Vergeude diese Krise nicht!

„Never waste a crisis“. Zack! Beim Frühstück! Das (wie immer höchst lesenswerte) Buch von Anja Förster und Peter Kreuz steht in Sichtachse im Regal und beim Blick über die Teetasse ploppten die gelesenen Inhalte gemeinsam mit dem, was so in den letzten Monaten bedacht, diskutiert und erlebt wurde, wie ein Panorama auf. Was für ein großartiger Satz! Vergeude keine Krise. Das bringt es auf den Punkt. Wir vergeuden gerade richtig fett Lebenszeit. Zeit, die weder wir noch der Planet haben.

In einer Kolumne über Mut ging es um neues Denken in Bezug auf Arbeit, wenn wir alle einen Grundstock an Stunden arbeiten und den Rest der Zeit Dinge tun, die ebenfalls Arbeit sind, aber über ein Grundeinkommen abgedeckt werden wie Pflege von älteren Menschen, Betreuung von Kindern, von behinderten Menschen, die Wiederentdeckung von Wandern und Freizeit in der eigenen Umgebung und vieles mehr. Mir blieb die Frage – warum brauchen wir Mut, um Dinge zu tun, die offensichtlich sind? Braucht es dazu nicht nur eine Entscheidung, eine Wahl?

Vergeudest du angstgetriggert und verwirrt über das, was über uns hinweg entschieden wird und das wir vielleicht ansatzweise verstehen könnten, wenn die Beweggründe für Entscheidungen einfach mal öffentlich kommuniziert werden würden, gerade die beste Zeit deines Lebens? Menschen sind nicht dumm. Sie können sehr gut auch problematische Entscheidungen mittragen, wenn sie nachvollziehen können, weshalb sie so getroffen werden und wären dann auch ENDLICH in der Lage, gezielt und konkret sehr brauchbare Vorschläge erarbeiten, wie man MIT der Situation umgeht, anstatt zu versuchen, GEGEN die Situation etwas zu machen, was langfristig weder klug noch friedensstiftend oder vertrauenserweckend ist.

Vergeude diese Krise nicht. Stelle dich gut auf – stärke jeden Tag eine deiner Stärken. Lerne täglich etwas Neues. Hör auf zu jammern, das legt neuronale Netzwerke in deinem Gehirn an, für die du Jahre brauchst, um sie wieder zurückzubauen! Richte den Fokus auf das, was dich inspiriert. Geistig nährt. Finde deinen persönlichen Zugang zu Gott. Denk nicht in den gleichen Bahnen wie gestern und vorgestern, sondern frage dich: Was, wenn alles möglich wäre? Wie würde ich dann entscheiden? Wähle bewusst das, was du tust, mach dir klar, dass du sehr wohl Selbstwirksamkeit hast! Dein Verhalten beeinflusst die Welt! Begrenze deinen Aufenthalt in asozialen Medien. Lies jede Woche ein gutes Buch! Beweg dich! Pflanze demnächst deinen Garten und die Balkonkästen mit Essbarem an. Lerne etwas Neues! Mach Ungewöhnliches.

Vergeude diese Krise nicht. Lass sie zum Wendepunkt in deinem Leben werden. Lassen wir sie zum Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit werden. Legen wir das Ego ab. Entdecken wir ein neues Wir. Verstehen wir, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die Welt zu erklären und zu begreifen, weil die Verflechtungen zu komplex sind, erlauben wir uns, uns belehren zu lassen, tiefer zu blicken und uns stärker zu freuen. Wozu bist du da? Um zu jammern und dich zu beschweren? Oder um genau das dem Planeten zu schenken, was du mitgebracht hast – dein Sein? Dein Lachen? Deine Verwirrung? Deine großen, kleinen, schrägen und feinen Ideen? Deine Fähigkeit, Kompliziertes schlicht zu beschreiben? Dein Talent, Kindern Herzensqualitäten und eigenes Denken beizubringen? Deine Hingabe, wenn es um Senioren und Kranke geht?

Vergeude diese Krise nicht. Jetzt dürfen wir reden, wie Zukunft gehen darf. Fangen wir damit an und stellen wir die Fragen, die weiterführen. Wie soll die Welt aussehen, in der neun Milliarden Menschen nachhaltig, friedlich, freundlich und unter Wertschätzung ihrer eigenen Kulturen, Religionen und Bräuche leben? Wie soll unser Land aussehen, wenn wir Soziales ebenso neu denken wie Schulsystem und Wirtschaft? Was, wenn die Digitalisierung auf andere Füße gestellt wird und Menschen so mehr Raum für soziale Architektur haben? Welches Kind sagt jetzt: „Der Kaiser hat ja gar nichts an?“ Wir haben alle längst nichts mehr an, denn wir sind alle einfach Menschen. Vergeuden wir diese Krise nicht.

Allen einen wunderbaren Jupitertag voller Weisheit.

 

Diesen Ausblick hat Annemarie fotografiert, lieben Dank für dein Foto!

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