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Wind of change

 

Wetterumschwung, Wind, Sturm. Von Sommer auf Herbst, 20 Grad Unterschied. Die vier Jahreszeiten unserer Jugend schwinden. Wir trugen Übergangsjacken und „dünne Halbschuhe“ im Gegensatz zu den dicken Tretern im späten Matschwetterherbst, ehe dann die wirklich schweren Stiefel kamen. Es gab feste Jacken, Strickjacken und Dufflecoats, Mützen, Schals und dünne Schals. Veränderung in vielem.

Wenn ich überlege, wie viele Kinder ein und dieselbe Jacke trugen, bis sie dann irgendwie zu etwas anderem aufgearbeitet wurde oder abgetragene Unterhemden in Schuhputztücher verwandelt wurden, mit denen man am Samstag sämtliche Treter der Familie einschmieren und Stunden später auf Hochglanz polieren musste – das könnte man heute kaum, weil die Kleidung oft von schlechter Qualität ist, nicht auf Generationen gerechnet. Nachhaltigkeit Fehlanzeige. Pullover wurden aufgetrennt und neu gestrickt, eine meiner Lieblingsjacken bekam jedes Jahr eine „Armverlängerung“ am Bündchen und unten ein paar farblich garantiert unpassende „Verlängerungen“. Damals fand ich das grauenhaft. Heute denke ich mir – etwas mehr davon ist kein Fehler.

 

Allen ein Wochenende, an dem sie den Wetterumschwung gut verkraften und Energie für die neue Woche mitnehmen können.

 

 

Claudia schickt das Trauerweidenfoto – woooow, was für eine Baumkönigin! Danke dir!

Neubeginn

Das Leben beginnt aufs Neue, wenn es kühl im Herbst wird.

 

Francis Scott Fitzgerald

Stephanies Himmelsfoto zeigt die Power dieser Tage am Firmament.

Abstand

Über diesen Satz von Gottfried Keller, dass wir Dinge mit freier Wahl aufgeben sollten, anstatt den Abwehrmechanismus der Rationalisierung wie der Fuchs in der Fabel zu verwenden („die Trauben sind viel zu sauer“), denke ich derzeit in manchen Lebensbereichen nach. Die Zeiten ändern sich, ich verändere mich. Normalerweise verbringe ich im September fünf Tage an einem stillen Ort, entscheide, was bleibt, was geht und was der Veränderung bedarf. Durch die familiäre Pflegesituation kann ich nicht weg und ich merke, wie essenziell für mich diese wenigen Tage der Seelenhygiene, immer mit beruflichem Feedback und Foreward verbunden, sind.

Es braucht Abstand, um Klarheit zu gewinnen. Innerliche Metaebene ist ein guter Schritt, manchmal muss man räumlich Abstand zum Alltag einlegen, um wirklich gute freie Entscheidungen zu treffen, damit sie eben nicht aus Reaktion und eher unbewusst aus Erschöpfung heraus („das mache ich keinen Tag mehr mit“) getroffen werden müssen oder der Körper Entscheidungen verlangt.

Morgen werde ich in Ruhe das Haus putzen und damit im Außen Ordnung schaffen und im Inneren viel Revue passieren lassen. Es ist der Kompromiss, der möglich ist, mal sehen, was für Konsequenzen sich ergeben.

 

Aufstellungsarbeit – wir alle leben in Systemen. Am Sonntag geht es im Seminar um den Begriff der Systeme und wie wir damit gut arbeiten können.

Freie Wahl

Auch was wir aufgeben, müssen wir mit freier Wahl aufgeben, nicht wie der Fuchs die Trauben.

Gottfried Keller

Dieser Fuchs wollte nur unauffällig nach Hause und Theresa hat ihn dabei beobachtet. Danke für dein Foto!

Chaos und Stille

Wenn der Tod den Raum betritt, sind Worte oft unangebracht. Manchmal braucht es nur ein still daneben sitzen. Manchmal eine Umarmung. Manchmal einen Topf Hühnersuppe und manchmal eine Frage.

Derzeit kreisen viele Termine im weitesten Sinne um dieses Thema – schwere Erkrankungen, die auch tödlich ausgehen können, Verlust eines Babys, Trennungen (die wie Tod sich anfühlen können), Abbruch von Beziehungen im Familienkreis (auch eine tiefgreifende Form der Trennung), Wegfall des Arbeitsplatzes.

Mein Post heute kommt so spät, weil seit 8 Uhr das Telefon dauerklingelt. Die Energie im Außen ist für viele heute zu stark – Wetterverschiebungen, Temperatursturz, Richtungsänderung mit viel Wind ist eine große Belastung, dazu die Ereignisse in der Welt, die fassungslos machen und uns mit Fragen konfrontieren, auf die wir keine Antworten finden.

Was ist zu tun? Versuchen wir, durchzuatmen. Wärme hilft. Frische Luft, den Wind den Kopf freiblasen lassen. Einen Tee trinken. Und nichts tun, was aus einer Stimmung des Unmuts, der Wallung oder emotionaler Ausnahmezustände heraus entstehen würde. Manchmal ist der innere Rückzug und das Kraft schöpfen in der Stille eine Idee, wenn auch keine Lösung für alles. Aber für einen Moment – atmen.

