Author page: Christine Krokauer

Hochglanz

Endlich ist mal wieder das Haus auf Hochglanz geputzt, Feiertag sei Dank. Filmen hatte die ganzen Tage Vorrang, aber jetzt musste es sein. Ordnen im Außen ist immer auch Ordnen im Inneren und tut gut. Wenn die Räume wieder aufgeräumt, abgestaubt, gesaugt, gewischt und gut gelüftet sind, ist auch das Innenleben wie beruhigt und sortiert.

Heute steht der Pflegeeinsatz wieder an, mein Bruder freut sich auf Kartoffelsalat und Backfisch, eines seiner Leibgerichte, insofern sorge ich heute dafür, dass er ganz viel Grund zur Freude hat, bevor es in der Praxis am späten Nachmittag weitergeht. Der Samstag ist dem Skriptschreiben gewidmet und am Sonntag freue ich mich riesig auf den vierten Empowermenttag mit dem super Thema „Salutogenese“ Aaron Antonovskys Arbeit kann so eine phantastische Lebensgrundlage sein und wir werden sie gut kennen lernen an diesem Tag.

Die nächste Woche ist restlos vollgepackt in der Praxis. Ich bin so von Herzen dafür dankbar, dass ich so viele Menschen begleiten darf. Am nächsten Samstag werden wir für die angehenden Cardeatherapeuten in ein neues Themengebiet einsteigen, Achtsamkeit. Darauf freue ich mich ganz besonders. Da fühle ich mich dann ein bisschen extra gesegnet, mich mit solchen Themen und den Praxisherausforderungen zu befassen, denn jede Begegnung mit Menschen kann alles verändern. Uns selbst und die ganze Welt. Ist das nicht wahrhaftig ein Wunder?

In diesem Sinne euch einen wunderbaren Venustag heute.

 

Das Foto hat Stephanie am Meer gemacht und ich bin restlos begeistert von der Schönheit dieser Steine, ihrer Farbenvielfalt und den Geschichten, die sie erzählen. Danke für dieses zauberschöne Bild.

All das Zeugs

Auch ich war immer daheim, grub, krautete, stocherte, handhabte die Gießkanne, besah alles, was wuchs, tagtäglich genau und bin daher mit jeder Rose, mit jedem Kohlkopf, mit jeder Gurke intim bekannt geworden. Eine etwas beschränkte Welt, so scheint’s. Und doch, wenn man’s recht erwägt, ist all das Zeugs, von dem jedes einzelne unendlich und unergründlich ist, nicht weniger bemerkenswerth, als Alpen und Meer, als Japan und China.

Wilhelm Busch, 1832-1908

Lupinen – Nahrung und Schönheit zugleich, von Stephanie im Bild festgehalten. Dankeschön!

Nährende Begegnungen

Die Festung schaut auf den Main und das schon lange. Von oben hat man einen tollen Blick über Würzburg, das in manchen Momenten an der alten Mainbrücke vor allem im Herbstnebel an Prag erinnert. Was Festung und Würzburg im Lauf der Jahrhunderte alles miteinander erlebt haben!  Wer alles über die Straßen gelaufen ist – berühmte und weniger berühmte Menschen, ein jeder mit seinem Schicksal. Eine Stadt am Fluss prägt Menschen anders als ohne, Flüsse sind Straßen, Handelswege, schön manchmal und mit verheerenden Folgen bei Hochwasser.

Am Dienstagabend hatten wir es schön in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag über die Wirkung von Dr. Wald und Dr. Garten, der Bogen spannte sich von Waldbaden über die Arbeit mit der Erde im Garten, die Nutzung von selbstangebauten Lebensmitteln, Heilkräuter bis hin zur Aromatherapie. Kurz vor dem Vortrag bin ich einmal durch den Garten gerauscht und habe ein paar Kräuter abgeschnitten und Rosen, nicht nur zu Dekozwecken, sondern weil man schon bei einem Minigang durch den Garten eine ganze brauchbare Hausapotheke zusammentragen kann in diesen Tagen. So gab es auch was zum Anfassen, zum Schnuppern, Riechen und Probieren, das macht einen Vortrag gleich anschaulicher. Vorteil im Sommer.

