tischdecken oder Servietten falten?

Wenn Sozialkompetenz angelegt ist, lernt sich Medienkompetenz schnell und dann können Desks mit Aufgabenangeboten irgendwo stehen – der Schüler ruft ab, was er machen will und weiß ab einem gewissen Alter, dass er bestimmte Dinge bis zu einem bestimmten Termin erledigen muss, damit er einen Nachweis bekommt. Es gibt Gesprächspartner, die Auskunft zu allen möglichen Themen geben. Wissenschaftler, die ansprechbar sind für die jungen Menschen und ihr Labor aufmachen, Praktika anbieten, Firmen, die erkennen, dass guter Nachwuchs eine Frage dessen ist, dass junge Menschen schauen können, was eigentlich dort gemacht wird und das spannend und vor allem wichtig für das Überleben der Menschheit ist. Das können am besten Menschen erklären, die das jeden Tag tun und lieben, was sie tun. Die Sinn in ihrer Arbeit leben.

Schule soll auf das Leben vorbereiten. Was ist das Leben? Kein geplanter getakteter Alltag, sondern immer mehr Chaos und Unsicherheit. Leben ist Surfen von Wellen, von denen keine so ist wie die vorhergehende. Leben ist Flexibilität, Neugier, Umgang mit Frustration und Begeisterung gleichermaßen, ist die Suche und das Finden, das Balancieren zwischen Krankheit und Gesundheit. Die eigentliche Schule ist das Leben selbst.

Förderung ist die Kunst, zwischen Fordern und Überfordern einen guten Weg zu finden. Potentiale zu erkennen, wo vielleicht noch nicht viel aus dem Ackerboden schaut. Es bedeutet, Träume zu ermöglichen, anstatt sie mit den Worten „das ist doch Quatsch“ zu zertrümmern. Wer weiß, ob in manchen Träumen nicht die Möglichkeiten der Lösung von Zukunftsfragen steckt. Förderung bedeutet anzuerkennen, dass wir keine normierten Nikoläuse sind, alle gleich in Geschmack, Textur und Aussehen, sondern dass die Vielfalt Chance ist. Vieles ist oft weder gut noch schlecht, sondern unser Umgang damit macht es zu positiven oder negativen Einflüssen auf das Leben. Die Fertigkeit des Unterscheidens ist Aufgabe der Bildung. Natürlich gibt es Menschen, die sind intellektueller als andere, theoretisch interessierter, andere sind Praktiker durch und durch – das ist gut so. Werden wir diesen Fähigkeiten gerecht? Im Moment nicht mehr.

Wer in der Zukunft Vielfalt im Können erleben will, darf jetzt Vielfalt im Kennenlernen fördern. Kreativität entsteht nicht im Normierungstopf, gespeist vom Schulkücheneinheitsbrei.

 

Vielfalt im Hofgartenbeet. Danke an Annemarie für das Foto!

Wissensverhältnis

Sei dir bewusst, was du weißt. Was du hingegen nicht weißt, das gib zu. Das ist das richtige Verhältnis zum Wissen.

Konfuzius, 551–470 v. Chr.

Blumen aus dem Garten VOR dem Schnee.

Wow!

Manchmal rummst es und das Leben bremst einen aus. Freitagmorgen. Sonst Startschuss in den arbeitsmäßig umfangreichsten Wochentag, weil frühs Abfahrt zu Vater und Bruder, Einkaufen, Putzen, Haushalt machen, helfen und dann zurück Kurse fürs Wochenende vorbereiten. Diesen Freitag war es anders. Die Knochen bleischwer. Stimme – weg. Also PCR-Termin vereinbart, alle Termine abgesagt, Wochenendkurs mit Aufstellungen verlegt und ab in die freiwillige Quarantäne, denn das Ergebnis des PCR-Tests kann dauern. Tage mit für mich sehr hohem Fieber und der Unmöglichkeit, irgendetwas Sinnvolles zu tun. Mir fiel ein Satz unseres Kinderarztes ein: „Ich bin immer nur am Wochenende krank, wegen der Patienten“. In Zeiten von Corona funzt das allerdings nicht, da ist man notgedrungen in Quarantäne und so finden alle Termine online statt, bis alles in sicheren Tüchern für mich und die Menschen, die zu mir kommen, ist.

