Autor: Christine Krokauer

  • Der Sommerfaden

    Der Sommerfaden

    Der Sommerfaden

    Da fliegt, als wir im Felde gehen,

    Ein Sommerfaden über Land,

    Ein leicht und licht Gespinst der Feen,

    Und knüpft von mir zu ihr ein Band.

    Ich nehm ihn für ein günstig Zeichen,

    Ein Zeichen, wie die Lieb es braucht.

    O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,

    Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!

    Ludwig Uhland

    Kein Sommerfaden, dafür Sommerabend – von Ursula. Danke für dein Bild!

    1 gefällt mir Der Sommerfaden Da fliegt, als wir im Felde gehen, Ein Sommerfaden über Land, Ein leicht und licht Gespinst der Feen, Und knüpft von mir zu ihr ein Band. Ich nehm ihn für ein günstig Zeichen, Ein Zeichen, wie die Lieb es braucht. O Hoffnungen der Hoffnungsreichen, Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!…

  • Zufallsfund

    Zufallsfund

    „Durch Übung der ‚sieben Künste‘ öffnet und befreit der Mensch seinen Geist für die Welt – und bringt sich als geistiges Wesen zuallererst selbst hervor“. Diese Worte des französischen Mönchs Alanus ab Insulis (1120–1202) aus der Schule von Chartres sind mir sehr stark hängengeblieben. Ein Zufallsfund. Eigentlich wollte ich ein Heft über Rainer Maria Rilke ordern, doch es  kam „Himmel. Erde. Menschen. Kunst“, ein wunderschöner Titel von Stefanie Gather und Silke Kirch über die Sommerakademie Alfter. Schnell war der Rilke vergessen und die Freude am Lesen, Schauen und Staunen groß. Zugleich auch eine gewisse Wehmut, weil derzeit wenig Zeitfenster sind für Kunst und eigene Kreativität (stimmt nicht ganz, Skripten und Artikel schreiben sind ein sehr kreativer Akt).

    Bildung im weitesten Sinne ermöglicht, dass sich der Mensch als ein geistiges Wesen selbst hervorbringt. Eine bedenkenswerte Aussage, die in den nächsten Wochen sicherlich viel in meinem Kopf herumgeistern wird. Natürlich führte die Beschäftigung mit Chartres dazu, mal wieder in den Bildbänden über das Meisterwerk zu blättern. Das gehörte als Kind zum Schönsten auf der Welt: Ich lese etwas. Ein unbekanntes Wort taucht auf. Ich schlage im Lexikon nach und lese die Erklärung, doch gibt es weitere Verweise – am Ende vergesse ich, weshalb ich überhaupt ein Lexikon in die Hand genommen habe und mäandere mich, Zeit und Raum restlos vergessend, durch Worte, Erklärungen und Unbekanntes. Die einen bereisen die Welt real, ich durchforste am liebsten Bibliotheken. Oder werde von wunderschönen Buchpaketen überrascht, die sich als großartiges Geschenk des Wochenendes erweisen.

    Allen einen guten Start in eine Woche mit lauter wundervollen, freundlichen und wertschätzenden Momenten.

    Ursula hat die Schönheit im Gegenlicht fotografiert. Danke für dein Bild.

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  • Weltendenken

    Weltendenken

    An Sinnesoffenbarung hingegeben

    Verlor ich Eigenwesens Trieb

    Gedankentrau, er schien

    Betäubend mir das Selbst zu rauben

    Doch weckend nahet schon

    Im Sinnenschein mir Weltendenken.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Borretschblüte mit Bienenbesuch, von Ursula dankenswerterweise im Bild festgehalten.

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  • Ich freue mich

    Ich freue mich

    Das wird ein interessantes Wochenende. Die angehenden Cardea-Coaches haben ihren zweiten systemischen Ausbildungsteil. Wir befassen und mit Entwicklungszyklen, Virginia Satir, Organigrammen, Strukturen und Mustern. Systemische Arbeit mit Teams ist anders als Familienaufstellung. Systemisches Denken ist ein zentraler Ansatz unserer Arbeit. Langsam schwingt sich die Gruppe auf ihre letzten Kurseinheiten ein, bald stehen die Präsentationen der Abschlussarbeiten an.

