Türchen 9 – Komm in den Flow

Das neunte Türchen macht sich auf. Wir sind bereits im zweiten Adventsdrittel. Am Dienstagabend gab es an der VHS Kitzingen den letzten Vortrag für 2021 mit mir und das Thema war „Flow“. Großartig, dass wir für die Umstände draußen eine wunderbare Gruppe waren. Wir hatten miteinander einen schönen Abend. Wissen, Freude und Gemeinschaft sind „gute Medizin“ gegen Dunkelheit im Außen und Innen.

 

Deshalb heute auch etwas zum Thema Lebensordnung. Wir erlauben unbedacht jeden Tag eine Menge. Zum Beispiel, dass vieles aus der Welt 24/7 in unser Leben schwappt. Dass wir deshalb oft Angst haben, Unsicherheit erleben, verwirrt sind, schlecht schlafen. Starren wir nicht aufs Handy, erleben wir einen regelrechten Entzug, was am Dopamin liegt, einer machtvollen Neurotransmitter-Droge unseres Gehirns, die durch Medienkonsum mit ausgeschüttet wird. Wir gestatten, dass wir uns von diesen ganzen Geschehnissen mitreißen lassen. Warum?

Wenn wir wirklich in den Flow kommen wollen, also ganz in dem aufgehen, was wir tun, wie Kinder das bis heute jeden Tag meisterlich vormachen, müssen wir uns bewusst Zeitfenster nehmen, Flow entsteht nicht in 15 Minuten. Wir legen unsere modernen Nervtöter ab – Handy, piepsender Maileingang, 50 Ordner auf dem Desc und die Erlaubnis an alle, uns permanent zu stören. Stille ist wichtig. Fokussierung und Konzentration brauchen Zeit und Ruhe.

Das sind zu treffende Entscheidungen, sich für ein wichtiges Projekt Zeit zu nehmen und für Stille zu sorgen. Solche Entscheidungen fressen weniger Energie, wenn wir sie zur Routine machen. Legt euch eine Zeit am Tag zu – so früh es möglich ist – in der ihr bis zu zwei Stunden wirklich ungestört arbeiten könnt. Nehmt euch EIN = 1 Thema vor, eine Aufgabe. Zuerst die schlimmste, dann ist der Brocken weg, ihr könnt das erste Erledigt-Häkchen setzen und euch feiern, dass das geschafft ist. Pause!

Danach sorgt ihr weiter für Zeitfenster von rund 90 Minuten. Während dieser Fenster sind die Taschenkobolde aus. Weit weg. Kein Gedudel, kein Genöle von irgendwem. Ruhe, Stille, am Stück arbeiten. Bei einer Sache bleiben. Durchhaltevermögen entwickeln, wenn es klemmt, das gehört dazu. Talent nutzt nix, wir brauchen für vieles einen langen Atem und Geduld, Ausdauer und Gelassenheit.

Probiert es einfach mal aus, wie ihr vorankommt, wenn ihr das probiert. Und nicht nach dreimal aufgeben Marke „Ich habs ja probiert, das klappt bei mir nicht“. Thomas Alva Edison hat über 1000 Mal probiert, die Glühbirne zum Leuchten zu bringen, bis es funktioniert hat. Überlegt das mal! Und ihr habt ebenso oft versucht, nach dem Hinfallen wieder aufzustehen beim Laufenlernen. Und jetzt sind wir gleich „fertig“ mit etwas?

Nur Mut, probiert es aus. Verbindet euer Tun mit der Erkenntnis, dass es wichtige Arbeit für den Planeten, eure Ururururenkel ist, dass ihr eure Arbeit liebend gern tut, dass ihr neugierig seid, wo euch der Lebensweg damit hinführen mag und dass ihr frei entscheidet, wann ihr was wie tut. Freude und Belohnung nicht vergessen. Dann können wir mit unserer Arbeit so umgehen wie als Kinder. Damals war der Beruf Spielen, heute ist es etwas anderes (oder auch nicht! Ist nicht das ganze Leben eine Art Spiel oder Tanz??), doch wenn es eine gute Arbeit ist, können wir gut in Flow kommen. Oder wie es Meister Yoda anrät: Dem Fluss des Lebens vertrauen du musst.

Allen einen wunderschönen Donnerstag, das ist der Tag der Freude in der Woche.

 

Schnee und Eis am Fenster im Therapieraum. Und innen kuschlig-gemütlich. Herrlich.

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