Author page: Christine Krokauer

Wissen

Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.

Konfuzius

Hier gingen viele Menschen seit dem 13. Jahrhundert zum Studium ein und aus, darunter Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Bonaventura, Meister Eckhart, Marie Curie, Simone de Beauvoir und Françoise Sagan.

Die Sorbonne. Sigrid hat von der Rue des Ecoles aus fotografiert. Danke dir!

Fassade und Realität

Wie viel Mühe geben wir Menschen uns, ein Bild der Welt zu präsentieren, wie wir angeblich sind. Vielleicht steckt hinter dieser mühsam und mit unfassbarer Anstrengung errichteten Fassade ein ängstlicher Mensch, der denkt, er sei nicht gut genug und es wäre schlimm, jemand würde bemerken, dass er nur Mensch ist.

Menschsein ist die größte Herausforderung! Die Erkenntnis, dass wir unsere Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, Begrenzungen und Großartigkeiten haben, macht uns aus. Wir wollen mit anderen Menschen, mit allen Lebewesen im Grunde unseres Herzens gut auskommen. Mit nichts haben wir Einfluss darauf, was andere über uns denken, immer jedoch darauf, was wir über uns selbst denken. Wenn wir nicht vergleichen, sondern schauen, was uns ausmacht, stehen wir aufrecht, ohne potemkinsches Dorf vor unserem Mitmenschen und laden ihn ein, zu zeigen, was er hat und kann. Zusammen können wir so vieles. Jemand kann etwas, was ich nicht kann – gemeinsam schaffen wir Großartiges.

Erinnern wir uns an unser Menschsein und entlasten uns und andere vom Stemmen krasser Hausfassaden. Was zählt, ist ausschließlich der Mensch. Wer bist du?

 

Die gewaltige Natur ist einfach und genau das macht uns so ehrfüchtig und still. Ob Fels oder Meer, Quelle oder Blatt, Vogelfeder – es ist und es ist perfekt, weil es nicht versucht, etwas anderes zu sein oder zu scheinen. Stephanies Foto ist aus den Schweizer Bergen. Dankeschön!

Kunst und Leben

Die Geschichte von Kunstwerken gleicht oft einem Krimi. Da geht es um Diebstahl, um die Menschen, die die Werke geschaffen haben, um Übermalungen und Neuentdeckung. So ist das auch beim Genter Altar, einem Flügelaltar in Sint Bavo in Gent, der von Jan van Eyck (und vermutlich seinem Bruder Hubert van Eyck) geschaffen und ursprünglich 1432 oder 1435 in der einstigen Pfarrkirche Sint Jans aufgerichtet wurde, eine Stiftung der Familie Borluut.

Der gesamte Altar erzählt dem Betrachter auf seinen verschiedenen Seiten unzählige Geschichten, von Adam und Eva über die Anbetung des Lamms, die Heilige Dreifaltigkeit, die Verkündigung, es gibt musizierende Engel, Johannes Evangelist, Johannes der Täufer, Märtyrer, Heilige und vieles mehr bis hin zu einer Landschaft (bei der mit genauerer Betrachtung unzählige Heilpflanzen auftauchen!). Man kann sich sehr lange Zeit allein mit dem Anschauen der Darstellungen beschäftigen.

Nicht selten ist das übrigens eine Aufgabe, die Klient:innen von mir bekommen – die Betrachtung von Kunstwerken kann uns helfen, uns darüber bewusst zu werden, dass Menschen zu allen Zeiten Ängste, Sorgen und Nöte hatten und wie sie sich im Vertrauen übten. Zahllose Bildwerke sind wie Seelennahrung auch für uns heute, so wie auch Werke von Caspar David Friedrich wie „Der Mönch am Meer“, „Wanderer über dem Nebelmeer“, die Sixtinische Madonna von Raffael oder der Vergleich der David-Köpfe von Michaelangelo und Bernini – alle sind aufschlussreich und heilsam.

Kunst ist für uns Menschen in jeder Form lebens-not-wendig, sie wendet innere Not. Drum gern mal bewusst in die Kirchen und Museen gehen auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die die Seele oft vergeblich stellt.

 

Allen einen tatkräftigen Dienstag.

 

Das Herz des Menschen

Das Herz des Menschen ist sehr ähnlich wie das Meer, es hat seine Stürme, es hat seine Gezeiten und in seinen Tiefen hat es auch seine Perlen.

Vincent Van Gogh, 1853 – 1890

Das Meer ist zu allen Jahreszeiten schön. Danke an Theresa für das Foto!

Dankeschön!

Ein schönes Wochenende. Am Samstag gab es die Zukunftsparty mit Übungen, die uns mit unserer Zukunft verbinden, Austausch in kleinen Gruppen, Tanz und Schreibaufgaben zu unseren Herzenswünschen. Eine Einstimmung für unseren Kurstag gestern über „Meisterschaft und Manifestation“.

