Author page: Christine Krokauer

Der Strom der Zeit

Unhemmbar rinnt und reißt

der Strom der Zeit,

in dem wir gleich verstreuten

Blumen schwimmen,

unhemmbar braust und fegt

der Sturm der Zeit,

wir riefen kaum,

verweht sind unsre Stimmen.

Ein kurzer Augenaufschlag

Ist der Mensch,

der ewige Kraft

auf ihre Werke tut;

ein Blinzeln –

der Geschlechter lange Reihn,

ein Blick –

des Erdballs

Werde und Verglut.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Danke an Theresa für das Bild aus Schweden.

Weise Systeme

Systeme sind weise. Dein Körper ist eines der unglaublichsten Systeme! Das feine Zusammenspiel von Neurotransmittern, Hormonen, der Arbeit deiner Mitochondrien, die hochkomplexen Vorgänge in den Organen – Wunder über Wunder. Grenzen wie Haut, Lunge, Darm spiegeln, wie wir mit uns und der Umwelt interagieren, uns etwas „einverleiben“, jemanden „gut riechen können“ und vieles mehr. Zahlreiche Symptome, die dem psychischen Bereich zugeordnet werden, haben handfeste körperliche Grundlagen. Das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist ist faszinierend. Manchmal muss der Körper sprechen, weil wir auf andere Signale nicht achten.

Viele Menschen machen vor einer längeren Urlaubsreise mit dem Auto einen Check in der Werkstatt. Wir vernachlässigen unsere Systemchecks gerne. Wie oft hältst du am Tag einen Moment inne, fragst den Körper, wie es ihm gerade geht, trinkst ein warmes Wasser, erlaubst der Seele, am offenen Fenster mit Blick in die Natur Stress loszulassen und über Atmung zu entspannen? Wie oft wird dein Geist mit Schönem genährt wie Musik, ein gutes Buch oder ein tiefer Austausch?

Ich wünsche dir für Körper, Seele und Geist immer wieder Momente des Innehaltens und der Verbundenheit.

 

Für ein bisschen Augenferien heute ein Foto von Theresa. Vielen Dank dafür.

Gibt es den großen Wurf

Warten auf den großen Wurf – gibt es das Eine, was mich richtig erfüllt? Die Frage bewegen viele Menschen in Kopf und Herz. Manchmal ist das Außen komplex. Mit drei Schulkindern im Ausland unterwegs sein ist möglich. Die Frage ist: Will ich das aus welchen Gründen? Wie gehen die (vielleicht pubertären) Kinder damit um, dass sie aus ihrem Freundeskreis genommen werden? Wie löse ich den ethisch-moralischen Konflikt alt werdender Eltern, wenn ich von weit weg aus arbeiten will, zugleich aber im Notfall vor Ort sein möchte? Aus Kostengründen aufs Land ziehen und im Alter nur noch wegkommen, solange ich selbst noch Auto fahren kann? Handwerk oder Studium?

Unzählige dieser Fragen wollen jeden Tag gelöst, gute Antworten gefunden und gelebt werden. Wir bebrüten ungelegte Zukunftseier oder glauben, nur weil jemand täglich vom tollen Leben auf dem Segelschiff bloggt und strahlende Kinder präsentiert, dass es nicht hinter den Kulissen genauso kracht wie in der eigenen Familie?

Manchmal gibt es „den einen Wurf“, von klein an weiß jemand „Wenn ich groß bin, werde ich dieses und jenes“, machen das und sind damit fein. Manchmal gibt es viele kleine Glückswürfe, weil der Menschen her generalistisch aufgestellt ist und viele Dinge probiert und kann. Ab und an rudern wir wie verrückt – und bemerken es erst durch eine Frage von außen, dass wir an Land sind.

Es gibt nicht DEN Weg zum guten Leben. Es gibt nur ein Bemühen um Antworten auf die Frage, was für dich persönlich das Gute, Wahre und Schöne ist. Was dein Herz zum Leuchten bringt, wo du den authentischen Weg wählst, der zu deinen Zielen führt. Kaum einer geht kerzengerade Wege, wir mäandern uns so durch den Lebensdschungel. Genießen wir die Etappen dieser Abenteuerreise. Das Ziel findet uns dann vielleicht entspannter. Was ist der kleine Schritt, den du heute wagen kannst?

Einen freundlichen Donnerstag für dich.

