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Aus tiefstem Herzen

Pestalozzis Zitat ist so stärkend. Es zeigt auf, was wahrhaft wichtig ist. Wo Meister lehren, hat der Lernende zu schweigen. So ist es vor der Natur. In den letzten Jahrzehnten haben wir die Kinder zu oft sehr fern von der Natur erzogen. Sie müssen stillsitzen und Wissen hineinschaufeln anstatt zu lernen, wie man sich Wissen aktiv erwirbt – durch Interesse, Neugier und Lernfreude. Sie sind immer weniger draußen und erleben Natur als wichtigen Spielort, Lernplatz und Kraftquelle kaum mehr. Wir schützen nur, was wir lieben und damit auch wertschätzen. Wenn wir nicht von Anfang an unseren kleinsten Kindern schon die Liebe zur Natur und allem, was lebt, ins Herz legen, wie sollten sie dann wissen, was sie nie erfahren haben und eben diese Natur auch behüten wollen?

Und so ist es mit vielem anderem Lernen – immer dann, wenn wir merken, dass eine weise Seele aus tiefstem Herzensgrund mit vollstem Ernst und Liebe zur Sache spricht, sollten wir schweigen, das eigene Herz öffnen und diese Samen aufnehmen, damit sie keimen, wachsen und fruchten können. Das sind Geschenke, wenn wir Leuchtturmmenschen erleben dürfen, die in der Dunkelheit mit ihrem Licht still den Weg weisen.

 

In diesem Sinne allen ein wunderschönes Wochenende mit den besten Lehrmeistern, die wir haben: der Natur und allem, was darin lebt. Damit wir uns wieder erinnern, dass wir Bestandteil dieses Kreislaufs sind und ohne die Natur mit allem, was darin lebt, keine Chance haben. Wie wäre es, wenn wir unser Augenmerk ein wenig von uns selbst wegnehmen und ein wenig dorthin lenken, wo unsere Tatkraft wirklich gebraucht wird, nämlich dem Erhalt des Planeten, den wir nicht besitzen, sondern nur eingeladen sind, dort zu Gast zu sein?

 

Stephanies Bilder sind oft wie eine kleine Andacht und Einladung, innezuhalten und zu staunen. Danke für dein Foto heute!

Von wichtigen Lehrern

Nehmen Sie Ihr Kind bei der Hand und führen es in die großartigen Szenerien der Natur. Lehre es auf dem Berg und im Tal. So wird es besser auf deine Lehre hören; Die Freiheit wird ihm mehr Kraft geben, Schwierigkeiten zu überwinden. Aber in diesen Stunden der Freiheit sollte es eher die Natur sein, die lehrt als Sie. Wage es nicht, dich für das Vergnügen des Erfolgs in deinem Unterricht durchzusetzen; oder im Geringsten zu wünschen, fortzufahren, wenn die Natur es ablenkt; nimm nicht das geringste Vergnügen weg, das sie ihm bietet. Lassen Sie es vollständig erkennen, dass es die Natur ist, die lehrt, und dass Sie mit Ihrer Kunst nichts weiter tun, als leise an deren Seite zu gehen. Wenn es ein Vogelgezwitscher oder ein Insektenbrummen auf einem Blatt hört, hören Sie auf zu reden. jetzt lehrt der Vogel und das Insekt; Ihre Sache ist, nun zu schweigen.

 

Johann Heinrich Pestalozzi, 1746 – 1827

 

Viele Unterrichtsmöglichkeiten bietet dieses riesige Insektenhotel, das Sigrid entdeckt hat. Danke für dein Foto!

