Montags-Nachdenk-Input

Gesundheit und weiser Genuss – da gab es für Sebastian Kneipp ganz klare Vorstellungen, wie das erreicht werden kann. Sinn braucht das Leben, Ernährung ist wesentlich, frische Luft und Bewegung. Kurz und knackig das, was man seit alters her unter Lebenshygiene versteht. Heute weisen wir Wälder als medizinisch relevante Shinrin Yoku-Zonen aus und nennen einen Aufenthalt im Wald gleich Waldbad (okay, dazu gehört mehr als nur durch den Wald zu schlurfen, aber nicht soo viel mehr). Die Wirkung des Walds ist vielfältig: zum einen wirken die ätherischen Öle, die als Botenstoffe das Internet des Waldes bilden, die unser Immunsystem boostern, zum anderen die Lichtreflexe, die Farben und das Fernsein von Menschenlärm. Ernährung ist ein Riesending geworden. alles ist denkbar. Paleo und Low Carb, ohne Kohlenhydrate und mit Nahrungsergänzung. Wenn man danach fragt, folgt gleich ein ausführlicher Bericht über das eigene Tun. Ich mag schlichte Dinge und bei der Ernährung bedeutet das – so bunt wie möglich, so einfach wie möglich und so frisch (= Garten) wie möglich. Bewegung ist das Einzige, um Stress im Körper abzubauen, also unverzichtbar, nur ob jemand mit einem Mountainbike unterwegs ist, wandert oder schwimmt, liegt an persönlichen Vorlieben.

Wir machen aus allem gern eine Glaubenssache. Wünschen uns die eine Wahrheit, die alle glücklich macht und das ewige Leben garantiert. Wir werden niemals etwas finden, was für alle passt und was das ewige Leben betrifft, wäre es wesentlich klüger, das eigene Leben mit Sinn auszustatten, um den Tagen mehr Leben zu geben. Es zählt wie immer im Leben die Qualität und nicht die Quantität.

Was ich Sebastian Kneipps Liste heute gern zufügen würde, wäre das Sauberhalten des Raums zwischen den Ohren. Im Februar wird stets Digitalfasten proklamiert, während der Pandemie gab es totale Verweigerer der asozialen Medien ebenso wie Plattformuser, bei denen man sich einen klugen Admin gewünscht hätte. Wir hoffen auf Menschen, die unsere Meinung teilen, ohne begriffen zu haben, dass genau das nur Abnicker und Jasager ohne Verantwortung erzeugt. Unsere vermeintliche Wohlfühlblase ist in Wahrheit der schlechteste Platz im Leben. Klar ist es schön, wenn wir mit unserer Ansicht nicht alleine dastehen, aber Zukunft gestalten wir eben nicht mit Nicken und Jasagen, sondern mit Prüfen, Hinterfragen, mutig voranschreiten und gestalten. Querdenken belebt. Oder, vielleicht klarer formuliert: Denken überhaupt ist ein guter Plan. Das setzt Bewusstheit voraus und Übung. Und es braucht ein Umfeld, das Denken nicht für gefährlich hält, sondern verstanden hat, dass uns nur Menschen, die uns herausfordern (im positiven Wachstumssinne) ermöglichen, alte Pfade, Trott und „hammer immer scho so gmacht“ zu verlassen. Zukunft ist das Resultat vieler wacher, gestaltungsfreudiger kluger Köpfe, die nie vergessen haben, wie wichtig das Herz als Berater und die Hand als tätiges Ausführungsorgan ist.

Wie willst du also diese Woche starten, wofür wirst du in diesen sieben neuen Tagen Kopf, Herz und Hand verbinden?

Allen einen freundlichen Start in eine gesunde, gute Woche mit viel Raum zum Denken, frischer Luft und herrlichsten Gartenfreuden zum Genießen.

Wer sich mal einen blauen Fleck zugezogen hat, wird den am schnellsten mit Immortellenhydrolat los – das ist die Pflanze auf dem Foto. Immortelle – die Unsterbliche. Toll, oder?

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