Author page: Christine Krokauer

Au weia

Arbeiten im Garten stagnieren wegen Regen. Gut für die Vorbereitung kommender Veranstaltungen. Zudem merke ich das nahende Ferienende in Bayern. Die Klienten sagen, dass Urlaub nicht mehr die erhoffte Erholung bringt. Mit Sorge sehe ich viele Entwicklungen. Ein Beispiel vom Wartezimmer des Augenarztes am Morgen. Es ist voll, alle Menschen still in ihre Handys schauend. Neben mir chattet ein Herr mit seiner KI. Er freut sich über das, was sie schreibt. Ich frage ihn, was seine Freude auslöst, er antwortet, dass die KI freundlicher mit ihm umgeht als Menschen und er deshalb neuerdings weniger Kontakt mit Menschen hat. Ich will wissen, ob ihn die KI auch auf seine Macken und Kanten hinweist. Seine Antwort: „Nein, genau deshalb ist das so klasse. Endlich mault mal keiner mehr an mir herum.“ DAS wird eine Entwicklung, die in krasse Paralleluniversen einlädt. Menschen werden nicht mehr wie bisher dopaminbeduselt still überall warten oder in übersehen Glastüren und Pools stolpern, sondern sich Fake-Lob via KI abholen, wo vielleicht anderes notwendig wäre. Im schlimmsten Fall verlieren wir die Fähigkeit zu sozialer Verantwortung. Mahnungen wie die von Margot Friedländer nach Menschlichkeit dürfen nicht ungehört verhallen.

 

Stephanie wandelt am liebsten auf Waldwegen. Danke für das Foto!

Check, Check

Um diese Zeit im Jahr lege ich immer alle Vorsorgetermine, weil das in Bayern die ruhigste Zeit ist am Ende der Ferien und damit das gemacht ist. Vieles sind heute Leistungen, die man selbst bezahlt, egal auf welchem Fachgebiet. Manche Untersuchungen sind – auch in Bezug auf die Versorgung mit Mikronährstoffen – sinnig, sei es Vitamin D oder anderes. Nicht mehr passende Mengen von z.B. Schilddrüsenhormonen und anderen Medikamenten können deutliche Probleme bereiten. Bis heute unterschätzen Menschen zudem Wechselwirkungen oder nehmen über Jahre Mittel ein, die mal verordnet wurden und einfach weitergenommen werden. Alles, was wir nehmen und alles, was uns fehlt, hat Wirkungen, nicht selten auch im Bereich der Psyche. Überdosierung kann Schaden anrichten, Mangel ebenfalls. Im Bereich Psyche betrifft das oft Vitamin D, B-Vitamine, Schilddrüsenhormon, Magnesium, Zink, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien. Unterschätzt werden Entzündungen im Körper, die Auswirkungen auf unsere psychische Verfassung haben, ebenso Mangel an Schlaf oder Missbrauch von Stoffen wie Alkohol, Drogen und Fehlernährung. Eine Ernährungsumstellung unterstützt im Bereich Psyche sehr. Gemüse, Nüsse, Samen, hochwertige Öle, Vollkornprodukte, ausreichend trinken – all das kann ein Baustein sein. Sich Zeit für ein Mahl nehmen, selbst kochen, bewusst essen sind weitere Bestandteile, die eine Rolle spielen. Bevor man irgendwelche Mittel nimmt, macht ein Check Sinn, wie die Versorgung damit ist und ob Mangel besteht. Und dann sollte auch nicht vergessen werden zu schauen, wie der Mangel zustande gekommen ist. Grundlegende organische Probleme müssen immer behandelt werden, sonst nutzen irgendwelche Mittel, die nicht da ankommen, wo sie sollen, nicht viel.