Johannitag

Fontane rät, den Wanderstab in die Hand zu nehmen, dann fallen die Sorgen wie Nebel von dir ab. Das ist ein enorm guter Rat, weshalb er seinen Text auch so betitelt hat. Er schließt damit an die Tradition der Peripatetiker im alten Griechenland an, Philosophen, die ins Gespräch vertieft durch die Wandel-Hallen gingen und im Laufen viele Themen gut lösen könnten. Durch das Gehen entsteht Rhythmus, der ungemein beim Denken hilft. Und so wird aus dem Umherwandeln ein Wandeln – eine Veränderung im Denken, im Geist, im Sinn. Der Naturfreund erlebt durch das Wandern Ordnung im Inneren, Ruhe, Beschenktsein durch die Kräfte der Natur. Der Denker sortiert. Der sorgenbelastete Mensch erfährt beim Wandern Entspannung, bekommt Abstand und kann vieles einfach wieder mit einem klareren und freieren Blick wahrnehmen.

Wenn dir beim Wandern bewusst wird, in welcher Fülle die Natur gerade jetzt in dieser Zeit ihre Gaben vorbereitet und vor allem am Johannitag, der ein so bedeutsamer Tag im Jahreskreis ist, hilft dir das aus mancher Sorge, denn die Natur schenkt vieles, wenn man hinschaut und es dann erst bemerkt. Mit den Flügeln der Lerche fliegt die Seele in die Weite, kann atmen, wie lüften und die dunklen Schleier der Angst, der Sorge und Not mitnehmen.

Folgen wir Fontanes Rat und machen uns immer wieder auf zu einem Gang durch die Natur. Einem Weg, der uns zur inneren Ruhe bringt und das Auge wieder schärft für das, was die Natur gerade tut: sie blüht, sie fruchtet, sie schenkt sich in ganzer Fülle her. Der Blick über ein Getreidefeld, das wellengleich wogt, die Erinnerung an die Fuchs-Geschichte aus dem Kleinen Prinzen hochholt, in der den Fuchs Getreidefelder an das weizenblonde Haar des Prinzen erinnern wollen, wenn er gezähmt wurde – da entstehen Verbindungen zwischen Hirn, Herz und dem Außen, die tragen uns durch viele Stunden der Herausforderung. Betrachten wir die Vögel, die ihre Flugstunden absolviert haben und nun in ihr eigenes Leben flattern, die Sommervögelein, wie die Schmetterlinge früher genannt wurden mit ihrer Pracht, die klaren Sternenhimmel, die Farben.

Seien wir uns bewusst, dass vieles in diesem Jahr schon vergangen ist – keine Tulpe wird mehr blühen, kein Maiglöckchen, die Rosen haben bei der Hitze am Wochenende ihre beste Zeit hinter sich, abgeerntete Erdbeeren und Johannisbeeren haben ihre Geschenke überreicht. Alles hat seine Zeit. Es blüht, fruchtet, samt und kehrt zurück im großen Kreis des Lebens.

Jetzt ist die Hoch-Zeit des Lichts und der Wärme.

 

Allen einen wunderschönen Johannitag mit viel Johanniskraut, geschützten Feuern und einem beherzten Sprung über die glühenden Kohlen, um sich zu ermutigen für die zweite Jahreshälfte.

 

Wer wandert, wie Sigrid das getan hat, findet im Wald erstaunliche „Blumen“ – ist das nicht ein hübscher Pilz, den Sigrid entdeckt hat? Danke für dein Foto!

Guter Rat

Guter Rat

 

An einem Sommermorgen da nimm den Wanderstab,

es fallen deine Sorgen wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitre Bläue lacht dir ins Herz hinein

und schließt, wie Gottes Treue, mit seinem Dach dich ein.

 

Rings Blüten nur und Triebe und Halme von Segen schwer,

dir ist, als zöge die Liebe des Weges nebenher.

So heimisch alles klingt als wie im Vaterhaus,

und über die Lerchen schwingt die Seele sich hinaus.

 

Theodor Fontane, 1819-1898

 

Stephanie nimmt jeden Morgen den Wanderstab in die Hand und streift durch die Welt, um gut in den Tag zu kommen. Für uns bedeutet das – wunderschöne Fotos wie dieses. Von Herzen danke ich dir!

