
Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge.
Cicero

Vorfreude ist wunderbar. Viele Menschen sehnen sich nach dem ersten Frühlingsgrün, nach Sonnenschein und hellerem Licht. Wir haben oft Grund zur Freude und Dankbarkeit. Im Alltag schwindet das, weil vieles wie selbstverständlich ist und wir mit Negativem belastet werden.
Unrecht oder Dinge, die sehr falsch laufen, gefährlich sind oder ungeahnte Folgen haben können, von denen jemand weiß, müssen benannt, adressiert und dargestellt werden, das hat Schutzfunktion. Gemeint ist Flurfunk. Klatsch, Tratsch, Unterstellungen, ungesunde Koalitionen, die Menschen bilden, um besser dazustehen und die anderen, bewusst oder unbewusst, stark schaden.
Jede Verletzung hat Konsequenzen und nimmt Betroffenen Lebensfreude.
Was können wir heute zur Lebensfreude für uns und andere beitragen? Worauf freust du dich am meisten vor? Bei mir ist es die Vorfreude darauf, dass ich hoffentlich in 255 Tagen, wenn alles gut läuft, an meinen Kraftplatz fahren kann. In Gedanken laufe ich dort jeden Tag spazieren und freue mich.
Ursulas Foto ist eine kleine Vorfreude auf die Kraft, die die Natur im Frühling zeigt. Dankeschön!

Faschingszeit im Außen. Allen Freude, die gern auf Prunksitzungen, Umzüge und andere Events in dieser fünften Jahreszeit gehen.
Meine Tage sind nicht mit launigen Reden über Politik oder andere wichtige Themen gefüllt. Sie wechseln zwischen Pflege, Klienten und derzeit Schreiben von Vorträgen und Seminaren, die in diesem Jahr anstehen. Es ist eher eine ruhige, ernste und nachdenkliche Zeit. Was möchte ich vermitteln, weitergeben? Worauf den Fokus richten? Wie andere darin unterstützen, dass sie ihre Herausforderungen gut bewältigen und an ihren Krisen wachsen, anstatt zu zerbrechen? Wie helfen Atmung, Ernährung, Bewegung und das Thema Frieden mit sich selbst schließen, resilienter zu werden und gut für sich sorgen zu können? Hier gab es eine spannende Diskussion zum Thema Eigenverantwortung. Viele trauen sich nicht zu, Dinge für sich selbst zu entscheiden, sich fundiert Informationen zu beschaffen und auf einen Weg zu machen, der vielleicht mühsam ist. Es soll leicht, angenehm und einfach sein im Leben, weil es „mir zusteht“. Vor lauter „zustehen“ vergessen wir, die wichtigere Frage zu stellen, wozu wir selbst stehen. An wessen Seite gehen wir, für welche Wege treffen wir eine klare Wahl? Stärken sie uns und andere? Etwas mehr Demut statt hochmütigem „Zustehen“ ist vielleicht einen Versuch wert, oder?
Einen schönen, kraftvollen Dienstag für dich.
Ursula hat das frühjahrsvorfreudige Foto gemacht. Vielen Dank!

Ein feiner, ruhiger Seminartag über die Bedeutung von „Stille“ im Leben und in der Arbeit mit Menschen. Verbunden mit dem Herzlauschen werden Räume geöffnet, die Schutz und Vertrauen bieten, zur Ruhe kommen lassen und sich weiten für Antworten, die auf vielerlei Ebenen gesucht und gefunden werden können.
Diese Woche freuen wir uns auf leckeres Essen, vorbereitet haben wir ein Rote-Linsen-Dal mit leckeren Gewürzen, Kokosmilch und Limettensaft. Der Bruder möchte partout Sauerkraut und Knödel. In dieser Woche prallen also kulinarische Welten aufeinander. Alle freuen sich, wenn es etwas wärmer wird, dann steigen wir um auf unsere Mittagsbowl. Im Kalender stehen zum Glück viele Termine, darunter Coaching mit einem meiner Lieblingsteams, die zweite Februarwoche hat Freupotential.
Allen eine gute Woche, vor allem Gesundheit. Gute Besserung, falls es dich erwischt hat.

