Du erntest, was du säst

Rumi trifft einen guten Punkt auch in unseren Leben – die Konsequenzen unseres Handelns haben wir selbst zu verantworten und man erntet, was man gesät hat. Säen wir Missgunst, Hass, Gier und anderes Negatives, kommt auch das uns als Antwort von außen entgegen. Manchmal säen wir liebevoll und freudig und bekommen dennoch eines auf die Mütze, auch das gibt es.

Kein Grund, garstig zu werden, sondern bei der Linie zu bleiben, die wir uns selbst als Wert und persönliche Ethik angelegt haben. Niemand muss dieser Linie folgen, sie ist unsere und deshalb nur für uns relevant. Oft erleben wir, dass Menschen jedoch erwarten, dass wir ihren Vorstellungen zu entsprechen haben. Gern kommt als Argument dann der Generaltotschläger: Ich habe es doch nur gut gemeint. Da kann man nur antworten: Stets bemüht (damit die Klischeekiste wieder mal leer ist).

Es macht oft Sinn, von der Zukunft oder anders formuliert von den Konsequenzen her zu denken. Das würde so manchen Ärger elegant ersparen, da wir viele Konsequenzen falschen Handelns oft erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten aufs Brot geschmiert bekommen. Und es ist hilfreich, immer wieder auf dem Schirm zu haben, dass unsere Werte, unsere Vorstellungen und Gedanken zu etwas, unserer Privatwirklichkeit entspringen. Dass uns jemand folgt, liegt nicht in unserer Hand und ist ehrlich gesagt nicht notwendig. Natürlich teilen viele Menschen bestimmte Werte, aber dadurch erhalten sie weder Allgemeingültigkeit noch sind sie Pflichtstandard. Ich darf etwas ablehnen, was ein anderer gut findet und umgekehrt.

Neulich sagte jemand zu mir: „Da musst du jetzt durch und dir das anhören.“ Ist das so? Ich denke nicht. Ich bin nicht verpflichtet, mir irgendwas anzuhören. Ich darf „nein“ sagen und meine Zeit anders einsetzen. Ich sage „Ja“, wenn mir der Mensch wichtig ist und ich spüre, dass ihm mein Lauschen am Herzen liegt. Dann höre ich hin. Aber ganz sicher nicht, weil ich irgendwas müsste. Ich muss wenig. Schlafen, Atmen, Wasser trinken, Sterben. That’s it.

Achten wir darauf, was wir säen. Ernten wir bewusst. Und überlegen uns bei jedem „muss“, ob es unseres ist und wir ihm folgen wollen oder ob es ein Versuch ist, im Sinne von jemand anderem etwas zu tun, was wir gar nicht wollen. Das kann Mut erfordern. Super! Aus ZuMUTungen entstehen Demut und Mut. Dann ernten wir auf alle Fälle Abenteuer. Wie willst du leben?

 

Allen freundliche Pfingsttage. Manch einer ist in diesen Tagen im ersten Urlaub seit langem. Für uns, die wir daheim die Stellung halten, heute mehr Meer. Danke an Anne für das Foto!

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