
Die Natur ist die beste Apotheke.
Sebastian Kneipp
Das Kneipplogo für eine der fünf Säulen, die Heilkräutertherapie.

„Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen.“ Diese klare Aussage wird Hannibal zugeschrieben, der sonst eher gern vor Türen stand. Das ist schon eine Ansage. Entweder gibt es Lösungen oder wir kreieren eben welche, könnte man das auch übersetzen. Hannibal war Feldherr, ein Krieger und Eroberer, dem war das relativ egal, wie die Elefanten über die Alpen kommen, Hauptsache, auf der anderen Seite landen. Manchmal braucht es im Leben auch so eine Klarheit, dass man weiß, was man will und wohin man will und sollte es dafür keine bewährte Reiseroute geben, dann entwickelt man sie halt, weil man keine Lust darauf hat, auf irgendwelche Fremdlösungen zu warten. Nimmt man der Aussage ein wenig die machtpolitische Komponente, könnte das durchaus in unseren vagen Zeiten ein Ansporn sein, seine eigenen Wege zu entdecken und zu gehen, weil wir mit den Dauerschleifen unserer Verhaltensweisen so langsam erkennen müssen, dass wir unterwegs sind im Leben wie Menschen mit Panik im Kreisverkehr. Sie bleiben halt mal einfach eine Stunde auf dem engsten Kreis unterwegs, bis sie wieder die Nerven haben, rauszufahren.
Wir rasen im Kreisverkehr des Lebens herum, wünschen uns Abfahrten und merken nicht, dass wir es sind, die das Steuer bewegen. Im Leben braucht es immer wieder mal gewaltig Mut, um etwas anders zu machen als gewohnt. Wenn das, was beim Gewohnten als Resultat herauskommt, nur noch nervt, brauche ich nicht noch fünf Runden vom Gleichen, oder?
Mach dir bewusst: Wo im Leben brauchst du einen neuen Weg? Gibt es bereits brauchbare Alternativen, die du gehen kannst oder machst du es wie Hannibal und ebnest dir deinen ureigenen Weg? Hast du am Start, was du dazu brauchst oder was fehlt dir? Man muss nicht immer schon die Komplett-Sicher-Ausstattung an Bord haben, um erste Schritte zu gehen. Manche Ressource gabelt man erst unterwegs auf.
Allen einen spannenden Jupitertag.
Anne hat in Spanien fotografiert. Danke von Herzen für dein Foto!

Derzeit ist viel los. Vielleicht nur bei uns, doch höre ich das auch von anderen Menschen. Das Tempo zieht an und daran wird sich sicher nichts mehr verändern, denn das gehört zu den Zeichen der Zukunft. Wir werden lernen, mit dem Tempo anders klarzukommen, sonst geht es uns wie dem Hamster im Rad, dreht es sich zu schnell, fliegt er mit viel Schwung hinaus.
Oft ist es sehr hilfreich, wenn alles nur rast und einem an den Ohren vorbeipfeift, einen Schritt zurückzutreten. Durchzuatmen und zu staunen. Aha! Was ist da denn gerade los? Aha! Sowas aber auch! Ein Problem? Nein! Ein Phänomen. Etwas, das ich anschauen, untersuchen, wahrnehmen kann. Vielleicht ist es hilfreich, lädt mich zu guten neuen Wegen ein oder zum Einsatz besserer Schuhe für den bisherigen.
So viele Informationen prallen auf uns ein. Letzte Woche habe ich zutiefst erfahren, dass all dieser Lärm draußen irrelevant wird, wenn andere Themen anstehen. Wenn es vollkommen egal ist, was im Außen passiert, weil es Wichtigeres gibt als irgendwelchen Krach im Außen. Was ist wahrhaft wichtig? Das Leben an sich, als Wert, als Geschenk, als Kostbarkeit. Es noch zu haben oder zu verlieren kann ein einschneidendes Erlebnis sein. Menschen auf ihrem Weg zur letzten Türe im Leben zu begleiten ist tiefgreifend und wichtig. Entscheidend für mich war, dafür zu sorgen, dass alles gut verläuft, wesentliche Begegnungen noch stattfinden können und wie schwer es ist, etwas zu akzeptieren, was alles verändern kann. Hierbei zu begleiten, zu stehen und zu halten ist schwer, aber wichtig. Es braucht Ruhe, um Entscheidungen zu treffen. Ruhe, um Menschen bei sich selbst ankommen zu lassen. Ruhe, um Raum zu geben, Abschied zu nehmen, zuzulassen, dass Menschen gehen und nicht mehr wiederkehren.