Es festigt sich Gedankenmacht
Im Bunde mit der Geistgeburt
Sie hellt der Sinne dumpfe Reize
Zur vollen Klarheit auf.
Wenn Seelenfülle
Sich mit dem Weltenwerden einen will
Muss Sinnesoffenbarung
Des Denkens Licht empfangen.
Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.
Silke hat das Eiszapfenfoto gemacht. Lieben Dank dafür!

Stille ist das heutige Seminarthema. Wo in unserem Alltag erleben wir Momente der Ruhe, in denen wir nichts müssen, nur sind? Erlauben wir uns das Sein oder macht es uns Angst, dass uns dann die Affenhorde im Kopf überfällt und uns alles um die Ohren fliegt? Wie können wir erfahren, dass wir uns erinnern dürfen an die in uns grundgelegte Stille? Wo im Körper erlebe ich es, dass sich Anspannung lockert, wir nicht mehr permanent das Außen scannen müssen, sondern wissen – in uns ist ein Ort des Friedens? Dann sind wir an der nährenden Quelle des Seins angelangt im Raum zwischen den Atemzügen, wenn der Atem sacht wie ein Landregen in unseren Körper sickert, die Muskeln den Panzer um uns herum lockern und wir in und mit uns selbst behütet sind.
Der Japangarten am Benediktushof ist ein Ort der Erinnerung an die Stilleanteile in uns, die uns in unsere Kraft bringen, den Geist klären und das Herz wärmen. Nicht sofort, nicht schnell, nicht, wenn ich das will. Nähern wir uns der Stille zart, achtsam, einladend, wie fragend.

Das Wetter schlägt manchem aufs Gemüt mit all dem Grau und Schneematsch. Es ist weniger das Wetter. Es ruft etwas hervor, was viele nicht wahrhaben wollen – Menschen sind einsam geworden seit der Pandemie. Wir kommunizieren über technische Geräte. Da kann man sagen „ich hatte einen Netzausfall“. Ausfall meint eher Auf-fall: Mir fällt auf, dass ich es nicht mehr gewohnt bin, mit echten lebendigen Menschen umzugehen. Wenn mich jemand kritisiert, gehe ich offline und bin beleidigt, anstatt zu lauschen, zu prüfen und notfalls zu sagen – gut, dass du mich darauf hingewiesen hast, da bin ich falsch unterwegs gewesen! Danke!
Paare schreiben sich WhatsApp-Nachrichten, obwohl sie miteinander in einem Raum sind. Kinder klingeln nicht mehr oft bei Freunden, um sie zum Spielen abzuholen, weil sie mit ihren Tablets beschäftigt sind. Infos am Arbeitsplatz kommen übers Intranet, dabei ist die Gefahr von Missverständnissen und Unklarheiten deutlich höher, als wenn man zehn Meter über den Flur geht (Bewegung kostenlos) und direkt etwas bespricht.
Das Wetter verhindert, dass wir in Fußgängerzonenmassen mäandern und nicht als Single wahrgenommen werden, wenn es sehr voll ist. Jetzt sieht man, wer alleine unterwegs ist und sich gegen den kalten Wind stemmt. Nix derzeit mit rumhängen mit Weinglas in der Hand auf Brücken (das macht man in Würzburg sehr gern) und sich als Gruppe fühlen.
Menschen brauchen Menschen. Zum Erkennen von Macken, um sich aneinander zu reiben, zu lachen, weinen, meckern und kichern, zum Leben und sich lebendig fühlen. Das Wetter ist nur Winter.
Einen liebevollen Venustag mit vielen wunderbaren Menschen in deinem Leben!
Danke für das geniale Foto, liebe Stephanie.