In erster Linie bedeutet das Arbeit. Manifestation kommt von manus, dem lateinischen Wort für Hand und besagt, dass wir dafür was tun, nicht bei irgendeinem Universum was wünschen dürfen. Dazu brauchen wir kein „so hätte ich es gern im Leben“-Mindset, sondern Antworten: Was bin ich bereit zu tun, damit ich das umsetzen kann, was ich machen möchte und wie kann ich am Alltag messen und prüfen, ob der Weg richtig ist? Das ist schlichtweg Arbeit, erfordert Disziplin und die klare Erkenntnis: Ein Fisch schwimmt perfekt, ein Vogel fliegt super und ich bin dann froh, wenn ich das mache, was ich am besten kann, nicht das, was en vogue, schick oder sonstwie angesagt ist.

Viele mögen das Wort Disziplin nicht, in dem der Schüler steckt (discipulus) – wir sind Lernende in der Lebensschule. Damit wird beschrieben, dass wir gute Routinen des Übens brauchen, als Gegengewicht dazu Zeit, unseren Geist und unseren Körper zu nähren und ausreichend zu schlafen, um Burnout und mentaler Überlastung vorzubeugen.

Herzliche Einladung für morgen, 19.30 Uhr in die Alte Synagoge in Kitzingen zum Seminar der VHS „Wie Partnerschaft gelingt“. Anmeldung bitte über den Link: https://www.vhs.kitzingen.info/programm/gesellschaft.html?action%5B93%5D=course&courseId=581-C-22H16125KT&rowIndex=4

 

Allen einen freundlichen Start in die zweite Woche des Jahres.

 

So schaut es vor und hinter den Kulissen aus, zwei Minuten, bevor die Zukunftsparty startet. Danke für den tollen Abend!

Was dir gehört

Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.

Antoine de Saint-Exupéry, in: Der kleine Prinz

Stephanies Foto nimmt uns mit in einen ganz besonderen Hier-und-Jetzt-Moment.

Wie Partnerschaft gelingen kann

 

Gestern war der traditionelle Aufräumtag des Weihnachtsschmucks. Und wie immer nutzen wir die Zweige, um die Rosen abzudecken, damit nichts erfriert, wenn der Winter kommt. Der Umbau des Wohn- und Arbeitszimmers wird an dem Wochenende mit den neuen Schreibtischen abgeschlossen. Dann ist das Räumchaos geschafft.

Heute Abend ist unsere Zukunftsparty. Darauf freue ich mich seit Wochen. Die Teilnehmenden werden als ihr künftiges Ich erscheinen, ich bin gespannt. Morgen geht es im Seminar um die Frage der Meisterschaft und den Weg dorthin. Das wird ein richtig, richtig spannendes Wochenende.

Gern vormerken: Nächste Woche am Dienstag und dann am 17. 1. findet im Foyer der Alten Synagoge Kitzingen das Partnerseminar „Beziehungsweise Liebe“ statt. Wir schauen uns an, was gelingende Beziehungen ausmacht und wie wir das im Alltag umsetzen können. Für das Seminar bitte unbedingt direkt bei der VHS Kitzingen anmelden: https://www.vhs.kitzingen.info/programm/gesellschaft.html?action%5B93%5D=course&courseId=581-C-22H16125KT&rowIndex=4

Allen ein wunderschönes erstes Wochenende im neuen Jahr!

 

Die Treppenhäuser im Goetheanum in Dornach sind wunderschön.

Verrinnende Zeit

Verrinnende Zeit. Jede Sekunde, die vorüber ist, ist unwiederbringbar. Hoffen wir, dass wir unsere Sekunden mit Gegenwart füllen und zwar mit einer, die sich für uns stimmig anfühlt. Das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil sind nicht mehr zurück zu holen und sie sind in Sekundenbruchteilen losgelassen, um vielleicht viel Schaden anzurichten.

Zeit, die uns vollenden kann – weil wir reifen, erkennen, wachsen, loslassen und hoffentlich immer präsenter werden, die Fesseln der Vergangenheit immer mehr zurücklassen und versuchen, aus diesem einen Moment, in dem ich jetzt gerade bin, das Beste zu machen.

In diesem Moment kann ich vielleicht ohne Schmerz, ohne Wahrnehmung für Angst und Sorge sein, einfach nur einen Atemzug tun und dann den nächsten. In diesem Moment kann ich entscheiden, Frieden im Herzen aufzurufen. Ein Kriegsbeil zu begraben, mich zu erfreuen an dem, was ist.

Allen einen kostbaren Freitag voller wunderbarer Zaubermomente.

 

Mit Frost überzogen – eine Momentaufnahme von Beate. Danke!

Handvoll Sand

Denn es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, das uns verbraucht und zerstört wie die Handvoll Sand, sondern als etwas, das uns vollendet.

Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste

Beate hat dieses Wüstenfoto mitgebracht, herzlichen Dank dafür!

