
Ein altes Buch, dem man ansieht, dass es jeden Tag benutzt wird. Ein nagelneues Notizbuch (120 gr Papier!!) und ein frisch gefüllter Füller, türkis für den Schreibspaß. Vorfreunde! In sieben Wochen bin ich ein paar Tage weg. Ich brauche diese Freude, denn beim Blick in die Lage im Land empfinde ich das Gegenteil. Also wappne ich mich mental, auch mit dem täglichen Meditationsbuch, in dem die Wochensprüche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner ebenso enthalten sind wie die Gedanken für den jeweiligen Tag, die Monatstugend und vieles mehr. Das ist das Buch, das bei uns seit 22 Jahren jeden Morgen zur Hand genommen und daraus das Tagesentsprechende vorgelesen wird. Das nagelneue Notizbuch mit dem schweren Papier, damit beim Schreiben mit Füller möglichst wenig durch zu dünne Seiten schimmert und weil ich damit mein Notizbuchjahr einläute. Ein Notizbuch pro Jahr für alles, was ich irgendwo an Zitaten oder Bedenkenswertem finde. Alles, was ich seit Jahren an Informationen für mein Buch sammle (jaja, es wächst in den möglichen Mikroschritten). Alles, was ich auf keinen Fall vergessen will. Füller muss sein. Was ich mit meiner eigenen Hand aufgeschrieben habe, ist anders vernetzt im Gehirn. Ich weiß, wo ich welches Zitat in welchem Notizbuch finde, denn es hat immer eine andere Farbe und Form. Und ich habe genug Tinte, dass es für ein türkisfarbenes Jahr reicht. Klingt vielleicht seltsam, doch ich freue mich jetzt schon jeden Tag darauf, welchen ersten Gedanken ich auf die Seite schreiben werde. Um jede Schreibblockade abzuschmettern, fange ich immer mit einem meiner Lieblingstexte an. Vielleicht in diesem Jahr Rilkes Gedanken zu Fragen und Antworten aus einem der Briefe an Kappus. Oder Mascha Kaléko, Rose Ausländer, mal sehen. Ich habe sieben Wochen Zeit, um mir diesen Text vor die Füße flattern zu lassen. Ich bin vorbereitet.









