Author page: Christine Krokauer

12 Umarmungen am Tag

„Wir brauchen vier Umarmungen am Tag zum Überleben, acht Umarmungen am Tag zum Leben und 12 Umarmungen am Tag zum innerlichen Wachsen.“ – Virginia Satir. Die letzten Jahre waren nicht berührungsfreundlich. Menschen, die wenig berührt werden/berühren, erzeugen weniger Oxytocin und andere lebenswichtige Neurotransmitter, wollen wir gesund, zufrieden, fröhlich, aktiv und verbunden sein.

Wir müssen nicht Gruppenkuscheln, auch ist zu bedenken, dass viele Umarmungen als nervig und übergriffig betrachten und dadurch in Bedrängnis geraten. Das gilt vor allem auch für Kinder, wenn ungefragt in Kinderwagen gegriffen oder Kinder ungefragt umarmt werden.

Berührung in gegenseitigem Einverständnis ist wichtig. Das kann das Halten der Hand sein, was in mancher Situation das Einzige ist, was man tun kann. So, wie der Mensch bei der Ankunft auf der Welt eine liebevolle Hand braucht, die ihn willkommen heißt, brauchen wir manchmal am Ende der Lebensreise eine begleitende und verabschiedende Hand. Wenn wir straucheln, ist die haltende Hand wichtig, wenn wir weinen, die Hand, die uns eine Tasse Tee hinhält oder ein Taschentuch reicht.

Berührung geht auch von Herz zu Herz durch das Schenken von Vertrauen, durch Ermutigung, etwas doch zu versuchen, durch Klarheit, Wahrheit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Dann umarmen wir den Seelenmenschen, dem wir Unterstützung zukommen lassen, in Respekt, Achtsamkeit und Demut, was die Grundlage einer inneren dienenden Haltung ist.

Allen einen Wochenteilungstag mit so viel Umarmungen, wie nötig und so vielen hilfreichen Händen, damit der Tag gelingen mag.

 

Sigrid hat das wunderschöne Foto der beiden Frauenhände gemacht. Sie erzählen Geschichten des Lebens. Danke für dein Bild.

Was die Zeit zerreibt

Eines weiß ich und dies eine gibt mir Kraft und Zuversicht: Keine Macht war noch so dunkel, der nicht obgesiegt hat das Licht. Keines Winters Eis so feste, dass der Lenz es nicht durchhieb. Keines Kerkers Wand so ewig, dass die Zeit sie nicht zerrieb.

Anastasius Grün, 1806–1876

Noch ist viel Eis zu finden, Stephanie hat im Wald genau geschaut und das Foto mitgebracht. Danke!

Seele in Not

Warum handeln wir manchmal so krass unlogisch, gegen jeden Verstand? Weil wir unbewussten Mustern folgen, ausgelöst durch Worte, Situationen, Geräusche. Manchmal sind wir auf den Spuren von Trauma unterwegs. Die Pandemie hatte traumatisierenden Charakter. Menschen in Kriegs- oder Erdbebengebieten erleben kollektive Traumata, dazu vererbte Traumata aus Weltkriegen, die Familiensysteme infiltrieren und Jahrzehnte später Leid auslösen. Plus individuelle Erfahrungen wie schwere Diagnosen, Missbrauch aller Art, Todesfälle, Arbeitsplatzverlust, Zukunftsangst und  mehr.

Am Sonntag gab es bei einer Traumakonferenz Input, um Gehirnhälften wieder zu verbinden, Stufen der Traumatherapie und Körperübungen, um bei Dissoziation in Kontakt mit sich selbst zu gelangen. Zudem eine Fortbildung im Bereich Wirtschaft, agiles Denken, Mindset und Grenzen setzen

Beides scheinen getrennte Themen zu sein, doch Denken, Fühlen und Wollen verbindet sie. Wie können wir unsere Gedanken nutzen, um Resilienz zu entwickeln? Wie werden wir Fühlen zur Wahrnehmung und Achtsamkeitsübung machen und wie stärken wir den Willen?

Immer mehr erkenne ich die Brücke zwischen der therapeutischen und der Coachingarbeit sowie der Entwicklung in der Welt. Von unserer Klarheit im Erkennen der Themen, Fragestellungen, Herausforderungen und dem Erlauben von Antworten, die wir bislang nicht einmal für möglich gehalten haben, hängt die Zukunft ab. Individuell und insgesamt. Lösungswege, die wir aus der Zukunft heraus denken, fühlen und dann wollend gestalten dürfen. Magic.

