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Vernünftig leben

Lebe recht vernünftig; schätze es hoch, im Sonnenlicht dein Tagwerk vollbringen zu können; verdirb nicht selbst die gute Luft, welche du einatmen kannst, und sei nicht frevelhaft gegen deinen Körper, indem du mehr von ihm verlangst, als er zu leisten vermag, oder mit anderen Worten: Handle nicht unvernünftig gegen dich selbst!

Sebastian Kneipp, 1821-1897

Steffen hat uns dieses Foto von einer Reise durch China mitgebracht. Danke dir!

Türchen 16: Lebensordnung, heute: Mut

 

Angst essen Seele auf, hieß ein Film vor Jahren und diese Aussage trifft zu. Derzeit stelle ich viel zum Thema auf und arbeitet an inneren Kraftteams der Menschen. Immer häufiger taucht dort ein Begriff auf, der wichtiger wird: Zuversicht. Zuversicht ist etwas anderes als Hoffnung. Bei Zuversicht bin ich schon einen Schritt weiter als bei Hoffnung, denn ich sehe bereits etwas, ich habe eine Sicht. Das „Zu“ deute ich als „Hinwendung zu einer Sicht“.

Was nutzt uns Angst? Sie macht wach, achtsam, warnt vor Gefahren, schützt unser Leben. Verselbstständigt sie sich, beengt sie uns, engt uns ein, der Radius unserer noch betretbaren Welt wird immer kleiner, bis wir am Ende sogar auf der Couch sitzend in Panik verfallen.

Was hilft gegen Angst? Weite im Brustkorb. Atmen können. Vertrauen. Sicherheit, die in uns selbst liegt. Ein Warum im Leben. Mut. Respekt vor der Herausforderung. Freundlichkeit sich selbst gegenüber. Atmen, atmen, atmen. Das Gefühl, tiefste Wurzeln in der Welt zu haben, stabil wachsen zu dürfen und mit den Ästen des Lebensbaums den Stürmen gut trotzen können, weil der Stamm beweglich ist, tanzt mit dem Wind. Weil mutig sein nicht handeln ohne Angst ist, sondern handeln TROTZ Angst. Deshalb sind die Menschen Helden, die ihrer Angst trotzen. Die etwas versuchen, auch wenn die Panik im Anmarsch ist. Die Schritt für Schritt aus dem Gefängnis der Angst heraustreten, atmen gegen die Mauern, die einengen, die im Kopf ganz weit und frei werden und in ihrem Herzen ein Feuer des Muts entfachen können.

Mut richtet sich nicht nach außen, gegen etwas, sondern stärkt denjenigen, der ihn entwickelt, seiner inneren Stimme und Wahrheit zu lauschen und aufrecht stehen zu bleiben. Mut ist Kraftquelle, ist ein Geschenk, das sich ein System nur selbst machen kann. Ein anderer Mensch kann ermutigen, einladen, zu wachsen an der Überwindung von Angst, doch nur der Betroffene selbst kann die Entscheidung treffen, sein Gefängnis zu verlassen.

Was stärkt uns innerlich? Vertrauen, das oft durch Beziehungen zu Menschen entsteht, die verlässlich sind. Das Gefühl des Angenommenseins, Getragen sein von einer Gemeinschaft. Hoffnung. Liebe. Wertschätzung. Einander achtsam mit dem Herzen lauschen. Ein Händedruck von außen, ein ermutigender Blick, Kerzenschein, ein liebes Wort, ein Lachen. Dann entspannen sich unsere verkrampften Muskeln, können sich bereit machen zu guter Bewegung, losgehen, springen, laufen, tanzen.

Das Singen eines Mantrams kann unglaublich stärken, ebenso wie andere Arten von Gebet. Wir stellen uns damit in ein Energiefeld hinein, das groß ist, stark und mächtig und in dem wir geborgen sein können. Probiere es aus und suche dir ein Gebet, das dich anspricht. Lies es, sprich es, nimm es mit in deinen Tag. Schau, was geschieht, wenn du es häufiger wiederholst. Nur beobachten, was in und mit dir geschieht dadurch.

Allen einen beweglichen und bewegenden Merkurtag!

Nebelig ist es derzeit, wie Steffis Fotos heute belegen. Herzlichen Dank dafür!