Wären es freie Tage gewesen, hätte ich sie zum Lesen und Nachdenken benutzt, so war das nicht möglich. Dennoch ist das Gehirn ja enorm leistungsfähig und brachte eine Menge an Fragen vor, die sich um den Begriff der sozialen Beschleunigung drehten, wie das der Soziologe Hartmut Rosa nennt (Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne). Wir vergleichen permanent und haben Angst, was zu verpassen. Deshalb gibt es keine Pause mehr und dass mir das mein Körper auch sagen wollte – hey, stopp mal kurz, ein Wochenende muss drin sein. Eine Erkenntnis des Wochenendes: Mein Schlafzimmer hat ein geniales Morgenlicht Anfang April, unfassbar großartig! Na gut, der Schnee spiegelte das Licht fein, drinnen zwischen Wärmflaschen und Fieberschüben ist mir das mit der Kälte draußen nicht aufgefallen.

Zudem erinnerte ich mich die Frage, die mein Denken derzeit fokussiert: Was ist die eine Sache, die ich am meisten liebe? Der ich mein Leben widme? Das ist in jedem Fall meine Arbeit. Doch nicht erst seit der Pandemie weiß ich, dass ich diese Arbeit in der Schule (nicht in der Praxis, das ist prima, wie es ist) in ein neues Gewand stecken möchte. Und ich habe etwas erkannt, was mich sehr bewegt hat: Alles, was wir in der Cardea-Therapie seit einem Jahrzehnt unterrichten und was ich seit Monaten auf den neuesten Stand bringe, damit wir im September mit neuen ergänzten und vertieften Inhalten starten können, ist meine Antwort auf die Fragen der Zeit. Cardea verbindet Philosophie, Werte, Menschenbild, Achtsamkeit, tiefste Wertschätzung, einfache Techniken, das Leben zu bewältigen und Klarheit. Cardea (lat.  cardo „Türangel“, „Scharnier“) war in Rom die Göttin der Schwellen, der Türscharniere und der Türgriffe. Mit Forculus (Gott der Türpfosten) und Limentinus (der Türschwelle), gehört sie zu den Sondergöttern. Bei Ovid heißt es in den Fasti: „Cardea (ursprünglich Carne) war eine Nymphe im Hain des Helernus am Tiber. Bat ein Verehrer um ein Stelldichein, erklärte sie ihm, dass sie sich unter offenem Himmel schäme und schlug einen Ort im Gebüsch oder einer Höhle vor. Eilte der Verehrer dorthin, entwischte sie. Leider gelang ihr das nicht mit Janus, dem Doppelköpfigen, der ihr zum Dank die Macht über Türscharniere und -griffe gab. Ihre Macht ist es, zu öffnen, was geschlossen ist; und zu schließen, was geöffnet ist.“

Unser Nautilusprojekt stellt Cardea in einen viel größeren Rahmen, weil es künftige Coaches und Menschen, die am Auspacken ihrer Potentialwundertüten interessiert sind, sowie die angehenden Therapeut:innen ein Stück weit auf eine gemeinsame Reise mitnimmt für die Grundlagen, danach geht jede Gruppe ihren eigenen Weg weiter.

Wenn also das Wochenende mit der Lahmlegung im Außen etwas gebracht hat, dann diese Erkenntnis: Was ich seit 13 Jahren in der Praxis und seit über 10 Jahren mit Cardea mache, ist ein Handlungsleitfaden, wie Leben gelingen kann. Für Menschen, die in ihrer Kraft stehen und für die, die aus dem Gleichgewicht sind. Und damit ist es ein großartiges Projekt! Ich bin so dankbar, dass ich das Wissen weitergeben darf und freue mich auf viele Menschen, die dieses Angebot annehmen. Die Listen sind offen, wer sich interessiert – gern melden.

Was ich mache, trägt absolut dazu bei, Menschen auf tiefster Herzensebene zu dienen. Das ist eine Erkenntnis, die mich die nächsten krass arbeitsreichen Monate für das Nautilusprojekt als Kraftquelle begleiten wird.

