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Eine neue Woche lädt uns ein

Diese Woche wird sehr vielfältig. Arbeit mit Klienten in der Praxis, Vortrag über die Kunst des Lebens und die Kunst des Sterbens am Dienstagabend in der Alten Synagoge Kitzingen, Hörgerätetest steht an und am Samstag hat der Nautiluskurs vom September schon Bergfest! Die Hälfte ist geschafft und wir feiern das mit einem feinen Kurstag zum Thema „Körper-Seele-Geist“. Am Samstagabend endet auch schon unser kleiner Stärkekurs mit Übungen aus Steiners Vortrag „Nervosität und Ichheit“ und Eurythmie.

Die angehenden Heilpraktiker haben am Mittwoch schriftliche Überprüfung – wir drücken allen Prüflingen sehr die Daumen für ein erfolgreiches Bestehen.

Im Hintergrund läuft der Alltag noch unrund, fehlt mir Luft zum Schreiben von Vorträgen und Seminaren. Es ruckelt sich nach Christophs Sturz mit dem gebrochenen Fuß erst noch ein. Hauptsache, alles heilt gut zusammen, der Rest ergibt sich. Er kommt mit der Fußorthese klar und nachts packen wir den Fuß in den Gips, das ist angenehmer. Wer hätte es gedacht: Familienleben bedeutet offenbar neben vielem anderen, nebenher eine Pflegeausbildung zu absolvieren. Bei uns jedenfalls.

Einen freundlichen Wochenstart allen.

 

Morgenstimmung. Danke an Stephanie für das Foto.

 

Des Weltendaseins Werdelust

Es spricht zum Menschen-Ich

Sich machtvoll offenbarend

Und seines Wesens Kräfte lösend

Des Weltendaseins Werdelust:

In dich mein Leben tragend

Aus seinem Zauberbanne

Erreiche ich mein wahres Ziel.

Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner.

„Werdelust“ war bei diesem Foto von Stephanie auch mein erster Gedanke. Danke!

Altes Wissen

In alten Zeiten waren Menschen darauf angewiesen, im Rahmen des Möglichen (darüber sollten wir uns keinerlei Illusionen machen) für die eigene Gesundheit zu sorgen. Es gab weder MRTs noch aufwändige Chemotherapien, Antibiosen und anderes. Sterblichkeit war hoch, ein Knochenbruch konnte den Tod bedeuten. In Jahrhunderten wurde Erfahrungsmedizin gesammelt – Handauflegen als einfachste Methode, Kenntnisse über Heilpflanzen, Anwendungen von Wickeln und Auflagen, Kataplaste, Kohlblatt ums Knie und Tausenderlei! Schlichte Methoden, große Wirkung. Heute kann z.B. ein Leberwickel mit Schafgarbentee Menschen zusätzlich zu ihrer sonstigen Behandlung sehr unterstützen (z.B. bei Migräne oder depressiver Verstimmung). Ein Tässchen Tausendgüldenkraut in Zeiten herausgezüchteter Bitterstoffe aus der Nahrung ist, wie der Name sagt, durchaus Gold wert. Wer weiß, wie man mit Wadenwickeln Fieber senkt, geht weniger schnell bei Kindern in die Gabe von Medikamenten, sondern vertraut der Heilkraft des Immunsystems. Jede Form einer solchen Anwendung ist Zuwendung, denn die Patienten sind gehüllt, behütet und begleitet. So entstehen Vertrauen in die eigene Heilkraft und den inneren Arzt, das Wissen, dass wir auch auf Naturheilmöglichkeiten zugreifen können und die Wertschätzung des Prozesses, den jede Erkrankung darstellt.

Wer in diesem Jahr quasi im Vorbeigehen etwas für seine Gesundheit tun mag – Wassertretbecken gibt es an vielen Orten. Wer daran vorbeikommt, einfach Schuhe und Socken aus und rein im Storchengang. Erfrischt und trainiert Beine und den Kopf.