    Nächste Woche lerne ich ein neues Team im Coaching kennen, darauf freue ich mich sehr. Am nächsten Samstag haben wir im Jahreskurs den Seminartag zum Thema „Sehnsucht nach Heimkehr“.  Das nächste Aufstellungswochenende ist ausgebucht, auch das im September, für Oktober nehmen wir gern Anfragen an.

    Raphael erntet mit seiner Mama Zuckerschoten im Garten – herrlich! So eine kleine Haushaltshilfe ist großartig. Danke an Aurelia für euer zuckersüßes Foto!

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  • Ich bin der Juli

    Ich bin der Juli

    Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.

    Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?

    Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,

    die Ähren sind zum Bersten voll;

    reif sind die Beeren, die blauen und roten,

    saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

    So habe ich ziemlich wenig zu tun,

    darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.

    Duftender Lindenbaum,

    rausche den Sommertraum!

    Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schüle?

    Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

    Paula Dehmel, 1862–1918

    Aurelia hat bei einer Sonnenblume genau hingesehen. Danke für dein Foto!

    1 gefällt mir Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze. Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze? Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll, die Ähren sind zum Bersten voll; reif sind die Beeren, die blauen und roten, saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten. So habe ich ziemlich wenig zu tun, darf…

  • Sinkende Hemmschwelle

    Sinkende Hemmschwelle

    Turbulente Tage mit viel Wind im Außen und auch Menschen, die sehr durch den Wind sind nach Hitze und Backofenfeeling. Die Bandbreite der Themen ist erstaunlich. Von Trennung über Erstdiagnosen mit durchaus krassen Folgen über Erziehungsfragen und gleich zwei Fälle, in denen Menschen massivem emotionalem Missbrauch ausgeliefert sind. Das Thema häusliche Gewalt nimmt in meiner Wahrnehmung stark zu. Das begann in der Pandemie, als die Menschen eng aufeinandersaßen und setzt sich fort. Nach außen wird aus Scham oft nichts darüber gesagt. Sich „HELP“ auf die Augenlider schreiben mag in Reels nützlich sein, in Wirklichkeit leben rechts und links von uns oft Menschen, die hinter den verschlossenen Türen nicht mehr als Menschen behandelt werden und zu wenige Menschen reagieren, wenn sie es bemerken. Hier darf Bewusstsein wachsen. Im Wartezimmer unseres Hausarztes hängen zwei Plakate mit Hinweisen auf Hilfe bei häuslicher Gewalt und Frauenhaus.

    Respekt- und Würdelosigkeit sind weit verbreitet, der Anfang einer sinkenden Hemmschwelle in Bezug auf Gewalt. Wir sind im wahrsten Sinn des Wortes eine gewalt-tätige Menschheit geworden gegenüber allen Lebewesen. Der alte Spruch „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ darf wieder ins Repertoire. Ehrfurcht vor allem, was lebt, gehört in jede Kinderstube, denn das ist die Homebase von Höflichkeit und Herzenstakt.

    Einen freundlichen, friedlichen und achtsamen Freitag allen.

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  • Höflichkeit

    Höflichkeit

    Höflichkeit ist Wahrheit, gebrochen durch Takt.

    Viktor de Kowa

    Zauberhaft bewachsenes Gebäude auf dem Gelände der Klinik Arlesheim. Es summt und brummt dort hingebungsvoll.

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  • Stromausfall

    Stromausfall

    Dienstagmittag Patsch!, alles steht still. Rechner hart runtergefahren. Alle Geräte aus. Sicherungskasten – alles okay. Wenige Minuten später rattert alles los. Der eine Rechner findet das interne Netzwerk nicht mehr, der AB muss neu gestartet werden, ein paar Zeilen Text fehlen in einem Dokument. Den gesamten Nachmittag stürzt immer wieder alles ab, nichts läuft stabil. Es dauert bis zum Abend, bis der Zugang zum Netzwerk mit einem Mal wieder funktioniert. Die Nachbarn berichten dasselbe bei ihnen. Ich finde keine Infos über Stromausfälle in der Stadt, was mich irritiert. Zum Glück konnten wir alles wieder richten, es zeigt, dass ohne Strom nicht viel läuft. Selbst das Pflegebett des Bruders könnte ich dann nicht so verstellen, wie wir das dauernd müssen. Also entweder kniend versorgen oder ihn sehr hoch im Bett haben mit dem Sturzrisiko. Je nachdem, wann der Strom ausfällt, haben wir also das eine oder das andere.

