Von Rechten und Pflichten

Der Sturm pfeift mächtig ums Haus und lässt die Balken knarzen. Der November fegt mit Schwung herein nach dem Blue moon am Wochendende. Einige Menschen klagten am Wochenende über Müdigkeit, Erschöpfung und Kopfschmerzen. Es ist vieles in Bewegung, wir sind ganz schön „durch den Wind“.

Beecher, dessen Schwester Harriet das berühmte Buch „Onkel Toms Hütte schrieb“, trat sein Leben lang gegen Sklaverei und die Unterdrückung von Frauen ein. Eine seiner berühmtesten Aussagen lautet: „Wahrheiten sind erst Wolken, dann Regen, dann Ernte und dann Nahrung“. Sein Spruch „Eine Seele ohne Phantasie ist wie eine Sternwarte ohne Teleskop“ fiel mir ein, als ich Christophs Photo des Hamburger Planetariums sah. Schade, dass man sie derzeit nicht besuchen kann, die Planetarien. Wie aufregend ist es, im Sessel zu sitzen und zu glauben, man sei mitten im Weltall. Was für ein Abenteuer ist das. Das gibt einem zumindest homöopathisch eine Vorstellung davon, wie sich Weltraumfahrer fühlen, wenn sie die Erde aus dem All sehen und den Mond. Unsere blaue Murmel in der unfassbaren Weite, in der Dinge existieren, die wir uns nicht mal ansatzweise vorstellen können.

Der Weltraum ist so geheimnisvoll wie die Tiefsee und der Regenwald. Es wäre klüger gewesen, die Geheimnisse des Regenwalds erst zu erforschen, bevor er abgeholzt wird. Ich fürchte, wir haben damit die Apotheke der Zukunft mit zerstört. Wie nach dem Brand der Bibliothek von Alexandria ist damit unfassbar viel Wissen verloren gegangen. Dort gibt es Pflanzen und Tiere, die eventuell Heilmittel gegen Leiden der Zukunft gewesen wären. Nun, wir heutigen Menschen glauben, das Recht zu haben, uns zu nehmen, was wir wollen. Dass wir keine derartigen Rechte haben, sehen wir derzeit wohl immer stärker ein. Jetzt ist wohl eher die Zeit der Pflichten gekommen.

– Der Pflicht, achtsam und aufmerksam zu sein, nicht im Sinne von „überwache deinen Nachbarn“, sondern: achte auf das, was du selbst tust.

– Der Pflicht, einander wahrzunehmen und zu erkennen, wann jemand Hilfe braucht.

– Der Pflicht, sorgsam mit allem umzugehen, was wir haben.

– Der Pflicht, nicht gierig egozentrisch zu horten, sondern darauf zu vertrauen, dass wir ausreichend Dinge haben, die zum Leben nötig sind. Erstaunlich wenig Dinge sind wirklich nötig übrigens.

– Der Pflicht, wach zu sein und hinzuschauen, was wo wie welche Wege geht. Wir sind keine Schafherde, sondern Menschen. Versuchen wir uns zu informieren und Rat einzuholen, wenn das nötig ist.

– Der Pflicht der Regierungen, ihre Bürger umfassend darüber in Kenntnis zu setzen, was Sache ist. Wer offen kommuniziert, kann aufl mehr Zusammenhalt hoffen. Ich denke, wenn wir verstehen, wie die Faktenlage ist und was das auf allen Ebenen bedeutet, werden Menschen auf andere Weise daran mitarbeiten, dass alle gesund bleiben. Widerstand wächst bei Unklarheit und fehlender Information. Dann stirbt das Vertrauen und das wäre das Wichtigste, ohne Vertrauen keine Compliance, was die Befolgung von Maßnahmen betrifft.

– Der Pflicht aller Verantwortungsträger (= aller!), das Angstschüren zu beenden und einander zu erlauben, vertrauenswürdig zu sein. Vorbilder sind wichtig.

– Der Pflicht, sich selbst gut aufzustellen, für Freude und Freundlichkeit im eigenen und dem Leben der anderen mit zu sorgen.

– Halten wir die Herzen und Hände offen und stellen uns hinter die Angstlinie. Beyond fear. Da finden wir den inneren Frieden, den Mittelpunkt, den wir brauchen, den Anker, um nicht wegzudriften in Gewässer, die uns nicht gut tun.

Allen die aktive Kraft des Marstages!

 

Morgenversammlung der Krähen, festgehalten von Manuela. Danke!

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