Donnerstags-Nachdenk-Input

Der Herrscher sei der erste Diener des Staates, forderte der alte Fritz, der vermutlich wesentlich mehr Zeit auf dem Schlachtfeld verbracht hat als mit seinem Hobby, dem Flötenspiel. Seine Forderung ist wichtig. Wer herrschen will, muss dienen können. Ich glaube, daran fehlt es heute ein wenig. Viele wollen herrschen, bestimmen, fällen Urteile und sind schnell mit Meinungen bei der Hand, das Dienenkönnen ist eher wenig angesagt.

Dienen hat viel mit Demut zu tun, im Wort Demut steckt ebenso wie im Wort ZuMUTung der Mut. Mutig handeln ist nicht handeln, wenn ich keine Angst mehr habe, sondern handeln trotz Angst, weil es not-wendig ist.

Dienen bedeutet, sich nicht für besser halten als andere, auch mal was von alleine sehen und einfach machen, nicht erst gebeten werden müssen, sondern selbstständig die Lage überschauen. Dienen meint auch, sich nicht zu fein sein für Dinge, die getan werden müssen, die Erwartungshaltung ablegen und von sich aus agieren, ehe jemand anderes etwas anweist. Wir nennen uns oft Dienstleistungsgesellschaft, doch sind die Dienste, die wir leisten, oft Bärendienste, mit dem Mund dahergesprochen und wenig erfüllt und wenn, dann mit dem „ewige Dankbarkeit-Anspruch“ oder einer Opferhaltung. Wir alle sind stets nur eine Bananenschale vom Rollstuhl entfernt, oft entscheidet eine Millisekunde darüber, ob wir Glück hatten oder eben nicht. Und dann kann es geschehen, dass wir auf die Dienste anderer angewiesen sind.  Es ist schwer für viele, Hilfe annehmen zu können und zu müssen und schwer, sie zu leisten. Machen wir es uns einfach. Geben wir mit dem Herzen und nehmen wir mit dem Herzen. Dann entsteht keine Peinlichkeit, kein Opfer wird generiert und die Würde beider Seiten bleibt gewahrt. Dann zurücklehnen und Musik von Friedrich dem Großen genießen: https://www.youtube.com/watch?v=58BS7NNHAf4

Allen einen guten Jupitertag voller Freude.

 

Die Christusstatue in Rio de Janeiro hat Sandra fotografiert, vielen herzlichen Dank!

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