 

Wassertretbecken in Oy-Mittelberg

Vorfreuen

„Die Kunst des Lebens und die Kunst des Sterbens“ – das wird das Thema des Vortrags am Dienstag um 19 Uhr in der Alten Synagoge Kitzingen sein (Abendkasse, ohne Anmeldung). Die Endlichkeit des Daseins macht es so kostbar. Und Sterben kann man ein wenig üben – mit bewusstem Loslassen. Machen wir übrigens  jeden Tag rund 25920 Mal, wenn wir ausatmen. So viele Atemzüge ungefähr sind ein Erdentag. Die Sonne braucht rund 25920 Jahre, um einmal durch den Tierkreis zu wandern, da platonische Weltenjahr. Mikro- und Makrokosmos. Im Kleinen finden wir das Große und umgekehrt.

Im Seminar am Wochenende werden wir uns mit Biohacking befassen. Was nach Nahrungsergänzungsmittel-Werbung klingt, ist eher simpel: Schlaf, Bewegung, Stärkung sozialer Beziehungen, Weglassen von Suchtstoffen, Ernährung, gutes Stressmanagement, also die Säulen der Lebensstilmedizin, die oft tief in den Topf der Erfahrungsmedizin greift und mit aktuellen Erkenntnissen der Forschung verbindet. Ein bisschen Kneippwissen kommt oben drauf, denn kaltes Wasser ist ein hervorragendes Mittel zur Stärkung, wenn man weiß, wie es geht.

Allen einen freundlichen Venustag heute mit vielen Momenten des Durchatmens.

 

Kneippfigur vor dem nachgebauten Badehaus in Bad Wörishofen.

Was machst du eigentlich so?

„Was machst du eigentlich?“ Schöne Frage. Die Antwort ist dreiteilig.

Ein berufliches Bein ist die Arbeit mit erwachsenen Menschen in meiner Praxis (Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie). Die meisten Klienten stecken in Krisen, suchen Antworten auf tiefe Fragen, kämpfen im Alltag, leiden unter Depression und Burnout plus das gesamte Spektrum, das wir als HPPs sehen.

Mein zweites berufliches Bein ist Potentialentfaltung wie das Nautilusprojekt. Darin begleiten wir Menschen ein Jahr lang auf dem Weg zu sich selbst: Wer bin ich wirklich und wer möchte ich sein? Ein Jahr mit gemeinsamen Seminartagen, Wochenlektionen und Buddysystem zum Üben und Vertiefen. Danach besteht die Möglichkeit, ein weiteres Jahr in die Therapeutenausbildung zum/r Cardea-Therapeuten zu gehen (systemisch-hypnosystemische Arbeit, Gesprächspsychotherapie) oder elf Monate bis zum/r Cardea-Coach/in anzuhängen (Systemisches Coaching, Gesundheitsfürsorge, Arbeit mit Einzelmenschen und Teams). Dazu bieten wir noch viele andere Seminare an. Grundlage aller Arbeit: ein Achtsamkeits- und ein anthroposophisches Bein oder kurz gesagt: Ein Mensch, der andere dabei begleitet, ihr Menschsein wieder zu entdecken.

Privat pflege ich meinen schwer gehandicapten Bruder mit Pflegestufe 5 (Querschnittlähmung, seelenpflegebedürftig, Autismus, nur eine Niere, diverse Grunderkrankungen), wurstle mich durch den Haushalt, freue mich über zwei großartige erwachsene Töchter und meinen Mann, mit dem ich seit 40 Jahren durch die Welt gehe bzw. er gerade mit Gipsbein humpelt.

Ich öffne, halte und schütze Räume, in denen Menschen ankommen, sein und sich entwickeln können. Egal, in welchem Bereich. Ich bin da für Menschen und das, was kommt. Auf jeden Fall treten stets Wundertüten herein und zeigen nach und nach (vielleicht war es tief versteckt) ihr Goldkörnchen, das sie einzigartig macht. Ich freue mich auf dich! www.seelengarten-krokauer.de

 

Danke an Britta Leonhard-Kuschner für das Bild!

Neugier

Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.

Galileo Galilei

Ursula hat das Foto gemacht. Danke!

