Ist das so?

Ein umfangreiches Wochenende liegt hinter uns. In der eigenen Fortbildung an den Abenden das wichtige Thema Burnout, der Cardea-Kurs mit dem wunderbaren Thema Virginia Satir, Aufstellungen und einer ausführlichen Frage- und Antwortrunde. Aufstellungen sind so bewegend. Die Themen waren intensiv und ich denke, da kann nun bei den Aufstellenden Einiges in Bewegung kommen, neu gesehen und angenommen werden. Wer gern aufstellen möchte, kann das wieder am 6. März tun, da haben wir drei Aufstellungstermine. Vor- und Nachgespräch sind verbindlich. Wer Interesse hat, darf sich gern bei mir melden!

Im Nachklang der letzten Woche habe ich nochmal darüber nachgedacht, was ich oft höre. „Ich will dieses und jenes.“ „Das steht mir zu.“ „Ich erwarte von xy etwas.“ „Du musst mich nehmen, wie ich bin.“ Ist das so?

Unsere Willenskraft ist überschätzt, davon haben wir nur eine begrenzte Menge. Was wir endlos haben, ist unser Willi-Ich, das dauernd quäkt: „Ich will dies! Dann das!“ Das ist Egowilli, er will immer was und kaum hat er das, nölt er nach dem nächsten, weil er niemals satt wird. Es ist ein Unterschied zwischen dem Egowilli und Willen. Wille ist gebündelte Energie, die fokussiert wird, um ein Ziel zu erreichen. Das kostet das System viel Energie, so dass unser Wille recht schnell verbraucht ist. Deshalb macht es Sinn,  Willen bewusst einzusetzen. Aber nicht, um andere Menschen dazu zu bringen, etwas für mich zu tun, das ist Manipulation.

Was steht mi zu? Im Grunde nichts. Alles, was an Gutem in mein Leben tritt, habe ich mir entweder erarbeitet oder ich habe es bekommen als Geschenk und darf mich freuen.

Ich erwarte – da kann ich lange warten. Ich habe nichts von anderen Menschen zu erwarten. Wenn ich jemandem etwas Gutes zukommen lasse, in welcher Form auch immer, ist das nicht in der Erwartung einer Erwiderung. Ich gebe, weil es Freude macht. Kommt etwas von außen zu mir, kann ich mich freuen. Aber es besteht darauf kein Anspruch. Das ist ein Denkfehler, der viel Leid bewirkt. „Ich erwarte Dankbarkeit“ ist eine krasse Aussage. Wenn ich aus Liebe etwas gebe, kann es nie mit Erwartungen verbunden sein.

Ich muss auch keinen nehmen, wie er ist. Ich kann ihn einfach stehen lassen, wenn ich nicht klarkomme mit der Art, wie er ist. Er darf sein, wie er ist, aber ich bin nicht verpflichtet, das zu akzeptieren. Verstößt jemand radikal gegen meine Werte, erlaube ich mir den Rückzug. Dann kann ich prüfen, ob meine Werte vielleicht seltsam sind. Wenn sie es nicht sind, muss ich niemanden „nehmen wie er ist“. Wenn er sein fixes Denken feiern mag, darf er das gern tun, ich muss nichts. Außer darauf schauen, dass ich in meiner Entwicklung vorangehe und da kann so ein Moment des Stutzens hilfreich sein, um anzuschauen, ob das, was ich denke, angemessen ist. Auch schlechtes Benehmen, Übergriffigkeiten, sprachliche Entgleisungen muss ich nicht akzeptieren. Da kann ich ein ruhiges Feedback geben und gehen. Mehr Energie ist die Sache vielleicht nicht wert.

Sprache ist Macht. „Des pack mer scho!“ „Des krieg mer hin!“ „Mein Gegenüber sagt …“ – fällt uns auf, wie aggressiv das ist? Freundlichkeit zu mir selbst und zu anderen kann helfen, sich besser in die Welt zu stellen.

Allen einen guten Wochenstart mit Frühlingsvorfreude und dem Genießen des Vollmonds diese Woche. Und Freundlichkeit im eigenen Kopf und nach draußen. Es wirkt wahre Wunder.

 

Mehr Meer. Danke, Theresa, für dein Foto!

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