Allen einen tatkräftigen Dienstag.

 

Stephanie war im Wald unterwegs und hat dieses Foto mitgebracht. Dankeschön!

Wasser und Brot

„Be water, my friend“, fand Bruce Lee. Wie das Waser sich anpassen, weich und doch hart, umwegefähig und enorm meerfokussiert. Wasser und Brot, die Motive unserer heutigen beiden Fotos, werden bereits in der Bibel zusammen beschrieben. Das Brot miteinander brechen bedeutet, etwas zu teilen – praktisch und im übertragenen Sinn, das Wasser  ist ein einfaches und doch unendlich kostbares Getränk. Wasser trinken zu können ist ein Geschenk, das die Natur uns macht, denn der Kreislauf des Wassers auf der Erde ist überschaubar. Unsere Art der Lebensführung unterhöhlt die Grundwasserspiegel, die Verschmutzung übersteigt die Reinigungskraft der Natur.

Wasser und Brot sind Grundnahrungsmittel. Ein gutes Brot hat nicht viele Zutaten, es braucht Zeit, in der der Teig angesetzt wird, gehen kann, die knetende Hand, Geduld und Wärme, um eine schöne Kruste auszubilden, gut durchgebacken zu sein und das Haus mit köstlichem Duft zu erfüllen. Bei uns kommt Wasser aus dem Wasserhahn, diese Selbstverständlichkeit ist es, die zur Illusion führt, dass das normal sei. Davon können weite Teile der Weltbevölkerung nur träumen.

Wasser und Brot – die Grundlage der Gastfreundschaft, etwas, das man gemeinsam teilt, wofür man dankbar ist. Das Wasser ist ebenso zu schützen wie die Humusschicht, auf der das Getreide wachsen soll. Wenige Millimeter ernähren die Menschheit. Ist dir das bewusst? Hüten wir das Wasser und wir den kostbaren Boden, anstatt ihn weiter abtragen zu lassen oder zu vergiften. Du bist, was du isst.

Allen einen feinen Start in die neue Woche.

 

Danke an Sigrid für das Brotfoto.

Fels sein

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen! Er bleibt stehen, und rings um ihn legen sich die angeschwollenen Gewässer.

Mark Aurel, 121–180

Sigrid hat das Wasserglas aus einer spannenden Perspektive fotografiert. Danke!

Stapelkrise

Steine aufeinanderstapeln kann hochkompliziert sein. Kinder lernen dabei mehr über Statik als beim Aufeinandersetzen von Holzklötzchen.

Stapeln scheint uns Menschen zu liegen, wir stapeln gern. Ordentlich Kleidung im Schrank. Bücher. Rechnungen. Geschirr im Schrank. Vorräte.

Wir stapeln auch, wenn es uns nur begrenzt gut tut. So neigen wir dazu, wenn viel los ist, viel anderes anzufangen, drüberzuschichten und zu glauben, dann wäre das unten liegende Thema wie von allein gelöst. Wir stapeln negative Erinnerungen. Bei Problemen listen wir die komplette Reihe vor unseren Augen auf und blasen das Einzelthema zu einem gigantischen unlösbaren Knoten auf. Zudem stapeln wir im außen Krisen. Pandemie, Krieg, Klima, Erdbeben. Wir erkennen – die Welt ist gleichzeitiger mit ihren Herausforderungen und die platzen auf allen Ebenen über uns herein.

Wir erkennen auch: Perfekte Lösungen wird es bei (so/zu) vielen Bällen im Spiel nicht geben, da fällt immer mal einer runter und wir müssen einen neuen einbringen. Wir machen den ersten möglichen Schritt und schauen, was der nächste mögliche sein wird. Wir brauchen Gemeinschaft, denn Probleme lassen sich mit mehr beteiligten Köpfen und Herzen besser und auf mehr Ebenen lösen. Wir dürfen uns daran erinnern, „wie der Bauer die Klöß isst“ – einen nach dem anderen. Wichtiges zuerst und dann weiter. Nicht in die Höhe stapeln, sondern übersichtlich auslegen und mit möglichst unterschiedlich besetzten Teams die Herausforderungen angehen, denn die besten Ideen kommen oft von jemandem, der „keinen Plan hat“ und deshalb ganz unverfälscht auf alles schaut.