Zerbröselt

Zerbröselt – das ist das Wort, wenn Dinge in winzig kleine Stücke zerbrechen. Blicke ich in die Welt, zerbröseln alte Systeme. Zerfallen Unternehmen in unkittbare Teile, tragen Wahrheiten nicht mehr länger, weil sie zu verbogen sind. Tapfere Menschen halten Systeme aufrecht durch freiwillige Mehrarbeit, längere Schichten und anderes, damit dieser Teil ihrer Welt nicht auch kollabiert. Wenn nicht mehr allzu viel trägt, was wäre dann ein guter Weg?

Anerkennung, dass viele getan haben, was möglich war. Jeden Tag stehen eine Menge Menschen auf und leisten Großartiges. Wesentlich mehr als sie müssten, weil sie über ihre Grenzen gehen aus vielerlei Gründen. Manche aus brutaler Kindheitsprägung, andere aus Liebe, wieder andere, weil sie die Hoffnung auf ein Wiedererholen nicht aufgeben wollen.

Genaue Analyse: Was trägt noch, was nicht mehr? Braucht es dies und jenes wirklich, oder hat es ausgedient und man darf es dankbar für das Gewesene zur Seite legen?

Welche neuen Wege brauchen wir und wie können wir sie gemeinsam gestalten?

Die Brösel mit viel Kitt zusammenkleben und hoffen, auf dieses Fundament ein Hochhaus stellen zu können, ist gefährlich und wenig ratsam. Manchmal braucht es einen klaren Blick, um in die Zukunft mitzunehmen, was gut ist und trägt und gemeinsam auf gute und wertschätzende Weise zu verändern, was not-wendig ist. Das erfordert Mut, Entwickeln von Ideen und Prototypen, die Gelassenheit, dass nichts perfekt ist und sich alles stets verändert. Das muss nicht nur schlecht sein und Zukunft ist nicht per se gut, weil sie noch nicht mit Vergangenheit zugedeckt wurde.

Allen heute einen Wochenteilungstag mit der Kraft, sich anzuschauen: was trägt in meinem Leben gut? Was nicht mehr? Was wäre denn ein guter Umgang damit? Was kann ich alleine und wo wäre ein gemeinsames Handeln der bessere Plan?

 

Bei guter Pflasterung kann man leichter Höhenmeter machen. Anne hat das Bild in Kopenhagen gemacht. Danke.

Im Morgenduft der Märzenluft

Die Berge stehn
im Morgenduft
der Märzenluft
so silberfein,
dass man
ein Seidenweber
möchte sein,
sie hinzubannen
all in ihren Zärten
von Licht und Schatten:
denn so sanften Glanz
hat Seid’ allein
der Flächen Spiel
zu gatten.

Christian Morgenstern

Bergmensch Maike hat das tolle Foto gemacht. Danke!

Tägliche Inspirationsquelle

„Welche Frau hat dich inspiriert?“ Ita Wegman! Ich hatte an der Akademie Vaihingen mit Hermann Seiberth einen Lehrer, der sich tief mit Leben und Werk Wegmans befasst hat, ich durfte viel über sie erfahren. 1876 in Karawang in Indonesien geboren, kam die Familie 1899 nach Holland zurück. Ita ließ sich in Heilgymnastik und Massage ausbilden, traf 1902 in Berlin Rudolf Steiner und begann auf seinen Rat hin in Zürich das Studium der Medizin, das sie 1911 als Fachärztin für Frauenheilkunde abschloss. Sie eröffnete 1912 ihre Praxis in Zürich und erwarb 1920 eine Liegenschaft in Arlesheim, wo sie 1921 ihre Privatklinik „Klinisch Therapeutisches Institut“ eröffnete, heute Klinik Arlesheim. 1917 hatte sie aus der Mistel ein Präparat zur Behandlung von Krebserkrankungen entwickelt, daraus wurde später das Mittel Iscador. 1922 gründete sie in Arlesheim den Sonnenhof, eine heilpädagogische Einrichtung. Sie entwickelte die rhythmische Massage, neue Pflegeformen und schrieb mit Rudolf Steiner das Buch „Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst“. Nach dem Brand des ersten Goetheanums an Silvester 1922/23 wurde sie eine wichtige Mitarbeiterin von Rudolf Steiner und übernahm die Leitung der Medizinischen Sektion am Goetheanum in Dornach. Nach dem Tod von Rudolf Steiner (den sie bis zum Ende pflegte) kam es zu Konflikten und dem Ausschluss aus der Anthroposophischen Gesellschaft. 1936 gründete Ita Wegman eine Klinikdependance in Ascona und verstarb 1942 in Arlesheim.