 

Wichtig: Der VHS-Vortrag am Mittwoch muss natürlich verlegt werden. Vermutlich wird er im Mai nachgeholt, bitte nicht am Mittwoch nach Kitzingen kommen!! Und durch die Verlegung des Aufstellungstages habt ihr jetzt am 24. April die Chance, um 11 und um 14 Uhr eine Familien- oder Teamaufstellung zu machen! Wer mit dabei sein mag – gern melden bei mir.

Allen eine gute Woche.

Nicht festhalten an etwas

Wenn du weißt, dass nichts bleibt, wie es ist, wirst du nicht darauf beharren, an etwas festzuhalten.

Wenn du dich vor dem Sterben nicht fürchtest, gibt es nichts, was du nicht erreichen kannst.

Lao Tse, Tao te King

„Glückliches Würzburg“

 

„Glückliches Würzburg“, befand Gottfried von Viterbo im 12. Jahrhundert. Er kannte die Residenz noch nicht, sie wurde erst zwischen 1720 und 1744 erbaut unter der Regie von Balthasar Neumann, der Innenausbau war dann 1781 fertiggestellt, das Treppenfresko von Tiepolo ist berühmt. Viele Menschen heiraten in der Hofkirche und lassen dann ihre Hochzeitsfotos im Residenzgarten machen. Der ist zu jeder Jahreszeit schön, denn die Gärtner geben sich wie auch fast überall in der Stadt wirklich Mühe.

Das mit dem trefflichen Volk sehen Zugezogene vielleicht nicht sofort so. Es dauert, bis die Unterfranken auftauen. Als ich 1984 nach Würzburg zog, gab es klare Gebiete, in die man zieht und solche, die man meidet. Nach sechs Umzügen seit 1984 haben wir in einigen Ecken der Stadt gewohnt und in jeder freundliche Menschen kennen gelernt. Es ist die Geburtsstadt unserer Kinder, wir haben quasi unser ganzes Erwachsenenleben bisher dort verbracht. Wir haben uns nie gefragt, ob das jetzt eine schöne Stadt ist oder nicht, es gab wenige Ansätze, den Lebensmittelpunkt woanders hinzuverlegen. Wir mögen es hier, zumal wir am Rand wie auf dem Land wohnen und die Stadt nur bei wenigen Besuchen im Jahr erleben.

Wir machen manchmal wie Ferien in der Stadt – wir fahren mit der Touristenbahn, gehen mit dem Nachtwächter eine Runde und lernen Ecken kennen, die wir nie angeschaut hätten, erleben Führungen in der Residenz und der Festung. Wenn wir unterwegs waren und von der Autobahn aus Festung oder Käppele sehen, fühlt sich das heimisch an. Die alte Mainbrücke ist mein Favorit, wenn sie im Nebel liegt, es dunkel und feucht ist und niemand dort geht – dann erinnert sie mich an die Karlsbrücke von Prag. Tagsüber ist sie ein Menschenmagnet mit ihrem Weinangebot, das ist nicht meins. Ich mag die Stadt, wenn die Nebel über dem Main liegen und der Fluss daran erinnert, dass Wasseradern Verkehrswege waren und freue mich an alten Fotos.

Kindheitserinnerungen, wenn wir nach Würzburg kamen, das war für mich die größte Stadt der Welt damals, mit Straßenbahnen, mit Höllenlärm und der Löwenbrücke, vor der wir Angst hatten, denn mein Vater sagte immer kurz zuvor: „Wenn wir über die Löwenbrücke fahren und jemand hat gelogen, dann fressen einen die Löwen“. Vermutlich waren wir alle im Auto froh, dass wir es überlebt haben und stürzten uns auf die Brandstätterhörnchen oder staunten über die Wasserspiele im Neubert, wo wir stundenlang Musik und Lichter beobachteten. Ich bin gespannt, was für Erinnerungen die nächsten Jahre vielleicht dazukommen. Wer weiß, wie die Welt sich wandelt.

Allen einen schönen Freitag in eurer Heimatstadt, wo immer ihr seid. Was ist für euch das Schönste in eurer Stadt?