In diesem Sinne ein Wochenende, an dem nur Pancakes gestapelt werden.

 

Danke an Annemaries Foto aus dem Theilheimer Steingarten.

Waldwege

Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben.

Walt Whitman, 1819 – 1892

Stephanie geht im Wald auch gern die weniger betretenen Wege, doch auch da finden sich die Spuren der Zivilisation.

Gartenvorfreude

Zack, Woche fast um. Eine von rund 4000, die wir leben. Krass, oder? Die Tage werden spürbar länger, das Wetter verändert sich, so fühlt es sich zumindest an. Nun sieht man, was der Winter für Spuren im Garten und auf den Fenstern hinterlassen hat. Das hat er auch in den Seelen der Menschen und die letzten drei Jahre in allen Menschen. Jetzt ist es Zeit, auf das Immunsystem gut acht zu geben, denn die Kräfte werden weniger nach den dunklen Monaten, ein Infekt macht sich schneller breit.

Die Natur kennt viele Pflanzen, die uns gut unterstützen. Und wer jetzt über die Aussaaten im Garten nachdenkt, die in wenigen Wochen beginnen, kann sich Kapuzinerkressesamen besorgen, denn das ist ein altes Mittel, das gut für das Immunsystem ist, ebenso wie Echinacea und Meerettich. Sie wurden in alten Zeiten eingesetzt, wo wir heute über Antibiose nachdenken. Sprossen lassen sich auch im Winter leicht auf der Fensterbank ziehen, ebenso wie Kräuter, die sich auch trocknen oder einfrieren lassen. Ein bisschen frisches Grün sieht nicht nur schön aus, sondern bringt auch wichtige Vitalstoffe in den Körper.

Nicht mal die Hälfte der Haushalte in Deutschland kocht Mittagessen. Die meisten essen in Kantinen, Schulküchen und unterwegs. Erstaunlich. Das selbstgekochte Essen ist uns wichtig, wir wollen wissen, was wir auf dem Teller haben. Das beginnt mit der Frage, wie es angebaut ist und endet mit dem Genießen bei einer Mahl-Zeit. Das ist für uns ein Geschenk an Lebensqualität.

Allen einen schönen Venustag und ein vielleicht kochfreudiges Wochenende.

 

Erste frische Blumen zeigen sich im Wald an geschützten Stellen. Ursula hat sie entdeckt. Danke!

Nicht viel

Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel ist im Februar auch nicht viel.

Johann Wolfgang von Goethe

Wer genau schaut, entdeckt durchaus schon den ersten blühenden Huflattich! Danke an Ursula für dein Foto.

Du bist eine Wundertüte!

Ein wunderschöner Abend am Dienstag mit rund 50 Menschen in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag über Glaubenssätze. Das Thema bewegt uns Menschen, denn Glaubenssätze sind wie der Keller unseres Lebenshauses. Ist das ein stabiles, positives Fundament, trägt es uns das Leben lang wunderbar, doch besteht es aus toxischen Bestandteilen, kann es das Leben nach und nach zerstören.

Schön, dass Menschen aus allen Generationen da waren, die nach dem Vortrag ins Gespräch gekommen sind. Solche Angebote dienen nicht nur der Vermittlung von Wissen, sondern sind Kontaktmöglichkeiten, zum Entdecken von Menschen, die sich ähnliche Fragen stellen und Begegnungen, die ermutigen. Ich mag es gern, wenn wir tiefgehende Themen haben, dass wir zwischendurch viel Freude und genug zum Lachen haben. Ich wünsche mir, dass uns allen immer wieder bewusst wird, dass wir sehr wohl in der Lage sind, vieles in unserem Leben auf andere Wege zu bringen, wenn wir wissen, wie das geht, denn wir sind Wundertüten,  Schatzkisten, die wir manchmal tragischerweise weder öffnen noch auspacken.

Was möchtest du heute in deiner Wundertüte aus den Tiefen deiner Seele zeigen? Wo entdeckst du heute in deinem Alltag, wie immer er auch geartetet sein mag, etwas, das dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Wem magst du es schenken?

