Freitags-Nachdenk-Input

Nietzsches Satz über die Hoffnung gefällt mir schon lange gut. Das Bild des Regenbogens ist so sehr mit Hoffnung verbunden. Alle Menschen hoffen derzeit. Dass ihre Lieben und sie selbst gesund bleiben, die Dinge sich verändern zum Guten.

Was sehe ich? Sehr viele gute Dinge. Und sehr erschreckende Dinge. Es ist jetzt nicht die Zeit, sich mit Hassbotschaften zu übergießen. Es ist nicht die Zeit, sich menschlich daneben zu benehmen, sondern sich auf Werte wie Rücksicht, Rücknahme des eigenen Egos, Mitgefühl und Unterstützung zu besinnen. Viele Menschen haben Angst und Panik oder salopp gesagt „Schiss“, für mich der Grund für die Klopapiermanie.

Besinnen wir uns doch bitte für einen Moment. Schnaufen wir mal durch und halten fest: Corona ist ein Virus. Es gibt keine Medikamente, keine Impfung und viele gefährdete Gruppen. Es geht nicht um die Begrenzung unserer Eisdielenbesuche, das holen wir nach. Es geht um die Begrenzung der Gefahr für andere und um die Tatsache, dass wir nicht genug Pflegebetten auf Intensiv haben, geschweige denn Ausrüstung, wenn alle krank werden. So schwer kann das nicht zu begreifen sein. Auch Ärzte, Schwestern und alle im Pflegebereich können nicht 24 Stunden am Stück durcharbeiten, damit wir am Mainufer grillen können, solange das Wetter gut ist.

Es ist jetzt auch nicht die Zeit, sich aufzuhauen über Versäumnisse in der Vergangenheit. Ich denke, die Folgen zeigen, wo die Baustellen sind. JETZT ist die Zeit, die Kranken zu versorgen und für ihre Genesung zu sorgen. JETZT ist die Zeit, um daheim zu bleiben, Rücksicht zu nehmen und die Sozialkontakte komplett runterzufahren bis auf das Notwendigste. JETZT ist die Zeit, für Senioren zwei Stunden am Tag die Supermärkte extra zu öffnen, in denen die anderen nicht hinkönnen und zwar dann, wenn die Regale voll sind, damit auch sie versorgt sind. JETZT ist die Zeit, zu singen und sich gut und positiv zu vernetzen, um dem Budenkoller vorzubeugen. JETZT ist die Zeit, sich selbst was Gutes zu tun und zu schlafen, zu lesen, nachzudenken, sich neu zu orientieren.

Die Konsequenzen der Coronakrise werden umfassend sein. Aber machen wir alles nach und nach, Priorität haben die Patienten und alle, die Menschen pflegen, schützen, versorgen und das öffentliche Leben aufrechterhalten, egal, an welchem Posten sie stehen. SIE sind die Helden des Alltags, nicht Verschwörungstheoretiker und Politkritiker, denn sie wissen oft nicht, wie es „auf der anderen Seite der Macht“ aussieht.

Corona zeigt: so geht es als Menschheit nicht weiter. Daraus werden Konsequenzen folgen müssen, Fakt und Punkt. Bleiben wir bitte anständig. Schlagen wir uns nicht Theorien und Weltuntergangsszenarien um die Ohren. Betrachten wir es als Aufwachmoment, als Chance, Menschheit und Erde 2020 ganz neu zu starten. Basierend auf Würde. Auf Werten. Auf Liebe. Auf gelebter Demokratie. Auf Einsicht und Klugheit, Weisheit und Lebensfreude. Dazu werden wir uns alle zusammensetzen müssen, wenn das wieder gehen wird. Die Welt braucht einen gemeinsamen Tisch, eine neue Tafelrunde der Menschlichkeit. Was ist dein Anteil? Was kannst du an guter Kraft hineingeben in die Welt? Was an dir macht die Welt besser? Das ist der Fokus. Hass, Verleumdung, Hetze ist nicht gesundend und gesund, es laugt aus und schürt Lager. Davon hatten wir genug, oder? Der Freitag ist Venus gewidmet, der Göttin der Liebe. Das wäre ein guter Plan für diesen Tag. Allen Erkrankten von Herzen beste Genesung. Allen Gesunden weiterhin Gesundheit, damit die Zahlen nicht steigen und die Klinikbetten ausreichen für alle, die wahrhaft um ihr Leben ringen und auch alle, die das ebenfalls tun auch ohne Corona. Sorgt dafür, dass die Betten für alle Kranken reichen. Bleibt zuhause und versucht, in der Freude, der Demut und der Liebe zu bleiben!

Unser Pfirsichbäumchen im Garten 2019.

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