 

Das Foto ist von Stephanie, vielen lieben Dank!

Vorfreude ist wunderbar. Viele Menschen sehnen sich nach dem ersten Frühlingsgrün, nach Sonnenschein und hellerem Licht. Wir haben oft Grund zur Freude und Dankbarkeit. Im Alltag schwindet das, weil vieles wie selbstverständlich ist und wir mit Negativem belastet werden.

Unrecht oder Dinge, die sehr falsch laufen, gefährlich sind oder ungeahnte Folgen haben können, von denen jemand weiß, müssen benannt, adressiert und dargestellt werden, das hat Schutzfunktion. Gemeint ist Flurfunk. Klatsch, Tratsch, Unterstellungen, ungesunde Koalitionen, die Menschen bilden, um besser dazustehen und die anderen, bewusst oder unbewusst, stark schaden.

Jede Verletzung hat Konsequenzen und nimmt Betroffenen Lebensfreude.

Was können wir heute zur Lebensfreude für uns und andere beitragen? Worauf freust du dich am meisten vor? Bei mir ist es die Vorfreude darauf, dass ich hoffentlich in 255 Tagen, wenn alles gut läuft, an meinen Kraftplatz fahren kann. In Gedanken laufe ich dort jeden Tag spazieren und freue mich.

 

Ursulas Foto ist eine kleine Vorfreude auf die Kraft, die die Natur im Frühling zeigt. Dankeschön!

 

 

Schlafsaal

Der Himmel ist nichts weiter als der große Schlafsaal der Erde, der allen Menschen offensteht.

Voltaire, 1694–1778

Ursula hat das Himmelsbild geschickt. Danke dir!

Stand by your man

Faschingszeit im Außen. Allen Freude, die gern auf Prunksitzungen, Umzüge und andere Events in dieser fünften Jahreszeit gehen.

Meine Tage sind nicht mit launigen Reden über Politik oder andere wichtige Themen gefüllt. Sie wechseln zwischen Pflege, Klienten und derzeit Schreiben von Vorträgen und Seminaren, die in diesem Jahr anstehen. Es ist eher eine ruhige, ernste und nachdenkliche Zeit. Was möchte ich vermitteln, weitergeben? Worauf den Fokus richten? Wie andere darin unterstützen, dass sie ihre Herausforderungen gut bewältigen und an ihren Krisen wachsen, anstatt zu zerbrechen? Wie helfen Atmung, Ernährung, Bewegung und das Thema Frieden mit sich selbst schließen, resilienter zu werden und gut für sich sorgen zu können? Hier gab es eine spannende Diskussion zum Thema Eigenverantwortung. Viele trauen sich nicht zu, Dinge für sich selbst zu entscheiden, sich fundiert Informationen zu beschaffen und auf einen Weg zu machen, der vielleicht mühsam ist. Es soll leicht, angenehm und einfach sein im Leben, weil es „mir zusteht“. Vor lauter „zustehen“ vergessen wir, die wichtigere Frage zu stellen, wozu wir selbst stehen. An wessen Seite gehen wir, für welche Wege treffen wir eine klare Wahl? Stärken sie uns und andere? Etwas mehr Demut statt hochmütigem „Zustehen“ ist vielleicht einen Versuch wert, oder?

Einen schönen, kraftvollen Dienstag für dich.

 

Ursula hat das frühjahrsvorfreudige Foto gemacht. Vielen Dank!

Unbesiegbarer Sommer

Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt …

Albert Camus

Wer genau hinschaut, erkennt schon zarte Frühlingsboten überall. Danke für dein Bild, liebe Ursula.

Einen frohen Wochenstart für dich

Ein feiner, ruhiger Seminartag über die Bedeutung von „Stille“ im Leben und in der Arbeit mit Menschen. Verbunden mit dem Herzlauschen werden Räume geöffnet, die Schutz und Vertrauen bieten, zur Ruhe kommen lassen und sich weiten für Antworten, die auf vielerlei Ebenen gesucht und gefunden werden können.

Diese Woche freuen wir uns auf leckeres Essen, vorbereitet haben wir ein Rote-Linsen-Dal mit leckeren Gewürzen, Kokosmilch und Limettensaft. Der Bruder möchte partout Sauerkraut und Knödel. In dieser Woche prallen also kulinarische Welten aufeinander. Alle freuen sich, wenn es etwas wärmer wird, dann steigen wir um auf unsere Mittagsbowl. Im Kalender stehen zum Glück viele Termine, darunter Coaching mit einem meiner Lieblingsteams, die zweite Februarwoche hat Freupotential.