Der nächste Vortrag in Kitzingen ist dann am 28. Juni über ein sehr spannendes Thema: Welche Fragen stellt uns das Leben in den einzelnen Jahrsiebten? Biographiearbeit befasst sich damit intensiv und was das genau ist und welche Fragen da helfen können, werden wir hören. Ich freue mich auf diesen Vortrag.

 

Allen Vätern einen feinen Vatertag!

 

Die Deko vom Dienstag – schauen, riechen, fühlen.

Burg überm Fluss

Da steht eine Burg überm Thale

Und schaut in den Strom hinein

Das ist die fröhliche Saale

Das ist der Giebichenstein

Joseph von Eichendorff, 1788-1857

Nicht die Saale, sondern der Main und die Festung Marienberg in Würzburg hat Sigrid fotografiert, Dankeschön für dein Bild!

Berühmtheiten zu Gast

Harlow Carr, James Galway, Gertrude Jeckyll, Scepter d’Isle, Queen of Sweden (ein TRAUM!), The Albrighton, Constance Spry, Lady of Shalott, Chippendale, Claire Austin – so heißen einige meiner Dreamteamrosen. Hinter jedem Namen steckt eine Geschichte. Jede ist mit einem besonderen Duft, einer besonderen Farbe und Blütenform gekennzeichnet. Eines haben sie gemeinsam – sie sind gefüllt. Ich liebe diese Rosen, die so dicke Blütenköpfe wie Pfingstrosen haben. Deren Blüten aus unzählig vielen Blättern bestehen. Manche blühen nur einmal im Jahr, andere häufiger, das macht sie auch so kostbar. Wenn sie verblüht sind, muss ich wieder ein Jahr auf diesen Traum warten. Im alten Haus hatten wir eine Schneewittchenkletterrose und eine uralte Ramblerrosensorte mit den winzigen Blüten, das fehlt mir hier noch.

Im Garten meiner Eltern gab es nur die Rosen, die man gern auch verschenkt, so die klassischen von Fotokarten. Ich mag Sträuße von Armdicke, die aus vielen Rosen mit Megablüten bestehen, dazwischen jede Menge rosablühender Klee, Wiesensalbei, Natternkopf, Jasmin und die tollen Gräser, die derzeit meterhoch im Garten stehen und gemeinhin als Unkraut gelten, doch ihre Rispen sind zauberschön und harmonieren in ihrer zarten Eleganz mit den Rosenköpfen. Das ist für mich ein Sommerblumenstrauß. Außenrum die Blätter vom Frauenmantel oder Rhabarber, das Purpurglöckchen hat tolle rote Blätter und Blutampfer macht sich ebenfalls super in solchen Sträußen. In kleinen Vasen stehen jetzt überall einzelne Ringelblumen mit einem Grashalm herum, weil ich diese winzigen Vasen mit Freuern mag. Auf Fensterbrettern und Tischen hole ich mir die Gartenfreude ins Haus.

Ich bewundere Menschen, die aus all diesen Schätzen den ganzen Tag jetzt Salben und Cremes herstellen, das mache ich mit dem Johanniskraut in wenigen Wochen auch und setze Rotöl an. Was ich aus dem Garten verarbeite, sind alle Beeren und wir haben ein gutes Sortiment von Stachel- über Johannisbeeren in allen drei Farben, diverse Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeere im Kübel (das wächst hier nicht auf diesem Boden). Ich hoffe, dass die Kiwi es dieses Jahr schaffen, aus dem hohen Grünberg zu ihren Füßen herauszuranken und kleine Kiwis der Lohn wären, wir werden sehen. Die Lichtwurzel hat dieses Jahr ihren Rankstock verfehlt und sich für das Ranken an Gräsern entschieden, es hat ewig gedauert, die Ranken abzuwinden und um den Stock zu pfriemeln, ich hoffe, sie akzeptiert das. Ihre Blätter sehen wir Herzen aus. Die Wurzel wird gern getrocknet und zu Lichtwurzelsalz verarbeitet, aber ich lass meine im Boden. Wer weiß, wann wir sie mal brauchen.