Rituale stärken

Rituale sind bewusste Handlungen, die wir vollziehen, um etwas zu gestalten. Oft geht es um Übergänge wie Geburt, erster Schultag, Hochzeit und vieles mehr. Aus unserer Welt sind viele Rituale verschwunden, kommerzialisiert und damit tot, nähren die Seele nicht mehr.

Wir folgen schamanischen Ritualen wie Schwitzhütten, sitzen in Meditation auf Dinkelspelzkissen und anderes – dahinter steckt die Sehnsucht nach Wiederanbindung an etwas, das größer ist als ich selbst, Wiederanbindung bedeutet „religio“. Wir meinen damit heute oft nicht mehr die kirchlichen Institutionen. Im Wesenskern spüren wir, dass wir eine Anbindung an das Göttliche brauchen, in welcher Form auch immer wir es persönlich benennen oder wo wir uns eher anbinden wollen. Die Suchbewegungen sind deutlich, wir orientieren uns gern am Unbekannten, an anderen Kulturen. Im Idealfall finden wir über gute Erfahrungen, die wir damit machen, wieder zur Kraft unserer eigenen Kultur zurück, erinnern uns an die Rituale, die es auch da gibt und füllen sie mit neuem Leben oder entwickeln unsere eigenen mit persönlicher Note.

Ein schönes Ritual ist für mich, den Tag mit einem Spruch oder einem Gedanken zu beginnen. Auch wenn ich den Morgenspruch von Steiner schon mal gepostet habe – ich finde ihn nährend für uns Menschen, er wurde für die Schulkinder der Waldorfschule geschrieben. Wir dürfen dankbar sein, wenn wir morgens das Licht der Welt erblicken, denn jeder Tag ist ein eigenes Leben, an dem wir auf der Erde erscheinen und tun, was an diesem Tag getan werden mag, egal, ob das ein Müssen oder ein Wollen ist. Tüchtig zur Tat sein, schreibt Steiner, und er bezieht das auf die Seele, nicht auf den Verstand.

Gemeint ist: Wie kannst du das, was du heute zu tun hast, aus deinem innersten Seelenkern heraus gestalten, achtsam, liebevoll, be-seelt, so dass es zum Segen werden mag für dich und die Menschen, Tiere, Umwelt, mit der du es heute zu tun haben wirst?

Dankbare Menschen sind glücklich. Gäbe es nur ein Wort, wäre Danke ein stärkendes, alles veränderndes.

Dankbare Grüße heute von mir zu dir mit den besten Wünschen für einen wunderbaren Jupitertag, dem Tag der Freude in der Woche. Möge Segen auf allem liegen, was wir heute im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände nehmen.

 

Manuela hat das Papaver-Palaver fotografiert. Großartig, dass Mohn Papaver heißt. Betrachtet man die Pflanzen, wie sie beieinanderstehen und im sanften Wind gern wispern, sich einander zuneigen, versteht man Papaver direkt lautmalerisch. Genial, was Sprache macht, oder? Danke für dein wunderschönes Foto, Manuela!

Sei dankbar dem Licht

Der Sonne Licht, es hellt den Tag

nach finstrer Nacht.

Der Seele Kraft, sie ist erwacht aus Schlafes Ruh.

Du, meine Seele, sei dankbar dem Licht,

es leuchtet in ihm des Gottes Macht.

Du, meine Seele, sei tüchtig zur Tat.

Rudolf Steiner

Stephanie schickt uns dieses lichtvolle Foto, das euch zu einem gelingenden Tag ermutigen mag.

Nett oder klar – schließt sich das aus?

Es wachsen Tag und Hitze, vermutlich auch in dieser Woche. So gehört es sich für die Johannizeit, um die sich viele Geschichten ranken, in denen Holunder oft eine Rolle spielt, auch Feen, Elfen und allerlei magisch-mystische Wesen. Glühwürmchen fliegen, nachts ist im Garten eine Menge los, wenn ich so aus dem Fenster schaue und ab und an den Igel geschäftig umhereilen sehe.

