Augen auf!

Manchmal fällt es mir schwer, den Mailordner zu öffnen und zu lesen, was Menschen schreiben. Liebende, die sich trennen, weil das Außen nicht passt. Menschen in Verzweiflung, weil der Chef ihre Arbeit nicht anerkennen mag und kann. Motivierte Menschen, die ihre Fähigkeiten am falschen Ort nicht abrufen können.

Warum? Weil wir Angst haben. Angst, was falsch zu machen. Uns was zu vergeben. Angreifbar zu werden, wenn wir uns in unseren Bedürfnissen nackt machen. Angst, ausgelacht zu werden, weil wir eben Angst haben.

Ehrlich? Echt jetzt? Wir sind alle Menschen. Jeder von uns hat Macken, Spleens, Kanten. Wir haben allesamt Angst, in diesen Zeiten erst recht. Bei keinem läuft das Leben glatt durch wie geschmiert. Wir haben unsere Fails. Die großen, die kleinen. Die im Alltag und die, die unser Leben komplett in ein „vorher“ und „nachher“ zerschneiden.

Wann hören wir auf, einander zu verletzen, sondern fangen an, die Frage zu stellen, die Parzival dem Fischerkönig nicht gestellt hat? Was fehlt dir? Was brauchst du? Darf ich dir helfen? DAS wären gute Angebote.

Und die, die Angst haben, gerade am Boden sind, in der Vollkatastrophe – wie wäre es mit: Bitte, kannst du mir helfen?

Erinnern wir uns alle daran, dass zum Menschsein wahrhaftige Größe und tiefe Angst, Scheitern und Gewinnen, Lachen und Weinen gehören, damit wir wachsen, uns entwickeln? Wir wachsen auch, wenn wir anderen helfen, wir unser Leben in den Dienst einer großen Sache stellen, unsere Egozentrik auf dem Kreuz des Lebens festnageln.

Für so gut wie jede Fragestellung gibt es viele Lösungen. Denken wir groß. Halten wir es für möglich. Wenn Dinge geschehen, die wir nicht für möglich gehalten haben, nennen wir es Wunder. Und – bist du bereit für Wunder in deinem Leben? Halte es für möglich, dass … du Hilfe erbitten darfst und sie bekommst. Dass du helfen kannst und dabei selbst heilst. Dass Menschsein grandios ist, Menschwerdung unsere härteste Herausforderung.

In diesem Sinne – halt die Augen auf in deiner Umgebung. Irgendwer ist da sicher heute niedergeschlagen, braucht ein Gänseblümchen und eine Umarmung, eine Aufmunterung, ein Lied, ein Stück Kuchen oder ein Tänzchen und vielleicht bist du die Person, die sich das alles wünscht. Na dann, sags einfach! Riechen können es die anderen nicht, sie sind nicht „doof“ oder „unwillig“, sie brauchen einen Stups. Dann werden wir wahre Herzens-Helden.

 

Allen einen wunderbar beweglichen Merkurtag. Rebekka hat diese Info in Wien gesehen. Das ist total nett. Das Leben verzichtet auf Hinweise Marke „in wenigen Tagen könnte es in Ihrem Leben einen Abwärtstrend geben“. Merke: Treppen führen runter. Aber wenn man sich umdreht, führen sie auch wieder rauf. Oder unten ist eine tolle Party. Danke für dein Foto, Rebekka!

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