Johan Zeylmanns van Emmichovens Dokumentationsreihe „Wer war Ita Wegman“ hat mich von der ersten Zeile an gefangen genommen. So viel Widerstand musste sie ertragen, so viele Herausforderungen bewältigen, so viel Neuland, das sie betreten hat. Wann immer ich ihr Foto auf meinem Schreibtisch anschaue, sehe ich den Klinikgarten mit ihrem Holzhaus in Arlesheim vor mir und staune, wie sie nur ihr Arbeitspensum geschafft hat. Ihr Leben steht für mich unter dem Aspekt „Mut zum Heilen“, persönlich unter „niemals aufgeben“. Oder mit ihren Worten: „Ich bin für Fortschreiten.“ Inspirationsquelle jeden Tag.

 

Das Holzhaus von Ita Wegman im Klinikgarten, heute Ita Wegman Archiv.

Demütige Gänseblümchen

Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt.

Honoré de Balzac, 1799 – 1850

Manuela hat das passende Foto dazu gemacht. Danke!

Rück- und Ausblick

Danke nochmal von Herzen für alle lieben Geburtstagswünsche. Sorry, dass ich nicht ans Telefon gegangen bin – volles Haus und die zwei Patienten haben den Tag gut gefüllt. Danke allen, die auf den AB gesprochen oder  geschrieben haben, über jeden Gruß habe ich mich gefreut.

Jetzt ist wieder Alltag, das ist irgendwie auch sehr gut. Diese Woche sehe ich großartige Menschen mit schwierigen Themen, die sich tapfer durch den Alltag beißen, Menschen, die gerade sehr gestresst sind durch das Chaos im Außen in der Welt und am Wochenende werden wir uns im Seminar mit Biohacking befassen. Auf vielleicht unerwartete Weise, denn es geht nicht um die Hitliste der Nahrungsergänzungsmittel, sondern um die ältesten Lifehacks: Schlaf, Bewegung, typgerechte Ernährung und Lebensfreude/stärkende Beziehungen, Fernhalten von Drogen und guten Umgang mit Stressauslösern im Alltag. Damit wären auch exakt die sechs Säulen der Lebensstilmedizin genannt, die ihre Wurzeln weit in die Medizingeschichte hinein haben. Was guter Schlaf ausmacht, weiß jeder, der unausgeschlafen versucht, seinen Alltag zu stemmen. Die anderen Säulen haben den gleichen Impact auf unseren Tag. Klar können wir nicht jeden Tag 100% alle Säulen gut bedienen, doch wenn wir sie im Bewusstsein tragen und immer wieder ein bisschen Gewohnheiten im Kleinen danach ausrichten, wird sich vieles langfristig verändert. Compoundeffekt – jeden Tag ein wenig getan ergibt eine ganze Menge mit der Zeit.

Allen eine Start in eine Woche voller Energie und Lebensfreude.

 

So wundervoll – DANKE an Saida für den großartigen Strauß. Grüße von Little C.

Gedankenklarheit

Ich fühle Kraft des Weltenseins:

So spricht Gedankenklarheit

Gedenkend eignen Geistes Wachsen

In finstern Weltennächten

Und neigt dem nahen Weltentage

Des Innern Hoffnungsstrahlen.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Gedankenklarheit findet sich auch in Architektur vor Himmelsblau. Anne hat das Foto in Kopenhagen gemacht. Danke!

Dankeschön

Ihr Lieben,

Herzensdank für eure wundervollen Genesungsgrüße für Christoph und die vielen Glückwünsche zum meinem Geburtstag!!!!

Wir lesen uns wieder Montag, heute ist erstmal Familienzeit angesagt.

Alles Liebe und DANKE, Ihr seid die Besten!

Christine