Author page: Christine Krokauer

Ein gutes Wochenende

Wir freuen uns immer, die ältere Tochter zu sehen und zu hören, wenn auch nur über das Netz. So am Samstag in Hannover beim Eröffnungskonzert des Schumann-Tschaikowsky-Festivals mit der Capella St. Crucis Hannover

(https://www.ndr.de/orchester_chor/radiophilharmonie/konzerte/Festival-1-Das-Eroeffnungskonzert-des-Schumann-Tschaikowsky-Festivals,eroeffnungskonzert-100.html). Tagsüber hatten wir einen schönen Seminartag zum Thema Achtsamkeit.

Am Sonntag kamen wir mitten im Mealprep auf die Idee, den Gefrierschrank mal sauber zu machen. Ganz großartiger Plan. Alles raus, durchsortiert, ausgewaschen, neu einsortiert und Dinge entdeckt, die dafür sorgen, dass wir die nächsten Wochen keine Suppen mehr kochen müssen. Jetzt wird erstmal alles aus dem Vorrat aufgegessen, denn in wenigen Wochen geht das Gartenjahr los, da braucht es viel Platz zum Einfrieren. Angenehm, wenn eine Weile einfach mal aus dem Vollen geschöpft werden kann, weil vorher fleißig geschnippelt und gekocht wurde. Nebenbei haben wir im Herzen den Geburtstag der großartigen Ärztin Dr. Ita Wegman gefeiert, die der anthroposophischen Medizin in der von ihr gegründeten Klinik Arlesheim ihre erste Heimat gegeben hat. Derzeit entsteht dort ein Holzneubau und ich wünsche mir sehr, das fertige Haus einmal in Betrieb sehen zu dürfen.

Starten wir frohgemut in die neue Woche, schon die letzte im Februar!

 

Blick aufs Glashaus und Basel vom Goetheanum aus.

Kraftvoller Wochenspruch

Es will erstehen aus dem Weltenschoße

Den Sinnenschein erquickend Werdelust

Sie finde meines Denkens Kraft

Gerüstet durch die Gotteskräfte

Die kräftig mir im Innern leben.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Aus der derzeitigen Ausstellung am Goetheanum.

Liebevolle Alltagsgestaltung

Wochenende. Ein Seminartag zur Einführung in Achtsamkeitsarbeit ist heute an der Reihe, auf den ich mich seit Wochen freue. Am Dienstag startet eine kleine Seminarreihe mit zwei Terminen an der VHS Kitzingen, jeweils 19 Uhr zum Thema „Liebevolle Alltagsgestaltung“ (Anmeldung gern noch hier: https://www.vhs.kitzingen.info/kurs/neu-im-angebot/probier-s-mal-mit-gemuetlichkeit-vom-liebevollen-umgang-mit-mir-selbst/25H16128KT), wir treffen uns in Raum III in der Alten Synagoge. Die nächste Woche bringt ein spannendes Teamcoaching und sehr unterschiedliche Klienten.

Das Leben hat zudem seine Alltagsseiten – Wäscheberge, Mahlzeiten vorbereiten, das Pflegeprogramm bewältigen und in jeder freien Minute über den Skripten sitzen, die derzeit entstehen. Das Schöne und die Herausforderung an meinem Alltag ist die Vielfalt, so dass bewusst Atemmomente eingeplant sind. Zeiten, in denen ich still einen Blumenstrauß arrangiere oder einen Topflappen häkle. Warum? Weil der Geist Ruhe braucht, ich nicht noch „schnell“ was machen kann und will und der Funktionsmodus einen Ausschaltknopf hat.

Hast du genug Auszeiten für dich? Falls nein – nimm sie dir, bevor du dir ganz andere Auszeiten nehmen musst.

 

Kleine Vorfreude, von Ursula im Bild festgehalten. Dankeschön dafür.

Gemeinsam

Jeden Tag kommt das Thema Einsamkeit in der Praxis auf, betrifft alle Gesellschaftsschichten, jedes Alter. Einsamkeit macht körperlich und seelisch krank, wird als Schmerz im Körper erlebt, weshalb die Menschen Schmerzmittel schlucken, hochgefährlich.

Gegen Einsamkeit: Mehr Offenheit, auf Menschen zugehen, ansprechen im realen Leben. Die Techwelt ist eher Tummelplatz des Ghostens und Beziehungsabbruchs, wenn es menschlich herausfordernd wird.

Unsere Bereitschaft, uns auf Begegnungen einzulassen, wird geringer. Wohngemeinschaften möchten viele nicht. Das würde Reibung bedeuten, Kinderlärm, Hundebellen, jemand, der in der Küche sitzt und Tee trinkt, wenn man selbst sich einen Kaffee holen will – zu viel ungewollte Nähe.