In so manches Team habe ich in diesen Tagen Einblick und es ist sehr bewegend zu sehen, wie oft Menschen bemüht sind, möglichst viele Aspekte einer Situation zu erkennen, um gute Entscheidungen treffen zu können. Die Grenze zwischen „zu nett sein“ und „zu hart sein“ ist immer wieder schwierig zu finden. Ein klares Wort zur rechten Zeit kann da sehr hilfreich sein. Menschen merken oft nicht, dass sie Grenzen überschreiten und da dann im passenden Moment direkt schon klarzumachen, dass das ein Grenzüberschritt war, erspart einem hinterher oft manchen nervenaufreibenden Streit. Das sagt sich leicht, ist aber für Menschen, die es gern freundlich, friedlich und harmonisch haben, unendlich schwer. Lieber überschreiten sie ihre eigenen Grenzen bis zur Erschöpfung und Selbstaufgabe, um dann in einem angeschlagenen Zustand ihre Grenzen verteidigen zu müssen. Lernfelder der besonderen Art und notwendig in Zeiten, in denen Führungsqualität bedeutet, sich selbst gut zu führen.

Das passt zum anderen Bereich – im Moment sitze ich an einem Kartenset zum Thema Selbstliebe und Selbstfürsorge, das macht viel Spaß und im Herbst wird es erscheinen. Daneben wartet der neue Heftbeitrag für die „Holunderelfe“ darauf, dass außer der Überschrift noch was kommt :-))) Nicht, weil mir nichts einfällt, sondern weil ich in diesem Jahr dort eine Reihe schreibe zum Thema Vision -> Ziele runterbrechen und angehen -> Durststrecken überwinden -> Feiern und Validieren. Im Herbstheft kommt das Thema Chaos und Durststrecke an die Reihe, das ist natürlich erstmal ein eher unbeliebtes Thema. Hach, es ist die Zeit der unbeliebten Themen in manchem Bereich. Wesentlich, denn immer nur grün-memetisch (Spiral Dynamics lassen grüßen) unterwegs zu sein ist nicht so ganz mein Ding. Klarheit in Wertschätzung und Liebe gesagt kann immer noch verletzen und schmerzen, aber das ist wie Wunde reinigen und die Wundränder anschneiden, dann heilt es einfach besser, wenn der Dreck raus ist.

DAS ist es, was ich an meiner Arbeit so absolut liebe – die Vielfalt an Themen, Herausforderungen, Fragestellungen. Die Bandbreite des Lebens jeden Tag.

In diesem Sinne allen einen zauberschönen Wochenteilungstag mit der kommunikativen  Kraft von Merkur!

 

Jedes Jahr im Juni blüht auf meinem großen Findling meine Sammlung Sukkulenten. Meine größten Künstler in Bezug auf Wasserversorgung.

Erfrischt ein Wort

Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.

Johann Wolfgang von Goethe

Stephanie schickt dieses Sehnsuchts-Meerfoto! Danke dafür!

Sommersonnwende

Sommersonnwende ist heute, der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nun schwingt das Pendel langsam in die andere Richtung, unmerklich, denn erstmal steht der Sommer an. Die Mittsommerzeit zählt zur Hoch-Zeit des Sommers, ein Symbol der Fruchtbarkeit der Erde, mit vielen Bräuchen vor allem im Norden, wo im Winter die Sonne wenig bis kaum zu sehen ist. Wie Maibäume wirken in Schweden die Mittsommerstangen, um die mit farbigen Bändern, blumenumkränzt, getanzt wird. Es ist die beste Zeit für Erdbeeren und bald ist das Ende der Spargelsaison.

