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Veränderte Welt

Der erste Schneefall ist nicht nur ein Ereignis, es ist ein magisches Ereignis. Du gehst zu Bett in einer Welt, und wachst einer völlig veränderten wieder auf. Und wenn das keine Verzauberung ist, was dann?

John B. Priestley, 1894-1984

Ganz so viel wie auf Sinas Foto war es am Samstag nicht, aber ein Anfang.

Wochenend-Planung

Vertrauen – die Mischung macht es zwischen zu viel und zu wenig. Wir haben oft Vertrauen in die falschen Dinge, in Menschen, die langfristig unser Vertrauen nicht verdienen, in Geschäfte, die sich als Luftnummer herausstellen. „Denke erst und handle dann“ – ab und an bestimmt leider das Limbische System in unserem Gehirn eine Entscheidung, anstatt das langsame Denken zu benutzen, das uns auch mit rationaleren Argumenten in Verbindung bringen kann, aber mühsamer ist. Limbi ist halt einfach schneller und nicht der beste Ratgeber in jedem Fall. Gelegentlich schadet das achtsame Nachdenken durchaus nicht.

Die Cardea-Therapeut:innen beenden ihre Ausbildung. Zwei Jahre, viele, viele Themen, viele Aufstellungen, intensive Arbeit an sich selbst und jetzt stellen sie ihre Abschlussarbeiten vor. Ich freue mich sehr und bin gespannt. Das bedeutet auch – die Nachfolgenden haben ihr erstes Jahr beendet und rutschen jetzt in die Wochenenden mit systemischer Arbeit hinein. Spannend. So entwickeln sich die Kurse und auch im Nautilusprojekt freuen wir uns über die Teilnehmenden, die wirklich großartig üben und trainieren! Allen, die an diesem Wochenende ihre Ausbildung bei uns beenden – von Herzen Danke für euer Vertrauen in uns als Schule. Glückwunsch zu eurer Leistung! Und allzeit Freude in der Anwendung des Gelernten. Wir sind mega stolz auf euch.

Christoph ist nicht geschrumpft, sondern diese Bank haben wir an einem Tag entdeckt, an dem unsere Nerven sehr blank lagen – direkt vor der Abschlussprüfung zum Aromatherapeuten sind wir in Mittelberg eine große Runde gelaufen und haben diese Bank gefunden. Allen ein feines Wochenende!

Vertrauensfragen

Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken;

wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.

Es trennt sie nur ein leichter Zaun, die beiden Sorgengründer:

Zu wenig und zu viel Vertraun sind Nachbarskinder.

Wilhelm Busch, 1832-1908

Diesen herrlichen Zaun haben wir in Mittelberg entdeckt

Verstand, verlorener

Gesunder Menschenverstand – ihm würde ich gern wieder mehr begegnen. Wo sind sie, die gut geerdeten, praktischen Menschen, die sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lassen, da anpacken, wo es nötig ist und da still sind, wo Worte nur Verwirrung stiften?

Manchmal ist es nicht so schlecht, den sogenannten Verstand zu verlieren, vor allem nicht jenen Teil, der Tag und Nacht kritisiert, bemängelt, sich als Opfer präsentiert und uns das Leben schwermacht. Den zu verlieren und an dessen Stelle einen gesunden Realismus nach dem Motto „ich weiß, dass ich nichts weiß“ setzen – das ist oft klug. Wir wissen alle im tiefsten Herzen, was gut für uns ist und was nicht. Dass wir permanent dagegen handeln, verdanken wir Programmierungen, Glaubenssätzen und oft unausgesprochenem Neid. Es braucht also genug Zeiten der Stille und des Rückzugs, um die leise Stimme zu vernehmen, die immer weiß, was gut ist und die uns oft leise zuflüstert: Nein, das brauchst du nicht. Nein, iss das nicht. Nimm lieber das. Geh ins Bett und schalte die Kiste aus. Müssen wir erst erkranken, um sie wieder zu hören?

Bilden wir uns also weiter – in Lebenskunde, in Frohsinn, in Gemeinschaftssinn. Üben wir mal wieder verbindliche Zusagen treffen, zu unserem Wort stehen, offen und ehrlich sein. Schau, was dann geschieht.

 

Annemarie hat im Sommer in Frankreich diesen herrlich klaren See entdeckt. Danke für dein Bild.

Wie willst du heute leben?

Was lebt, stirbt. Das wissen wir alle und handeln oft nicht danach. Rund 4000 Wochen leben wir – das ist nicht viel in Anbetracht der Tatsache, wie schnell die Wochen oft verfliegen.