Türchen 15 Seelengeheimnisse

 

„Seit Urzeiten haben sich die Menschen nach Sein und Leben der Seele gefragt; je mehr sie in Verbindung standen mit dem ‚Geheimnis der Natur‘ und es erlebten, umso stärker war immer der Glaube an die formende Kraft der Seele einerseits wie andererseits das Staunen und Bewundern einer weltweiten göttlichen Ordnung. Bei allen Völkern finden wir die Vorstellung, dass im menschlichen Körper noch ein zweites Ich lebt, dessen Träger die Seele ist. (…) Die moderne Seelenforschung erkennt den großen Verlust und die Gefahr für das körperlich-geistige Wohl, das in einer einseitig materiell-mechanischen Lebensauffassung liegt (…). Worin immer Sein und Leben der Seele zu suchen sein mögen, wir wissen und fühlen es klar: Eine unnfassbare Wirklichkeit ist die Seele.“ Dieses Zitat stammt von Sebastian Kneipp aus dem Werk „Das große Kneippbuch. Lehr- und Hausbuch der gesamten naturgemäßen Lebens- und Heilweise“, das Sebastian Kneipp und Bonifaz Reile, einer seiner Mitarbeiter, herausgegeben haben. Es war zu seiner Zeit weitverbreitet, in diesem Jahr jährte sich der Geburtstag von Pfarrer Kneipp zum 200. Mal.

 

In der Praxis habe ich jeden Tag mit Themen zu tun, die sich an den Schnittstellen von Körper, Seele und Geist befinden. Alle drei Bereiche wollen wohl genährt werden, beachtet und gepflegt sein. Für den Körper machen wir ja viel – von waschen und pflegen bis hin zu Ernährung wissen wir eine Menge. Wir handeln nur nicht danach. Der Geist braucht Nahrung in Form von guten Gesprächen, Literatur, Kunst, Musik, Spiritualität, das Gefühl von Aufgehoben und Geborgensein. Davon schneiden wir uns momentan massiv ab. Die Folgen können wir bereits sehen, von Orientierungslosigkeit und wenig Zukunftszuversicht junger Menschen bis Abgeschnittensein von allem, was trägt, das „vom Glauben abfallen“, mit allen Konsequenzen in Form von Einsamkeit und Verzweiflung. Im Seelischen brauchen wir Wärme, die durch Mitmenschlichkeit, Empathie, Begeisterung für das, was wir tun, Verehrung für die Schönheit der Welt, Naturerleben und vielem mehr aufgebaut wird – auch hier zeigt unsere Lebenswirklichkeit massive Verwerfungen.

 

In diesen Zeiten, in denen im Außen Dinge geschehen, die uns vor große Fragen stellen, sind mehrere Dinge wichtig:

Halten wir unseren Geist fern von Verwirrungen aller Art. Hass, Beschuldigungen, Anklagen, Vorwürfe aller Art tun niemandem gut. Bleiben wir dabei, dass eine ausgesprochene Wahrheit immer hilfreich ist, um mit Schwierigkeiten aller Arten klarzukommen. Die Wahrheit kann auch sein: „Ich weiß nicht, wie das Problem gelöst werden kann.“ Das wäre eine ehrliche Ansage. Bei neun Milliarden Menschen auf dem Planeten sind mit Sicherheit jede Menge Leute dabei, die Ideen zur Lösung beisteuern können. Warum fällt es so schwer zuzugeben, dass man nicht weiß, was richtig ist? Keiner weiß das. Gemeinsam können wir an Lösungen arbeiten.

Halten wir unsere Seele in der Liebe, sonst fällt sie in ein Land aus Eis und Hass und wir verlieren unsere Menschlichkeit. Besinnen wir uns darauf, dass Respekt, Achtung und Wertschätzung unseren Tonfall prägen sollen. Machen wir uns bewusst, dass jeder versucht, das Beste in der Situation zu tun. Respektieren wir das, bleiben wir in einem konstruktiven Gespräch und beenden Missionierungen aller Art. Und sorgen wir innerlich für Wärme, Begeisterung mit Miteinander. Jeder an seinem Platz. Das strahlt dann überall hin.

Sorgen wir durch achtsame Ernährung, viel mehr Schlaf, ausreichend Bewegung für unseren Körper, damit er fit bleibt und in seiner Mitte, um mit Belastungen aller Art fertig zu werden.

