Ferien im Kopf

Spätestens im Mai, wenn hier alles blüht und grünt, würde ich mich am liebsten ins Auto setzen und nach Arlesheim fahren, meinem absoluten Kraftort. Da merke ich dann, wie der Winter war, ob ich mit guten ausreichenden Kräften ins Frühjahr starte oder eben nicht. Dann schaue ich mir die Fotos vom Goetheanumsgarten, dem erstaunlichen Bauwerk selbst und dem Garten der Ita Wegman Klinik in Arlesheim an, das ist ein echter Kraftspender. Ich stelle mir vor, wie Menschen in Basel tief beeindruckt vor Böcklins Toteninsel stehen, ab wann wohl die Basler ihre Wickelfische (das sind die Schwimmrucksäcke, in denen man seine Kleider und Utensilien verstaut, umhängt und leuchtend im Wasser gesehen wird) erstmals für die neue Schwimmsaison packen, in Basel Stadt ins Wasser steigen und weit mitgenommen werden von der Kraft des Flusses. Ich sehe den Tinguelybrunnen vor dem Basler Stadttheater, an dem Platz, an dem früher die Freilichtbühne war, die Figuren im Brunnen, in ständiger Bewegung, wie einst die Schauspieler agierten. Ich rieche den Tee im Tee Huus im kleinen Hinterhof und stelle mir vor, wie die Menschen im Café Schießer im ersten Stock aus dem Fenster aufs Rathaus blicken, ihren Kaffee trinken und dazu ein Gipfeli essen oder sich ein paar selbstgemachte Pralinen wählen.

Ich gehe in Gedanken die Wege durch das Naturschutzgebiet der Eremitage und erinnere mich an ein Schild dort mit „ab uffd Sogge!“, dass in der Schweiz nichts für die Katz, sondern für d’Füchs ist und ich es liebe, wenn man mich fragt: Ischs guet gsi?

Jedes Jahr denke ich: Jaaaa, aber wenn man nur Basel, Dornach und Arlesheim kennt, hat man ja von der genialen Landschaft der Schweiz nix gesehen – richtig. Weshalb wir es einmal bei ungelogen 37 Grad im Schatten bis Zürich geschafft haben, um den ganzen Tag total erledigt auf einem Schiff über den Zürichsee zu gondeln, um der Hitze zu entgehen. Was jetzt nicht heißt, dass wir die traumhaften Berglandschaften und Seen besucht hätten. Und ich denke: Eigentlich will ich ans Meer!

Schauen wir, was sich ergibt an Auszeiten. Die brauchen Körper, Seele und Geist und müssen so eingeplant werden, dass sie nicht verhandelbar sind. Ohne Pause kein Output, der vernünftig ist. Pause bedeutet nicht zwangsläufig Input, sondern Nixtun. Was daheim oft nicht klappt, denn da sieht man den Chaosgarten, die Bügelwäsche und Küchenschränke, die ausgewaschen werden wollen.

Nur im guten Wechsel von An- und Entspannung entsteht gesundes Sein, beugen wir Ausbrennen und Krankheiten vor. Licht, Luft und Sonnenschein sind Lebenselixiere. Frage: Hast du genug davon?

 

Eines der Treppenhäuser im Goetheanum. Die reizen jedes Mal zum Singen, weil der Klang so genial ist.

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