    Wir üben in letzter Zeit einige Dinge – Wasser abkochen wegen Keimen – Wasservorrat anlegen, für solche Fälle gut versorgt sein, vor allem mit Pflegefall. Strom: Also wieder Apfelmus im Herbst kochen aus den Äpfeln und Saft machen, das braucht keine Kühlung und getrocknete Apfelwürfel herstellen, Quitten und die Beeren versaften, kühlungsfrei. Auf dem Einkaufszettel: Lebensmittel in Gläsern wie Bohnen, weil der Gefrierschrank im stromlosen Fall nichts nutzt. Kommt froh durch den Jupitertag!

    Heute Fototest – worauf richte ich meinen Fokus?

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  • Widmung

    Widmung

    Dieser Ort sei dem ehrenwerten Vergnügen gewidmet, das Auge zu erfreuen, die Nase zu erfrischen und den Geist zu erneuern.

    Erasmus von Rotterdam

    Heute Fototest – worauf richte ich meinen Fokus?

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  • Erkenntnis vor Änderung

    Erkenntnis vor Änderung

    Kleist wird nachgesagt, er habe auf ein Werk von Caspar David Friedrich mit der Anmerkung reagiert, das sei, als ob „Einem die Augenlider abgeschnitten“ wären. Das ist bei Bildern von Friedrich durchaus nachvollziehbar. Eine ähnliche Wahrnehmung hatte ich bei Rilkes Torso Apollos in Bezug auf die letzten Zeilen: „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.“ Was wie eine dahingeworfene Aussage wirkt, beiläufig, kann ein massiver Paukenschlag sein. Mir sitzen oft Menschen gegenüber, die ihr Leben radikal verändern, weil es so, wie es ist, nicht weitergeht. Rilkes „muss“ trifft es gut – kaum jemand verändert freiwillig sein Leben, Gewohnheit und Bequemlichkeit, auch wenn es negative Folgen hat, sind stark.

    Vielleicht kommt vor dem Ändern auch erstmal eine Erkenntnis: Das System hat bis jetzt den bestmöglichen Job gemacht. Der Grund für manche Verhaltensweisen, die uns schaden, ist alt, liegt in der Kindheit, ist die Antwort eines überforderten Systems, das sich schützen muss, abspaltet, um zu überleben, Muster und Wege findet, unsichtbar, angepasst und pflegeleicht zu werden, den Teller leer zu essen, nicht zu weinen, was immer Menschen widerfährt, es ist vielfältig.

    Es braucht für mein Gefühl eine absolute Wertschätzung des genialen Systems. Ein Ausatmen und gemeinsam mit dem System entscheiden: Wie können wir uns besser aufstellen? Und dann besteht der Prozess aus verschiedenen Teilen: Körper, Seele und Geist sind nicht trennbar. Nur Sport allein bringt nichts, nur neu und frisch denken auch nicht, nur Vagusnerv chillen nicht. Alles muss gesehen, erkannt und dann auf gute Weise genährt werden, um in Bewegung zu kommen. Bewegung meint gezielt körperliche Bewegung, das Beachten von Schlafhygiene, gründliche Analyse über den Zustand des Körpers, der Seele und des Geistes, letztes würden wir statt Bewegung „neues Mindset“ nennen. Und die Erlaubnis, das Leben zu ändern. Ohne Erlaubnis, sich zu ändern, geschieht nicht viel.

     

    Der griechische Bergtee im Garten hilft auch dem Körper, anstrengende Phase gut zu überstehen.

    1 gefällt mir Kleist wird nachgesagt, er habe auf ein Werk von Caspar David Friedrich mit der Anmerkung reagiert, das sei, als ob „Einem die Augenlider abgeschnitten“ wären. Das ist bei Bildern von Friedrich durchaus nachvollziehbar. Eine ähnliche Wahrnehmung hatte ich bei Rilkes Torso Apollos in Bezug auf die letzten Zeilen: „Denn da ist keine…