Jeder hat damit genug zu tun. Und alle haben wir die Aufgabe, gemeinsam mit der Weltengemeinschaft endlich anzufangen, Zukunft neu zu denken: Klima, Pandemie, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit geht jeden Menschen auf dem Planeten etwas an. Das sind die Themen, die wir als Weltenfamilie zu lösen haben. Jetzt. Nicht irgendwann. Voll Respekt vor dem Wissen und den Erfahrungen anderer. Achtsam und bedacht. Sachlich und fern von persönlichen Befindlichkeiten. Mit weitem Blick, denn wir legen jetzt Grundsteine für die nächsten Jahrhunderte. Zeigen wir uns gegenseitig, dass neun Milliarden Menschen in der Lage sind, mit allen Herausforderungen fertig zu werden. Wenn wir bereit sind, den Kreativitätspool anzuzapfen, auch ungewöhnliche Ideen anzuschauen und aufhören, uns für die allein seligmachenden Wissenshüter zu halten. Jedes Kleinkind ist kreativer als das, was wir den ganzen Tag hören. Ehrlichkeit bedeutet, die Wahrheit zu sagen, denn sie ist Klarheit. Und alles, was wir klar erkennen, können wir auch gut angehen und an Lösungen arbeiten. Jetzt. Egal, was war – Fakten wären sinnig, bevor noch mehr Leid wächst. Im Advent sollte Vertrauen wachsen, Erwartung, dass wir losgehen und Probleme lösen, anstatt uns in die Wolle zu bekommen. Dann kann auch das Licht und damit verbunden die Wärme wieder in die Welt kommen.

Allen einen freundlichen Wochenteilungstag.

 

Schneeverwehungen können wie Meereswellen aussehen. Danke an Theresa für das Foto. Sie hat es vor einigen Jahren gemacht, als es über Weihnachten in Rottenbauer tüchtig geschneit hat.

Weltverbesserer

Wenn du zu dem Menschen wirst, den dein Hund in dir sieht, ist die Welt ein gutes Stück besser.

Das war in Tobis letztem Winter, als es richtig geschneit hat und er sich durch den Schnee wälzen konnte. Noch immer hören wir sein Tippeln über den Fußboden. Danke an Theresa für das königliche Foto eines kleinen Großen.

Türchen 14: Was Gutes für die Augen

Etwas Besonderes heute für eure Augen: Das Augenbad. Was brauchst du dazu? Ganz einfach: Eine Schüssel mit kaltem (16 bis 18 Grad) Wasser und so viel Platz in der Schüssel, dass du bequem deinen Kopf hineingeben kannst, ohne dass das Wasser überläuft.

Sebastian Kneipp sagt, wie es gemacht wird: „Man taucht das Gesicht in das Wasser ein, öffnet mehrmals die Augen. Dann erhebt man sich, setzt ungefähr eine viertel bis halbe Minute aus und taucht das Gesicht von neuem Ein. Die Wiederholung kann drei bis fünf Mal geschehen. (…) Ein anfangs auftretendes Schmerzgefühl beim Öffnen der Augen im Wasser weicht nach einiger Gewöhnung. Augenbäder beeinflussen die Zirkulation in den Augen und in ihrer Umgebung. Das kalte Augenbad stärkt und erfrischt den ganzen Sehapparat (…).“ Tipp: Wenn du die Augen im Wasser geöffnet hast – schau mal nach oben, nach unten, nach rechts und nach links und dann noch ein bisschen mit den Wimpern klimpern. Die Spielkinder unter euch dürfen noch ein paar Blubberblasen machen. Da reicht auch ein „Tauchgang“. Langsam und stetig und regelmäßig ist immer besser als „viel hilft viel“.

Die Indikationen für die Augenbäder: Allergien, chronische Nebenhöhlenentzündungen, wenn die Augen rot, trocken, entzündet, überanstrengt, übermüdet sind, bei Sehschwächen aller Art, Makuladegeneration, grauem Star, Nasen- und Stirnhöhlenkatarrhe aller Art zur Linderung und Prophylaxe, bei Nasenspraysucht.

Wichtige Kontraindikationen: Grüner Star, Glaukom! Hier wird kein Augenbad gemacht. Wer unsicher ist, frage den Arzt.

Nicht wundern, wenn nach dem Augenbad ein paar Tage die Augen reagieren oder die Nasennebenhöhlen. Es kann sein, dass die Augen brennen oder die Nebenhöhlen mit reagieren. Manchmal fließt für einige Tage regelrecht die Nase. Es wird mit den Tagen dann besser. Wer zu Heuschnupfen neigt, probiere das gern mal aus über den Winter und schaue, wie es im Frühjahr dann wird, wenn die Pollen wieder fliegen. Es ist selbstverständlich, dass man nach einem Augenbad Vorsicht walten lässt und nicht direkt danach nach draußen geht und sich einen Zug holt. Gerade für Bildschirmarbeiter kann das Augenbad hilfreich sein, denn wir neigen alle zu trockenen Augen, wenn die Heizungen an sind.

 

Für alle, die in diesen Tagen Sehnsucht nach Weite und Meer haben, nach dem ewigen Kreislauf des Wassers, ist dieses Foto von Silke mit Sicherheit eine Augenweide.

