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Tür zum Elfenreich

Primula veris heißt die Schlüsselblume mit botanischem Namen und sie ist im Volksglauben verbunden mit Glück, Wohlstand und Schutz. In England heißt sie „Fairy cup“, Feentasse und schließt die Tür zum Elfenreich auf.

„Der Himmelsschlüssel also bekommt vor allem von der Kraft der Sonne seine Stärke. Daher hält er auch im Menschen die Melancholie nieder. … ein an ihr Leidender (soll) dies Kraut auf dem bloßen Leibe über dem Herzen tragen“, schreibt Hildegard von Bingen.

Medizinisch verwendet wird sie gegen Nasennebenhöhlenentzündungen und langwierige Erkältungen. So kann die Schlüsselblume nach dem langen Winter mit Infekten eine gute Unterstützung sein.

Die Pflanze ist eine wichtige Nahrung für die Insekten im Frühjahr und geschützt, doch wächst sie gut aus Saatgut im eigenen Garten. Dort erfreut sie uns mit ihrem leuchtenden Gelb und erinnert an die Geschichte, dass Petrus einst den Schlüssel zum Himmelstor verloren hat. Er soll auf die Erde gefallen und dort zur Schlüsselblume geworden sein.

Pflanzen erzählen wunderbare Geschichten. Über ihre Namen wie bei der Wegwarte, über ihre Wirkung wie bei der Tollkirsche und vieles mehr. Pflanzen sind unsere Nahrung, bilden das bunte Kleid der Erde. Der Wechsel der Jahreszeiten wird durch die Pflanzen begleitet. Ohne Pflanzen kein Sauerstoff, keine Farben in unserem Leben, weshalb manche ihre Funktion im Namen tragen wie Färberwaid und Färberkamille.

Ich habe mehrere Stellen im Garten mit Schlüsselblumen und freue mich jedes Jahr, wenn an verschiedenen Ecken die goldenen Blüten leuchten – aus dem Polsterphlox heraus schaffen es jedes Jahr ein paar Stängel, unter den Himbeeren zwischen Bärlauch und Waldmeister nutzen sie die Frühjahrssonne, ehe die Sommerblüher Platz beanspruchen.

Wer gern ein Familien- oder Teamthema aufstellen mag, hat am 15. 5. um 11 Uhr die Möglichkeit dazu. Gern bei mir dazu melden, ein Vor- und Nachgespräch sind verbindlich.

Nicht nur Edelsteine, gerade die Stein-Fundstücke sind es, die den Spieltrieb in uns anregen. So wie auf Sinas Foto – da hat jemand an Strand Steine gefunden und ausprobiert, wie hoch er oder sie stapeln kann. Bis eine große Welle kommt und den Stapel wieder umschichtet! Danke für das Foto!

Leben schenken

Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr Leben zu schenken.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Sigrid hat diese zauberhaften Schlüsselblumen entdeckt! Danke für dein Bild!

Wenn alles möglich wäre, würde ich …

Was, wenn alles möglich wäre? Was würdest du dann arbeiten? Wir würdest du leben, mit welchen Menschen, in welcher Landschaft dein Leben verbringen?

Manchmal haben wir Träume und setzen sie lebenslang nicht um. Weil es rationale Gründe dafür gibt wie „zu teuer“, „da fehlt mir eine Ausbildung“ und was dergleichen Argumente mehr sind. So haben wir Träume und leben sie nicht, weil das „Spinnereien“ sind. „Weils diesen Beruf noch gar nicht gibt“ – was höre ich in dieser Richtung nicht alles.

Alle Berufe gab es vorher nicht. Ohne „Spinner“ würden wir noch in Höhlen hausen. Weil Dinge so oder so gemacht werden, heißt es nicht, dass das die einzige Möglichkeit ist, Dinge so zu tun. Wenn wir unsere Möglichkeiten beschränken, werden wir nie das erleben, was wir erleben könnten.

