Verstand, verlorener

Gesunder Menschenverstand – ihm würde ich gern wieder mehr begegnen. Wo sind sie, die gut geerdeten, praktischen Menschen, die sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lassen, da anpacken, wo es nötig ist und da still sind, wo Worte nur Verwirrung stiften?

Manchmal ist es nicht so schlecht, den sogenannten Verstand zu verlieren, vor allem nicht jenen Teil, der Tag und Nacht kritisiert, bemängelt, sich als Opfer präsentiert und uns das Leben schwermacht. Den zu verlieren und an dessen Stelle einen gesunden Realismus nach dem Motto „ich weiß, dass ich nichts weiß“ setzen – das ist oft klug. Wir wissen alle im tiefsten Herzen, was gut für uns ist und was nicht. Dass wir permanent dagegen handeln, verdanken wir Programmierungen, Glaubenssätzen und oft unausgesprochenem Neid. Es braucht also genug Zeiten der Stille und des Rückzugs, um die leise Stimme zu vernehmen, die immer weiß, was gut ist und die uns oft leise zuflüstert: Nein, das brauchst du nicht. Nein, iss das nicht. Nimm lieber das. Geh ins Bett und schalte die Kiste aus. Müssen wir erst erkranken, um sie wieder zu hören?

Bilden wir uns also weiter – in Lebenskunde, in Frohsinn, in Gemeinschaftssinn. Üben wir mal wieder verbindliche Zusagen treffen, zu unserem Wort stehen, offen und ehrlich sein. Schau, was dann geschieht.

 

Annemarie hat im Sommer in Frankreich diesen herrlich klaren See entdeckt. Danke für dein Bild.

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