Einbildung

Lass die Einbildung schwinden, und es schwindet die Klage, dass man dir Böses getan.

Mark Aurel, 121-180

Silke hat ihr Winterfenster zauberschön geschmückt, oder? Danke für dein Foto!

Leere

Dreißig Speichen treffen die Nabe, aber das Leere zwischen ihnen erwirkt das Wesen des Rades.

Lao Tse, Tao te king

Danke an Theresa für das Foto!

Tür 12: Einschlafhilfe fix gemacht

Heute eine Einladung, die mildeste Form der Kneippanwendungen kennen zu lernen – die Waschungen. Die sind für alle Menschen, vom Baby bis zum Greis, wunderbar und Kneipp sagt: Die kürzeste Waschung ist die beste, sprich: wie üblich sind wir schnell damit fertig, wenn wir es geübt sind und es gibt kein Argument, Kneipp-Anwendungen NICHT in den Alltag einzubauen.

Es gilt das Motto: Anwendung = Zuwendung!, also wenn wir jemanden waschen, ist das eine wunderbare Form der Zuwendung.

Die Wirkung der Waschungen allgemein:

  • Entspannung
  • Entkrampfung von Organ- und Skelettmuskulatur
  • verstärkte Ausscheidung über die Haut
  • Stoffwechselanregung
  • Stabilisierung des Wärmehaushaltes
  • Regulierung des Blutdrucks
  • Steigerung der körpereigenen Abwehr
  • Verbessert die Hautdurchblutung

Heute stelle ich euch die Unterkörperwaschung vor:

  • Beruhigt, entspannt, fördert den Schlaf
  • Stärkt die Nerven bei Stress
  • hilft bei rheumatischen Erkrankungen
  • Hilft bei Arthritis und Arthrosen
  • Linderung venöser Durchblutungsstörungen
  • Beruhigungs- und Einschlafhilfe
  • härtet das Immunsystem ab

Wie wird’s gemacht? Ihr nehmt einen rauen Lappen (Leinentuch am besten) und taucht es in kaltes Wasser mit einem Schuss Essig. Wenig auswringen, es darf gut feucht sein. Startet am rechten Fuß, wenn sichergestellt ist, dass ihr warm seid! und fahrt erst außen und vorne am kleinen Zehn, fahrt dann vorne außen hoch über die Leiste wieder nach unten und an der Beininnenseite hoch, dann das linke Bein ebenso. Dann fangt ihr wieder am rechten kleinen Zehn an und fahrt nach hinten außen hoch bis zu den Pobacken, wieder mittig hinten runter und an der Beininnenseite bis über die Pobacken nach außen, dann das linke Bein. Danach die Fußsohlen – erst rechts, dann links – abwaschen. Nicht abtrocken, sondern mit den feuchten Beinen ab ins Bett und wieder erwärme oder direkt anziehen und euch bewegen, bis ihr warm seid.

Probiert es aus! Anwendungen am Unterkörper entspannen und helfen, den übervollen Kopf zu klären! Sie sind also auch super in der Nacht zu machen, wenn ihr dauernd aufwacht und nicht schlafen könnt.

 

Allen einen feinen Sonntag!

 

Das Waschbecken von Sebastian Kneipp. Vielbenutzt vom Wasserfreund.

Türchen No. 11: Uuuund Action!

Das elfte Türchen widmet sich der Bewegung, von der Sebastian Kneipp sagt: „Nur dann wird man Ersprießliches leisten, wenn man nicht auf einmal erreichen will, was man voraussichtlich erst nach längerer Zeit erreichen kann.“

Ich finde diesen Gedanken wunderbar, denn er ermutigt uns, einfach anzufangen und dann zu sehen, was sich alles ergeben mag. Eines nach dem anderen und lieber jeden Tag in Maßen, als am Wochenende in Massen und mit Muskelschmerz, da macht dann keiner weiter.

Kneipp begann bei ungeübten Menschen sogar mit Zimmergymnastik am offenen Fenster, also ganz langsam und mit einfachen Übungen, er nutzte dazu auch einen Besenstiel, mit dem man Dehnübungen machen kann.

Eine Übung, die für die ganze Familie lustig ist, ist das Zahlenschreiben, die kräftigt unsere Muskeln und belebt den Organismus.

