Worum geht es dir wirklich?

Milde vom Herzen lernen, um die Welt nicht zu verdammen mit ihrem Schelten – das ist ein bewegender Gedanke. Den kann ich in diesen Tagen oft brauchen, weil mich menschliches Verhalten manchmal, vorsichtig formuliert, erstaunt. Da denke ich oft, dass der liebe Gott wahrhaft einen großen Tiergarten zum Üben bereitgestellt hat mit täglichem Trainingsmaterial der zu lernenden Milde.

Milde und Güte sind zwei Worte, die wir kaum mehr hören, dabei sind beide Medizin. Wie Seelenbalsam legen sich die Worte ans Herz, hüllen es weich ein und schotten auch ein wenig ab gegen den kalten Wind, der außen pfeift.

Bist du mild und gütig? Dir gegenüber auch? Manchmal können wir im Außen anders agieren als uns selbst gegenüber. Auf der einen Seite gehen wir gern sehr lax mit uns um, auf der anderen Seite sind wir wahre Folterknechte. Da wäre eine gute Mitte brauchbar.

Um Milde und Güte ging es gestern auch in einem Gespräch (Technik sei Dank) mit einem lieben Menschen. Der Arbeitsberg – enorm. Die Fülle an Aufgaben nicht bewältigbar. Die klare Frage: Was ist die eine einzige Sache, die du am liebsten ausschließlich machen willst? Klare Antwort. Jetzt haben 100 Milliarden Nervenzellen den Auftrag, die Frage zu klären, wie es gelingt, mehr Freude und Energie in diesen Bereich zu stecken, damit er ausreicht, um die Not-Wendigkeiten des Lebens zu tragen.

Fokus ist in unserem zerschredderten Lebensalltag ein zentraler Begriff. Nur wer dranbleiben kann an dem, was er wahrhaftig will und was sein Lebensauftrag ist. Der Rest ist Zerstreuungsversuch von außen, mit dem wir uns selbst als Erfolgsmodell abschaffen. Konzentration ist eine echte Herausforderung. Sie basiert auf Klarheit, Konsequenz, Milde und Güte (bei der Masse unserer Fails, die ich gern Wachstumsschritte nenne) sich selbst gegenüber, sonst schaffen wir das nicht mehr. Falls wir glauben, dass da Willenskraft genüge, irrt. Der Wille ist ein Zwerg, der sich bei den meisten bereits nach dem Frühstück aufgebraucht und zur Ruhe gelegt hat. Die Power guter Gewohnheiten hingegen kann ein Riese sein, dessen stabiles Gerüst den Alltag stützt und uns hilft, auf unserer Spur zu bleiben.

Klar wurde Rotkäppchen nur zu Rotkäppchen, weil sie dem Wolf gelauscht hat. Aber das Internet ist nicht der Entwicklungswolf, der uns auf die falsche Fährte zieht, um uns zu der Person zu machen, die wir sind. Der Wolf war kein Dopamindrogenlabor, sondern ein krasses Lernfeld und ein steiniger Weg. Das ist der Unterschied zwischen dem Internet, das fängt und hilflos macht und dem Wolf, der Rotkäppchen herausgefordert hat. Nicht verwechseln. Und fein mild und gütig bleiben, damit wir nicht hart-herzig werden, das braucht gerade niemand.

Allen einen wunderbar milden Tag mit Gütemomenten vom Feinsten.

 

Andrea entführt uns mit diesem Foto in die Wunder der Natur. Danke!

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