 

Danke an Annemarie für das Foto!

Gedankensplitter

Es gibt so Momente, da staune ich nur. So ging es mir gestern, als ich endlich entdeckte, WER die krasse Stimme zur Filmmusik von The Last Kingdom ist – Eivor Palsdottir. Ich kannte sie vorher nicht, bin kein Fernsehzuschauer, wir haben gar kein Gerät. Aber die Filmmusik zur Serie kannte ich und war vom ersten Ton an begeistert. Was ich bis gestern nicht wusste, ist, dass es Vocalcoaches gibt, die sich unter anderem solche Stücke anhören und erklären, wie die Künstler das gemacht haben. Für Nichtsänger wie mich überraschend, aber einig war ich mir mit dem Vocalcoach, dass Eivors Stimme viel auslösen kann. Ein beeindruckendes Stück von ihr findet ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=wsl-KHGe4Kk

Ansonsten staunte gestern Heidi Hanselmann darüber, wie krass meine Haare immer wachsen. Alle sechs Wochen kommt ein ganzer Berg an Haaren zusammen, natürlich dann nicht, wenn sie mal wachsen sollen (was nur zweimal bisher der Fall war). Sie ist eine tolle Naturhaarfriseurin mit Bürstenmassage und ätherischem Öl, speziell ausgesucht, im Shampoo. Das sind meine Miniferien alle sechs Wochen, dafür mache ich mich gern auf den Weg nach Veitshöchheim (http://www.ganzheitliche-naturfriseure.de/index.html). Sie meinte, ich kann nächste Woche in Kitzingen keinen Vortrag über Ordnung halten und dabei wie ein Yeti aussehen. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Das neue VHS-Programm fürs Wintersemester bis März 2023 ist fertig – es ist stets abenteuerlich, fast ein Jahr im Voraus zu überlegen, was die Themen sein könnten. Manchmal passt es wunderbar und manchmal frage ich mich: Was habe ich mir dabei denn gedacht? Ich bin sehr gern in der Alten Synagoge in Kitzingen, ein wunderbarer Kraftort und eine Stätte liebevoller Begegnungen jedes Mal. Der Vortrag ist am Mittwoch, 6. 4., um 19.30 Uhr. Einfach kommen! Herzliche Einladung!

Zwischen den Terminen mache ich mir Gedanken zum Newsletter. Wobei mein Augenmerk auf den Newsletter groß ist, denn ich möchte Gedanken zu den Lesern senden, die stärken und ermutigen können.

Auf jeden Fall stärkt und ermutigt Sandras heutiges Foto – sind diese beiden nicht zauberhaft? Sie haben Sandra in ihrem Garten besucht. Danke für dieses wunderschöne Bild!

Aufbruch

In einem großen Geiste bricht jahrhundertelanges, im Verborgenen schaffendes Keimen der Naturkräfte zur strahlenden Blüte auf.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Sina hat diesen Blütentraum im Bild festgehalten. Von Herzen Danke!

Staunen und Wunder

Kinder staunen den ganzen Tag. Alles ist neu. Noch nie haben sie gesehen, wie die Schnecke über die Straße kriecht. Wie ein Vogelpaar ein Nest baut. Wie Wellen die Sandburg mitnehmen. Dass Wolken manchmal fliegen und manchmal wie festgepinnt am Firmament kleben. Dass der Mond mal rund und voll und mal ganz sicheldünn sein kann.

Wer nicht staunt, ist nicht lebendig. Denn wer nicht staunt, ist nicht mehr ehrfürchtig vor dem Wunder vor Augen und wem die Ehrfurcht fehlt, dem mangelt es an Respekt und Liebe. Alles beginnt also mit dem Staunen und beWUNDERn.