Am 24. Juni ist Johanni, das ist bei uns im Land ein wichtiger Tag für die Sonnwendfeiern. Das Johanniskraut, ein Hartheu, das man mit der Hand nicht pflücken kann, ist dann soweit, um in Öl eingelegt seine versteckte Kraft zu verschenken. Vier Wochen auf der sonnigen Fensterbank im Öl liegend färbt es das Öl tiefrot, das sogenannte Rotöl ist entstanden. Es ist wunderbar geeignet bei Schmerzen und wer es in Olivenöl legt, nimmt auch den Wärmeaspekt des Sommers als Qualität mit hinzu. Innerlich ist Johanniskraut ein gutes Mittel gegen depressive Episoden (auf Wechselwirkungen achten).

Nun folgen die Sommerwochen, in denen die Sonne alles gibt und alles wachsen und reifen darf. Die ersten Felder werden schon golden, viel Arbeit gibt es in der Landwirtschaft.

Hier in Würzburg wird jetzt das Kilianifest aufgebaut, das in diesem Jahr wieder stattfinden kann, für viele ein großer Sommerspaß. Zahlreiche Feste finden statt, die Menschen treffen sich wieder nach zwei langen Jahren.

Viele Gesichter sind müde, erschöpft. Die Menschen sind nach wie vor verunsichert, auch wenn sie gerade viel „wegfeiern“. Es macht Sinn, sich jetzt innerlich gut aufzustellen und für den Herbst spannende Projekte vorzunehmen, wer weiß, was kommt. Ich glaube, dass es in Zukunft immer wichtiger werden wird, innerlich gut eingemittet zu stehen und zu leben. Mit unserem Nautilusprojekt leisten wir dazu einen sehr wesentlichen Beitrag. Ein Jahr lang gehen wir durch die Themen des Lebens durch und positionieren uns neu, feiern, was bereits gut ist und richten das Augenmerk auf das, was Veränderung braucht, damit wir für die Zukunft anders dastehen, nicht nur in der Re-Aktion sind, sondern in der Lage, die Stürme des Lebens zu überstehen. Schau mal hier: www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Das Kneippseminar zu den Themen Stress und Schlaf ist ausgebucht – wir freuen uns auf euch. Schön, dass euch das Thema am Herzen liegt, denn guter Schlaf ist essentiell für ein gelingendes Leben und mit Stress müssen wir alle in irgendeiner Form umgehen.

Wer Lebensthemen hat, die angeschaut werden wollen – am Sonntag, 26. Juni, gibt es noch um 11 Uhr einen Aufstellungstermin ,dann bitte ganz fix melden!

Am Dienstag, 28. Juni, werden wir um 19.30 Uhr in der Alten Synagoge in Kitzingen ein absolut tolles Thema haben: Was die einzelnen Jahrsiebte im Leben an Herausforderungen bieten – ein Einblick in die Biografiearbeit. Einfach kommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben.

Allen einen wunderschönen Mittsommertag. In sechs Monaten wird die Welt wieder eine sehr andere sein, nicht nur vom Wetter her – bist du bereit?

 

Gott einladen

Wenn du Gott nicht im Sommer deines Lebens einlädst, wird er auch im Winter nicht dein Gast sein.

Lahiri Mahasaya, 1828 – 1895

Sommersonnwende – rechtzeitig reifen die Johannisbeeren, um am 24. hoffentlich genießbar zu sein.

Sciroccofeeling

Sehnsucht nach Ganzheit – ist auch die Sehnsucht nach Heilung. Das englische Wort „whole“ und das Wort „heil“ hängen eng zusammen. Heilung ist, wenn wir ganz sind und Platon sagt, dass Ganzheit Liebe genannt wird. Ich finde das wunderschön. Wenn wir lieben, sind wir ganz und damit heil. Wir sollten uns also darum bemühen, zu lieben, um in die Ganzheit zu kommen. Damit ist gemeint, dass wir gut für uns selbst sorgen und auch, andere Menschen, Lebewesen, den Planeten zu lieben, vermute ich stark. Alles ist mit allem verbunden, ich kann nicht nur Teile lieben und das Ganze ablehnen, das schiebt mich von der Ganzheit und damit dem Heilsein weg.

