Schlechter Schlaf und Stress

Schlafen war auch für Thomas von Aquin ein wichtiges Hilfsmittel gegen Schmerz und Traurigkeit. Wir wissen: Wenn ein Mensch wieder gut schläft, ist er besser drauf, kommt er im Alltag leichter klar und wird nicht so schnell aus der Bahn gebracht. Auch alles an körperlichen und seelischen Schmerzen lindert guter Schlaf.

Was machen wir heute? Wir schlafen oft grottenschlecht. Warum? Weil wir keinen natürlichen Rhythmen mehr folgen. Wir stehen zur Unzeit übermüdet auf, da wir abends zu spät ins Bett gehen. Mediennutzung nach 18 Uhr ohne Blaulichtbrille stört massiv jede Melatoninausschüttung und verhindert so effektiv den Schlaf und vor allem stört es unsere ersten Tiefschlafphasen vor Mitternacht erheblich. Die Lebensführung tut ihr Übriges – zu wenig körperliche Aktivität, zu viel Sitzen und zu viel Grübeln. Was nervt uns am Tag nicht alles, dauernd ist irgendwas, worüber wir uns aufregen. Wir sind auf Angst gepolt, was in der Geschichte der Menschheit ja hilfreich zum Überleben war, nun aber durchaus kontraproduktiv sein kann.

Innere Ruhe? Fehlanzeige. Nervosität und Fahrigkeit, fehlende Konzentration, mangelhafte Fokussierung und dauernde Ablenkbarkeit trifft es doch eher, oder? Und weshalb? Weil wir das so machen. Niemand zwingt uns, permanent auf Handys zu starren, ob uns irgendwer eine Nachricht geschickt, in China ein Sack Reis umgefallen oder irgendeine neue Katastrophe im Anmasch ist. Wir entscheiden, wie viel Input wir uns geben. „Lies lieber mal ein Buch“, hieß es früher lapidar, wenn wir anfragten, ob wir eine Kindersendung im Fernsehen anschauen dürfen. Fernsehen war die absolute Ausnahme und von Beginn der vielen Werbesendungen an auch nicht mehr spannend für uns. Wir lasen. Bis heute tun wir das. Es ist entschieden förderlicher für meine Phantasie, mir das Gelesene als Bilder im Kopf vorzustellen, als alles fertig ausgedacht serviert zu bekommen. Selbst lesen bedeutet, die Welt selbst zu erschaffen, die durch die Worte angeregt wird. Ich schlage auch noch gern in Bücher nach, was vermutlich keiner mehr macht, heute haben wir das größte Wissen im Netz. Das weiß ich durchaus zu schätzen, aber ich möchte manchmal Fakten, keine Meinungen.

Heute Abend und nächsten Montag werden bei unserem Kneippseminar in der Praxis die Themen Schlaf und Stress angeschaut. Wir werden erfahren, was Sebastian Kneipp, der eine profunde Menschenkenntnis besaß und mit einfachsten Mitteln Menschen einlud, sich selbst zu helfen, zu den Themen Stress und Schlaf mitgeteilt hat und wir werden uns kleine Anwendungen erarbeiten, damit man sich daheim selbst helfen kann. Kneipp ist pragmatisch, einfach und mit allem machbar, was man daheim hat. Da braucht es keinen Aufwand und von der Zeit her ist das ein Witz – selbst eine Ganzkörperwaschung darf bei Kneipp nur wenige Minuten in Anspruch nehmen nach dem Motto „Die Waschung ist am besten, die am kürzesten ist“. Gemeint ist damit nicht Flüchtigkeit, sondern Tempo durch Fokussierung und das ist ein gutes Erlebnis in unserer heutigen zerfledderten Welt, wo alles wie Quecksilberkügelchen in jede Richtung springen und sein Glück finden mag.

Das Seminar ist ausgebucht, aber wer sich für Kneippanwendungen interessiert, die bei Hitze gut helfen, kann gern am 12. und 19. Juli mitmachen beim Kneippseminar „Spitze gegen Hitze“ an der VHS Kitzingen. Bitte über die VHS anmelden, es gibt noch Plätze, wir treffen uns jeweils Dienstag 19.30 Uhr im Foyer der Alten Synagoge.

Allen einen guten, hoffentlich ausgeschlafenen Start in die neue Woche!

 

Sigrid hat eine der wunderschönsten Heilpflanzen auch für die Kleinsten fotografiert – die Ringelblume, deren Samen so zauberschön geringelt in der Hand liegen und die in vielen Gelb- und Orangetönen eine Zierde für jedes Gartenbeet ist. Danke für dein Bild!

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