Von manchen Menschen kann man sich in Ruhe verabschieden, weil sie lange krank waren und Entwicklungen absehbar sind. Von anderen nicht, da kommt der Abschied unerwartet, ungeplant. Keiner weiß, wie das für uns selbst aussehen kann. Der Tod ist ein Übergang, der uns alle erwartet. Keiner weiß, wie er darauf reagiert, wenn es ihn selbst oder Menschen, die er liebt, betrifft. Wir können uns darauf nicht wahrhaft gut vorbereiten oder üben. Wir können uns Gedanken machen und doch erscheinen Dinge surreal, wenn sie dann wirklich stattfinden. Alles braucht Zeit. Auch das Annehmen und mit etwas umgehen können.
Deshalb immer wieder wichtig, egal, in welcher Lebenssituation wir uns befinden: Nehmen wir Lärm, Chaos und Verwirrung ruhig wahr. Atmen wir durch. Treten wir einen Schritt zurück. Begeben wir uns in die Stille, um innerlich selbst wieder in die Mitte zu kommen. Verurteilen wir uns nicht, wenn wir aus unserer Sicht nicht adäquat reagieren. Wir sind Menschen, dürfen also verwirrt sein, Angst haben, keine Ahnung haben, wie wir etwas angehen oder gar lösen können. Weinen oder rumschreien, weil wir hilflos sind.
Fakt ist: Wege entstehen immer. Nötig dazu ist immer nur der erste winzige Schritt. Dann ergibt sich der nächste. Selbst wenn Wege im Dunkeln liegen, kommen wir mit kleinen achtsamen Schritten durchaus erstmal gut voran.
Allen, die gerade gestresst sind vom Lärm der Welt oder in schwierigen Situationen stecken, die vielleicht keine gute Lösung denkbar machen, eine liebe Umarmung. Seien wir verwirrt und traurig, wütend und durcheinander. Atmen wir durch. Und erlauben uns kleinere Schritte. Irgendwann wird daraus ein neuer Weg.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.
Mark Aurel, 121 – 180
Quitten warten auf Verarbeitung. Da müssen sie noch ein wenig warten, bis Zeitfenster kommen, aber netterweise sind sie lagerfreundlich. Allein der Duft ist ein Göttergeschenk in jedem Jahr!

Knackig kalt ist es am frühen Morgen! Ich habe heute mein dünnes Jäckchen in die Waschmaschine gesteckt und das dicke Teil rausgekramt. Ich glaube, lange muss ich mit der Mütze auch nicht mehr warten. Die kleinen Schulkinder laufen dick eingemummelt wie Wurzelzwerge im Dunkeln an mir vorbei, schnattern, machen Wolken beim Atmen und frieren noch ein bisschen, so aus dem warmen Haus hinaus in die Schulwelt. Je kleiner das Schulkind, desto größer erscheint einem der Ranzen.
Bei den Aufstellungen am Sonntag waren wir mit einem Thema konfrontiert, das in die meisten Familien unbemerkt hineinspielt und unbemerkt sein Gift verbreitet. Eine der aufstellenden Personen war eine Dame von 70 Jahren, die einige offene Fragen klären wollte und mit einem Schlag stand der Krieg im Raum. Für manche war das das erste Mal, dass sie mit diesem Thema konfrontiert wurden und wie kaum ein zweites bringt es unnennbaren Schrecken, Schwere und ein Gefühl totalen Ausgeliefertseins mit sich.
Das ist die Atmosphäre, in der unsere Vorfahren oft leben mussten. Für viele Menschen, die nach dem Krieg geboren sind, ist das nicht bewusst erfahrbar. An der Betroffenheit der Stellvertreter gestern habe ich wieder gesehen, was für eine Kostbarkeit Frieden für Menschen bedeutet. Nimmt man noch den Aspekt dazu, dass Kriege oft aus kleinen Dingen erwachsen, darf jedem Menschen wirklich bewusst sein, dass Frieden etwas ist, was wir stets anstreben müssen, sei es im Kleinen in den Beziehungen der Menschen untereinander als auch im Globalen. Frieden ist die Grundlage für ein Leben, in dem man sich entfalten kann. Im Krieg entfalten sich auch Qualitäten, doch da geht es weniger um Potentialentwicklung als um Überlebenskunst.