 

Das Hitzewochenende ist überstanden, mal sehen, was der Sommer sonst so bringt. Die Rosen jedenfalls sind mit einem Schlag verblüht und für so manche Pflanze, die noch nicht gut eingewurzelt ist, war das durchaus der Overload, da nutzt auch Gießen nichts, denn den ganzen Tag ist ein Wind über uns hinweggezischt, ein Hauch von Sciroccofeeling war das.

Die neue Woche bietet jede Menge spannender Termine. Darunter gibt es am Sonntag noch zwei Aufstellungsmöglichkeiten, die letzten vor September! Also fix sein, wer mit dabei sein mag, denn ein Vor- und Nachgespräch sind verbindlich. Termine wären Sonntag um 11 und 14 Uhr. Bitte bei mir melden, wer aufstellen mag.

 

In dieser Woche lerne ich neue Klienten kennen, das freut mich sehr. Wer gern Unterstützung möchte – einfach melden. Manche Dinge werden nicht von alleine besser, haben dafür die fatale Tendenz zur Verschlechterung. Also lieber mal einen Termin zum Anschauen machen, anstatt zu sagen „na, geht schon, muss ja“ – das ist nicht immer die beste Idee.

 

Allen einen guten Start in die neue Woche.

Ganzheit und Liebe

Liebe ist die Sehnsucht nach der Ganzheit, und das Streben nach der Ganzheit wird Liebe genannt.

Platon, 427 v. Chr.– ca. 348 v. Chr.

Bettina hat dieses Foto vom Kreta geschickt. Dankeschön und eine feine Zeit!

Zwischendurch muss es der Akkuschrauber sein

Hier freut sich jemand sehr, wenn die Bohrmaschine zum Einsatz kommen darf. Der Terrasse fehlt ein Abschluss. Ich bin nun mal kein Zaunfan. Für mich sind Grundstücksgrenzen wie Zäune (leider gilt das nicht für alle Menschen, ist mir bewusst), ich betrete keine Grundstücke ohne Einladung. Deshalb gibt es Pflanzkübel mit Rankgerüst, wir versuchen, sie schön zu bepflanzen, dann hat auch die Terrasse eine schöne Umrandung. Klar haben die Teile mal wieder nicht ins Auto gepasst :-))), die falsche Aufbauanleitung lag drin, das Teil steht trotzdem. Heute Abend noch der Versuch, das Pflanzvlies anzutackern, dann rein mit den Pflanzen.

Am Montag geht die ganz normale Arbeit wieder weiter, die „Klimaanlage“ ist schon mal bereitgestellt (um das Wort Ventilator zu vermeiden). Es ist ein Abenteuer, ein Haus kühl zu halten, damit das Gehirn funktioniert, vor allem, wenn man so wie wir nicht gerade der allergrößte Sommerfan ist.

Zwei Pfefferminzsplashs für die Töchter sind gemacht – 100 ml Pfefferminzhydrolat, 40 ml Weingeist und 40 ml gutes Aloe Vera Gel. Im Kühlschrank aufbewahrt und auf heiße Beine und in den Nacken gesprüht ist das genial. Das hilft auch allen, die bei dem Wetter zu Kopfschmerz neigen.

Allen ein schönes Wochenende mit genug Getränken!

 

Unser Innerstes

Hitze und Kälte, Kummer und Schmerz, Schrecken und Schwäche an Besitz und Körper – dies alles zusammen bürdet uns die erhabene Weisheit auf, damit ans Tageslicht kommt, aus welchem Stoff unser Innerstes gemacht ist.