Einen fröhlichen Jupitertag heute für dich und alle Menschen, mit denen du heute in Kontakt kommen wirst.

 

Sonja hat Karl Valentins Spruch auf einem Tor entdeckt und fotografiert. Danke für dieses Bild!

Psychologische Sicherheit

Spannend, welche Themen derzeit von Teams gewünscht werden – Grenzen als Thema in Kinderkrippe und Kindergarten, Kommunikation mit Eltern im Kindergarten, Zukunft der Pflege in Anbetracht der Babyboomer in einem Pflegedienstteam. Zentrales Thema ist und bleibt in Teams die Kommunikation, der Umgang mit Konflikten, Abgrenzung und Zukunft der Arbeit.

Psychologische Sicherheit gilt es zu erinnern: Fehler dürfen gemacht und als Grundlage für Lernprozesse gesehen werden, nicht warten auf die perfekte Lösung, sondern agil anfangen und unterwegs dazuholen, was nötig ist, Prototypen entwickeln und testen, weil es eben nicht die ultimativ richtige Lösung aus dem Stand heraus gibt. Im Team sagen können, was man denkt, ohne Gefahr von Angriff, Niedermachen und Mobbing. Austausch und Selbstreflektion. Damit ist nicht gemeint, dass alle in Form von Gruppenkuscheln jeden Konflikt niederlächeln, sondern sich Themen auf gute, klare und strukturierte Weise stellen und jeder gehört wird.

Ich glaube, es geht überall um das Gefühl der psychologischen Sicherheit, wir könnten das auch beschreiben als: Ich bin wertgeschätzt, gesehen, angenommen. Ich darf Fehler machen, muss dann jedoch dafür sorgen, dass daraus gelernt wird und ich kann Ideen einbringen, auch bei Themen, bei denen ich vielleicht nicht direkt betroffen bin, denn von außen sieht man manches klarer.

Man könnte es so runterbrechen: Kopf einschalten, Herz öffnen, Hände zum Tun bereithalten. Ohren auf, um zu lauschen, Mund zu, um nicht zu verurteilen, werten und platt zu walzen. Mund auf, wenn Wichtiges gesagt werden will. Lächeln nicht vergessen und lauschen, lauschen, lauschen, präsent sein und sich klarmachen: Der Mensch, der gerade vor mir steht, ist die wichtigste Person in diesem Moment. Mehr Mut. Mehr Freude. Mehr Klarheit. Mehr Ruhe.

Allen einen bewegenden Merkurtag.

 

Diesen Anblick würde ich mir an vielen Orten wünschen. Bienenstöcke in der Natur, herrlich. Danke an Sigrid für dein Foto!

Was sind deine Glaubenssätze?

Manche Wochenenden rasen schnell vorbei wie dieses. Nachdem die angehenden Heilpraktiker am Freitag Entwicklungspsychologie hatten, gab es am Sonntag im Seminar viel Input über Labyrinthe und die menschlichen Temperamente. Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker. Warum ist das „alte Wissen“ aus Zeiten der Säftelehre (Galens Humoralpathologie) heute wichtig? Weil es hilft, seinen Gesprächspartner besser einzuschätzen. Piekst man einen Choleriker an, geht er hoch wie eine Rakete. Will man etwas sehr sorgfältig und gründlich gemacht haben, ist ein Phlegmatiker im Team Gold wert. Für unseren Alltag ist das Wissen um Temperamente alles außer veraltet.

Um Glaubenssätze wird es heute Abend in der Alten Synagoge in Kitzingen ab 19.30 Uhr beim Vortrag der VHS gehen. Woran erkennt man Glaubenssätze und welche Wirkung entfalten sie in unserem Leben? Was stärkt sie, was kann negative Glaubenssätze schwächen? Wenn man bedenkt, dass Glaubenssätze das Fundament unserer selbstgeschaffenen Realität sind, wird einem bewusst, wie wichtig es ist, gut zu schauen, dass wir unser Leben nicht auf negativen Vorstellungen aufbauen. Gern einfach zum Vortrag kommen, keine Anmeldung notwendig. An der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben.

 

Allen einen tatkräftigen Diensttag.

 

Stephanie hat die winterliche Morgensonne entdeckt. Danke für dein Foto!