Das Gefühl des Gebrauchtwerdens ist wichtig, uns fehlt es an Sinn, weil Einsamkeit genau in die andere Richtung drängt. Es braucht Bereitschaft, sich zu öffnen. In Austausch gehen meint, mit Reibung, Kritik, „Anderssein“ konfrontiert zu sein. Anders ist erstmal nur anders. Meine Welt wird weiter, wenn ich Anderes, Fremdes zulasse, in den Austausch gehe, gebe, was ich geben und neue Erfahrungen machen kann. Die einstige Großfamilie gibt es (häufig zum Glück) nicht mehr. Es braucht selbstgewählte Gemeinschaften (auch auf Zeit), in denen wir geben und nehmen, Nähe und Distanz trainieren und erfahren, was Menschsein heißt.

Allen einen schönen Freitag mit vielen herzwärmenden Begegnungen.

Annemarie hat das Foto gemacht, vielen Dank!

Freiheit

Frei, aber einsam.

Johannes Brahms

Wobei ich gern einen Unterschied machen würde zwischen (oft unfreiwilliger) Einsamkeit und selbst gewähltem Alleinesein. Danke an Theresa für das Bornholm-Foto.

Fokus aufs Positive

Alles im Garten liegt plattgedrückt vom Schnee danieder. Dennoch spürt man, wie sich manches still und unauffällig verändert. Das Licht scheint ein bisschen länger und heller. Der Bruder isst sich durch Kresseberge, so schnell kann man das Grün gar nicht wachsen lassen. Wir wissen, dass in der Natur alles nach Homöostase strebt – einem Ausgleich zwischen Extremen. Wir richten unser Alltagsaugenmerk mehr auf das Negative; doch gibt es jeden Tag eine Fülle guter Nachrichten.

Wann haben wir aufgehört, dem Leben zu vertrauen und uns innerlich einzumitten? Beispielsweise mit stärkenden Gesprächen und Begegnungen. Mit dem Wechsel zwischen „otium und negotium“, also Verpflichtung und Muße. Mit verlässlichen echten Freundschaften, mit gemeinsamen Spaziergängen, in denen man über Gott und die Welt redet und sich vieles klären lässt. Mit Dankbarkeit im Herzen für das Gute, was im Leben ist und Freude an den vielen Geschenken, die das Leben bereithält.

Für diesen Jupitertag heute wünsche ich dir jede Menge kleiner Goldfunken der Freude, der Stärkung, des Vertrauens und der Zuversicht. Und ein feines Mittagessen, das dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

O edelstes Grün

O edelstes Grün,

das seine Wurzeln in der Sonne hat

und das in heiterem hellem Glanz im Kreis leuchtet,

von keiner irdischen Intelligenz zu begreifen.

Du bist umfangen von der großen Umarmung,

der göttlichen Geheimnisse.

Wie die Morgenröte strahlst du

und glühst wie das Feuer der Sonne

Hildegard von Bingen, 1098–1179

Fasten-Zeit

Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Eine der Fastenzeiten im Jahr, früher war Fastenzeit auch zwischen St. Martin und Weihnachten. Fasten gehört (für viele) zu den gesunderhaltenden Maßnahmen, denn der menschliche Körper ist nicht auf permanent verfügbare Mahlzeiten eingestellt.

Fasten kann man vielfältig. Auch digitales Detoxen wäre eine sehr gesundheitsfördernde Maßnahme, weniger Serienmarathon, mehr Handarbeit oder Lesen am Abend. Weniger große Reden, mehr leise hilfreiche Taten. Weniger Egozentrik, mehr „was kann ich für dich tun?“ Vielen Menschen würde ich einige Wochen Angst- und Meckerfasten wünschen. Weniger dystopische Horrorszenarien, dafür mehr Blick in die langsam erwachende Natur, die in diesen sechs Wochen gewaltige Veränderungen bieten wird. Weniger Kritik, mehr gute Ideen. Welches Fasten hast du dir für 2026 vorgenommen oder magst du vom Thema nichts wissen?

Einen freundlichen Wochenteilungstag allen.

 

Das Leben ist ein Fluss, ständig ist das Wasser in Bewegung und findet seinen Weg von der Quelle ins Meer. Warum vertrauen wir – ebenfalls lebendiger Bestandteil der Natur – dieser Kraft nicht auch?

Danke an Stephanie für das Bild.

Lost people

Es gibt Fragen, die mich tief beschäftigen. Oft betreffen sie Menschen auf dem Sprung in ihr Leben, den sie nicht machen. Prüfungen verweigern, kein Schulabschluss, keine Ausbildung ist das Richtige, Jobs werden nach Tagen abgebrochen. Irgendwann sitzen sie daheim im zu klein gewordenen Kinderzimmer, verschwinden hinter dem Vorhang aus Negativität und manchmal Drogen. Eltern erreichen ihr erwachsenes Kind nicht mehr, es schläft tagsüber und zockt nachts am PC, Freundschaften werden gecancelt.