Allen eine gute Woche, vor allem Gesundheit. Gute Besserung, falls es dich erwischt hat.

Des Denkens Licht empfangen

Es festigt sich Gedankenmacht

Im Bunde mit der Geistgeburt

Sie hellt der Sinne dumpfe Reize

Zur vollen Klarheit auf.

Wenn Seelenfülle

Sich mit dem Weltenwerden einen will

Muss Sinnesoffenbarung

Des Denkens Licht empfangen.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Silke hat das Eiszapfenfoto gemacht. Lieben Dank dafür!

Stille

Stille ist das heutige Seminarthema. Wo in unserem Alltag erleben wir Momente der Ruhe, in denen wir nichts müssen, nur sind? Erlauben wir uns das Sein oder macht es uns Angst, dass uns dann die Affenhorde im Kopf überfällt und uns alles um die Ohren fliegt? Wie können wir erfahren, dass wir uns erinnern dürfen an die in uns grundgelegte Stille? Wo im Körper erlebe ich es, dass sich Anspannung lockert, wir nicht mehr permanent das Außen scannen müssen, sondern wissen – in uns ist ein Ort des Friedens? Dann sind wir an der nährenden Quelle des Seins angelangt im Raum zwischen den Atemzügen, wenn der Atem sacht wie ein Landregen in unseren Körper sickert, die Muskeln den Panzer um uns herum lockern und wir in und mit uns selbst behütet sind.

Der Japangarten am Benediktushof ist ein Ort der Erinnerung an die Stilleanteile in uns, die uns in unsere Kraft bringen, den Geist klären und das Herz wärmen. Nicht sofort, nicht schnell, nicht, wenn ich das will. Nähern wir uns der Stille zart, achtsam, einladend, wie fragend.

Menschen brauchen Menschen

Das Wetter schlägt manchem aufs Gemüt mit all dem Grau und Schneematsch. Es ist weniger das Wetter. Es ruft etwas hervor, was viele nicht wahrhaben wollen – Menschen sind einsam geworden seit der Pandemie. Wir kommunizieren über technische Geräte. Da kann man sagen „ich hatte einen Netzausfall“. Ausfall meint eher Auf-fall: Mir fällt auf, dass ich es nicht mehr gewohnt bin, mit echten lebendigen Menschen umzugehen. Wenn mich jemand kritisiert, gehe ich offline und bin beleidigt, anstatt zu lauschen, zu prüfen und notfalls zu sagen – gut, dass du mich darauf hingewiesen hast, da bin ich falsch unterwegs gewesen! Danke!

Paare schreiben sich WhatsApp-Nachrichten, obwohl sie miteinander in einem Raum sind. Kinder klingeln nicht mehr oft bei Freunden, um sie zum Spielen abzuholen, weil sie mit ihren Tablets beschäftigt sind. Infos am Arbeitsplatz kommen übers Intranet, dabei ist die Gefahr von Missverständnissen und Unklarheiten deutlich höher, als wenn man zehn Meter über den Flur geht (Bewegung kostenlos) und direkt etwas bespricht.

Das Wetter verhindert, dass wir in Fußgängerzonenmassen mäandern und nicht als Single wahrgenommen werden, wenn es sehr voll ist. Jetzt sieht man, wer alleine unterwegs ist und sich gegen den kalten Wind stemmt. Nix derzeit mit rumhängen mit Weinglas in der Hand auf Brücken (das macht man in Würzburg sehr gern) und sich als Gruppe fühlen.

Menschen brauchen Menschen. Zum Erkennen von Macken, um sich aneinander zu reiben, zu lachen, weinen, meckern und kichern, zum Leben und sich lebendig fühlen. Das Wetter ist nur Winter.

Einen liebevollen Venustag mit vielen wunderbaren Menschen in deinem Leben!

 

Danke für das geniale Foto, liebe Stephanie.

Alleinsein – Einsamsein

Alleinsein ist wundervoll. Einsamkeit kann schwer sein. Wähle weise und habe immer einige wenige liebevolle Menschen in deinem Feld, mit denen du das Leben still und friedlich werden lassen kannst.

Stephanie hat das wundervoll blaue Foto gemacht. Dankeschön.