Am Benediktushof kann man gut durchatmen.

Menschen sehen

Man wird nur dadurch dem Menschen gerecht, dass man in jedem Einzelnen einen neuen Menschen sieht.

Rudolf Steiner, 1861–1925

Einer der vielen Ausblicke aus einem Fenster des Goetheanums in Dornach.

3014 Mal Danke

3014 Beiträge finden sich im Blog auf unserer Homepage. 3014 Mal habe ich mir Gedanken zum Tag gemacht. Manchmal betrifft es Kurse, Geschichten aus dem Alltag, Gedanken zu den Themen, die derzeit bewegen. 3014 Fotos habe ich von lieben Menschen geschickt bekommen (Danke für euren Support), sie sind wie meine „Außenaugen“ und senden mir Eindrücke von den Orten, an denen sie unterwegs waren. So ist jeder Beitrag immer eine gemeinsame Tätigkeit – ein Foto, das in 50% der Fälle den Inhalt des Textes anstößt, weil es eine ungewöhnliche Perspektive bietet, und der Text. Damit das vor eure Augen kommt, braucht es Programmierer, Strom, Datennetze und vieles mehr. Unsere Kommunikation – mein Wort findet dein Auge und hoffentlich dein Herz – ist die Leistung vieler Menschen. Danke, dass ich 3014 Mal diese Unterstützung bereits bekommen habe.

 

Von Herzen einen schönen Wochenteilungstag für dich mit der Beweglichkeit von Merkur und vielen Freumomenten – von Herz zu Herz.

 

Sigrids Blumengruß geht heute an alle, die ein wenig Farbe und Freude im Tag brauchen können. Danke für dein Bild!

Viel Erfolg allen Prüflingen!

Morgen ist es wieder soweit – in ganz Deutschland treten die Teilnehmenden der Prüfungen zum Heilpraktiker für Psychotherapie (und zum Heilpraktiker) an. Eine schriftliche Prüfung ist erforderlich, dann folgt nach Bestehen die mündliche Prüfung. Zuvor intensive Vorbereitungszeit, möglichst bereits therapeutische Ausbildung(en), Selbsterfahrung und das Aufräumen eigener Baustellen, betriebswirtschaftliche Informationen und vieles mehr, das Berufsbild ist vielfältig. Mit welchen Menschen möchte ich arbeiten? Welche Krankheitsbilder sollen mein Spezialgebiet werden? Welche Techniken liegen mir?

Es ist ein Beruf mit sehr viel Verantwortung, die Arbeit braucht Sorgfalt, Geduld, profunde Kenntnisse der Krankheitsbilder und sehr viel Wissen, wann die eigene Kompetenz nicht reicht, sondern andere Berufsgruppen dazukommen müssen.

Seit 2009 unterrichte ich angehende Heilpraktiker für Psychotherapie mit Freude und viel Erfolg. Wer gern den Beruf erlernen möchte – wir starten am Freitag, 27. 10., online den nächste LIVE-Ausbildungsgang. 26 Freitage von 16 bis 21 Uhr erarbeiten wir uns den Prüfungsstoff. Wer die Ausbildung in seinem eigenen Tempo machen mag, kann das über unseren Onlinekurs gern tun. Alle Infos hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/hpp/

 

Den Kandidatinnen und Kandidaten morgen drücken wir herzlich alle Daumen, wir wünschen euch eine gute, erfolgreiche schriftliche und in wenigen Wochen eine erfolgreiche mündliche Prüfung! Alles Gute!

 

Die nötige Ruhe wie auf Gabis Foto schicken wir allen nervösen Prüflingen von Herzen! Danke für das Foto, Gabi!

Herbstliches

Es ist nun der Herbst gekommen,

Hat das schöne Sommerkleid
Von den Feldern weggenommen
Und die Blätter ausgestreut,
Vor dem bösen Winterwinde

Deckt er warm und sachte zu
Mit dem bunten Laub die Gründe,
Die schon müde gehn zur Ruh.

Durch die Felder sieht man fahren
Eine wunderschöne Frau,
Und von ihren langen Haaren
Goldne Fäden auf der Au
Spinnet sie und singt im Gehen:
Eia, meine Blümelein,
Nicht nach andern immer sehen,
Eia, schlafet, schlafet ein.

Und die Vöglein hoch in Lüften
Über blaue Berg und Seen
Ziehn zur Ferne nach den Klüften,
Wo die hohen Zedern stehn,
Wo mit ihren goldnen Schwingen
Auf des Benedeiten Gruft
Engel Hosianna singen
Nächtens durch die stille Luft.

Joseph von Eichendorff

Stephanie schickt diese wunderschöne Herbststimmung. Danke für das Foto!

