Donnerstags-Nachdenk-Input

Bäume – machtvolle Wesen sind es. Voller Kraft, Anmut, Geheimnis, je nach Art. Ein Birkenwäldchen hat eine andere Anmutung als der Hochschwarzwald. Wir sind im Grunde Waldmenschen, die Sehnsucht nach dem Wald steckt in jedem von uns. Da müssen wir erst „Waldbaden“ erfinden, damit wir uns an unsere Wurzeln erinnern – erstaunliche Welt.

Sie erstaunt uns ja derzeit jeden Tag. Während im Vordergrund C (offenbar  ein Virus, dessen Name nicht mehr genannt werden darf) gehypt wird, diskutiert der Bundestag über Bundeswehreinsätze im Irak und anderen Ländern, die Versorgung im Krankenhaus für Patienten, Änderungen des Sozialgesetzbuches, Rechtsterrorismus, elektronischen Geschäftsverkehr und vieles mehr, wie man den Tagesordnungen entnehmen kann. Wir haben schon im Geschichtsstudium gelernt zu fragen – wenn im Vordergrund viel getrommelt wird, was geschieht dann irgendwo im Hintergrund, was unbemerkt und unkritisiert mal kurz verabschiedet werden soll? Ich bin gespannt, was sich im Rückblick alles zeigen wird. Vielleicht gar eine Großübung, wie viel es braucht, um eine Massenhysterie auszulösen? Die Klopapierindustrie zu retten und dafür den Rest der Wirtschaft an die Wand zu fahren? Dann hätten wir glücklicherweise einen Schuldigen – ein Virus wars.

Jeder erkrankte Mensch ist einer zu viel, keine Frage. Darum geht es nicht, allen, die krank sind, von Herzen gute Besserung. Aber: Wären Alter, Demenz, Behinderung ein Virus – wie schnell wären alle, die JEDEN Tag leiden unter überfordertem reduziertem Personal, vernachlässigenden Familien, ihren Schmerzen und der Einsamkeit, bestens versorgt. Wie glücklich wären alle, die in der Pflege, in der Intensivmedizin und überall, wo kranke, alte und behinderte Menschen jeden Tag versorgt werden sollen, wenn sie auch nur mal für eine Woche so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung hätten.

Anstatt die Klopapierregale leerzukaufen, Menschen zu mobben, die aufgrund einer Immununterdrückung durch Krebs oder andere schwere Krankheiten einen Mundschutz tragen MÜSSEN und vielem anderen Unfug mehr, wäre es an der Zeit, sich mit den wirklichen Themen im Land zu befassen. Wir sprechen hier von allem, was Pflege, Krankenhaus, Heimunterbringung und Kinderbetreuung betrifft. Überall in diesen Bereichen herrscht mehr als Notstand. Hypen wir doch mal unsere Hilfsangebote in diese Richtung, dann wäre allen gedient. Und es entstünde viel mehr Dankbarkeit, denn wer sich um kleine, alte, kranke und behinderte Menschen kümmert und ihren Alltag gestaltet, erfährt Liebe, Zuneigung und tiefe Zufriedenheit. Natürlich nicht, wenn er allein für 20 Patienten zuständig sein soll und 7 Minuten Zeit hat, einen Senior zu waschen. Das macht nicht mal ein gesunder Mensch in der Zeit.

Wo war noch mal die Priorität bei uns? Ach so, bei einem Virus.

Schade, dass Dummheit kein Virus ist und das Land bemüht, ihn auszurotten.

Allen einen freundlichen, beruhigten und wachen Donnerstag, der Jupiterkraft hat.

 

Dieser Baum steht ebenfalls im Goetheanumspark in Dornach.

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