Diese Woche ist ein wenig verrückt. Erstaunliche Termine mit spannenden Klienten und Themen. Der Bruder hat ebenfalls täglich einen, manche „zwischen 9 und 15 Uhr“. Das macht mich etwas fuchtig, weil ich nicht weiß, ob ich Termine verlegen muss oder alles gut läuft. Zahnarzt, Ergotherapie, Kontrollbesuch, dass die Pflege gut gewährleistet ist, Hausarzt-Visite, Krankenkommunion. Alle wichtig, alles gut. Darum herum gruppiere ich meine Arbeit und essen, frische Wäsche etc. wollen alle auch. Eines der Kinder hat einen Wildunfall, Auto lädiert. Glücklicherweise keine Verletzten, vom bedauerlichen Reh und mächtig Schrecken abgesehen.
Was mich dagegen positiv flasht ist – wer hätte es gedacht – ein Buch von Dr. Fritz Hemmerich: Energie hoch. Erschöpfung runter (Remote Verlag). Jede Seite praxisnahe Offenbarung, wissenschaftlich fundierte UND herznahe Erfahrung. Der Mediziner leitet seit vielen Jahren ein Salutogenesezentrum auf Teneriffa und gibt sein Wissen vielfach weiter: https://www.eridanos.org/
Allen einen glücklichen und unfallfreien Jupitertag.
Manche Orte haben die Qualität, einen sofort in ein ruhiges Atemfahrwasser zu bringen wie hier das Goetheanum in Dornach.

Ich feiere meinen Bruder! Er hat tatsächlich den Mund aufgemacht und seine Zähne anschauen lassen! 2023 waren wir das letzte Mal beim Zahnarzt, zwei Kontrollen sogar, fast wie andere Menschen auch (hätte er den Mund aufgemacht). Nur – er ist nicht wie andere Menschen. Er muss Krankentransport fahren, sich auf eine unbekannte Praxis und Menschen einlassen und hatte jedes Mal mit wochenlanger Erkrankung wegen Angst und Panik reagiert. Im Winter sagt die nette Dame, die ihn alle drei Monate besucht, um die Pflege zu prüfen – es gibt jetzt ambulante Möglichkeiten, der Zahnarzt kommt ins Haus.
Termin ausgemacht bei „Mainzahn“ (https://mainzahn.com/) und – eine superfreundliche Zahnärztin mit Lupenbrille kommt, ist tiefenentspannt, zwei fröhliche Helferinnen. Der Bruder bekommt direkt einen kleinen lauten Anfall und will aus dem Rollstuhl hüpfen, beruhigt sich aber für seine Verhältnisse umgehend und macht den Mund auf. Viele Male. Wir können alle Zähne anschauen. Alle!! Von vorne bis hinten. Resultat: Mega geschrubbte Zähne. Prima gereinigte Zahnzwischenräume (sein Sortiment an Interdentalbürsten wäre der Stolz einer Ausstellung beim Zahnarztkongress). Sein Putzprogramm offenbar gut (wir schrubben drei Mal am Tag, weil ich ihm eine Vollnarkose wegen Füllung ersparen mag). Aufwand für seine Zahnpflege am Tag: mindestens 30 Minuten. 1 Füllung hat er und durch einen Unfall zwei überkronte Schneidezähne. Der Rest ist „original erhalten“.
Wenn du denkst – was für ein Quatsch, wo soll denn da das Problem sein? Dann sage ich dir: Normale Dinge sind für einen Menschen mit richtig krassen Behinderungen eben nicht möglich. Dass er den Mund heute aufgemacht hat, ist das Resultat von drei Jahren Schrubben (bis der Arzt kommt) und Üben, den Mund aufzumachen und 1000 Kilo Glück, dass er einen super Tag hatte.
Danke, dass auch Zahnarzt nun durch einen Hausbesuch möglich ist! Wie sehr feiere ich Initiativen wie z.B. Hospital at home an der Klinik Arlesheim, durch die Pflegenden richtig viel Druck genommen werden kann für mehr Menschlichkeit in der Medizin: https://www.klinik-arlesheim.ch/unser-angebot/medizin/701-hospital-at-home
Allen einen gesunden Wochenteilungstag!
Stephanie hat das Morgenfoto gemacht, Danke!