Wenn ich wahrhaftig einem Traum folgen möchte, schaue ich, was ich dazu brauche an inneren und äußeren Ressourcen. Wenn ich Hirnchirurg werden möchte, brauche ich neben einem guten Abitur, einem ausgezeichneten Studium, hochgradig geschickten Händen und einem Faible für Unerschrockenheit Geduld, Ausdauer, hartes Training auch der Hand-Auge-Koordination, gute Fitness, um stundenlange OPs zu überstehen, Demut, Mut und eine gute Kenntnis momentaner Grenzen, die ich zu dehnen vielleicht bereit bin. Möchte ich Gartenbauer werden, sollte ich nichts mehr lieben als Erde, die Fähigkeit, einer Landschaft abspüren zu können, was sie harmonisch mit ihrem Umfeld braucht, das Wissen, welche Pflanzen einander stärken und stützen und welchen Pflegeaufwand der künftige Besitzer betreiben kann und will. Das muss ich einfach lernen! Ich muss wissen, wie man Bagger fährt, drainiert, welche Pflanzen welchen Boden brauchen, wie man abschätzt, ob eine Hecke hoch wird oder ausladend und vieles mehr. Und dann geht es ins Tun.

Große Leistungen sind eine Mischung aus harter Aufbauarbeit, profunden Kenntnissen, Training. Tausende Male die Handgriffe trainieren macht den Meister aus, nicht ein Buch darüber gelesen zu haben. Ich muss nicht nur Leidenschaft mitbringen, sondern auch Ausdauer, Fleiß und Verantwortungsgefühl.

Und ich muss wissen, was meine Stärke und Profession ist (ohne Profession keine Professionalität). Bin ich ein Contentmaker, schaffe also Inhalte und will sie vermitteln? Dann mache ich das. Bin ich ein Rechengenie, dann sollte ich in dem Bereich meine Qualifikation perfektionieren. Sind meine Hände Wunderwerkzeuge? Dann ab ins Hand-Werk und mit Liebe zum Detail gestalten! Bin ich ein kreativer Kopf, dessen Gehirn einen Einfall nach dem anderen produziert? Dann geh ich in die Ideenwerkstätten! Bin ich ein Umsetzungstyp, der die Ideen anderer liebend gern auf den Boden bringt? Jeder suche seine Leidenschaft, lerne, übe, trainiere, perfektioniere, scheitere, steh wieder auf und folge ihr, dann wird es gut.

Und du siehst – es braucht oft viele Fähigkeiten im Bündel, damit Tolles entsteht. Wer ein Kreativgenie ist, braucht Umsetzer. Der geniale Handwerker braucht einen, der Werbung für ihn macht, bis er angekommen ist. Der Chirurg ist auf sein Team angewiesen, das für die Anästhesie sorgt, Instrumente anreicht, pflegt. Wir sind alle auf andere angewiesen, um Meisterschaft zu erlangen.

Wenn jeder das Beste gibt an dem Platz, an dem er sein mag, und nie vergisst, dass wir nur groß werden können, wenn wir auch anderen Wachstum ermöglichen, entsteht ein Miteinander. Setzen wir die Power FÜR die Erde, für die Menschen, für ein gutes Klima, für das Schöne, Wahre und Gute ein, entstehen Wunder.

Bist du bereit, es der Natur gleich zu tun und offen zu sein für die Wunder, was alles aus einem Samenkorn wachsen kann?

Hab einen kraftvollen Marstag heute!

Stephanie hat eine Kathedrale im Wald im Bild festgehalten. Natur-Wunder. Dankeschön!

Wunder

Wunder: Wenn etwas geschieht, was du vorher nicht für möglich gehalten hast.

Gabi hat einen wunderbaren Ort im Bild festgehalten, sie war am Staffelsee unterwegs. Danke dir für dein Bild!