Erst Frieden ermöglicht uns, zu wählen zwischen Optionen, zu reisen, zu lernen und fremde Kulturen kennen zu lernen. Frieden macht Entwicklung aller Art möglich. Frieden ist wie Gesundheit kein fixer Moment, sondern von jedem täglich neu zu beachten und anzustreben. Frieden ist für die Welt, was Gesundheit für den Einzelnen ist.
Was wird heute dein Beitrag zum Frieden der Welt und zu deiner eigenen Gesundheit und der dir anvertrauter Menschen sein? Ist dir bewusst, dass der Frieden der Welt deinem Herzen entspringt und deine Gesundheit ebenso?
Einen wunderschönen, friedlichen und gesunden Marstag mit der vollen Kraft, das Gute in die Welt zu stellen, wünsche ich dir von Herzen.
Manche Menschen schätzen Meditationsbilder sehr. Dieses hier von Steffi hat die besten Voraussetzungen dazu. Dankeschön!

Das letzte Ausbildungswochenende der angehenden Cardea-Therapeuten vor ihrem Abschlusswochenende ist vorbei. Damit sind auch für diesen Kurs die letzten Aufstellungen vorbei. Wenn die Teilnehmer im Dezember zum Aufstellen mit dazu kommen, sind sie schon nicht mehr nur übend, sondern helfen ihren Nachfolgern mit, sich mutig in die Arbeit mit dem Feld einzufinden. Der Staffelstab wird weitergetragen. Ich mag diese Übergangsmomente.
Übergänge prägen unser Leben. Dinge beginnen. Dinge enden. Dazwischen ist eine Spanne Zeit, von der wir oft nicht wissen, wie lange die Spanne umfasst. Endlichkeit schafft Kostbarkeit.
Übergänge holpern und bringen uns oft aus jedem Takt. Die Phase des Chaos‘ entspricht den Geburtswehen des Neuen, das geht nicht so einfach und ist oft sehr turbulent. So, wie Geburt ein gewaltiger Einschnitt ist, ist der Tod ein gewaltiger Einschnitt. Dazwischen sind die Übergänge oft genug dramatisch und mit viel Aufregung verbunden.
Der Herbst ist eine Zeit, in der wir das Loslassen von der Natur gezeigt bekommen, in der wir oft ernten, doch bedenken müssen, was wir neu einsäen, damit es wieder eine Ernte geben kann. Es braucht eine Zeit des Erntens, dann eine des Ruhens und des Dankens, der Neuorientierung und des Mutfassens für den Beginn.
All diese Übergänge rufen nach Riten und Ritualen, bewusst gestaltete Momente. Altes bewusst hinter sich lassen, Neues bewusst anfangen. Sich zum Westen hin verabschieden und zum Osten hin öffnen sind die Himmelsrichtungen, die seit alters her mit Abschied und Neubeginn verknüpft werden.
Gestern bin ich nachts unterwegs gewesen und habe den abnehmenden Vollmond ganz tief am Himmel stehend bewundert. Seit ich Kind bin, frage ich mich, was denn der Mond erzählen würde, wenn er sprechen könnte. Ich fand es unbegreiflich, dass er älter ist als jeder Mensch, so alt, dass mir das nicht fassbar war. Ich nahm an, dass er so dick und rund war, weil er all diese Geschichten behalten musste und dachte ewig, wenn der Mond nur eine schmale Sichel war, dass das dann sein „Aufschreibgesicht“ sei, scharf wie ein Messer oder ein seltsamer Federkiel, der auf Himmelspapier alles festschreibt, was berichtenswert ist. Mir erschien das Leben des Mondes als hocherstrebenswert – Geschichten sammeln und aufschreiben.
Meine Arbeit ist genau das. Ich darf Geschichten sammeln, die mir die Menschen berichten. Aufgeschrieben werden sie von mir nicht, aber dennoch weiß ich tief im Herzen, dass alle Geschichten, die wir Menschen jemals erleben, in einem riesigen Buch festgehalten werden, denn keine geht verloren. Nicht die von kleinen unbedeutenden Menschen, nicht die von Weltbekannten. Jede einzelne Geschichte ist die eines gelebten Lebens und damit des Aufschreibens wert.
Schreibst du deine eigene Geschichte ins Buch des Lebens? Welche Kapitel liegen dir am meisten am Herzen?
Allen einen sanften Montag.
Silke hat im Wald die bunten Blätter gefunden. Dankeschön!

So möcht ich sterben …
So möcht ich sterben, wie ich jetzt mein Boot
aus sonnenbunten Fluten heimwärts treibe.