Zwischen den Praxisterminen schreibe ich Skripten. Es ist so ein großartiges Projekt, an dem ich arbeite, es wird wahrhaft das größte, was ich jemals aufgestellt habe und ich freue mich. Am Wochenende wird hoffentlich die Homepage dazu fertig, dann können wir euch viel mehr verraten.

Genießen wir den Wochenteilungstag, für viele schon der letzte Arbeitstag der Woche vor dem verlängerten Wochenende. Habt es fein!

Rose, Sonne, Meer

Rose, Meer und Sonne

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Aller Glanz, ergossen,

Aller Tau der Frühlingsflur

Liegt vereint beschlossen

In dem Kelch der Rose nur.

Alle Farben ringen,

Aller Duft im Lenzgefild’,

Um hervorzubringen

Im Verein der Rose Bild.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Alle Ströme haben

Ihren Lauf auf Erden bloß,

Um sich zu begraben

Sehnend in des Meeres Schoß.

Alle Quellen fließen

In den unerschöpften Grund,

Einen Kreis zu schließen

Um der Erde blü’ndes Rund.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Alle Stern’ und Lüften

Sind ein Liebesblick der Nacht,

In des Morgens Düften

Sterbend, wann der Tag erwacht.

Alle Weltenflammen,

Der zerstreute Himmelsglanz,

Fließen hell zusammen

In der Sonne Strahlenkranz.

Rose, Meer und Sonne

Sind ein Bild der Liebsten mein,

Die mit ihrer Wonne

Fasst mein ganzes Leben ein.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Vor dem Haus. Rosen, wohin das Auge schaut.

Rosige Zeiten

Rosen! Eigentlich ist der Juni die Rosenzeit, in diesem Jahr fangen wir früher an. In meinem Vorgarten steht Freude pur. Ich bin Fan gefüllter Rosen aus England und habe eine Rosenhecke, die nur aus Duft besteht, am Rosenbogen rankt James Galway (nach dem Flötisten benannt) und breitet einen überaus üppigen wohlriechenden Blütenteppich von oben aus und im Beet habe ich von Weiß bis Tiefrot alle Rosétöne. Zwischen den Rosen wuchern Katzenminze, Lavendel, Mutterkraut, Schleierkraut und die letzten gerade verblühenden Iris mit ihrem zarten Blau, was wunderbar harmoniert. Alle paar Jahre steht zwischen den Rosen eine Angelikawurzel und beschützt Haus und Garten.

Hinten im Garten variieren die Rosenfarben, da gibt es auch gelb, lachsfarbene und noch mehr Rosatöne zwischen Himbeeren, Johannisbeere, den Heilkräutern, auf der Böschung wuchern die kleinen Fairyrosen, die so schön die Arme zerkratzen beim Jäten. Hinten stehen Ysop, Salbei und herrlicher Dost zwischen den Rosen. Die alten Lavendel- und Salbeibüsche haben den zweiten Schneeberg schlecht verkraftet und sind um vier Fünftel reduziert. In die riesigen Lücken (jeder Lavendel hatte inzwischen gute 1,50 Meter im Durchmesser, ebenso die Salbei) habe ich neue Lavendel und Salbei gesetzt. So, wie ich Duftrosen sammle, sammle ich Salbeisorten, denn ich liebe die Blätter und Blüten von Salbei sehr. Auch die Eberrauten, ebenfalls riesige Büsche, haben unter dem späten Schnee schlecht verdaut und sehen sehr gerupft aus.

Der Säulenapfel hat leider keine einzige Blüte gehabt, der Mönchspfeffer erst am Wochenende beschlossen, zu leben, die ersten Blätter schlüpfen. Erstaunlicher Garten. Im Grunde ist bei uns der Klee ein krasses Unkraut, aber leider liebe ich diesen unglaublichen Honigduft und die Bienen mögen ihn auch, also steht er bei uns fast einen Meter hoch zwischen allem. Unser Schotterweg ist komplett mit Klee zugewuchert.