Von Sinnen

Grandioses Wochenende mit Kerstin Rosenberg als Dozentin in der Fortbildung zum Thema Diätetik und Reinigen im Ayurveda. Hier kommt vieles zusammen – Freude am Kochen, Wissen, Erfahrungsheilkunde, Einsatzmöglichkeiten, Indikationen, Gegenanzeigen und – Sinne nutzen! Wir sind sinnlich abgestumpft, lediglich Sehen wird traktiert mit ständig wechselnden Eindrücken auf viel zu kleinen Bildschirmen, die das Auge einfrieren, weshalb Augentropfen ein beliebtes Accessoire von Bildschirmfehlnutzern sind.

Geschmack und Geruch vernachlässigen wir, weil alles ähnlich schmeckt rund um den Globus. Wie anders sich eine Gurke im Mund anfühlt und ein Radieschen im Vergleich zu Honig! Am liebsten essen viele püriert, damit man nur schlucken, doch nicht mehr kauen muss.

Wer einmal eine Wasserverkostung (okay, mit Wein ist es ähnlich) mitgemacht hat, hat eine Ahnung bekommen, wie verschieden Geschmack sein kann und wie es auf unseren Körper wirkt. Gerüche landen direkt im limbischen System, rufen dort Erinnerungen wach und Emotionen.

Wie wäre es, wenn du heute einmal bei einer Mahlzeit achtsam isst, also nur essen, gut kauen, einen Nahrungsbrei Richtung Magen schicken statt grobe Stücke, die Magensäure ohne Ende brauchen und du dir bewusst machst, ob du schmeckst, was du isst? Was isst du? Etwas Fertiges oder hast du es selbst gemacht? Was bemerkst du? Was bemerkst du mehrere Stunden nach dem Essen?

Einen feinsinnigen Start in die neue Woche!

 

Für den Monk in uns hat Gabi ihr Gemüse überschaubar vorbereitet. Danke für das Foto!

Herbststimmung

In meines Wesens Tiefen dringen

Erregt ein ahnungsvolles Sehnen,

Dass ich mich selbstbetrachtend finde,

Als Sommersonnengabe, die als Keim

In Herbstesstimmung wärmend lebt

Als meiner Seele Kräftetrieb.

Der Wochenspruch für diese Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner. Allen einen guten Start!

Stephanie hat den fantastischen Farbenhimmel dieser Tage im Bild festgehalten. Vielen Dank dafür!

Einfach mal was Neues lernen

Klasse Auftakt am Freitag bei einem Seminar, mein erstes Hybridseminar. Ein Teil der Gruppe sitzt vor Ort in Wien und der Rest verteilt sich in Deutschland. Diätetik in der Ernährung – wie kann Nahrung Heilmittel sein? Das ist für mich als Heilpraktikerin für Psychotherapie ein durchaus wichtiges Thema, denn ich sehe, wie sich Menschen auch mental-psychisch erholen, wenn sie körperlich gut aufgestellt sind und genug schlafen. Besserer Schlaf ist oft der erste Schritt zur Gesundheit – das weiß jeder aus eigener Erfahrung.

Viele Botenstoffe wie Serotonin, das an unserem Gefühl von Glück beteiligt ist, werden zum Teil im Darm hergestellt, dort ist auch der Sitz unseres Immunsystems, insofern ist ein Augenmerk auf dem gesunden Darm hilfreich. Ehrlich gesagt sehe ich kaum Menschen mit einem gesunden Darm oder frei von Problemen in diesem Bereich, es wird darüber nicht gesprochen.

Samstag und Sonntag werden intensive Lerntage für mich mit viel Input, Austausch, spannenden Mitlernenden und vielen Ideen für den praktischen Alltag.

Heil-Nahrung

Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.

Hippokrates von Kos, 460–370 v. Chr.

So sah es beim Ayurvedawochenende im Sommer aus – Wurzelgemüse wurde gekocht und vor dem Genießen steht das Schnippeln.

Schräges Jahr

Eine Kollegin sagte gestern: „Das ist so ein schräges Jahr“. Trifft es gut. Eines von einer Reihe schräger Jahre, die uns bevorstehen, vermute ich. Das ist das neue Normal.

Wir sind konfrontiert mit Herausforderungen auf allen Ebenen, körperlich, seelisch und geistig und deshalb ist es so wichtig, dass wir uns immer wieder einmitten, für ausreichend Auszeiten in der Natur und Ausgleich sorgen und dennoch immer wieder bereit sind, uns ins Abenteuer Leben mit aller Kraft zu stürzen.

Ich stürze mich an diesem Wochenende das erste Mal seit langem in ein Seminar für mich zur Fortbildung, ein Hybridseminar mit Menschen, die in Wien vor Ort im Kurs sind und anderen wie ich, die online zugeschaltet sind. Es wird um Diätetik und Nahrungsmittelkunde gehen, Teil einer umfangreichen Ausbildung, weil aus meiner Erfahrung heraus viele psychische Probleme ihre Ursache in mangelnder Darmfunktion haben. Schwierige Ernährung, zu wenig Schlaf, kaum Bewegung – das sind die Stellschrauben, an denen jeder hoffentlich selbst etwas drehen könnte. Hier hat jeder einen Schlüssel zu einem besseren Leben in der Hand.

 

 

Form und Farbe als Gestaltungselemente – in Beton! Blick ins Goetheanum in Dornach.