Noch glüht die Luft, noch liegt ein gütig Gold
auf mir und allem um mich her gebreitet.
Bereit und heiter tu ich Schlag auf Schlag
dem Schattensaum der stillen Ufer zu …
So möcht ich sterben, Sonnengold im Haar!
Der Kiel knirscht auf – und mich umarmt die Nacht.
Christian Morgenstern, 1871-1914
Sigrid hat im Wasser die Reflektion der Bäume entdeckt, lieben Dank für dein Foto!

Vivaldis „La Tempesta di Mare“ ist eine Herausforderung für Flötisten und das habe ich in diesen letzten Tagen schon ein paar Mal im Ohr gehabt. Im Morgengrauen hingen wir gestern zu zweit am Rosenbogen, haben noch einen Pfosten eingehauen und versucht, alles stärker zu sichern, nachdem sich der Bogen gleich zweimal bis zum Boden gelegt hat. Der Rose ist noch nichts geschehen zum Glück, aber es zeigt einfach auf, wie massiv es hier oben bläst.
Der Wind ist heftig und so kommt vielen Menschen das Leben momentan vor – massiver Gegenwind, nichts geht einfach, alles wird durcheinandergewirbelt und zerfetzt, was nicht hochgradig stabil steht. Jetzt fallen unsere Kartenhäuser zusammen, die nicht tragen, jetzt fühlen wir uns in vielerlei Hinsicht durch den Wind.
Was ìst zu tun? So, wie wir in der Stille mit dem Sturm rechnen müssen, dürfen wir im Sturm auch mit der Stille rechnen. Stille hilft uns immer wieder, auf einen guten Stand zu kommen, Neues einzuladen, einen neuen Zyklus von Chaos, Kreativität, Tat und Korrektur anzustupsen.
Hoffen wir, dass euch der Sturm verschont hat, lediglich aus dem Kopf geblasen hat, was euch belastet, nicht gut tut oder sogar schadet und dass ihr ein freundliches Wochenende voller stiller Momente und Lebendigkeit habt.
Auch dieses feine Weinbergsfoto ist von Sigrid. DANKE dafür!

Am Dienstagabend gab es endlich mal wieder einen Livevortrag in der Alten Synagoge in Kitzingen, einem meiner absoluten Lieblingsvortragsorte überhaupt, weil dort die Atmosphäre so zauberhaft ist und auch die Menschen stets besonders. Nirgendwo ist es herzlicher und liebevoller.
Das Thema war ein gewaltiger Ritt – was sind notwendige Überlegungen, bevor man sich ins Abenteuer Veränderung stürzt? Wir haben uns angeschaut, was bei Veränderungen im Gehirn passiert, warum unser Gehirn wenig Freude an solchen Ideen hat, was negative und positive Glaubenssätze sind, wie man zu einer Vision kommt und daraus Ziele herunterbricht, was der Compoundeffekt ist und dass es darauf ankommt, jeden Tag 10 Minuten in das Neue zu investieren. Ein schöner Austausch schloss sich an und danach eine Vollmondheimfahrt.
Hier nimmt gerade der Wind zu, der ja heute Nacht zum Sturm werden soll und wegfegt, was nicht mehr trägt. Ich werde gleich noch einige Sachen wegschaffen, denn Mülltonnen 200 Meter entfernt zusammensuchen ist nicht so meines. Wenn ich jetzt gerade machen könnte, was ich will, gäbe es nur Eines – hinlegen und schlafen. Das schwüle Wetter schafft mich heute sehr, weil insgesamt viel los ist und ich habe mich beim Autofahren dabei ertappt, dass ich trotz offener Fenster fast eingeschlafen wäre hinter einer Schlange von Lastwagen, die nicht zu überholen waren. Der Wetterwechsel ist spürbar.
Am Wochenende wird der Cardea-Kurs, der im November Kursabschluss feiern darf, zum letzten Mal aufstellen und dann das Aufstellungs-Szepter an den Folgekurs übergeben. Das ist immer ein spannender Moment und auch toll, wenn zwei Ausbildungsjahre zu Ende gehen. Die waren auch speziell, weil geprägt durch die Pandemie und dadurch anders als reine Präsenzkurse. Alles hat so seine Vor- und Nachteile.