Ich habe einen vor Jahren gesetzten Sanddorn entdeckt. An einer anderen Stelle. Einen von dreien. Ich frage mich: Wo sind die anderen und vor allem – wer befruchtet mir das jetzt oder ist das die männliche Pflanze? Fragen über Fragen. Mein dunkler Holunder hat die kritische 30 Zentimeter-Höhe erreicht (alles drunter wird hier gern allgemein entsorgt, egal, wie viele Warnungen Marke „das hier stehen lassen“ ich ausgebe) und da der Miniginkgo (auch gerade so 40 cm hoch) erkannt wird, hat er faire Chancen zu überleben. Das erste Mal werden wir Ebereschenbeeren ernten können, hoffe ich, denn der Baum hat wunderschön geblüht.

Garten ist ein eigenständiges lebendiges Wesen, unser Outdoorfamilienmitglied. Wenn er so ungepflegt ist wie bei uns und so einen schlechten Boden hat, weil wir immer nur kleine Ecken mit Kompost aufwerten, ist es erstaunlich, was alles dennoch wuselt, wächst und fliegt. Wildbienen und Erdhummeln en masse sind am Start. Schmetterlinge und Stechviecher finden alles grandios, weil restlos ungestört bis auf wenige Stunden, in denen sich das Piekszeug dann auf mich stürzt (andere Menschen bleiben verschont).

Wir sehen uns heute Abend an der VHS Kitzingen um 19.30 Uhr mit „Dr. Wald und Dr. Garten“? Einfach kommen, keine Anmeldung nötig.

Einfach blühen

Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius, 1624-1677

Jetzt geht’s los im Garten mit den Rosen. Die beste Zeit.

Dr. Wald und Dr. Garten

Der erste Rosenstrauß aus dem Garten ist in jedem Jahr etwas Besonderes. Nach zwei Tagen im Filmstudio (dem Himmel sei Dank für die kühleren Temperaturen) dachte ich, eine Stunde Gartenarbeit wäre sicher gut. Unglaublich. Ich betrete den Garten und das ist, als wäre Spezialalarm für Klopapier, Rapsöl und Benzin im Angebot gleichzeitig. Alles, was Flügel hat oder kriecht, stürzt sich auf mich. Nach 10 Minuten war ich total zugestochen von Grasmilben und Kriebelfliegen, nach einer Stunde hab ich aufgegeben. Immerhin war da ein großer Sack voll, was bei unserer grünen Hölle keine Schwierigkeit ist. Bei meiner eher Flucht als Rückzug hab ich Rosen mit reingenommen und einen Zweig Zitronenmelisse fürs Trinkwasser.

Wir haben einen neuen kleinen feinen Kurs eingefilmt und mehrere Einheiten von Nautilus. 16 von 52 Filmen sind im Kasten. Ein Viertel von den kleinen Kurseinheiten ist gemacht, die Hälfte der großen Einheiten, das ist gut, wir sind noch im Zeitplan (jaja, ich bin da übermotiviert, aber ich bin absolut kein letzter Drücker-Typ).

Zwei Tage Studio sind wirklich harte Arbeit, Hitze ist nicht meines und die Luft wird supertrocken. Am krassesten finde ich das Licht, weil die Scheinwerfer riesig sind. Die machen zwar nicht warm, aber so hell, dass ich erstmal eine Weile brauche nach dem Filmen, drum dachte ich ja, das Grün im Garten kann nix schaden. Drei Haarwäschen später juckt immer noch alles.

Die Woche wird schön, hoffe ich. Am Dienstag ist der VHS-Vortrag in der Alten Synagoge dran mit Dr. Wald und Dr. Garten – ein richtig tolles Thema. Am Sonntag werden wir bei den Empowermentdays über Salutogenese sprechen,  eines meiner absoluten Lieblingsthemen. Aaron Antonovsky hat mit der Salutogenese einen wunderbaren Schlüssel zur Bewältigung des Alltags an die Hand gegeben. Das ist ein Kursthema, bei dem ich begeistert bin (na gut, das bin ich von allen, aber Salutogenese ist ein besonderes Lieblingskapitel).

