Freitags-Nachdenk-Input

Körper, Seele und Geist sind eine Einheit und wenn wir traurig sind, hat das Auswirkungen auch im Körperlichen. Trauer ist berechtigt und wichtig. Wir erleben oft viele negative Gefühle, die nicht selten Kopfgeburten sind. Manchmal sind wir wahre Meister darin, Dramen der Vergangenheit wieder aufzuführen oder jeden Tag die gleiche Gefühlssuppe anzurichten und zu erwarten, dass sie heute doch mal anders schmeckt. Das Denken zu verändern ist wahrhaftig schwer und not-wendig.

Ab und an schadet es nicht, sich bewusst zu machen, dass wir Gedanken und Gefühle haben, sie aber nicht sind. Das ist ein großer Unterschied. Gedanken erzeugen ihrerseits Gefühle und wenn wir uns anders fühlen wollen, ist der Ansatz zur Veränderung – genau, wer hätte es gedacht – das Denken.

Bereits Epiktet erkannte in der Antike, dass wir uns weniger darum sorgen, wenn eine Situation da ist als im Vorfeld, wenn wir uns in Gedanken verrückt machen. Worst case-Szenarien als Spezialität. Es soll hier weder dem Leichtsinn ein Loblied gesungen noch dazu aufgerufen werden, sich keinen Kopf mehr zu machen und mit totaler Laissez-faire-Haltung den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Es ist immer wieder die spannende Frage: Kann ich Gedanken loslassen, wenn sie mir nicht gut tun und sie durch andere Gedanken, die zielführender sind, ersetzen? Nehme ich eine Lehre aus der Vergangenheit als Fakt oder schleppe ich die damit verbundenen Gefühlsberge mit? Wie viel Gepäck aus der Vergangenheit brauche ich? Und warum bebrüte ich gern ungelegte Eier und mache mich im Vorfeld fertig, wenn ich nicht weiß, wie es wirklich werden wird? Helfen mir die Szenarien oder geht es mit wie dem Mann mit dem Hammer in Watzlawicks Anleitung zum Unglücklichsein?

Wie im Märchen ist der mittlere Pfad oft der richtige. Gedanken machen Ja, Terror dadurch Nein. Zukunft bedenken Ja, Alptraumszenarien pflegen Nein. Das Leben ist nicht gestern oder morgen, sondern nur zu einem Zeitpunkt. Genau JETZT.

Allen einen feinen Venustag.

Spannende Ausblicke auf dem Jakobsweg, dieses Foto hat auch Theresa gemacht.

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