Ein Checkhäkchen habe ich jedenfalls heute Nacht auch noch gemacht – hinter meine Abschlussarbeit für den Kneipp-Gesundheitstrainer, die auch fertig werden musste und das habe ich gestern hinbekommen inklusive Präsentation. Das ist in trockenen Tüchern. Theoretisch müsste ich jetzt „nur noch“ lernen und hoffen, dass ich das gut abschließen kann, wir werden sehen. Dann ist eine Ausbildung 2021 beendet, die beiden anderen laufen noch bis Februar und die zweite bis Februar 2023. Mein Gehirn freut sich auf massive Erweiterung.
Eine Sache war heute sehr beeindruckend – der aufkommende Wind hat so viele Blätter vor sich hergetrieben, das sah wunderbar aus und das vor einem beeindruckenden Himmel, denn die Wolkenberge, die da heute von A nach B verschoben werden, hatten es in sich.
Allen eine ruhige Nacht und morgen einen freundlichen Jupitertag mit guten Nachrichten, wann immer ihr das brauchen könnt.
Diese Zirbelkiefer schlägt sich wacker im Allgäu und wird hoffentlich eines Tages eine wunderschöne Zirbenkiefer, die mit anderem Namen übrigens Arve heißt. Ist das nicht zauberhaft?

Erkenntnis, Wille, Gemüt, Vernunft, Sinn – das verbindet Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert mit der menschlichen Seele. Das liest sich fast die die Gebrauchsanweisung zur Salutogenese unserer Zeit, die auf Verständnis (das wären Erkenntnis und vielleicht Vernunft), Machbarkeit und Sinn basiert. Wir erfinden das Rad nicht mehr neu. Manchmal wünsche ich mir, dass wir das längst vorhandene Wissen dieser Welt nutzen, um uns gut aufzustellen für unser Leben.
Es gab so viel Austausch und Input am Wochenende zu den Herausforderungen dieser Zeit und die Erkenntnis, dass wir sehr viel Wissen haben, um damit hervorragend umzugehen und dass aus Egozentrik ein Wir-Gedanke entstehen darf. Wir sind so beschäftigt mit unseren eigenen Themen, dass wir oft den Blick für das Gesamte verlieren und uns für den Nabel der Welt halten. Andere Menschen fallen in tiefe Selbstzweifel, sie stellen sich permanent in Frage und sind sich selbst der härteste Kritiker. Wieder andere feiern den Abgesang des Planeten und sagen sich – ist doch eh alles wurscht.
Schön, wenn wir uns in sehr absehbarer Zukunft in einer Mitte treffen, die einen Sinn in ihrem Dasein sieht, versteht, dass all das notwendig sein könnte, um wach zu werden für die Herausforderungen, um uns die Bandbreite der Aufgaben vor Augen zu führen und dass wir in ein gutes Tun kommen, keinen blinden Aktionismus.
Auswüchse aller Art sehen wir seit Monaten allenthalben. Es wäre gut, wenn wir unsere Lieblingsbeschäftigung, das Jammern, zurückstellen zugunsten des Denkens und Handelns. Zweifel machen oft Sinn, denn sie weisen uns auf negative Folgen und Konsequenzen hin und stellen sicher, dass wir auch die Kompetenzen haben für das, was wir tun – dann ist Zweifel konstruktiv. Selbstzerfleischung ist das nicht. Angst vor der Zukunft macht keinen Sinn, denn keiner kennt sie, also können wir alle was dafür tun, sie mitzugestalten und positiv werden zu lassen (und sich übrigens auch aus der Zukunft beraten zu lassen, denn das geht wunderbar, sie ist greifbar und wir können uns lehren lassen von ihr) und Egozentrik ist von vorvorgestern. Gesunde Selbstfürsorge tut Not, aber die ist nicht Nabelschau und Mittelpunktgedöns Marke „nur wenn es mir absolut gut geht, hab ich das, was ich brauche“.
Ich bin Fan der „Be water, my friend“-These von Bruce Lee (die bereits im Tao te King zu finden ist), und Bäume sind ebenso gute Lehrer wie Wasser und alles andere in der Natur. Lassen wir uns von denen lehren, die wissen, wie man überlebt, oder? Und die übrigens so in Gemeinschaften zusammenleben, dass es für alle reicht und im Gleichgewicht ist – solange keine Menschen hineinpfuschen.
Einen beweglichen und bewegenden Merkurtag allen!
Ihr glaubt gar nicht, was für ein Gefühl das war, an diesem frostigen Morgen in Oy so einen Ausblick zu haben. Das Bild fängt nur ansatzweise die Größe der Landschaft ab. Es war eine Begegnung mit einem Genius loci der speziellen Art und sehr, sehr lehrreich und demütig.