Womit füllen wir unseren Tag? Haben wir genug Atemzeit eingeplant, in der wir nur sind, durch den Körper wandern, um zu schauen, dass er sich entspannen darf? Worauf richten wir unseren Aufmerksamkeitsfokus? Auf die Jagd nach Schnäppchen, das Wischkästchen, das nur Dopaminschübe auslöst, uns jedoch mit jedem Klick weiter wegbringt von wirklich glücklich machenden Flowerfahrungen? Sind wir in der Natur unterwegs, um uns zu erinnern, dass auch wir nach Rhythmen leben dürfen, wenn wir in unserer Kraft bleiben wollen? Erkennen wir die Geschenke der Natur – wunderschöne Farben, Luft, stärkende Monoterpene im Wald, Heilkräuter auf Schritt und Tritt und unsere Verbundenheit mit allem, was lebt? Staunen wir nachts in den Sternenhimmel, dieses größte Geschichtenbuch der Welt, das uns mit dem Kosmos verknüpft?

Wir leben mit jedem Moment dem Ende unserer Zeit entgegen. Drei Generationen später erinnert sich niemand mehr an den Namen der Urgroßeltern, wenn wir nicht Spuren der Liebe hinterlassen.

Wie also möchtest du an diesem Jupitertag heute leben, welche liebevolle, freundliche, herzwärmende Spur wirst du heute der Welt schenken?

 

Stephanies Windmühlenfoto ist wie ein modernes Turnergemälde. Danke dir!

Wertvolle Werte

Herzliche Einladung zum VHS-Vortrag in der Alten Synagoge Kitzingen am Dienstag, 22. 11., um 19.30 Uhr mit dem Thema: „Werte machen wertvoll: Dünger für deinen Lebenserfolg“

Werte bilden unser geistiges Rückgrat. Klaffen unser Handeln und unsere Werte zu weit auseinander, entstehen Probleme, die uns jedoch kaum bewusst sind und uns viel Energie kosten sowie unsere Selbstachtung massiv beeinflussen. Werte bestimmen unseren Lebenssinn, dienen unserer Evolution, bilden die Grundlage der inneren Ethik, nach der wir im Alltag agieren. Zudem sind sie die Grundlage der Kultur und unserer Zukunft. Wir schauen uns an, was Werte sind, weshalb sie uns enorm motivieren und unserem Leben seinen Sinn geben. Prädikat: wertvoll :-).

Einfach kommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben. Ich freue mich auf euch!

 

Danke an Theresa für das Glücksfrosch-Foto aus China.

Erkennst du das?

Zufälle sind das, was uns zu-fällt, heißt es. Wir glauben oft nicht daran und erkennen nicht, wie oft uns etwas begegnet, sich ereignet, wir jemanden treffen, was im Grunde fast unmöglich ist. Was muss passieren, damit sich zwei Menschen treffen zu einem bestimmten Ort und einer bestimmten Zeit und erkennen, dass diese Begegnung absolut wichtig ist – vielleicht, weil ein Satz fällt, der Leben verändert, Blickwinkel neu einjustiert, Türen öffnet. Manchmal haben wir solche Leuchtturmerlebnisse, nach denen wir andere Menschen sind oder werden als zuvor, und bemerken es erst viel später. Warum?

Der Grund ist einfach – alles draußen in der Welt spricht zu uns. Wir haben nur verlernt zu lauschen. Mein Garten schickt mir Botschaften, was er braucht. Es liegt an mir, das auch zu geben. Ich sehe, wo im Haus etwas schmutzig ist, aufgeräumt werden muss – es liegt an mir, das zu tun. Ich höre in der Praxis, was das Bedürfnis eines Menschen ist. Meine Aufgabe – dieses Bedürfnis achtsam bewusst machen. Im Coaching erkenne ich, woran ein Team leidet, das sorgsam ins Bewusstsein zu heben kann dazu beitragen, dass das Team sich neu finden, sehen, erkennen kann in seiner spannenden Vielfalt, wo vorher Fremdheit und mangelndes Vertrauen herrschten.

Wer und was wird dir heute begegnen? Was wird dich in Erstaunen versetzen, wenn du am Abend daran denkst und den Tag nochmals Revue passieren lässt? Wo hast du einen Zu-Fall erlebt, in dem dir ein Schlüssel an die Hand gegeben wurde zu einer Tür, vor der du schon lange stehst?

Einen bewegenden Merkurtag wünsche ich dir.

 

Katjas Stegfoto öffnet den Blick weit. Danke dir!

Zu-fall

Alle Zufälle unseres Lebens sind Materialien, aus denen wir machen können, was wir wollen. Wer viel Geist hat, macht viel aus seinem Leben.

Novalis, 1772-1801

Katja nimmt uns mit ihrem Foto mit in den Herbstwald

Mit Mühe nach oben

Beate hat die Stufen fotografiert, die zu den einzelnen Ebenen eines steilen Weinbergs führen. Franken ist Weingebiet und es finden sich an vielen Stellen noch kleine Weinberge an Steilhängen, die mühsam erstiegen werden müssen. Die Pflege und Ernte ist schwierig, Maschineneinsatz geht dort oft nicht. Viele Winzer haben erkannt, dass ihre Stöcke besser klarkommen, wenn dazwischen bunte Blumen stehen oder sogar die Weinbergpfirsiche wachsen können und stellen um auf Bioanbau.