Schwuppdiwupp

Schneller als gedacht fliegt ein Jahr vorbei – so ging es der Seminargruppe am Samstag. Gestartet waren wir vor einem Jahr mit dem Nautilusprojekt, flugs ist das Jahr vorbei! Mit einem wunderschönen letzten Austausch verabschiedeten wir die Mitreisenden. Manche gehen noch eine Weile mit im zweiten Jahr, das ist wundervoll. In 13 Seminartagen und vielen einzelnen kleinen Einheiten haben wir uns zahllose Themen erarbeitet von Achtsamkeit über Gehirnfunktionen, Sinnesschulung, Salutogenese, gelingende Kommunikation nach Carl Rogers, wir haben über Neurotransmitter ebenso gesprochen wie über Gehirnfrequenzen, Werte, Stille, Ressourcen, unser Mindset, Spiral Dynamics, Ken Wilbers Arbeit und vieles mehr. Es ist ein Training im Aufbauen eigener Ressourcen im Rahmen von Potentialentwicklung (Auswickeln, was an Schätzen in uns steckt) und eine Erarbeitung zahlreicher Skills im Umgang mit uns selbst, unseren Sonnen- und Schattenseiten und anderen, wenn wir uns und andere führen möchten. Am 21. 9. starten wir erneut. Alle Infos hier: http://nautilus.seelengarten-krokauer.de/

Danke allen, die das Jahr mit uns gegangen sind – möge eure weitere Lebensreise wundervoll sein! Willkommen allen, die in die nächste Runde mit einsteigen wollen. Ein Jahr erscheint lang, rückblickend erkennen wir, dass es gut ist, nun da zu sein, wo wir jetzt stehen mit neuem Blick auf viele Dinge, vor allem auf uns selbst und das Wunder, das wir sind.

 

Benediktushofimpressionen

Wert-voll

Wenn es ein Ranking der Wochensprüche gibt, dann ist es der für diese Woche „In Lichtesoffenbarungen mischen der Nebel dumpfe Schleier sich“. Passend legen sich nun wirklich die Schleier morgens über alles im Garten und hinterlassen tropfende Spinnweben. Magie jedes Jahr. Wobei ich mit zunehmendem Alter eher formulieren würde „Ich habe mich dem Sommer hingegeben“, denn Sommer strengt mich mehr an als andere Jahreszeiten.

Am Freitagmorgen hatten wir einen sehr stillen andächtigen Moment – als beim Teamcoaching die Gruppe ihren Wertebaum gestaltet hat und wir uns auf die wichtigsten Wurzel- und Stammwerte geeinigt hatten. Die Krone war frei – hier konnte jeder seine eigenen Werte, die er ins Unternehmen einbringt, hineinsetzen. Das tiefe Bewusstsein, was eine Unternehmung im Innersten als Basiswerte hat, war eine wundervolle gemeinsame Erfahrung. In einer Übung begegneten sich die Menschen zum Abschluss unserer Coachingreihe mit Wertschätzung, Achtsamkeit und Freude. Ein wert-voller Vormittag war das. Sich seiner Werte bewusst werden, seinen eigenen Ehrenkodex schreiben – das kann so vieles verändern. Weiß jeder in einem Unternehmen, welche Werte zugrunde liegen, die nicht verhandelbar sind, ergibt sich daraus der Grundstock für die Kultur der Firma, die deren Kommunikation ebenso prägt wie Umgang mit Fehlern, Achtsamkeit, auch Raum für Stille und tiefe Begegnung lässt. Ich bin dankbar, dass diese Reihe möglich war und jetzt die Teams in ihre Umsetzungs- und Erprobungsphase gehen mit der Möglichkeit der Begleitung.

Einen kraftvollen Montag allen.

 

Die Arbeit im Team kann wie eine spannende Bergwanderung sein! Stephanie hat das Bild von einer Wanderung in der Schweiz vor einigen Jahren mitgebracht, lieben Dank.

 

Es dämpfet herbstlich sich ….