Wer im Juni aufstellen mag, hat noch am 26. 6. die Möglichkeit, meldet euch bitte bald, die Termine sind immer sehr schnell weg.

Kommt gut in diese neue Woche und stellt euch genug zu trinken bereit bei der Wärme. Mit Zitronen, Obst aller Art, den ersten Gartenkräutern sieht euer Getränk toll aus und schmeckt.

Erste Rosen

Unkraut wächst in zwei Monaten, eine rote Rose braucht dafür ein ganzes Jahr.

Rumi, 1207-1273

Bei den Rosen stimme ich Rumi zu, beim Unkraut denke ich, bei uns geht es fixer.

Berg und Tal

Wenn ich Eichendorff Glauben schenke, dann befinden wir uns an diesem Wochenende auf dem Gipfel der Welt, denn wenn wir von etwas begeistert sind, dann vom Nautilusprojekt. An diesem Wochenende filmen wir tolle Themen ein über die Grundlagen gelingender Kommunikation und achtsames Lauschen. Stück für Stück wächst so eine wunderbare Ausbildung heran, die im September startet.

Am Dienstag um 19.30 Uhr werden wir uns in der Alten Synagoge im VHS-Vortrag mit den Ursachen befassen, weshalb Dr. Wald und Dr. Garten großartige Therapeuten sind – herzliche Einladung. Einfach kommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben.

Das kühlere Wetter heute macht mich froh. Wenn man zwischen vielen Scheinwerfern steht und dann draußen so schwülwarmes Wetter herrscht wie gestern, ist man sehr dankbar für Kühle. In anderen Landstrichen müssen die Menschen aufräumen, hat das Orkantief unglaubliche Schäden angerichtet. Große Sorge hatten wir hier deshalb auch gestern. Was würden wir tun, wenn so etwas das Haus trifft – wohin sollte der Bruder mit seiner Schwerstbehinderung, der sein Bett nicht verlassen und aus dem Haus rennen kann, der alte Vater? Diese Gedanken bewegen bei solchen extremen Wetterlagen vermutlich alle Menschen. Jeden kann es treffen, keiner ist geschützt. Deshalb Dankbarkeit, wenn alles gut gegangen ist und sich bewusst sein – das ist Glück, sonst nichts.

Allen hoffentlich ein gutes, ruhiges Wochenende.

 

Blick in die Rottenwoodstudios.

Wilde Woche

Harmonische Gedanken, meint Hildegard von Bingen, schenken körperliche Ruhe und tiefe Einsichten. Das hat was. Am Mittwoch ging es beim VHS-Vortrag in der Alten Synagoge in Kitzingen um Ordnung im Leben, die viel mit der inneren seelischen Ordnung zu tun hat, mit körperlicher Ausgeglichenheit und einem angeregten Geist.

Die Synagoge ist ein wunderbarer Ort, um einen guten Abend miteinander zu verbringen. Trotz der Schwüle im Außen hatten wir es schön. Ich liebe es, wenn das Licht am Abend weniger wird, die Dämmerung langsam sich über das Gebäude senkt. Auch schön, wenn die Menschen danach noch Fragen stellen, sich austauschen, gemeinsam auf die Straße treten und dort weiter im Gespräch sind. Das hatten wir alles lange nicht und es kehrt wieder zurück, das Gefühl, dass ein gemeinsam verbrachter Abend etwas ist, das uns eine gute Zeit nähren kann.

Am nächsten Dienstag bin ich dort wieder um 19.30 Uhr mit dem super Thema „Dr. Wald und Dr. Garten“ – freut euch auf Infos, weshalb der Aufenthalt in Wald und Garten eine hervorragende Medizin sein kann. Keine Anmeldung notwendig, einfach kommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben. Anmelden könnt ihr euch hingegen schon zum VHS-Seminar in Kitzingen „Mit Sebastian Kneipp fit gegen Sommerhitze“ am 12. und 19. Juli! Da verrate ich euch, wie ihr gut mit heißen Tagen umgehen könnt, bevor die Hundstage kommen.