Für mich ist das Foto eher ein Sinnbild dafür, dass vieles im menschlichen Leben mit Mühe verbunden ist. Der Weg nach oben – wie immer jemand „oben“ für sich selbst definieren mag – ist mit vielen steilen Stufen und Unerwartetem gepflastert. Oft erleben wir das Leben wir einen Gang durchs Labyrinth. Kaum wähnt man sich in der Mitte, erkennt man, dass die nächste Kurve uns bis ganz an den Rand trägt und wir weiter weg vom vermeintlichen Ziel sind als gedacht und wir durchaus weitergehen dürfen auf einem vielleicht langen Weg. Wohin soll er gehen, unser Lebensweg? Welche Ziele wollen wir erreichen? Was, wenn ein wichtiges Ziel darin besteht, man selbst zu werden – die beste Version von mir, die ich in diesem Leben entwickeln kann?

Allen einen freundlichen Marstag ohne zu viele unerwartete Stufen.

Danke an Beate für dein Foto!

Dankbarkeit

Ein feines Wochenende! Das umfangreiche Thema affektive Störungen mit Depression, Manie und bipolaren Erkrankungen bei den angehenden Heilpraktiker:innenn am Freitag, am Samstag beendeten die angehenden Cardea-Therapeut:innen ihren Körperblock mit Focusing, gestern das Präsenzseminar „Wickel und Auflagen“.

Wickel und Auflagen zeichnen sich nicht nur durch ihr breites Anwendungsspektrum aus, sondern auch dadurch, dass einem leidenden Menschen Zuwendung gegeben wird. Das Gesamtpaket aus Wirkung des Wickels, des Tees, der Tinktur oder der Ölmischung, die dazukommt plus die Fürsorge haben einen tiefgreifenden Effekt. Wir hatten einen schönen Tag miteinander, viele Beiträge und praktisches Tun machten diesen Kurs rund.

Das Winterheft der Holunderelfe wird nun in die Druckerei wandern, damit ihr euch bald auf die tollen Winterthemen freuen könnt (wer das Frauenkraft-Heft noch nicht hat – ordern, bevor es vergriffen ist). Ich werde viele verschiedene Menschen in der Praxis sehen und in einer Kinderkrippe das Team coachen – wunderbare Aussichten. Manche Dinge macht man jetzt „zum letzten Mal für dieses Jahr“, auch das kann schön sein.

Guten Start allen in diese Woche!

Halswickel sind wirksam, vor allem, wenn rasche Hilfe nötig ist wie oft in diesen Tagen. Wir haben letztes Jahr bei der Kneipp-Gesundheitstrainer-Ausbildung in Bad Wörishofen geübt.

Licht und Schatten

Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.

Leo Tolstoi, 1818-1910

Faszinierendes Farbenspiel im Goetheanum – der Beton wirkt wie Holz.

Schwanengesang

Anstelle einer Leitkultur pflegen wir eine Leidkultur getreu dem Grundsatz „Lerne klagen ohne zu leiden“ oder „erstmal klagen und schauen, was geschieht“.

In einem Austausch fiel der Satz „Stattfinden ist das neue ausverkauft!“ in Bezug auf Bühnenveranstaltungen. Gleiches gilt für Präsenzveranstaltungen. Alle schreien nach Präsenzkursen, Aufstellungen vor Ort und „sich wieder treffen können“. Bietet man das, was alle sich angebich wünschen, kommt: „Ja, aber nicht an dem Wochenende, da gehen wir wandern“, „ach, es sind sicher viele komische Leute da“ bis „Präsenz? Da muss ich ja fahren, du, geht das nicht online?“

Der Ausverkauf von Veranstaltungen vor Ort ist eingeläutet. Viele Unternehmen im Kultur- und Bildungssektor müssen sich überlegen, ob Präsenzveranstaltungen schlau sind, bei denen sich viele Menschen anmelden und 80% am Tag davor (wenn das Catering bestellt ist, die Räumlichkeiten angemietet sind etc., also jede Menge Kosten schon aufgelaufen sind) absagen. Gemeint sind damit nicht die Menschen, die krank zum Glück nicht zu Terminen erscheinen und andere gefährden, sondern die, die sich lautstark beschweren, dass keine Präsenztermine stattfinden, sich anmelden und zurückziehen. Oft ohne Angabe von Gründen. Sie erscheinen einfach gar nicht.

Wenn Begegnungsorte wegfallen und die Kunst stirbt, stirbt die Kultur, wie wir sie kannten. Leise und unmerksam. Die Folgen werden gewaltig sein.

Ein schönes Wochenende mit diesem herrlichen Foto von Gabriele! Danke dafür!