Es dämpfet herbstlich sich

Der Sinne Reizesstreben

In Lichtesoffenbarungen mischen

Der Nebel dumpfe Schleier sich

Ich selber schau in Raumesweiten

Des Herbstes Winterschlaf

Der Sommer hat an mich

Sich selber hingegeben.

Spruch aus dem anthroposophischen Wochenkalender von Rudolf Steiner.

Stephanie hat den ersten Nebel des diesjährigen Frühherbstes entdeckt. Danke für dein Foto!

Bewegender Abend

Manchmal geschieht Unerwartetes. So ging es mir am Donnerstag bei einer Onlineschaltung ins Goetheanum. Adam Blanning MD, Dr. med. Marion Debus, Dr. med. Karin Michael und Dr. med. Michaela Glöckler sprachen über ein 100 Jahre altes Buch, das als Band 15 in der Steiner Kritischen Ausgabe/SKA mit einem umfangreichen Vorwort und Erläuterungen von Dr. Glöckler neu herausgegeben wurde (#Verlag frommann-holzboog). Das Buch, das Rudolf Steiner zusammen mit der Ärztin Dr. Ita Wegman geschrieben und wo er kurz vor seinem Tod noch die Druckfahnen Korrektur gelesen hat.

Es geht nicht um das Buch – das allein würde ausreichen, sein Leben lang zu forschen und darin zu studieren – sondern darum, was an diesem Abend erlebt werden durfte: Alle schilderten ihre persönlichen Geschichten mit diesem Buch. Berührend, zum Weinen schön zu hören, wie mit diesem Buch gelebt, gearbeitet wird und wurde, dass es nicht nur eine unglaubliche Erweiterung der eigenen Vorstellungen darstellt, sondern die Menschen wachsen lässt an der Auseinandersetzung mit den Inhalten, sie ruft, in den Austausch geht mit dem lesenden Menschen und auch verbunden ist mit dem Austausch mit anderen und woher das Buch zu einem kam.

Das Buch von Steiner-Wegman war bisher für mich Herausforderung, ein Mysterium. Immer wieder fand ich darin Antworten auf ungestellte Fragen. Gestern schloss sich für mich ein Kreis zu den alten Heilungsmysterien – ein Thema, das mich das Jahr über schon in der Eurythmie mit der Arbeit am Tierkreis begleitet hat. Dieser Abend war „Lembasbrot für die Seele“, bevor wir in die kraftvolle Herbstzeit gehen.

 

Tafel in der Sonderausstellung im Goetheanum 2025.

Allergrößte Bedeutung

Es ist von der allergrößten Bedeutung, zu wissen, dass die gewöhnlichen Denkkräfte des Menschen die verfeinerten Gestaltungs- und Wachstumskräfte sind. Im Gestalten und Wachsen des menschlichen Organismus offenbart sich ein Geistiges. Denn dieses Geistige erscheint dann im Lebensverlaufe als die geistige Denkkraft.

Rudolf Steiner und Ita Wegman in: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Das neue Heilmittellabor der Weleda in Arlesheim.

Leben, nicht überstehen

Gemeinsam speisen – für so viele Menschen ist das ein tiefer Herzenswunsch. Seit Corona sind viele Menschen sehr einsam. Niemand merkt, dass sie ungern nach Feierabend in eine leere Wohnung gehen, Serien gucken oder ins Fitnessstudio gehen. Sie werden oft immer stiller, am Ende nur noch der Gang zur Arbeit, zum Einkaufen, kaum Begegnung mit echten Menschen. Kein Wunder, dass für viele der Austausch mit KI reizvoll wird.

Es ist total okay, sich alleine wohl zu fühlen, auch als Lebensentscheidung! Wer damit gut klarkommt – prima. Ich meine eher Menschen, für die Einsamkeit Bedrückung ist.