Bist du hier? Bist du jetzt?

Es gibt Menschen, deren Leben findet in der Vergangenheit statt, entweder, weil sie in verklärter Form ein Idyll beschreibt, das so vermutlich niemals existiert hat und zum mantrisch wiederholten Narrativ wurde oder weil man damit sein Opferdasein rechtfertigt, was im Klartext meint, die Verantwortung für sein momentanes Leben nicht zu übernehmen, wenn man es hart formuliert.

Es gibt Menschen, deren Leben findet in der Zukunft statt – sie gehen in ihrer Vision auf, Träumen wird der meiste Raum im Alltag eingeräumt nach dem Motto: Wenn ich dann mal xy habe/bin, dann bin ich sowas von glücklich! (Woher wissen sie das?)

Vergangenheit ist gelaufen, ist Erinnerung. Ich kann daraus Erkenntnisse mitnehmen: Wie will ich etwas gestalten aufgrund der gemachten Erfahrungen. Zukunft ist noch nicht. Wer hat vor drei Jahren um die Zeit gedacht, wie sich die Welt verändern kann, also befinde ich mich im Reich der Träume.

Beides ist wichtig: Erkenntnisse sammeln und sich die Vision klarmachen. Nur nutzt das nichts, wenn ich nicht – ausgehend von der Zukunft übrigens, das macht viel Sinn – jeden Tag etwas dafür mache, dass ich meine aus der Vision heruntergebrochenen kleineren Ziele (die dürfen ruhig knackig sein, sonst langweilt sich das Gehirn) umsetze.

Wie ist deine Vision? Welche Ziele hast du dir für dieses Jahr vorgenommen? Welche für diesen Monat? Welche für jeden Tag?

Ein Instrument erlernt man, indem man jeden Tag übt. Dann wird es mit den Jahren großartig werden. Wir unterschätzen den kleinen täglichen Einsatz. Probiere es doch einfach ein Jahr lang aus, jeden Tag etwas Zeit für deinen Traum zu investieren. Plane in deinen Tag ausreichend Schlaf-, Lese- und Denkzeit ein, damit dein System Nahrung bekommt und die Chance hat, diese zu verdauen. Schlaf wäre übrigens für das Nervensystem aller Menschen der wichtigste Punkt auf der To-do-Liste neben Bewegung, Ernährung und ausreichend positivem Input (was bedeutet: weniger Nachrichten und Zeitvergeudung).

Allen einen freundlichen Jupitertag.

 

Stephanie hat auch dieses Morgenfoto gemacht. Danke von Herzen!

Mut zum Leben

Das Jahr ist erstaunlich in der Praxis gestartet. Schwere Depression, Suizidalität und die Frage, wie man mit einer Krebsdiagnose umgeht, wenn man junge Kinder hat und in der Familie erst Todesfälle wegen Krebs waren. Und mit der Erkenntnis, wie mutig, wie liebevoll, wie fürsorglich und tapfer Menschen sind.

Den Mut, etwas zu riskieren – den brauchen wir durchaus im Leben. Viktor Frankl, der das KZ überlebt hat, betitelte eines seiner berührendsten Bücher mit „Trotzdem Ja zum Leben sagen“. Das Leben ist immer lebensgefährlich. Wir agieren oft so, als wären wir unsterblich. Menschen mit schweren Diagnosen wissen um die Begrenztheit der Lebenszeit und das führt oft dazu, dass die verbleibende Zeit auf andere Weise genutzt wird. Da wird keine Zeit mehr vergeudet, weil einem die Kostbarkeit dieser Ressource klarer vor Augen steht.

Was, wenn wir jeden Tag so leben würden, als wäre er einer der wenigen, die uns noch bleiben? Wenn wir die Kostbarkeit des Lebens anders wertschätzen und damit auch in vielen Fragen andere Entscheidungen treffen würden? Klare, aus dem Herzen kommende, keine faulen Kompromisse. Was, wenn wir das als neuen Goldstandard mit in das Jahr nehmen? Entscheidungen so zu treffen, als hinge alles davon ab?

Letztlich ist es so. Jede unserer Entscheidungen führt langfristig zu Veränderungen in der gesamten Welt, ob uns das bewusst ist oder nicht. Jede gute Entscheidung macht die Welt besser, jede halbherzige bringt einen Hauch Schatten. Erlauben wir uns, die Kostbarkeit unserer Lebenszeit absolut wertzuschätzen.

 

Allen einen feinen ersten Wochenteilungstag im neuen Jahr.

 

Die Türen im Norden sind Einladungen zu Entdeckungsreisen. Was findest du, wenn du deine Herzenstür weit aufmachst? Sigrid hat das Foto gemacht, lieben Dank dafür!

Mal was riskieren

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?

Vincent van Gogh, 1853–1890

Diese Christrose hat auch was riskiert und spitzt aus den Steinen hervor. Katja hat sie entdeckt, Danke für dein Bild!