Verweigerung, Rückzug – oft steckt Angst dahinter, nicht gut genug zu sein, es wird nicht genau hingeschaut, ausprobiert, Alternativen gesucht. Rückzug ist ein Alarmsignal, Abbruch sozialer Kontakte fragt laut: möchte jemand noch am Leben teilnehmen oder nicht? Schritte sind klein, mühsam – Vertrauen aufbauen, Frustrationstoleranz erhöhen, Widerstände als Wurzelfestiger nehmen, sich auf Bindungen einlassen und Sinn im Kleinen entwickeln.

„Das System“ ist darauf Herausforderungen nicht eingestellt, eine Folge aus Pandemie, falscher Langeweile durch Übersättigung, wenig Freude an Lernen und Herausforderung, zu viel Rücksichtnahme und Fehlen von Sinn. Zudem fehlt Unterstützung von Eltern in Erziehungsfragen, Lauschen auf das, was vom Kind her kommt und ZuMUTungen, an denen man wächst. Neu ausrichten ist viel schwieriger als von Anfang an liebevoll bei genau diesem Kind zu sein.

Manchmal möchte ich Morgensterns „Was wärst du Wind“ als Ermutigung jungen Eltern an die Hand geben.

Lost places. Stephanie hat das Bild gemacht, Danke!

All Leben will Widerstand

Was wärst du, Wind,

wenn du nicht Bäume hättest

zu durchbrausen;

was wärst du, Geist,

wenn du nicht Leiber hättest,

drin zu hausen!

All Leben will Widerstand.

All Licht will Trübe.

All Wehen will Stamm und Wand,

dass es sich dran übe.

            Christian Morgenstern

Danke an Stephanie für das Foto.

Herzensarbeit

Aufstellungssonntag. Es ist großartig, mit einem Team aufzustellen, das in vielen Jahren zusammengewachsen ist, viele hundert Aufstellungen miteinander gemacht hat. Wir halten einen Raum, in dem Menschen ihre tiefen Schicksalsfragen stellen können und das System antwortet. Ruhig, sicher, still, stärkend, auch wenn die Themen, die Menschen mitbringen, unglaublich komplex und tiefgreifend sind, teilweise Generationen überspannen. Diese Tage lassen uns erfüllt und gestärkt zurück.

Derzeit ist viel los im Außen und innerhalb von Familien. Trennungen, schwere Krankheiten, die das gesamte Familienmobile durcheinanderwirbeln, beruflich heftige Herausforderungen, Kündigung, Auflösung. Angst zieht sich wie ein Kaugummi durch, der an Kleidung klebt und sich schwer lösen lässt. Manchem schlägt auch das herausfordernde Wetter aufs Gemüt, andere sind bleischwer müde.

Wie immer es gerade in deinem Leben ist – mögen heute Sonnenstrahlen durch dein Herz tanzen und Leichtigkeit, Frohsinn und stille Heiterkeit mitbringen. Wenn Chaos das neue Normal ist, sind Flexibilität und innere Beweglichkeit mögliche Antworten. Hab einen lebendigen Rosenmontag.

Theresa hat das wilde Wasser in Schweden im Bild festgehalten. Danke dafür!

Stärke mir das Schauen

Die Welt sie drohet zu betäuben

Der Seele eingeborne Kraft;

Nun trete du Erinnerung

Aus Geistestiefen leuchtend auf

Und stärke mir das Schauen

Das nur durch Willenskräfte

Sich selbst erhalten kann.

Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Treppenhaus im Goetheanum Dornach.

Dien-Mut

Morgensterns Bild vom Strom der Zeit, in dem wir gleich Blumen schwimmen, unser Leben ein kurzer Augenaufschlag – er erinnert mich an die Tugend der Demut. Dien-Mut, die Kraft, sich mit allem, was man selbst ist und hat, in den Dienst des Lebens zu stellen, dem Leben zu dienen mit seinen Herausforderungen. Das Leben ist wirklich ein Wimpernschlag im Angesicht der Ewigkeit. Wie können wir in Anbetracht dieses Wissens so leben, dass unser Sein wie ein kleiner Sonnenstrahl in der Finsternis des Alls sein kann? Wo greifen wir hin und unterstützen, wenn wir sehen, dass jemand Hilfe braucht? Wo hören wir das Seufzen einsamer Menschen, das stille Sterben in der Natur und handeln in unserem kleinen Umfeld angemessen? Vielleicht müssen wir nicht auf den „großen Wurf“, den „Lebensruf“, den „Durchbruch“ warten, weil viele kleine Schritte, die wir in Güte, Freude, Liebe und Geduld tun, uns möglicherweise auf stille Pfade führen. Letztlich führen sie uns jedoch genau dahin, wo wir sein sollen – in unserem Leben mitten drin mit aller Wirkkraft, die uns möglich ist.

Für alle Faschingsmenschen – habt frohe närrische Tage. Allen anderen ein feines Wochenende!

 

Theresa hat die Polarlichter in Schweden fotografiert. Dankeschön!