Was ist der Knackpunkt? Unsere mangelnde Bereitschaft, uns auf andere einzulassen. Wir lernen oft nicht mehr, uns mit anderen Menschen auf konstruktive Weise auseinanderzusetzen. Ego stößt an Ego, daraus resultieren Rechthaben (kleiner Tipp: Jeder hat Recht, aber nur in seinem eigenen Kopf, weil jeder seine eigene Weltsicht hat!), Abneigung, aufeinander zuzugehen oder zu akzeptieren, dass verschiedenen Ansichten in der Welt das sind, was in der Kunst Farben und Töne ausdrücken – Vielfalt.

Wenn ich nur mit Menschen zu tun haben will, die mir zustimmen, alles feiern, was ich sage oder mache, dann bin ich mit KI besser bedient, die ich so einrichten kann, dass sie freundlich und lobend agiert und Schattenseiten ausblendet. Das ist weder wahre Begegnung noch Ehrlichkeit, erzeugt keine Reibung durch Wärme, keine Veränderung meiner Person durch Abschleifen unangemessener Verhaltensweisen, kein Wachstum. Es braucht ein aktives Hinausgehen, ein echtes Interesse am anderen, ein aufrichtiges Lauschen auf das, was andere Menschen an Farbe in das Leben bringen.

Es bedeutet zu erkennen, dass Gemeinschaft vielfach auch Kompromiss, Egobeschneidung, mal was machen, was einem weniger Freude bereitet bedeutet, dafür auch Geborgenheit, Lachen, gemeinsame Unternehmungen, miteinander das Brot brechen. Auch das ist Bestandteil unserer Kultur. Nicht umsonst haben Kultus und Kultur den gleichen Wortstamm. Begegnung ist auch etwas Heiliges und damit Heilendes. Wie wäre es, wenn sich Menschen einfach zusammenschließen und reihum kochen und essen? Wenn wir offen sagen: Ich bin alleine und suche jemanden für Theater, Kino, Sport und Reisen? Mehr Mut zu Gemeinschaft. Mehr Mut zum gemeinsamen Leben. Mehr Mut zu WGs aller Art! Leben will gelebt, nicht überstanden werden.

 

Theresa hat die feine Tafel fotografiert und übrig geblieben ist natürlich nichts! Danke dir!

Atmen

Wer hier steht, bekommt ein weites Herz, kann tief und frei atmen und erlebt die Schönheit der Natur in Ruhe. Theresa hat das Foto in Kanada gemacht, Danke!

Langsame Naturwunder

Flechten und Moose – erstaunliches Leben, das sich in langsamem Tempo entfaltet. Mich fasziniert es sehr, wenn alte Bäume ein Gewand daraus tragen, sich saftiges Moos am Boden zu Kissen formt, auf denen herabgefallene Blätter schweben oder ich ein wenig isländisches Moos in die Hand bekomme mit seinen besonderen Qualitäten. Wie freut es mich, Moos vorsichtig zu berühren und zu staunen, welche Formen und Farben die Natur hervorbringt. Alles hat seinen Platz. Manches, was wir vielleicht nicht haben möchten, fühlt sich jedoch an der für uns unpassenden Stelle wohl, weil es dort seinen perfekten Lebensraum findet. Leben und leben lassen kann manchmal sehr hilfreich sein. Und wer durch einen Wald ginge ohne Flechten, ohne Moose, ohne sich an anderen Pflanzen festhaltende Ranken würde merken, was fehlt. Selbst das Kleinste und Unscheinbarste hat seine Aufgabe und seinen Sinn.

Viel Freude heute! Vielleicht entdeckst du einige winzig kleine Dinge, die deine Welt auf eine gewisse Weise zauberhaft machen.

Theresa hat das Bild gemacht. Danke!

 

 

Dornröschenhaus

Ein Reetdachhaus, wie von einer Dornröschenhecke eingerahmt. Sigrid war im Urlaub mit der Kamera unterwegs und hat dieses herrliche Foto gemacht für alle, die ein wenig Sehnsucht nach dem Norden haben. Danke dir!