Wie wird’s gemacht? Falte deine Hände und strecke beide Zeigefinger aus. Und dann schreibst du die Zahlen von 1 bis 10 mit großer Bewegung und so weit runter in die Knie wie möglich in die Luft und sagst sie dabei laut auf zur Anregung deiner Atmung. Immer aufrecht mit dem Rücken, dafür in die Knie gehen. Wer sehr ungeübt ist, nimmt sich erstmal zwei, drei Zahlen vor und arbeitet sich jeden Tag um eine Zahl vor. Wenn du fühlst, dass du nicht mehr kannst, noch eine Zahl schreiben und dann einen dicken Punkt in die Luft tupfen. Geschafft!

Und wer dann als Vielsitzer vielleicht noch seine Achillessehne denken will, stelle sich vor eine Wand  in etwa einem Meter Abstand. Beide Hände an die Wand legen und die Ellbogen langsam einknicken, bis die Dehnung in den Waden spürbar ist. Die Dehnung für rund 15 Sekunden halten und die Übung, zwei, dreimal wiederholen. Eignet sich super vor dem Laufen, geht aber auch als eigenständige Übung.

Test the best. Klein anfangen und steigern ist ein kluger Plan.

Allen frohes Üben und einen feinen Samstag.

Nix mit schlechter Luft

Wem seine Gesundheit lieb und teuer ist, der biete das Möglichste auf, dass er in reiner Luft seine Zeit zubringe, und vermeide aufs Sorgfältigste, schlechte verdorbene Luft einzuatmen!

Sebastian Kneipp, 1821-1897

Stephanie setzt das wie keine zweite um, denn sie schenkt uns so viele zauberschöne, wie Aquarelle wirkende Landschaftsfotos mit viel frischer Luft. Dankeschön!

10. Tür: Halswickel

 

Halsweh gibt es schnell mal. Es ist unangenehm, tut beim Schlucken weh und es ist oft der Auftakt für einen grippalen Infekt. Halswickel kann man bei allem Halsweh einsetzen, bei Schluckbeschwerden, auch bei geschwollenen Lymphknoten als Ergänzung und Unterstützung. Sie sind ein altes Hausmittel und einfach gemacht.

Auf dem Foto seht ihr die Profivariante mit einem fertigen Wickelset, die es für Kinder und Erwachsene gibt, aber ihr könnt ein ganz normales Küchenhandtuch mehrfach falten, um den Hals legen und mit einem Tuch befestigen.

Beim Hals gilt: die Wirbelsäule darf nie mit Auflage versehen werden, das Tuch also so falten, dass kein Wirkstoff wie Quark, Zitronen etc. auf der Wirbelsäule zu liegen kommen. Bei Halsweh sind Zitronenwickel oder Essig- oder Retterspitzwickel hilfreich. Das Innentuch mit Essigwasser oder Retterspitz tränken, umlegen, Außentuch drum und befestigen. Werden Zitronen verwendet, diese in Scheiben schneiden, aufs Tuch legen, eine Schicht Stoff über die Scheiben und umlegen, befestigen.

Wer sehr starkes Halsweh hat, kann einen Quarkwickel versuchen. Speisequark Magerstufe eine halbe Stunde vor dem Wickeln aus dem Kühlschrank nehmen, messerrückendick aufs Tuch aufstreichen, eine Lage Stoff umschlagen und auflegen. Gurgeln mit Salbeitee ist ebenfalls hilfreich zwischendurch.

Wer gar nichts im Haus hat, hat doch immer Wasser und Salz, oder? Mit Salz kann man wickeln, auch nur mit Wasser. Bei der Temperatur darauf achten, dass es kalt ist. Dafür muss allerdings der Hals warm sein, denn ihr wisst ja – kalte Anwendungen nur auf warme Körperteile! Die Wickel bleiben 15 bis 20 Minuten, dann werden sie abgenommen. Bei Erkältung auf ausreichende Trinkmengen achten, Bettruhe ist die wichtigste Medizin und Schlafen!

Auch wir üben regelmäßig, wie man Wickel macht, Auflagen und Kompressen vorbereitet und anwendet und das sind so wunderbare Hilfen im Alltag bei den vielen kleinen Malesten des Lebens. Probiert es aus! Gute Besserung allen, die gerade mit dicker Schnupfennase, Halskratzen und Kopfschmerzen im Bett liegen. Erholt euch gut.

 

Herr Winter

Winter

Der Winter ist ein rechter Mann,
kernfest und auf die Dauer;
sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an.
Er scheut nicht süß noch sauer.

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
und Teich und Seen krachen;
das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er sich totlachen.

Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
beim Nordpol an dem Stande;
doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort bald hier,
gut Regiment zu führen,
und wenn er durchzieht stehn wir
und sehn ihn an und frieren.

Matthias Claudius, 1740-1815

Manuela hat Herrn Winter fotografiert. Lieben Dank!