Maistart gelungen

Der Tag der Arbeit ist vorbei. Wir haben ihn voll ausgenutzt, um Kurseinheiten fürs Nautilusprojekt zu filmen. Da war ich von Herzen froh, dass noch kein Sommer ist. Auch so reichen mir dann die Raumtemperaturen restlos. Es ist eine spannende Herausforderung, in den kleinen Kasten zu schauen und zu hoffen, dass alles, was ich rüberbringen will, auch gut auf der anderen Seite ankommt. Klassiker nach 40 Minuten – „du, irgendwas stimmt nicht, stopp mal kurz“. Nach fünf weiteren Minuten: „Ja, öh, da hat was mit der Aufnahme nicht  so funktioniert, kannst du nochmal anfangen? Also ganz von vorne, meine ich.“ Das sind so Momente, die mag ich sehr. Vor allem das: „Anfangen von vorne“. – 40 Minuten! Da muss man dann einfach an den da Vinci-Spruch denken, sonst wird man leicht unleidlich.

Das Wochenende war gefühlt der Kracher. Am Samstag hatten wir Tag 4 der Empowermentdays  mit dem Thema Flow! Was ist Flow, wie können wir Flowzustände erzeugen? Das macht total viel Spaß. Am Abend konnten wir einem lieben Menschen bei einer tiefen Frage weiterhelfen und den gesamten Technikaufbau gemacht, um frisch ausgeruht am Morgen starten zu können.

Selbst angebaute Zitronen und ein paar Limonengurkenpflanzen haben den Weg zu uns gefunden am Sonntag (Danke, Anne!) und so konnten wir das Wochenende mit einem halbwegs guten Gefühl (wenn man den Blick in den Garten vermeidet) beenden. Alles geht nicht, die Prioritäten sind im Moment klar. Der Garten muss warten. Dafür gibt er Vollgas mit Wachsen und es sieht großartig bunt bei globaler Betrachtung aus. Mein Kopf ist jenseits der Praxis im Nautilusprojekt, mir schweben die kommenden Kurseinheiten vor, mit Tomatenanbau habe ich es da dieses Jahr nicht so. Ich bin mir sicher, mein stets kreativer Garten wird auf seine Weise das Beste daraus machen. Ich hoffe nur, dass die Sachen, die mir echt am Herzen liegen, nicht überwachsen werden, sondern taff ihren Weg gehen. Ginkgobabybaum, ich glaube an dich! Neue Minirose – lass dich nicht unterdrücken! Go for it! Dafür hab ich megacoole neue Gebetsfahnen – 7 Meter Länge!! Und eine Allgäuer Gebetsfahne in ROSA und PINK. DAS wird das Auge allfälliger Betrachter ablenken. Hoffe ich.

Am Samstag freue ich mich auf einen tollen Kurstag mit dem Thema Biografiearbeit, das wird spannend. Morgen Abend steht der erste Teil des Kneippseminars über Stress und Schlaf an der VHS Kitzingen auf dem Plan – das wird auch ein toller Abend. Kneipp ist so genial, einfach, machbar und leicht in den Alltag zu integrieren. Sehen wir uns in der Alten Synagoge um 19.30 Uhr? Bitte noch fix bei der VHS Kitzingen anmelden.

Wer mag am 15. Mai sein Thema aufstellen? Wir haben zwei Aufstellungstermine zu vergeben, um 11 und um 14 Uhr! Bitte rasch bei mir melden, damit wir noch in Ruhe das Vorgespräch machen können.

Ich bin gespannt, was der Mai alles am Start hat.  Auf alle Fälle werde ich in diesem Monat nach dem erfolgreichen Coachingabschluss endlich meinen Traum von einem grandiosen Eisbecher erfüllen und mich um die zweite Fortbildung, die ich übelst schleifen lassen musste wegen Overload kümmern.

Allen einen guten Start in die neue Woche. Wann sehen wir uns in diesen Maitagen? Ich freu mich auf dich und deine Anliegen, Themen und Herausforderungen! Lass uns schauen, was wir miteinander erarbeiten können.

 

Das ist die magische Kamera, in die ich am Sonntag zwischen dem grellen Scheinwerferlicht von allen Seiten und mit krass leuchtendem Grün im Hintergrund meine gesamte gute Energie hineingebeamt habe. Mal gucken, ob euch das beim Schauen der Kurseinheiten dann auch auffällt 🙂

Genie und Fleiß

Geniale Menschen beginnen große Werke, fleißige Menschen vollenden sie.