Wir wünschen uns so oft im Alltag mehr Wertschätzung, Beachtung, Aufmerksamkeit. Und wie gehen wir selbst durch den Tag? Eilen von A nach B mit dem Taschenkobold vor Augen. Rechts und links geben sich Traubenhyazinthen, Tulpen, Narzissen und die ersten kleinen Blattspitzen neben Schlehenblüten die Ehre. Wie du mir, so ich dir – wenn ich also Wertschätzung wünsche, bin ich herzlich eingeladen, erst einmal Wertschätzung in mir selbst aufzubauen für die Wunder um mich herum. Manchmal sind es die großen und kleinen Wunder der Natur. Der schön geschmückte Hauseingang des Nachbarn, eine gut gelungene Arbeit, strahlende Augen, ein höflicher, ernstgemeinter Gruß, der das Göttliche in mir erreicht (haben wir mit „Grüß Gott“ nicht Glück, oft am Tag an unser Goldkörnchen erinnert zu werden im Herzen?).

Ich wünsche dir heute viele Staunmomente im Positiven. Viele Augen-Blicke, in denen du bemerkst, was in der Natur gerade alles geschieht und wie viel Vertrauen und Hoffnung in das Leben dir das schenken kann.

Hab einen wunderschönen Wochenteilungstag. Schön, dass du da bist.

Erstaunlich

Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.

Johann Wolfgang von Goethe

Blüten im Frühjahr – ist das nicht das Erstaunlichste, was der Frühling an Wundern bietet? Danke an Manuela für das Foto!

Bist du eine Inspirationsquelle?

Lächelnde Morgen sind vermutlich nicht jedermanns Sache. Ich bin Frühaufsteher und kein Morgenmuffel, das trifft nicht für alle zu, hier gibt es auch Menschen mit längerer Anlaufzeit :-). Da ich zur Zeit viele Skripten schreibe, Coachings und Vorträge vorbereite, erhöht sich auch das Lesevolumen. Die letzten Nächte habe ich mir mit Ashlee Vances Buch über Elon Musk um die Ohren geschlagen und Bodo Janssens „Eine Frage der Haltung“. Von klein auf habe ich Biografien spannend gefunden. Mein erstes Werk in dieser Richtung war Ferdinand Sauerbruch „Das war mein Leben“, zu der Zeit des Lesens verpflanzte Christiaan Barnard gerade erstmals ein menschliches Herz und Menschen landeten kurz darauf auf dem Mond. Als Kind dachte ich, dass ich in den spannendsten Zeiten leben darf (das denke ich noch immer!).

Mich hat so lange ich denken kann interessiert, was Menschen antreibt, zu tun, was sie tun. Ob das Edison war, Albert Schweitzer, der Dalai Lama oder Steve Jobs, Musk, Pfarrer Kneipp – es ist eine sehr gemischte Truppe, die meinen Biografielesehimmel bevölkern. Manchen lebenden Menschen folge ich viele Bücher lang, dazu gehören auch Peter Förster und Anja Kreuz mit ihren Inspirationen und viele andere. Sie alle prägen meine Sicht auf die Welt, die Fragen, die ich mir stelle und die Gedanken, die sie und damit ich sich zur Zukunft der Menschheit machen.

All diese Menschen stehen morgens auf und folgen ihrem Weg, zielstrebig, wie es scheint, von Zweifeln geplagt wie alle anderen, die nehmen sie jedoch eher als Antrieb denn als Bremse. Fragen treiben Menschen voran, Antworten, Lösungen und Wege zu finden. Kreatives, vernetztes Denken, um die Ecke und out of the box. Diese Menschen haben Meinungen, sie stehen für Werte, für Lösungen, anstatt die immer gleichen Probleme täglich in einer Neuaufgabe herauszubringen.

Was sind deine Fragen ans Leben? Wofür stehst du morgens auf, was ist dein persönliches Ikigai, dein Grund, morgens aufzustehen? Wie gehst du selbst mit Krisen um und was sind deine persönlichen Tipps, aus Krisen gestärkt hervorzugehen? Womit inspirierst du andere Menschen?

Einen inspirierten Tag für dich heute mit der Kraft des Mars, der den Dienstag stärkt.

 

Danke an Steffi für solche Fotos, die nur jetzt in diesen Farben und mit diesem Licht möglich sind.

(Noch) Zitternder Frühling

In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling, und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.

Khalil Gibran, 1883 – 1931

Ein wunderbarer Frühjahrsbote ist die Magnolienblüte, die Jennifer dankenswerterweise für uns fotografiert hat.