Dschalal ad-Din al-Rumi, 1207 – 1273

  1. Juni 2022, 10 Uhr – der Garten schaut noch ganz gut aus.

Flügel weit ausspannen

Die Seele spannt weit die Flügel aus – das tut sie nicht nur in Eichendorffs Text. Manchmal erlebt man das auch bei der Arbeit, dass die Seele ihre Flügel weit ausspannt und man im Flow ist. Gestern war Filmtag. Wegen der Wärme haben wir ganz früh am Morgen angefangen und bis auf eine kurze Mittagessenspause durchgefilmt. Sechs Kurseinheiten haben wir geschafft, das ist viel und der Tatsache geschuldet, dass es so krass gut gelaufen ist, dass wir einfach eines nach dem anderen gemacht haben. Nun heißt es wieder Skripten schreiben.

Die ersten Beerensträucher sind abgeerntet, die Früchte warten im Gefrierschrank, bis sie entsaftet werden. Heute werden zwei Pflanzkübel angeliefert, die endlich einen Abschluss der Terrasse ergeben und wir werden versuchen, dort einen Spalierapfel zu ziehen. Mal schauen, ob das gelingt. Wir hoffen es sehr, dann hätten wir einiges an Apfelsorten, die sich gegenseitig unterstützen können. An der Miniquitte, die wir vor drei Jahren gesetzt haben, wachsen in diesem Jahr die ersten Früchte. Die Hitze sorgt dafür, dass die Rosen rasch verblühen, mal sehen, wie schnell es geht, bis der Garten wieder einen Ziegelstein-artigen Boden hat vor Trockenheit.

Einigen Klienten ging es diese Woche deutlich besser – ich freue mich sehr darüber. Es ist toll, mit ganz unterschiedlichen Menschen, Themen, Fragestellungen arbeiten zu dürfen. Ein weiteres Kindergartenteam hat um Unterstützung gebeten, ich bin derzeit viel in diversen Einrichtungen unterwegs, um die Teams zu stärken, mit ihnen an guter Kommunikation, gegenseitiger Wertschätzung und mehr innerer Balance zu arbeiten, weil die Zeiten sehr herausfordernd sind. Ich freue mich über diese Form der Arbeit sehr, mit Teams arbeite ich gern. Es ist wie mit dem Garten – es ist großartig, wenn man die Resultate sieht.

Meine Erinnerung kann täuschen, gefühlt waren früher die Sommer auch warm. Wir hatten dünne Sachen an, viel Tee zum Trinken und waren mehr oder minder immer draußen, im Fluss schwimmen, im Schatten unter den Bäumen und das alles ohne Panik vor Zecken, Fuchsbandwurm und Hautkrebs. Das waren irgendwie andere Zeiten, als wir aus seltsamen Automaten Kugelkaugummi aßen, Wundertüten auspackten und mit Eingangfahrrädern freihändig den Berg runterrasten. Wir spielten Federball abends, bis wir den Ball in der Finsternis nicht mehr erkennen konnten, lutschten Wassereis und bekamen Gurken und Melonenscheiben in die Hand gedrückt.

Berge von Kirschen wurden um diese Zeit entsteint, Erdbeeren zu Marmelade gekocht, die ersten Gurken eingekocht und wir mussten Unmengen Zwiebeln in Ringe schneiden, Senfkörner abzählen und Büschel Dill abzupfen. Für den Winter wurde das Suppengrün eingefroren – Lauch, Petersilie, Sellerie, Karotten in gewaltigen Mengen verschwanden in der Tiefkühltruhe, um im Winter dann mit Suppenhühnern wieder zum Vorschein zu kommen. Es waren arbeitsreiche Zeiten, die Sommer. Dauernd war was zu gießen, zurückzuschneiden, zu ernten und einzukochen, der Vorratsraum füllte sich in den Sommermonaten gewaltig, um im Winter alles zur Verfügung zu haben.

 

Manche haben heute Brückentag, andere arbeiten. Wo immer du gerade bist – hab einen guten Venustag. Und gutes Bewältigen der warmen Temperaturen.

 

Sina hat dieses feine Foto vom Meer geschickt. Ich danke dir!