Leonardo da Vinci, 1452–1519

Der Rhabarber wächst zum Glück von alleine. Allerdings ist das ein altes Foto. In diesem Jahr ist der Stock noch nicht so weit, dass es schon für einen Kuchen reicht. Aber es wird.

Flow ins Leben einladen

Flow! Das ist das Gefühl, wenn du Raum und Zeit vergisst, weil du ganz in dem aufgehst, was du tust. Das ist ein absolut tolles Gefühl, das viele von uns schon lange nicht mehr hatten. Dafür gibt es jede Menge handfester Gründe, in aller Regel hausgemacht.

Ich freue mich riesig auf unseren Empowermenttag heute. Das Thema wird „Flow“ sein. Wer hats erfunden? Wie wird’s gemacht? Wie erzeuge ich Flow und wie verhindere ich ihn effektiv? Wir werden die Geheimnisse des Flows lüften und uns dazu auf den Weg quer durch die Forschung machen, erfahren, was das mit unserer Mediennutzung zu tun hat und warum wir immer mehr Probleme mit ein paar Botenstoffen im Kopf haben.

Morgen steht ein Filmtag an, denn das Nautilusprojekt nimmt hinter den Kulissen immer mehr Formen an. Es wird eine kombinierte Ausbildung werden: Angehende Therapeut:innen, Coaches und Menschen, die Persönlichkeitsbildung anstreben, gehen ein Jahr gemeinsam, dann trennen sich die Wege für die vertiefte Arbeit im Bereich Coaching und Therapie. Es wird eine Online-Ausbildung werden mit Livekurstagen am Wochenende und Lektionen, die mit freier Zeiteinteilung bearbeitet werden können und ausreichend Gelegenheit, mit Buddys zu üben, Fragerunden und vieles mehr. Lasst euch überraschen. Wer Interesse hat, kann sich gern schon bei mir per Mail melden, dann kommen die ersten Infos zu euch geflattert. Ich freue mich aufs Filmen und bin ganz im Flow mit diesem tollen Projekt.

Allen ein feines Wochenende, an dem hoffentlich genug Raum bleibt, die Wunder der Natur zu feiern. (Schöner hätte ich „überwiegendes Wachstum nicht persönlich gepflanzter Gewächse“ nicht umschreiben können, oder?)

 

Theresa hat dieses Gewässer auf einer ihrer Jakobswegtouren festgehalten. Danke dir!

 

Frisch ans Werk

Veränderungen – oft sind sie wie von außen aufgezwungen, ein unerwarteter Schicksalsschlag, eine Kündigung, Trennung. Manchmal führen wir sie bewusst herbei, weil Altes nicht mehr spannend ist, wir spüren, dass neue Wege nötig, die nächsten Schritte sinnvoll sind. Alle Veränderungen können Ängste auslösen, denn das Alte ist vielleicht ungemütlich, aber vertraut, das Neue unbekannt.

Da hilft nur Eines: Immer wieder loslassen und die Veränderungen selbst herbeiführen. Neues wagen. Andere Wege gehen. Sich fortbilden, den Garten verändern, mal ganz andere Literatur lesen oder eine für uns untypische Musik hören. Wenn wir darauf trainiert sind, dass Veränderungen auch Abenteuer sind, in denen wir als Helden enden oder eine weitere Scheitererfahrung machen, bekommen Veränderungen nicht mehr den Geschmack von „ausschließlich gefährlich“. Wir brauchen solche Erfahrungen, die positiven wie die negativen, um uns zu entwickeln.

Oft nehmen wir unseren Kindern solche Wachstumschancen. Wir geben die Wege vor und versuchen, ihnen so viel wie möglich abzunehmen, sie zu schützen. Na klar macht das in vielem Sinn, aber stetes Pampern reizt nicht dazu, Gefahren und Chancen realistisch abzuwägen und sich aus der Komfortzone herauszubewegen.