Heute soll eine Unwetterfront kommen. Ich kann nur hoffen, dass wir alle vor Katastrophen verschont bleiben. Die Temperaturen sind hoch, die Luft wie aufgeladen. Das spürt man auch den Menschen an, sie sind schneller auf 180 und fix erschöpft. Gefühlt fehlt uns seit langem ein gutes mittleres Maß, ein Ausgleich von An- und Entspannung.

Wichtig ist, viel zu trinken in diesen schwülwarmen Tagen, vor allem darauf zu achten, dass auch ältere Menschen genug trinken. Sie haben oft Stützstrümpfe an, schwitzen und wissen nicht, dass sie trinken müssen, weil sie es vergessen, sie sich selbst nicht versorgen können. Ein bisschen Geschmack im Wasser schadet nicht – Zitrone ist fein, ein Zweig Zitronenmelisse oder Minze, ein bisschen Gurke oder ein paar tiefgekühlte Beeren und schon sieht es schöner aus, schmeckt besser und regt die Trinkfreude an. Ich habe heute eine große Kanne Hibiskustee gekocht, ich liebe es, wenn sich das Wasser verfärbt und ich mag es, wenn man dann ein wenig Zitrone hineintropft. Für ein bisschen Spielzeit ist man nie zu alt. Probiert es aus.

Das Wochenende verbringen wir in unserer anderen grünen Hölle, dem Filmstudio. Ich freue mich jetzt schon auf zig Scheinwerfer, Kamera, mehrere Bildschirme, Mikrofone und dergleichen mehr. Jeder abgefilmte Kursteil ist ein Stück näher an der Umsetzung unseres Projekts und insofern ein richtig, richtig guter Grund zur Freude. Erst für uns und dann für euch. Bald mehr davon. Die ersten Anmeldungen zu den Kursen im Herbst trudeln ein – das finde ich absolut großartig. Danke für den Vertrauensvorschuss. Wir geben selbstverständlich unser Bestes und ihr könnt sicher sein: Die letzten Jahre haben wir jede Menge dazugelernt. Das geballte Wissen fließt mit ein!

Allen ein hoffentlich ruhiges Wochenende ohne Sturm und andere Wetterkatastrophen, genug Eis, Erdbeeren und kalten Früchtetee und ein Badewännchen mit kaltem Wasser zum Abkühlen.

 

Ursulas Erdbeeren im Garten machen sich. So in etwa sehen meine auch gerade aus. Ich bin erwartungsvoll.

Ruhe und Einsichten

Wenn die Gedanken eines Menschen weder leichtfertig noch leichtsinnig sind, wenn sie weder halsstarrig noch dumm sondern vielmehr harmonisch sind, dann schenken sie ihm körperliche Ruhe und tiefe Einsichten.

Hildegard von Bingen, 1098-1179

Danke an Steffi für das Strandfoto aus dem Urlaub!

Gartenlied

Die schönste Epoche im Gartenjahr für Blütenfreunde beginnt. Die Rosen starten ihre Saison. Jetzt ist wieder die Zeit der üppigen Sträuße überall. Zwischendrin blühen die Erdbeeren und ich werde dieses Jahr hoffentlich einige der feinen Früchte ernten können. Die Johannisbeeren haben noch gute vier Wochen, dann ist Johanni, die Zeit von Johanniskraut, Holunderblüte und vielem anderen. Jeden Tag kann man jetzt in den nächsten Wochen seine Überraschungen im Garten erleben. Irgendwas ist aufgeblüht, etwas anderes ist fertig. Mein Beinwell war in diesem Jahr so machtvoll wie selten, tiefblau sind seine Blüten (ich hab auch einen in rosa). Irgendwas ist passiert, heute Morgen ist die riesige Pflanze umgeknickt gewesen. Auch mit Hochbinden wird das nichts mehr. Das ist tieftraurig, weil der Beinwell von vielen Insekten angeflogen wird und ich ihn wegen seiner Wuchsfreude liebe.