Laden wir immer wieder ZuMUTungen ins Leben ein, damit wir wachsen, vielleicht auch eines auf den Deckel bekommen, das gehört dazu, ohne DeMUT kein MUT. Und üben wir die Fähigkeit, Verletzungen aus der Vergangenheit auch irgendwann nicht mehr aufzureißen, sondern heilen zu lassen, damit wir frei und unbelastet in eine neue Zukunft schreiten können. Jahrzehntelanger Groll macht krank. Wir müssen gar nicht unbedingt anderen verzeihen, sondern oft genug nur uns selbst. Dafür, dass wir seit Jahren grollen, nachtragen und damit nur eine einzige Person wahrhaftig ausbremsen, hemmen und verbittern: uns selbst.

Drum frisch ans Werk. Wo steckst du fest, wo grollst du, wo klammerst du dich krampfhaft an ein Stück Treibholz, obwohl du längst auf neuem Strand stehst? Gib dich frei, nutze die Kraft des Frühlings, des Sonnenlichts und finde heraus, wo deine neuen Wege hingehen mögen. Und wenn du feststeckst und eine hilfreiche Hand brauchst – es gehört zu meinem täglichen Aufgabengebiet, Menschen die Abenteuerzone schmackhaft zu machen, Dinge abzuschließen mit Dank und Wertschätzung und das Neue einzuladen. Sonst stehen wir in einem Jahr nach wie vor an der gleichen Stelle, beklagen unser mieses Schicksal und sind keinen Millimeter aus unserem Loch gekrochen. Sei es dir wert, deine Wundertüte auszupacken.

 

Steffi ist im Wald neue Wege gegangen. Danke für dein Foto!

 

Wind der Veränderung

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.

Aus China

Der Frühling zeigt uns auf unfassbar zauberhafte, anmutige und kraftvolle Art, dass wir uns immer wieder verändern dürfen, neu austreiben, neu ins Leben treten dürfen. Steffi nimmt uns mit auf ihre Draußenrunde. Danke für dein Foto!

A propos Winds of Change – Lesetipp: Rudolf Schenker: Rock your life.

Du und Ich

Der Ichsinn: Damit ist nicht gemeint, dass wir zu uns selbst „ich“ sagen können, sondern, dass ein anderer ein „Ich“ ist, ein Individuum. Der Ichsinn zeigt uns, WER hinter den Worten eines Menschen steht. Wir erkennen damit „den anderen Menschen in seinem tiefsten Wesen“. Um einen guten Ichsinn zu entwickeln, muss der Mensch frei sein. Dann erkennen wir im anderen auch, dass er einen Auftrag hat im Leben, was oft eine große Hilfe sein kann.

Bei Streitigkeiten stoßen wir schnell ans Ich des anderen an, an „seinen Ideen“ und dann reiben wir uns.

Schwächend wirken auf den Ichsinn Desinteresse, Nichtachtung des anderen, Lieblosigkeiten aller Art, das sich Verlieren in virtuellen Realitäten ohne Erfahrung mit realen Wesen, ein materialistisches Menschenbild, Missbrauch in allen Varianten.

Stärkend ist die Liebe in jeder Form, eine zu entwickelnde Kultur, wie Menschen einander begegnen und sich austauschen, Wahrnehmung des wahren Wesenskerns im anderen getreu dem Satz von Martin Buber: „Der Mensch wird am Du zum Ich“.

Mit diesem Sinn, der uns Menschen mit der geistigen Welt eng verbinden kann, endet unsere Reise durch die Sinne. Schön, dass du mit dabei warst!

 

In der Begegnung erkennen wir einander. Steffen hat eine Begegnung auf einer Reise durch China festgehalten. Danke für dein Bild!

All-Ich

Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Etwa im dritten Lebensjahr beginnt das Kind, von sich als „Ich“ zu sprechen. Steffen war in China unterwegs und hat uns dieses zauberhafte Bild mitgebracht. Danke!

Gedanken-Sinn

Der vorletzte Sinn aus unserer kleinen Reihe, den ich euch vorstellen möchte, ist der Gedankensinn. Im Gegensatz zum Wortsinn geht es beim Gedankensinn nicht um das Erfassen des Begriffs, sondern der Idee, die dahinter steckt. Wir wissen instinktiv, dass hinter den Worten, die wir sagen, unsere Vorstellung dessen ist, was wir vermitteln wollen, vor allem, wenn es um abstraktere Zusammenhänge geht. Die Idee an sich ist „sprachlos“, wenn wir sie vermitteln wollen, müssen wir den Zugang übers Wort wählen. Was hinter den Begriffen Tisch, table, Tafel für alle verständlich steckt, ist eine Idee jenseits des reinen Begriffs. Jeder stellt sich einen Tisch vor – etwas mit vier Beinen und einer Platte, doch der Tisch hat ein individuelles Ausstehen. Die Idee ist klar, die Ausführung individuell.

Wir pflegen den Gedankensinn, wenn wir wahrhaftig und stimmig sind, Dinge und Vorgänge klar benennen können und eine Sinnhaftigkeit hinter unserer Existenz sehen. Insofern ist dieser Sinn für uns in der Therapie durchaus bedeutsam! Sinnloses Tun (das in der Folge oft depressive Symptomatiken erzeugt), verworrenes und unkoordiniertes Denken (im Krankheitsbild der Schizophrenie im Extrem), sinnloses Assoziieren (Gedankenkreisen, pathologisch gesprochen) und Verdrehen von Sinnzusammenhängen schädigen ihn.

In der Welt der Ideen sind wir durch das allgemein Menschliche miteinander verbunden, was sich nicht in Worten ausdrücken lässt. Wenn wir uns bemühen, zu den allgemein gültigen Wahrheiten vorzustoßen, sind wir hier in dieser Ideenwelt angekommen, die alle verbindet.

 

Ein Tisch ist ein Tisch ist ein Tisch. Sigrid hat diese Sitzmöglichkeiten am Strand entdeckt. Danke für dein Bild!

Vom Wunder des Verstehens

Der Wort- oder Sprachsinn: Wie verstehen wir denn etwas Gesprochenes? Durch das Ohr und das Hören. Aber das wäre nur „Geräusch“. Wie schaffen wir es, dass aus dem Gehörten etwas Verstehbares wird wie „Wasch dir bitte die Hände“?

Durch diesen Sinn, den Rudolf Steiner das erste Mal 1909 beschrieben hat, nehmen wir Worte nicht nur als Klang wahr, sondern als Wort. Wir Menschen sind mit drei Gaben ausgestattet: Gehen, Sprechen und Denken. Der Säugling reagiert bereits auf unsere Worte, um den ersten Geburtstag herum beginnt das Kind zu sprechen.

Diesen Sinn können wir wunderbar begreifen, wenn wir Helen Kellers Lebensgeschichte lesen, als ihre Lehrerin Miss Sullivan ihre Hand unter fließendes Wasser hielt und Wasser in die Handfläche von Helen schrieb. Da begriff Helen, dass Name und Ding eines sind. Das war der Moment, in dem Helen Keller quasi in die Welt geboren wurde, der sie aufgrund ihrer Taub- und Blindheit bis dahin hatte vollkommen fernbleiben müssen.

Ein Geräusch wie Regen bleibt Geräusch. Ein gesprochenes Wort sagt uns etwas über das Wesen aus, das es spricht. Dieser Sinn vermittelt uns also das Erfassen der Lautgestaltung eines Wortes, aber auch das Erleben von Gestalt und Physiognomie (Körpersprache, Mimik und Gestik).

Schädigend auf diesen Sinn sind abweisende Gesten, double-bind-Botschaften (die auf Kinder extrem negativ wirken), Lügen (Innen und Außen kommen nicht zur Deckung), kaltes Verhalten. Positiv stärken wir diesen Sinn durch angenehme Sprechstimme, Gestik und Mimik in Übereinstimmung zum Gesagten, individuellen Ausdruck.

 

Dass aus Buchstaben sinnvolle Worte werden, verdanken wir dem Wort- und Sprachsinn. Danke an Ursula für das Foto!