Die Holzbiene, das Riesengeschoss, ist schon vorbeigekommen um zu schauen, was denn die Muskatellersalbeis machen. Ich bin gespannt, wie sie es findet – ich habe ganz neu in diesem Jahr einen weißen Muskatellersalbei, ich hoffe, er gefällt ihr. Sie kommen jedes Jahr, die drei mächtigen Holzbienen (anfangs waren es vier). Der Muskatellersalbei samt sich netterweise inzwischen überall im Garten selbst aus und weil er so gern von den vielen verschiedenen Bienenarten bei uns aufgesucht wird, lasse ich ihn auch überall wuchern. Na gut, ich hätte ehrlicherweise das schreiben können: Wo der Muskatellersalbei wuchert, haben die Unkrautberge keine Chance.

Auch Gras kann schön sein (wenn man keinen Heuschnupfenpartner hat, der auf Gräser allergisch …), Quecken wiegen sich zierlich im Wind und Löwenzahn ist nur schön, wenn er auch fliegen kann. Falls jemand eine wissenschaftliche Arbeit über die Vielfalt der Beikräuter schreiben möchte – herzliche Einladung. Bei uns findest du alles, was dein Forscherherz begehrt. Zwischen Maiglöckchen (hurra, aus einer Pflanze wurden jetzt ihrer zwölf!) und Waldmeister, der wie ein weißer Teppich blüht, kannst du krasse Entdeckungen machen! Wilder Klee erobert sich den Fußweg (!), der späte Schnee hat nicht nur vier der uralten riesigen Lavendel erledigt, sondern auch meine ältesten Salbeipflanzen und vier Fünftel meines sensationellen Bergbohnenkrauts. Der Mönchspfeffer hat sich überlegt, jetzt doch die ersten Blätter zu entfalten und so manches, was gut durch den Winter kam, hat den Frost vor kurzem sehr übel genommen. Und dazwischen hat sich jetzt einiges an nicht selbst gepflanzten Sachen breit gemacht. Ich bin gespannt, wie sie blühen.

Dafür mag der Salat offenbar das schwüle Wetter und gibt Vollgas, die Bohnen schnarchen weiter mit einem Blatt und die ersten Gurken sind erkennbar. Vor dem Küchenfenster blüht mein Quittenbaumbaby, der große im Garten ist schon verblüht. Mein Traum: in zehn, fünfzehn Jahren habe ich einen mächtigen Taubertäler Apfelbaum und die Apfelquitte als Rahmen, wenn ich aus dem Fenster beim Spülen und Gemüseschnippeln schaue. Erstmals hat die Haselnuss ihre Blätter behalten, nach sieben Jahren hat sie offenbar entschieden, doch bei uns zu bleiben. Es braucht im Garten allemal Geduld. Das denkt sich auch die Hornisse, die jeden Morgen exakt um 20 nach 8 ins Wohnzimmer fliegt, um sich den Rolladenkasten genauer anzuschauen. Das erste Wespennest im Briefkasten haben wir sicherheitshalber weggemacht, man weiß ja nie, welche Folgen das hat.

Seit der Vollmondnacht weiß ich, dass der grandiose Saustall im Herbst, den wir nicht weggeräumt haben im Garten, eine Igelfamilie beherbergt, die nächtens schneckensammelnd durch den Garten wuselt. Ich wusste, dass das Chaos auch Vorteile haben muss! (Das dient mir forever als Entschuldigung) Auf jeden Fall sorgen wir hier für eines – Vielfalt. Oder wie es der morgendliche Hunderundenlieblingsmensch meint: „Ihr Garten: Was alles auf so eine Fläche passt! Bei uns ist es immer aufgeräumt, meine Frau mag das nicht, wenn irgendwo Unkraut ist. Ich finde es toll, dass es bei Ihnen keinen sichtbaren Boden gibt!“ Wie auch, bei den Quecken und dem Klee! Ich nenne es „Anfangsstadien der selbstständigen Permakultur“.

Habt es fein und feiert die Rosen! Rosen und Katzenminze in Verbindung mit weißen Sommerastern, garniert von zarten Gräsern, eine Spinne seilt sich ab, die Hummeln tanzen mit Pollenhöschen und die Bienen queren –  genial. Von drinnen. Monsterallergiker mit Garten – puuh.